Government Sachs

25. Januar 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Hier im Tagebuch denken wir gerade über zwei Dinge nach. Eine Sache verstehen wir. Die andere überhaupt nicht. Zuerst richten wir den Blick hin zur Wall Street. Die Finanzelite stand zu 100 Prozent hinter Hillary. Dann, als Donald Trump das Weiße Haus gewann, waren sie innerhalb von Minuten in seinem Kabinett.

Während des Präsidentschaftswahlkampfes luden sie nicht nur Millionen Dollar zur Unterstützung des Wahlkampfs von Hillary ab. Sie sagten gleichzeitig immer wieder den Untergang voraus, falls „The Donald“ am Ende doch gewinnen sollte. Dann, scheinbar innerhalb von Sekunden, mitten in der Nacht, sahen sie ein großes Dollarzeichen am Himmel …

„In diesem Zeichen wirst du siegen“ – das stand darauf.

Government Sachs

Niemals zuvor in der Geschichte seit der Konversion von Konstantin kam die Wende so abrupt und so vollumfänglich.

Mirabile dictu! (Kaum zu glauben!)

Blitzartig realisierten die Analysten der Top Wall Street-Firma plötzlich etwas, das sie während der langen und bitteren Präsidentschafts-Kampagne gänzlich ausgeblendet hatten: Steuersenkungen und Ausgabensteigerungen sind vielleicht am Ende des Tages doch nicht soooo schlimm…

Der große Abverkauf am Aktienmarkt endete abrupt. Eine Kaufwelle setzte ein … der Preis der Goldman Sachs-Aktie schnellte um 40% nach oben und machte ihren CEO, Lloyd Blankfein, zum Nr. 1-Profiteur der Wahl. (Seit der Wahl hat sich der Wert seiner Goldman-Aktien um $ 163 Millionen erhöht.)

Jetzt sitzen die Goldman-Jungs in praktisch jedem wichtigen Amt – Mnuchin im Schatzamt, Cohn im Nationalen Wirtschaftsrat, Clayton (ein Anwalt, der Goldman seit Jahren vertreten hat) bei der SEC und Bannon und Scaramucci, ebenfalls aus dem Goldman-Stall, warten nur darauf, Ämter und Posten übernehmen zu dürfen….

Von nun an werden sie nicht mehr darüber nachdenken, was gut für Goldman, die Wall Street und sich selbst ist.

Von nun an sind sie öffentliche Bedienstete … und dürfen sich nur um das Wohlergehen und Glück anderer zu kümmern.

In den Fußstapfen von Jefferson
Das ist, was wir an der so Demokratie lieben: sie hat die Macht, die Menschen zu verändern, wenn sie sich den Herausforderungen des öffentlichen Amtes stellen.

Menschen, die wir als zwielichtige Typen und zweitklassige Gauner kennen, werden plötzlich zu anderen Menschen. Ihre Füße wachsen, um in die Fußstapfen von Jefferson treten zu können … ihre Köpfe werden größer , um den Hut von John Adams tragen zu können … und, gut, manchmal können sie sogar Taft-Hosen tragen.

Ernsthaft, was wir so sehr an Goldman bewundern, ist die Tatsache, dass sie wenigstens ehrlich sind. Wir wissen, worum es bei der Firma Goldman geht:

und zwar das Streben, immer und überall die Nr. 1 zu sein.

Sie erinnern sich hoffentlich an den italienischen Ökonomen und Soziologen Vilfredo Pareto?

Wie wir hier schon sehr oft berichteten, erklärte Pareto, dass es letztlich egal ist, um welche Regierung es sich konkret handelt. Diese wird immer von einigen scharfsinnigen Menschen geführt und dominiert, die Pareto als „Füchse“ bezeichnet. Sie finden heraus, wie man die politische Infrastruktur kontrollieren und für sich arbeiten lassen kann.

Goldman ist eine Fuchs-Organisation; sie verschwendet keine Zeit, keine Sekunde. Ziel ist es, schnellstmöglich in den Hühnerstall von Washington zu gelangen.

Die schlausten Füchse?
von Bill Bonner

Wir sind wirklich überrascht davon, was in der „Sicherheits“-Industrie vor sich geht. Geheimagenten sind die „schlausten“ der Füchse … und ja, man kann es schon so sagen: Sie sind das Herzstück von Deep State.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben sie es geschafft, Billionen von Dollar aus den Steuerzahlern herauszupressen … obwohl die USA seit 1989 keinem würdigen Gegner mehr gegenüberstehen … und obwohl fast alle ihre „Geheimdienstinformationen“ entweder trivial oder grob falsch sind.

Bei der völlig missglückten Schweinebuch-Invasion, oder beim Fall der Sowjetunion waren die amerikanischen Geheimdienste wohl gerade mit Mittagessen beschäftigt. Stansfield Turner, CIA-Chef von 1977 bis 1981, gab ja selbst zu, dass der Dienst den Fall der Sowjetunion schlicht nicht auf dem Radarschirm hatte.

Vor kurzem war es die CIA, die pflichtbewusst die Neokonservativen mit der falschen Info über Massenvernichtungswaffen „fütterte“. Die „Neocons“ wollten dies ja so hören – die Folge war ein extrem langer Krieg, der bis jetzt sieben Billionen Dollar gekostet hat.

Und im jüngsten Tohuwabohu über russische Einmischung in die US-Wahl liegt der Schlüssel der „Geheimdienstinformation“ wohl darin, die Nachrichten bei Russia Today International zu verfolgen. Nur am Rande erwähnt sei hier, dass ab und an ihr Autor von Russia Today um ein Interview gebeten wird.

Alberne Geheimdienstinformationen

Amerikas Geheimagenten sind nüchtern betrachtet nicht wirklich exzellent, nützliche Geheimdienstinformationen zu liefern. Aber in einem sind sie definitiv gut: und zwar das System so zu manipulieren, um in ihren bequemen Positionen mit Macht und Geld zu bleiben.

Der Direktor der National Intelligence, James Clapper, hat den Kongress offensichtlich angelogen, als er sagte, dass die NSA keine Informationen über US-Bürger sammeln würde. Der Herr wird aber mit vollem Gehalt alimentiert.

Der ehemalige amtierende Direktor der CIA, Mike Morell, behauptete, Trump sei ein „unbewusster“ russischer Agent. Was das bedeuten soll, ist unklar. CIA-Direktor John Brennan log in Bezug auf kollaterale Todesfälle als Folge von Drohnenangriffen. Er behauptete, dass es keine gab. Und Morell’s Vorgänger, David Petraeus, lieferte Staatsgeheimnisse an seine Biographin, mit der er eine ehebrecherische Affäre hatte.

Er bekam dafür nichts außer einen Schlag auf das Handgelenk.

Immer wieder werden Inkompetenz und Kriminalität in der „Sicherheitsindustrie“ übersehen und vergeben. Und immer noch gibt es nicht weniger als 17 Geheimdienste in den USA, mit Tausenden von Schnüfflern, Analysten und Informanten. Diese werden weitgehend mit speziellen Budgetmitteln bezahlt.

Die Steuerzahler geben Milliarden von Dollar jedes Jahr aus, um uns, Ausländer und auch alle anderen auszuspionieren.

Warum sollten sie sich dann auf einen Kampf mit dem neuen Präsidenten über alberne Geheimdienstnachrichten einlassen?

Wenn wir Recht haben … und das Hauptziel von Deep State ist, Macht und Geld aus dem Rest der Gesellschaft zu sich selbst zu verlagern … welchem Zweck dient es, den neuen Oberbefehlshaber zu ärgern?

Wir wissen es nicht.

Ist es ein Fehler?

Ist es Fehlkalkulation?

Etwas passt da nicht zusammen.

Quelle: Kapitalschutz-Akte
Government Sachs (von Bill Bonner)
Die schlauesten Füchse (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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