Gott schütze den DAX vor der Bahn!

9. November 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Der DAX läuft wieder wie auf Schienen. Aber er wird ja auch nicht von Tarifverträgen belastet. Und Autokonzerne vermelden extrem steigende Absätze. Kein Wunder bei diesen Spritpreisen unter drei Mark pro Liter und einem Bahnstreik…

Ist das nicht herrlich mit dem Benzin und Diesel und das so kurz vor Weihnachten? Deshalb fahre ich jetzt täglich mindestens fünfmal tanken. Danach fühlt man sich so reich, dass man gar nicht mehr weiß, wo man seine an der Tanke längst schon ausgegebene Kohle verpulvern soll.

Aber etwas seltsam ist schon, dass Öl trotz offiziell boomender Weltwirtschaft immer billiger wird, 18 Prozent weniger als zu Jahresbeginn, so um die 63 Euro das Fass (159 Liter) Dagegen ist der Benzinpreis um gigantische sechs Prozent gefallen. Das feiern wir! Vielleicht ist ja jetzt noch eine neue Küche drin, errechnet der Exprte aus der Zunft der Wirtschaft. Oder auch eine neue Spielzeugeisenbahn für die Kleinen? Na, keine so gute Idee…

Mit jedem getankten Liter Sprit schenkt man der Steuerkasse rund einen Euro, welchen die Behörden dann woanders kontrolliert abfackeln. Selbst wenn der Ölpreis auf Null fallen sollte, diese Kosten sind sicher. Benzin und Diesel unter einem Euro? Vergessen Sie es! Das aber tritt in den Hintergrund angesichts der Freude am Fahren auf verstopften Straßen. Die Leute treffen sich jetzt nicht nur morgens und abends auf den Straßen zu Staupartys, sondern auch zwischendurch.

Nur Verschwörungstheoretiker schieben das auf den Bahnstreik. Die arme Bahn. Als ob die Bahn nicht schon genug Feinde hätte mit Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Für jeden Streiktag der Bahn sollten die Kunden die Bahn einen Monat lang bestreiken. Die Verluste werden dann wieder durch höhere Fahrpreise ausgeglichen. Und es heißt dann wieder, die Energiepreise seien schuld, auch wenn diese wie in den letzten Jahren für Unternehmen gesunken sind. Zumindest aber ist der DAX noch sicher vor der Deutschen Bahn. Sie sollte ja längst schon und das mit mehreren Anläufen als Volksaktie gestückelt im DAX gehandelt werden. Nur kam immer etwas dazwischen. Notfalls gerne auch das Wetter.

© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten



 

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Ein Kommentar auf "Gott schütze den DAX vor der Bahn!"

  1. FDominicus sagt:

    Herr Meyer, ganz feine Schreibe (wie „fast“ immer 😉

    Ich zitiere mich selber:
    „Denkt denn hier niemand an den “armen” Staat. Der bekommt doch viel weniger Einnahmen für seine überaus wichtige Arbeit. Das Ende wird kommen, wenn die Spritpreise sinken sollten. Man stelle sich vor bei 1,80 € / l bekommt der Staat doch tatsächlich rund 1,20 € bei 1,50 nur noch 99 ¢, da wird die Armut explodieren und überhaupt ist das alles ganz schlimm.“

    Sie bringen es weitaus amüsanter zu Bits und Bytes

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