Greenspan & Rand: Der Zynismus der Götter

6. März 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Vielleicht haben Sie es auch gelesen oder erinnern sich. Ex-FED-Chef Alan Greenspan feiert heute am 6. März 2013 seinen 87. Geburtstag. Ayn Rand, verstarb an diesem Tag – vor 31 Jahren. Beide verbindet etwas Tiefes…

Ayn Rand gilt als Mentorin für den vermeintlichen Geldmagiers Alan Greenspan. Zwei Menschen, die in verschiedenen Zeiten diametral perfekt zusammen gepasst haben – und wiederum nicht. Es gab eine Greenspan-Zeit, in der Ayn Rand eine große Rolle für ihn spielte. Dann legte Greenspan eine 180-Grand Wende sprichtwörtlich auf dem Parkett des großen Geldes hin. Es war eine Zeit, in der er seine Ideale verriet. Das müssen heitere Zeiten gewesen sein, als Greenspan 1966 seinen Artikel über „Gold und wirtschaftliche Freiheit“ verlasst hat…

Und dann kam offenbar noch eine Drehung dazu – wieder hin zu seiner Mentorin. Vielleicht wird er auch heute wieder in der Badewanne sitzen, seinen Geburtstag feiern, und gleichzeitig den Todestag seiner Mentorin betrauern. Beides an einem Tag. Und da sage einer, es gäbe keine Götter…

Ein Zitat von Ayn Rand aus „Wer ist John Galt?

„Sie glauben also, Geld sei die Wurzel allen Übels? Haben Sie sich jemals gefragt, was der Ursprung des Geldes ist?

Geld ist ein Tauschmittel, das es nur gibt, wenn Güter produziert werden und wenn Menschen da sind, die diese Güter produzieren können. Geld ist der materielle Ausdruck des Prinzips, daß Menschen nur miteinander auskommen, wenn sie Leistung mit Gegenleistung bezahlen, wenn ihre Beziehungen durch ehrlichen Tausch geregelt sind. Die Schnorrer, die glauben, den Ertrag Ihrer Arbeit mit Gejammer einheimsen zu können, oder die Plünderer, die sich mit Gewalt holen, was sie haben wollen, brauchen kein Zahlungsmittel. Geldgeschäfte gibt es nur zwischen Menschen, die etwas produzieren. Ist Geld deshalb ein Übel?

Wenn Sie Geld als Entlohnung Ihrer Leistungen annehmen, dann tun Sie das, weil Sie annehmen, daß sie es Ihrerseits als Entlohnung für die Leistungen anderer einsetzen können. Es sind nicht die Schnorrer oder die Plünderer, die dem Geld seinen Wert geben. Weder ein Ozean von Tränen noch alle Waffen der Welt machen aus den Papierstreifen in Ihrer Brieftasche das Brot, das Sie morgen zum Überleben brauchen. Diese Papierstreifen, die eigentlich Goldstücke sein sollten, sind wie ein Ehrenwort, das man Ihnen gegeben hat – Ihr Anspruch auf die Leistungen der produktiven Menschen. Ist Geld deshalb ein Übel?

Sie sagen, daß die Starken sich auf Kosten der Schwachen bereichern? Aber Sie meinen doch nicht Waffengewalt oder Muskelkraft? Reichtum ist das Produkte der menschlichen Fähigkeit zu denken. Und Sie wollen doch nicht behaupten, daß der Erfinder eines Motors sich auf Kosten derer bereichert, die ihn nicht erfunden haben? Daß die Intelligenten sich auf Kosten der Dummköpfe bereichern? Die Fähigen auf Kosten der Unfähigen? Die Ehrgeizigen auf Kosten der Faulpelze? Geld muß erst einmal durch ehrliche Arbeit erworben werden, bevor andere den rechtmäßigen Besitzer anschnorren oder ausplündern können. Wieviel einer erwirbt, hängt von seinen Leistungen ab. Wer ehrlich ist, erwartet nicht, daß er mehr konsumieren kann, als er produziert.

Geld ist der Wertmaßstab aller friedfertigen Menschen. Wer ein Geschäft in Geld abwickelt, akzeptiert die geistigen und materiellen Eigentumsrechte seines Geschäftspartners. Geld gibt niemand die Macht, den Wert einer Leistung zu bestimmen. Erst die freiwillige Annahme eines Angebotes entscheidet, was eine Leistung kostet. Umgekehrt erhalten Sie für Ihre Arbeit und Ihre Güter nur soviel, wie sie anderen wert sind – nicht mehr. Mit Geld kann man nur Geschäfte machen, wenn beide Seiten aus freien Stücken zu eigenem Vorteil darin einwilligen. Geld verlangt die Einsicht, daß Menschen für ihren Nutzen arbeiten, nicht für ihren Schaden, für ihren Gewinn, nicht ihren Verlust, daß sie keine Sündenböcke sind, auf die andere die Last ihres Elends abwälzen können, daß man sie nicht beeinträchtigen darf, sondern fördern muß, daß nicht die wechselseitige Zufügung von Leid, sondern der Austausch von Gütern das Band ist, das die Menschen zusammenhält.

Geld ist das Barometer der Moral einer Gesellschaft. Wenn Sie sehen, daß Gerchäfte nicht mehr freiwillig abgeschlossen werden, sondern unter Zwang, daß man, um produzieren zu können, die Genehmigung von Leuten braucht, die nichts produzieren, daß das Geld denen zufließt, die nicht mit Gütern, sondern mit Vergünstigungen handeln, daß Menschen durch Korruption und Beziehungen reich werden, nicht durch Arbeit, daß die Gesetze Sie nicht vor diesen Leute schützen, sondern diese Leute vor Ihnen, daß Korruption belohnt und Ehrlichkeit bestraft wird, dann wissen Sie, daß Ihre Gesellschaft vor dem Untergang steht.“

Happy…  na was jetzt?

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7 Kommentare auf "Greenspan & Rand: Der Zynismus der Götter"

  1. John Doe sagt:

    Wer ist ihrer Lesart nach „frei“? Für sie gibt es einen systemrelevanten Teil an Menschen. Dieser Teil der Menschen ist frei. Wer nicht dazu gehört, der ist ein „Schmarotzer“, also nicht „frei“. Der Armutsbericht der Bundesregierung spricht davon, dass 1 % der Bevölkerung rund 54 % des Vermögens besitzt. Nur dieser Teil ist „frei“ in ihrem Sinne. Zirkuläre Logik und Dogmen beweisen die Berechtigung „frei“ zu sein und die Berechtigung die Leistung zu beanspruchen. Denn nur, wer „frei“ ist, ist der Lage ehrlich zu arbeiten, und da er „ehrlich“ gearbeitet hat, ist er frei und wer frei ist, der ist ehrlich. So geht es auf rund 1500 Seiten weiter.

    Sie hat kein Problem sich gegen Mindestlohn aus zu sprechen. Mindestlöhne können nur vom nicht systemrelevanten Teil der Gesellschaft gefordert werden. Da sie nicht „frei“ sind, können auch keine gültigen Verträge abgeschlossen werden. Sie sind ihrer Sicht nach rechtlos. Wenn jetzt der Mindestlohn gefordert wird, dann ist er „rechtswidrig“, weil unter Zwang geschaffen und stellt die „Enteignung“ der „freien Bürger“ dar. Sie ist sogar der Auffassung, dass Löhne per se zur „Enteignung“ der „freien“ Menschen führen, weil unter Zwang erschaffen, weil nur, wer „frei“ ist, rechtsgültige Verträge abschließen kann. Leistung kann, ihrer Sicht nach, nur derjenige, der „frei“ ist erbringen. Beweisführung: zirkuläre Logik.

    Für jeden der rund 32 Millionen Deutsche, die in einem abhängigen Arbeitsverhältnis stehen, gilt somit, dass sie den Berechtigten in Höhe des Lohnes + (Lohn)- Nebenkosten enteignen. Wären sie frei, dann hätten sie es schon lange auf die Sonnenseite des Lebens (vermögend zu sein)geschafft, das Vertragsverhältnis Leistung Gegenleistung wäre mgl.. Leistung erbringen sie deshalb nicht, denn, wäre es so, dann wären sie schon lange auf der Sonnenseite des Lebens, wären also systemrelevant, an gekommen. Für sie ist die Eigenschaft „frei“ eine „natürliche“ Eigenschaft. Sie kann nicht erworben werden. Sie dokumentiert diese Eigenschaft, in dem sie die „freien“, „natürlichen“ als von großer, athletischer Gestalt, blond, blauäugig, die „Schmarotzer“ versehen mit teigiger Haut, triefäugig, verfettet, subaltern beschreibt. Damit sind die rund 32 Millionen abhängig Beschäftigten abschließend beschreiben. Sie erklärt nirgendwo, wie ein Aufstieg die Eigenschaften der „Schmarotzer“ so plötzlich verändern kann.

    Hoppe, Hayek und Mises (ein weiterer Fan von A. R.) erklären, dass es keine „distributive Gerechtigkeit“, nur „kommutative Gerechtigkeit“ geben kann. „d. G.“ sehen sie darin, dass die Beteiligung über Lohn + (Lohn)-Nebenkosten am wirtschaftlichen Erfolg Enteignung des Berechtigten am Erfolg bedeutet. Konkret heißt dies, dass es dem Staat, durch Gesetze, GG, uä., unter keinen Umständen erlaubt sei umzuverteilen.(Hoppe, Demokratie, S. 528 ff), weil …. siehe oben.

    Dazu: „„Anstatt von einem inhaltsvollen Freiheitsbegriff auszugehen, beschränkt sich der Liberalismus auf die Negation und wird dadurch zu einer vorzugsweise zersetzenden Kraft. Die Freiheit ist ihm nur die Losgebundenheit und indem er, von der Personalität ausgehend, alles auf das Individuum bezieht, muß die Freiheit, schließlich in eine allgemeine Herrschaft der Interessen auslaufen. Bei der Leerheit seines Freiheitsbegriffs … muß schließlich immer ein Kampf der Besitzenden mit den Besitzlosen entstehen(s. Günter Schramm), welcher durch die Waffen entschieden wird. So schlägt der Liberalismus, welcher von der Freiheit des Einzelnen ausgeht, in sein Gegenteil um, d. h. in die Willkürherrschaft des Einen über alle.
    Wenn dies die natürliche und durch die Geschichte bestätigte Folge der zersetzenden Kraft des Liberalismus ist, so führt derselbe auf ökonomischem Gebiete zu einem ähnlichen Resultat.

    INDEM ER NAEMLICH AUCH HIER ALLE VERBINDUNG LÖST UND DIE BEWEGLICHKEIT ZUM PRINZIP ALLES ERWERBS UND BESITZES MACHT; MUSS ER DEN BEWEGLICHSTEN BESITZ, DEN GELDBESITZ, AM MEISTEN FÖRDERN UND DIE GELDHERRSCHAFT – DIE EKELSTE VON ALLEN – WIRD DAS INDIVIDUUM DEM CAPITAL UNTERWERFEN. (Hervorhebung von J. D.)

    Überall ist mit dem Liberalismus zugleich „die Bestie des materiellen Interesses“, die Geldmacherei eingeführt worden, welche in der Börse ihren Cultus findet. Hier vereinigt sich alles, was es für die liberale Gesellschaft Hohes und Heiliges gibt.“ (Quelle: Liberalismus in: Hermann Wagner, Hsg., Staats- u. Gesell- schaftsrecht, Bd. 12, Berlin, 1863, S. 279ff)

    Frank, wollten Sie mit dem Zitat übers „Geld“ Hermann Wagners Befund untermauern? Halten Sie Wagners Befund für gelungener als die Schmonzette der A. R.?

    Diese Strategie der A. R., die Freiheit von allen Versprechungen und Verheißungen zu befreien und zur individuellen Freiheit zu verklären, wird Hayek zur ideologischen Leitlinie erhoben: „Eine erfolgreiche Verteidigung der Freiheit muss dogmatisch sein und darf Zweckmäßigkeitsüberlegungen keine Zugeständnisse machen. … Freiheit wird nur herrschen, wenn sie als allgemeiner Grundsatz anerkannt ist, dessen Anwendung im Einzelfall keiner Begründung bedarf.“ (Hayek, Recht, Gesetzgebung u. Freiheit, Bd. 1, S. 90f)

    Wie weit kann es mit dem Begriff „frei“ her sein, wenn er/sie ihn jeglicher Erklärung mit Outsourcing in den theologischen Raum entzieht? Das erklärt wohl auch den Befund, dass der Markt immer und ewig zu spät kommt, nichts regelt, sondern nur diejenigen, die nicht an ihn glauben oder sich gegen seine Dogmen vergangen haben, bestraft und ggf. auch mal verrät. Volles Verständnis und Demut ist gefordert. Nur die Hohepriester der Religion kennen sein Geheimnis, wir dürfen sie nicht mal danach fragen!

    Eine außerordentlich geschickte Strategie. Sie ist fast unangreifbar. Dieser raffinierte Trick lässt sich auch in der Wirtschaftswissenschaft vortrefflich nutzen. Hayek katapultiert den nichts sagenden Begriff „individuelle Freiheit“ einfach in den moralischen Himmel der nicht nachfragbaren Werte. (Recht, Gesetzgebung u. Freiheit, Bd. 2, S. 103; Die Verfassung der Freiheit, S. 85) Er und A. R. rufen ganz offen zum Angriff auf, auf das, was den Kapitalismus attraktiv macht: auf die Gerechtigkeit, auf den Wohlstand für Alle und auf die Demokratie. Die INSM, die Kongregation der Hohen Priester, verballhornt das Versprechen aktuell nur noch als CHANCE auf …!

    Frank, das Zitat im Kontext des Werkes gelesen gibt was her, wenn bekannt ist, dass in Gult´s Gulch nur der Tauschhandel gepflegt wird? Soll jetzt auf den Tauschhandel aus gewichen werden?

    • wolfswurt sagt:

      Wer viel Geld besitzt wäre frei?

      Seneca: „Geld hat noch keinen reich gemacht“

      oder

      Bis zu einer bestimmten Summe gehört dir das Geld und ab einer bestimmten Summe gehörst du dem Geld.
      (Volksmund)

  2. haderach sagt:

    @ john doe
    Der erste und schwerwiegenste Fehler den Sie machen ist die Annahme dass wir in einem kapitalistischen, liberalen System leben.
    Unser Wirtschaftssystem ist nicht kapitalistisch, sondern zutiefst sozialistisch und korporatistisch.
    Die Existenz von Zentralbanken ist mit echtem Kapitalismus unvereinbar. Die Existenz eines Geldmonopols ist mit echtem Kapitalismus unvereinbar. Die Existenz eines Zinsmonopols ist mit echtem Kapitalismus unvereinbar. Alle Auswüchse unseres Finanzsystems sind Folgen seiner zentralistisch planwirtschaftlich sozialistischen Konstruktion. Linke verstehen dass natürlich genausowenig wie sie verstehen was Geld eigentlich ist. Deshalb sprechen Sie auch von „Markt“ obwohl so etwas heute so gut wie nirgends existiert.
    Freiheit bedeutet zu akzeptieren dass bei gleicher Behandlung aller, Ungleichheit entsteht, weil die Menschen nicht gleich sind. Wer glaubt dass alle Menschen gleich sind, und deren Gleichheit durch Politik herstellen will, muß die Menschen ungleich behandlen, und endet im Totalitarismus.
    Das grundlegenste Naturgesetz das für alle Arten gilt, ist jenes der Auslese. Nur Populationen die zu einer Positivauslese fähig sind, entwickeln sich und bestehen. Liberalismus und Freiheit bedeutet auch ein Gesellschaftssystem zu schaffen, das diese Positivauslese ermöglicht. Also keine Bestrafung der Fähigen zu Gunsten der Unfähigen, kein Subventionieren minderwertiger Technologien oder sinnloser Wissenschaften. Der Markt und somit der Mitmensch entscheidet was nützlich ist und gebraucht wird, und kein Komittee, kein Politiker und keine Firma die groß genug ist sich erstere zu kaufen.
    Nach der Logik des kollektiven Handelns (Mancur Olsen) ist diese Form des Marktes vielleicht utopisch, das heißt aber nicht dass man sie nicht als ideal vertreten und anstreben sollte. Das ist der Kern des Liberalismus.
    Was Sie anprangern sind nur Symtome einer kapitalistisch geschminkten sozialistischen Gesellschaftsordnung, die durch politisch gewollte Negativauslese langsam aber sicher zu Grunde geht.

    • John Doe sagt:

      @ haderach ua.

      Es gibt keinen Markt, korrekt zitiert? Der vollkommene Markt ist gekennzeichnet, dass es eine atomisierte Konkurrenz gibt, niemand in diesem Markt durch welchen Trick auch immer eine auch nur annähernd marktbeherrschende Stellung erreicht und innehat.
      In den USA gibt es 4 große Banken, die 93% der Nominalbeträge der gesamten Bankenbranche und 81% des Netto-Kreditrisikos der Industrie auf sich vereinigen.
      Stimmen Sie mir zu, dass es Ihre erste Aufgabe wäre, dieses Oligopol und den daraus entstehenden Nepotismus/die Kleptokratie zu zerschlagen? Würde Rand nicht sofort gegen diese Monopole zu Felde ziehen und sie sofort enteignen?

      Was bedeutet es für den vollkommenen Markt, wenn die Schaffenskraft der Banken, hoppla, oder wird hier die Schaffenskraft der CEO´s gemeint, dann sind aber die Akteinhalter nicht gemeint, allerdings nur zur Entfaltung kommen, wenn diese herausragenden Persönlichkeiten nicht durch moralische Zwänge an ihrer persönlichen und FINANZIELLEN Entwicklung gehindert werden. Also gilt doch wieder das Randsche Naturgesetz, dass wer FINANZIELL entwickelt ist, den Wert hat geschützt zu werden. Der Rest darf nicht einmal als Mensch bezeichnet werden („Whoever regards this as human, has no right to the title of “human”).

      Solche „men of mind“ können überhaupt erst leben und arbeiten, wenn es ein unverletzliches Eigentumsrecht als zwingende Voraussetzung dafür gibt. Gilt der Satz für die heutigen Bedingungen ebenfalls? Sie behaupten, dass wir in einem „kapitalistisch angemalten Sozialismus“ leben. Dann sind doch die heutigen Oligopole nur auf Grund von Nepotismus/Kleptokratie /Diebstahl entstanden. Wenn nicht, was wollen Sie ändern, wir leben doch schon in Ihrer neuen Welt!
      „Only a ghost can exist without material property; …“. Haben Sie, @ haderach, heute schon diese „material property“, dieses besondere Eigentum an Produktionsmitteln um „frei“ zu sein? Wenn nicht, dann sind Sie ein Geist, oder „a slave (who) can work with no right to the product of his effort“. 98 % der Menschheit besitzt diese Produktionsmittel nicht, korrekt?

      Was müssen Sie tun, wenn Sie jetzt an diese „material property“ kommen wollen, um z. B. an ein Imperium, selbstverständlich nur durch eigene Leistung, wie Exxon, dem Handwerker von nebenan, zu kommen? Sie müssen doch logisch zwingend dem bisherigen Eigentümer an die „material property“, Exxon zu mindest einen Teil seiner „material property“ weg nehmen, korrekt? Wer schützt jetzt das bisherige „material property“ von Exxon und warum? Wenn dieser Bestandsschutz gelten soll, dann kommen Sie nie an die Fleischtöpfe, die ja Ihren Wert aus machen, korrekt? Wenn dem so ist, dann ist Ihre Träumerei doch schon lange Realität. Wie kommen Sie bloß aus dieser zirkulären Logik wieder raus?

      Ist es in Ihrer Welt überhaupt mgl., wenn das unverletzliches Eigentumsrecht „superior“ gilt, einen zweiten Erdölkonzern zu schaffen? Wenn ja, dann gibt es logisch kein unverletzliches Eigentum. Sie können dieses Problem nur umgehen, in dem Sie Dogmen einführen. Ihr Dogma würde dann wohl so aussehen, dass es Berechtigte gibt, die die Anderen als „as productive cattle“ nutzen dürfen, korrekt? Sind Sie heute schon dort um „to use as productive cattle“ genutzt zu werden? Auf heutige Verhältnisse übertragen bedeutet es, dass es nur 2 % Menschen gibt, der Rest Wesen= 98 %, die sich fälschlicherweise als Menschen bezeichnen, sind nur dazu da um „to use as productive cattle“! Was wollen Sie noch ändern, jeder ist da, wo er hin gehört! Woher nehmen Sie nur die Chuzpe sich für etwas Besseres als alle Anderen zu halten? Wo wollen Sie gerne einsortiert sein, sind es aber nicht, kämpfen dafür,dass Andere ihr „material property“ erhalten, behalten? Ich dachte immer, dass Fans von Rand Egoisten, aber keine Alruisten, durch und durch sind. So kann man sich täuschen!

      Moralische Prinzipien.
      Sie wollen doch nicht wirklich die Existenz der in den Zehn Geboten niedergelegten moralischen Prinzipien verneinen. Sie wollen doch nicht wirklich die moralischen Prinzipien in den Sieben Todsünden (eine davon ist die Gier) verneinen? Jede Gesellschaft, auch die längst vergangenen, haben diese moralischen Prinzipien formuliert, niedergeschrieben und gelebt. Sie wollen Nichts mehr damit zu tun haben, korrekt? Was stört Sie an der Aufforderung: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“ und wobei würde Sie diese moralische Forderung stören? Sie sehen also die Grundrechtsartikel, die Menschrechtskonvention der UNO uvam. als nutzloses, den Egoismus behindernden Luxus/Zeugs an, korrekt?

      Halten Sie die heute schon an den Fleischtöpfen sitzenden Personen für diejenigen, die Ihrem Menschbild entsprechen? Die Geissens, die DSDS´ler, den Chef der DSDS Juroren, uvam.? Wie klassifizieren Sie die HartzIV-Empfänger/Ossis/Griechen/Asylanten/Afrikaner/Judenen“/chronisch Kranken/uvam.? Können Sie dem immer wieder auf tauchenden Satz zu stimmen: „Sollen sie doch woanders hingehen/aufhören zu jammern/verrecken/sich einen Job suchen.“ Was macht sie zu etwas Besserem?

      Stimmen Sie ihr auch zu, wenn Sie sagt: „[The Native Americans] didn’t have any rights to the land and there was no reason for anyone to grant them rights which they had not conceived and were not using…. What was it they were fighting for, if they opposed white men on this continent? For their wish to continue a primitive existence, their “right” to keep part of the earth untouched, unused and not even as property, just keep everybody out so that you will live practically like an animal, or maybe a few caves above it. Any white person who brought the element of civilization had the right to take over this continent.“ Dann sind sie der Überzeugung, dass ökonomisch unproduktives Leben gleichzeitig auch „unwertes Leben“ sei, korrekt?
      Mal weg von den Emotionen, hin zu Widersprüchen. Sie kann innere Widersprüche überhaupt nicht leiden!
      Wie sieht es eigentlich in der versteckten Schlucht aus? Eine lange Straße, links und rechts Geschäfte. Eines davon, das EINZIGE Fischgeschäft, betreibt sie selbst. Es gibt nur EINEN Bäcker, EINEN Metzger, EINEN Devotionalienhändler. Es gibt keine Konkurrenz, die erst einen „gerechten“ Preis auf Grund von Verträgen auf Augenhöhe geschlossen, ermöglichen würde. Es gibt nur Monopolpreise. Wo kriegt sie, die Fischhändlerin den Seefisch mitten im Nirgendwo von Colorado her? Sie holt ihn sich über verschwiegene Symphatisanten aus der von ihr verhassten „Anderswelt“, denn Alles, was nicht selbst erzeugt werden kann, wird von Außerhalb geholt, korrekt? Sie fraternisiert mit dem Feind!
      Das Charity-Argument
      Würden Sie, wie auch Ron Paul gefragt wurde, da ja Altruismus als moralisches Prinzip von Ihnen verachtet wird, es gutheißen, eine Person die vor seinen/Ihren Augen einen Herzinfarkt erleidet einfach sterben zu lassen, weil Sie einen nur für sie finanziell wichtigen Termin wahrnehmen wollen. Nun, in Ihrem libertären System würde Charity folglich ökonomisch bestraft, korrekt? Wie reagieren Sie, wenn Sie der Herzinfarktpatient wären? A. Rand hat es Ihnen vorgemacht. Sie lehnt jede Krankenversicherung ab, und hatte selbst keine Versicherung. Kaum war sie dazu berechtigt nahm sie ‚Social Security‘ (Transferleistungen der USA) in Anspruch. Dazu noch Medicare (nach einer Lungenkrebsoperation 1974). Sie meldete sich nicht mit ihrem russischen Namen Alisa Rosenbaum, nicht mit ihrem Künstlernamen, sondern als Ehefrau (dadurch wurde sie US-Staatsbürgerin, und berechtigt für „social security“) des mittellosen Schauspielers Frank O´Connors, Ann O´Connors (verified by Scott McConnel, Gründer des Ayn Rand Institutes und Ewa Pryor, Consultant of her law firm Ernst, Cane, Gitlin, Winik). „Do as I say, not as I do“ ein beliebter Spruch von ihr, I didn´t feel that an individual should take help“! @haderach, wie erkennen wir, dass Sie für „freiwillige Charity“ aus er wählt sind und nicht zu den „unnützen“ Elementen gehören? Ihre „freiwillige Charity“, fest gemacht an Beliebigkeit oder gibt es doch eine Verpflichtung dazu und wenn ja, welche?
      Konfliktfreiheitsargument
      Hank Rearden hat Land gekauft und errichtet auf diesem ein Stahlwerk. Billyjoe Bobton hingegen gehört die angrenzende Landparzelle, die er seit Jahrzehnten mit seiner Familie als Selbstversorger bewirtschaftet.
      Leider ziehen giftige Rauchschwaden von Hank Reardens Stahlwerk über das Land von Billyjoe Bobton und die Abwässer verseuchen das Grundwasser, wodurch dessen ganze Ernte zerstört wird. Schon haben wir einen eindeutigen Interessenkonflikt, obwohl beide Personen eigentlich nur ungestört ihrer Profession nachgehen wollen und keinerlei direkte Ansprüche an den anderen erheben. Wie lösen Sie dies, ohne dass dabei Zwang (z. B. finanzieller Potenz) auf einen der Beteiligten ausgeübt wird?

      Das Nachhaltigkeits-Argument
      Sie lehnt ein „öffentliches Interesse“ ab, es diene nur dazu, den Berechtigten zu enteignen. Sie misst dem Überleben der Menschheit einen Wert an sich bei, alleine schon, da sie den menschlichen Geist und die menschliche Zivilisation nach eigenem Bekunden sehr schätzt. Das Überleben der Menschheit ist als Wert für sie weder direkt monetarisierbar, noch handelbar, d. h. es hat keinen Preis, besitzt aber dennoch nach ihrer Vorstellung durchaus einen Eigenwert. Etwas transzendentales, theologisches, myhstisches Etwas? Statt eine sachliche Antwort zu geben giftet sie mit Polemik zurück: Ökologie sei eine grundlegend technologiefeindliche Ideologie, die den Menschen zurück auf den Status des Höhlenmenschen bringen wolle (… of grunting subanimals digging the soil with their bare hand). Die Technologie würde ihre selbstgeschaffenen Nebenwirkungen schon irgendwie auf wundersame Weise lösen können, sonst „we must remember that life in nature, without technology, is wholesale death“. Wie die Geschichte vom Markt, den zwar jeder zu kennen glaubt, aber keiner weiß, wo er wohnt!

      Ungleiche Startvoraussetzung
      Ein armer Somali mag durchaus das Intelligenzpotential eines Albert Einstein mitbringen. Es nützt ihm überhaupt Nichts, denn er kann Nichts dafür, dass er als Somali geboren wurde. Das libertäre Dogma/Diktum wirft ihm aber genau das vor, er habe sich seine Eltern nicht genau genug ausgesucht, und führt sich dadurch ad absurdum, denn jeder sei bekanntlich für seine persönliche Lage selbst verantwortlich! Sie, @haderach, werfen ihm doch nicht vor, dass als Somali/HartzIV-ler geboren wurde und sich keine Schule gegen Schulgeld, Uni gegen Gebühren leisten könne! Können Sie etwas für Ihre Gene? Eine libertäre Gesellschaft, die keine anderen Verteilungs-
      mechanismen als den freien Markt kennt, führt nur für jene zu fairen Chancen, deren Eltern es sich leisten können, entsprechende Startvoraussetzungen zu ermöglichen. Dumm gelaufen, wer nicht als Erbe geboren wird!
      Stimmen Sie Cicero zu, wenn er zum “marktkonformen” Staat sagt: „Keine Staatsform bietet ein Bild hässlicherer Entartung, als wenn die Wohlhabendsten auch für die Besten gehalten werden“ (Cicero, 106 – 43 v. Chr.).

  3. FDominicus sagt:

    Francisco D’Anconia, mein eigentlicher Held aus Atlas Shrugged. Aber wie treffend vorausgesehen? Was sind denn jetzt die neuesten Bestrebungen und Kommentare ein anderes Wirtschaftssystem was angeblich den Menschen nützen soll. Das es Kapitalismus ist in dem jeder Cent zählt, geht bei diesen „Aussichten“ völlig verloren.

    Und was haben wir?
    – Verbot von Glühbirnen (es darf nicht mehr produziert werden was nachgefragt wurde)
    – EEG Gesetz (es soll produziert werden wie es die Obrigkeit wünscht)
    – Zwangszahlungsmittel (denn wo kämen wir hin wenn Staaten nicht mehr den wichtigsten (eigentlichen) Markt ausschalteten)
    – Ach ja ich erinnere auch an die Fernreisebusse die in D bis zu Beginn des Jahres verboten waren.

  4. samy sagt:

    Niemand kann zwei Herren dienen. Entweder er wird einen hassen und den anderen lieben, oder wird einem anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

    Matthäus 6, 24-34

    Vorab, das Buch habe ich nicht gelesen, die für mich persönlich in Teilen beinahe inhumanen Schlussfolgerungen der Ayn Rand und der Randianer in sozialen Fragen, die sind mir zumindest grundsätzlich geläufig.

    Weil ich also nur das Zitat sehe und den Zusammenhang im Buch nicht kenne, will ich es einmal wie eine Arbeitshypothese behandeln, so als sei es die Rede eines Fondsmanagers auf einem Kongress.

    “Sie glauben also, Geld sei die Wurzel allen Übels? Haben Sie sich jemals gefragt, was der Ursprung des Geldes ist?
    Geld ist der materielle Ausdruck des Prinzips, daß Menschen nur miteinander auskommen, wenn sie Leistung mit Gegenleistung bezahlen, wenn ihre Beziehungen durch ehrlichen Tausch geregelt sind.“

    Nein, die Freiheit des Marktes und das Ideal des fairen Wettbewerbes sind es. Gesetze als Rahmen und deren unabhängige Überwachung und Durchsetzung sind es. Geld ist nur das Tauschmittel. Wenn ich ein Kilo Tomaten als Tauschmittel gegen 500 g Salz als Tauschmittel eintausche, käme ich dann auf die Idee zu behaupten „ Ein Kilo Tomaten und 500 g Salz sind ist der materielle Ausdruck des Prinzips, daß Menschen nur miteinander auskommen, wenn sie Leistung mit Gegenleistung bezahlen, wenn ihre Beziehungen durch ehrlichen Tausch geregelt sind“?

    Der Handschlag der Tauschenden nach einem Geschäft, also der Vertrag, das der ist Ausdruck des Prinzips. Und die Absicht der Individueen überhaupt ehrlich am Markt zu tauschen hat mit der Existenz der Tauschmittel als solches überhaupt nichts zu tun.

    „Die Schnorrer, die glauben, den Ertrag Ihrer Arbeit mit Gejammer einheimsen zu können, oder die Plünderer, die sich mit Gewalt holen, was sie haben wollen, brauchen kein Zahlungsmittel.“

    Eine vollkommen dumme und unhaltbare These. Jede Diktatur, hat Zahlungsmittel. Auch Mugabe hatte seinen Zimbabwe-Dollar. Hitler und Napoleon sicherten sich zuerst die Herrschaft über das Geldsystem, damit ihre Plünderungen -was sonst sind denn Feldzüge- finanziert werden konnten. Und wer sind die Schnorrer und welches Gejammer? Heist es etwa nicht „Die Klage ist der Gruß des Kaufmanns“? Auch Schnorren und Jammern ist harte Arbeit, fragt mal die Bundesbahn-Lobbieisten, die sich ihr Projekt S-21 am liebsten vom Steuerzahler finanzieren lassen.

    „Es sind nicht die Schnorrer oder die Plünderer, die dem Geld seinen Wert geben. Weder ein Ozean von Tränen noch alle Waffen der Welt machen aus den Papierstreifen in Ihrer Brieftasche das Brot, das Sie morgen zum Überleben brauchen. Diese Papierstreifen, die eigentlich Goldstücke sein sollten, sind wie ein Ehrenwort, das man Ihnen gegeben hat – Ihr Anspruch auf die Leistungen der produktiven Menschen. Ist Geld deshalb ein Übel?“

    Volle Zustimmung, wer will dem widersprechen? Und nun folgt ein rhetorischer Trick. Einer Wahrheit, der alle zustimmen, wird flux eine krude Botschaft beigemischt.

    „Sie sagen, daß die Starken sich auf Kosten der Schwachen bereichern? Aber Sie meinen doch nicht Waffengewalt oder Muskelkraft?“
    Aber natürlich, gelegentlich passiert genau das. Wir könne ja mal eine Näherin in Kambodscha befragen. Wurde da nicht mal eine Demo zusammengeschossen, weil Arbeiter den gesetzlichen garantiereten Mindestlohn von den Unternehmern einforderten?

    „Reichtum ist das Produkte der menschlichen Fähigkeit zu denken.
    Und Sie wollen doch nicht behaupten, daß der Erfinder eines Motors sich auf Kosten derer bereichert, die ihn nicht erfunden haben?“

    Wieder der Trick, einer trivialen Wahrheit wird flux Blödsinn hinterher geschoben.

    „Daß die Intelligenten sich auf Kosten der Dummköpfe bereichern?“

    Ayn Rand kannte offensichtlich das Dschungelcamp nicht, die Glückliche.

    „Geld muß erst einmal durch ehrliche Arbeit erworben werden, bevor andere den rechtmäßigen Besitzer anschnorren oder ausplündern können.“ Blödsinn, oder tretten die Randianer seit neuestem für 100% Erbschaftssteuer ein?

    „Wer ehrlich ist, erwartet nicht, daß er mehr konsumieren kann, als er produziert.“
    Hm, was produzieren eigentlich durchgeknallte Spekulanten mit riskanten Derivategeschäften auf deregulierten Märkten, wenn sie ihrer Gier nach Geld fröhnen? Huch, sind die Randianer neben der 100%-igen Erbschaftssteuer nun auch für die Regulierung der Märkte?

    „Geld ist der Wertmaßstab aller friedfertigen Menschen.“ Totaler Blödsinn. Dann wäre Ghandi Milliardär gewesen. Und Richard Fould drückte sich sicherlich nur etwas unglücklich aus, als er sagte er wolle seinen Feinden das Herz heraus reissen und es noch vor ihren Augen verspeisen. Ja, ja …

    „Wer ein Geschäft in Geld abwickelt, akzeptiert die geistigen und materiellen Eigentumsrechte seines Geschäftspartners. Geld gibt niemand die Macht, den Wert einer Leistung zu bestimmen. Erst die freiwillige Annahme eines Angebotes entscheidet, was eine Leistung kostet. Umgekehrt erhalten Sie für Ihre Arbeit und Ihre Güter nur soviel, wie sie anderen wert sind – nicht mehr. „

    Nein, nein und nochmal nein. Blödsinn. Wieviele Beispiele soll ich anführen, die das wiederlegen? Seit wann wickelt etwa ein gegen das Patentrecht (geistiges Eigentum) verstossendes chinesisches Unternehmen seine Geschäfte nicht in Geld ab? Die Verträge, es ist die Einhaltung und Durchsetzung von Recht und Verträgen gemeint. Geld ist nur ein dummes kleines Tauschmittel, allenfalls ein Vertragsbestandteil, also die Gegenleistung für ein Gut.

    „Mit Geld kann man nur Geschäfte machen, wenn beide Seiten aus freien Stücken zu eigenem Vorteil darin einwilligen. Geld verlangt die Einsicht, daß Menschen für ihren Nutzen arbeiten, nicht für ihren Schaden, für ihren Gewinn, nicht ihren Verlust, daß sie keine Sündenböcke sind, auf die andere die Last ihres Elends abwälzen können, daß man sie nicht beeinträchtigen darf, sondern fördern muß, daß nicht die wechselseitige Zufügung von Leid, sondern der Austausch von Gütern das Band ist, das die Menschen zusammenhält.“

    Huch, Tränen rollen meine Wange herunter, wie rührend. Man kann mit Geld auch gerade rentable Geschäfte machen, wenn man diese „freie Stücke“ total missachtet und gerade weil man seinen Nutzen maximiert indem man Leid zufügt. Wie sieht denn bitte die Verhandlungsposition eines Kinderarbeiters auf einer Kakaoplantage aus oder in einer pakistanischen Teppichweberei aus? Gnade, das sind doch nur krude den Manchester-Kapitalismus romantisierende Thesen. Als hätte es nie eine Moral Hazard Debatte gegeben.

    „Geld ist das Barometer der Moral einer Gesellschaft. Wenn Sie sehen, daß Gerchäfte nicht mehr freiwillig abgeschlossen werden, sondern unter Zwang, daß man, um produzieren zu können, die Genehmigung von Leuten braucht, die nichts produzieren, daß das Geld denen zufließt, die nicht mit Gütern, sondern mit Vergünstigungen handeln, daß Menschen durch Korruption und Beziehungen reich werden, nicht durch Arbeit, daß die Gesetze Sie nicht vor diesen Leute schützen, sondern diese Leute vor Ihnen, daß Korruption belohnt und Ehrlichkeit bestraft wird, dann wissen Sie, daß Ihre Gesellschaft vor dem Untergang steht.”

    Mir ist schon klar was gemeint ist, aber nicht das Geld ist das Barometer, sondern die Freiheit der Märkte auf dem Geld lediglich tauscht. Allenfalls ist gerne noch die Geldwertstabilität oder der goldpreis ein solches Barometer. Es geht um die Einhaltung von Recht und Ordnung und das Unterlassen von Markteingriffen durch von Lobbieisten gesteuerten eh schon machtgeilen Politikern.
    Es geht um unsere Dekadenz, die durch die Gier nach Brot und Spiele, Macht und Geld und ich weiss nicht was noch alles derzeit droht.

    „Greed is all right, by the way. I want you to know that. I think greed is healthy. You can be greedy and still feel good about yourself.“
    (Ivan Boesky, von Börsianern auch „Ivan der Schreckliche“ genannt, Vorbild für die Figur Gorden Gekko aus dem Film Wall-Street)

  5. Franciscos Rede über das Geld ist Teil des Ganzen, seine Aussage versteht man wohl erst im vollen Umfang, wenn man das Buch gelesen hat.

    samy, das Buch ist unbedingt empfehlenswert, viele bezeichnen es als das wichtigste Buch ihres Lebens, es gehört auch bei mir zweifelsfrei in diese Kategorie.

    Die Neuauflage / Neuübersetzung von Kai M. John als „Der Streik“ soll sprachlich wesentlich besser sein als die Erstübersetzung.

    Meine Zustimmung haderach.

    Ich schließe mit einem Zitat Roland Baaders, auf die Frage worin wir leben:

    „In einem Dreiviertel-Sozialismus. Große Sektoren der Volkswirtschaft wie beispielsweise das Gesundheitswesen, das Bildungswesen und das Rentenwesen sind weit überwiegend staatlich. Die Staatsquote … liegt bei 50 Prozent. (…) Noch schlimmer ist, dass das Geld als einziges gesetzliches Zahlungsmittel ein staatsmonopolistisches Zwangsgeld und also sozialistisch ist. Ebenso das planwirtschaftlich dirigierte Zinssystem. Damit ist der gesamte Blutkreislauf der Volkswirtschaft, bestehend aus Geld und Zins, sozialistisch. Ein solches System kann nur zusammenbrechen. Die Frage ist nicht ob, sondern nur wann. Wir sehen keine Krise des Kapitalismus, sondern eine Krise des Sozialismus – wie überall und immer, wo der Sozialismus eingeführt wurde.“

    aus seinem letzten Interview im Dezember 2011, abgedruckt in egentümlich frei Ausgabe 120.

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