Good Morning, Steuermichel!

23. Juli 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Endlich frei! Seit Mittwoch arbeiten wir für unsere eigene Tasche. Bis dahin hat uns der Staat alles abgenommen, hat der Steuerzahlerbund errechnet. An diese neue Zeit muss man sich erst mal gewöhnen. Gar nicht so einfach!

So blieben uns in diesem Jahr von einem Euro nach Abzug von Steuern und Abgaben nur noch 45 Cents übrig. Davon soll man dann auch noch die heimlich steigenden Lebenskosten bezahlen und auch noch was fürs Alter zurücklegen. Hurra!

2016 feierten wir den „Steuergedenktag“ vier Tage früher. In wenigen Jahren werden wir wohl bis zum Herbst oder Silvester für Rabenvater Staat arbeiten. Dann kann man alle Feierlichkeiten zum Jahresende mit einem Abwasch erledigen.

Besser wäre es doch, wenn wir alles abgenommen und nur das Nötigste zugeteilt bekämen. Man sehnt sich manchmal zurück ins Mittelalter. Dort gab es den Zehnt, also zehn Prozent Steuern. Dazu kamen allerdings die Kosten für Wegelagerei. Da man uns heute die Hälfte klaut, sollte die Steuer eher „Hälft“ heißen und die moderne Wegelagerei besteht heute aus Blitzern, Zettelpuppen und indirekten Steuern.

Im Mittelalter gab noch Leibeigene. Daran hat sich nicht viel geändert, nur heißen sie heute Lohnsklaven. Allerdings wird das Geld heute ganz komfortabel vom Konto oder vom Gehalt geplündert. Und wenn man etwas zur Seite bekommt, wird das bei null Zinsen von der Inflation ebenso komfortabel aufgefressen. Um nichts muss man sich kümmern.

Worüber regen wir uns auf? Dass der Staat vom Aufschwung mehr profitiert als seine Bürger? Das schafft kaum Anreize, noch leistungsfähiger zu sein, ist aber alternativlos. Wie wäre es, versteuertes Geld nochmal zu besteuern? Ach, haben wir schon.

Nach der Bundestagswahl wird es sicherlich alles besser. Die Versprechen auf Besserung sind kostenlos, die Zeche dann umso höher. Wie heißt es so schön? Wer die Musik bestellt, zahlt sie auch. Und wer die Regierung bestellt, doppelt.

©Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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4 Kommentare auf "Good Morning, Steuermichel!"

  1. Frank Frei sagt:

    Bis heute kann mir niemand einen logischen Grund dafür geben, warum ich gezwungen sein soll überhaupt Steuern zu zahlen.
    Ich zahle gerne für Schulen, Krankenhäuser, Strassen, Renten usw., aber eben nur freiwillig.

    • Argonautiker sagt:

      Weil man sie sonst einsperrt!

      Das ist ähnlich wie bei der Mafia. Zahlen sie Schutzgeld, dann bekommen sie Schutz, zahlen sie nicht, dann zeigt man ihnen, daß sie Schutz bedürfen.

      Einen wirklichen Unterschied gibt es da in sofern nur marginal, indem der Staat halt auch Gemeinnütziges damit macht, auch wenn es nicht immer Gemeinnützig ist.

      In sofern sehen Sie das meines Erachtens schon richtig, ein Staat, der sich nicht Grundsätzlich zur Freiwilligkeit bekennt und diese wahrt, dürfte einer der Urgründe für weitere Verbrechen sein, da er es ja ist, der den Zwang kontinuierlich in die Welt bringt, und sich Viele zu Recht fragen, wenn der Staat unfreiwillig, wegnehmen, einsperren, töten, und zum Töten aufrufen darf, warum sollten das dann nicht alle dürfen?

      Ein Staat, der seine eigenen Regeln nicht einhält, ist meines Erachtens ein Scharlatan. Leider ist im Menschen über die Jahrhunderte eine Konditionierung entstanden, sodaß er das meist gar nicht mehr merkt wie falsch das doch ist.

      Das war übrigens nicht immer so. Noch bis ins ach so schreckliche Mittelalter hinein galten Gesetze und Abgabenpflicht nur für die entsprechenden Reiche, es gab durchaus noch unbesetzte nicht Tributpflichtige Räume, in denen dann die Vogelfreien lebten. Die freien Räume gibt es heute nicht mehr, und das dürfte auch einer der größten Probleme sein, weil die ganze Welt besessen ist, sodaß die ursprüngliche Quelle zur Schöpfung immer mehr unterbunden wird. Man will die freien Räume auch nicht, weil man gar nicht will, daß sich vielleicht irgendwas geeigneteres entwickelt, was die bestehenden Systeme in Frage stellt.

      Durch das größer werden der Reiche, bis hin zu einer eventuell geplanten Weltregierung, die nur noch das zuläßt, was die Macht der wenigen Regierenden sichert, weil sie meinen, sie wüßten am Besten, was für alle gut ist, erzeugt dabei einen ungemeinen Entwicklungsstau gegenüber der Schöpfung die sich im Einzelnen genetisch manifestiert hat. Denn ob nun Milliarden Menschen nur noch das Neue wagen dürfen, was durch die Wenigen Machthaber genehmigt wird, oder ob Alle Zugang zur Quelle nutzen und jeder an der Entwicklung der Menschheit beteiligt ist, ist ein erheblicher Unterschied.

      Herrschersysteme entwickeln zwar einen immensen ausgeklügelten Machtapparat, aber der Mensch als solches verkümmert in der Entwicklung, und das ist ein immenser Schaden, der durch die Herrschersysteme gegenüber der Schöpfung angerichtet wird.

      Ich halte ja die Rechnung die Herr Meyer da aufgegriffen hat, sogar noch für untertrieben, denn in Wirklichkeit ist es wesentlich mehr, denn auch die Sozialversicherungen, sind vom Staat befohlen, und nichts anderes als ein ausgelagertes Ressort zu sehen.

      Wir zahlen im Mittel 23% Einkommensteuer, 20% Sozialabgaben seitens der Arbeitnehmer und 20% Sozialabgaben seitens der Arbeitgeber. Das sind 63%, über die man nicht mehr eigenständig verfügen kann, und mit denen man nichts Neues mehr entwickeln kann. Dazu kommt noch 19% Mehrwertsteuer auf alles Verkaufte. Das heißt von einem guten Teil der restlichen 37% geht noch mal etwa 1/5 an den Staat. Das wären also noch mal etwa 7%, die sich auf die 63% addieren. Somit sind wir bei 70%. Dazu kommen noch weitere spezielle Steuern, die nicht unbedingt Jeden, aber Viele betreffen, wie Gewerbe, Erbschaft, Mineralöl, Tabak, Versicherung, Branntwein, und noch viele viele mehr.

      Ein weiteres Übel an dem ganzen Steuersalat ist, daß das Geld in Hände kommt, die sich nie an der Wirklichkeit haben messen müssen, sodaß die, die den größten Teil der Ressourcen zur Entwicklung der Menschheit verwalten, eben eigentlich meistens Leute sind, die sich nicht wirklich durch etwas hervorgetan haben, was die Menschheit weiter bringt.

      Wie soll ein Mensch, der nie etwas Mehrwertiges erschaffen hat, bitteschön etwas regeln, was für die Erschaffenden gut ist? Das ist wie mit den Leuten die von der Schule oder Uni kommen, und dann in das erschaffende Leben eintreten. Zwischen Vorstellung und machbarer Wirklichkeit ist ein riesen Unterschied. Den haben die meisten die dort in der Regierung und Bürokratie sitzen nie kennen gelernt. Und so sieht die Welt auch gerade aus, und das ist echt bitter.

      Schöne Grüße aus Bremen

      • beko sagt:

        Mit Augustinus von Hippo läßt sich das ganze wie folgt zusammenfassen:

        „Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande“

        • Argonautiker sagt:

          Sie sagen es.

          Zu Zeiten Augustinus war die christliche Kirche auch noch wirkliche Opposition zu den Regierungen, beziehungsweise nicht nur Opposition, was ja ein Grundsätzliches einig sein voraussetzt, sondern sie waren echte Gegner.

          Wie sollte man auch, wenn man wirklicher Christ ist, mit auch nur irgendeinem Herrschersystem sympathisieren, da Jesus ja immerhin auch Opfer eines Herrschersystems war. Er war ein rechtmäßig Verurteilter.

          Und damals wie heute, steht die Mehrheit des sogenannten Volkes auch immer noch auf Seite der Regierung und würde der Verurteilung zustimmen, weil Nächstenliebe versus dominieren wollen, einfach out ist. Eine Christlich soziale Union oder eine Christlich demokratische Union sind der Hohn gegen das Christliche schlechthin, weil das Prinzip Nächstenliebe und das Prinzip Herrscher einfach nicht kompatibel sind.

          Würde heute ein Mensch von der Art Jesu über die Erde wandeln, der würde sehr schnell wegen unerlaubten Heilens inhaftiert werden, weil man das erst darf, wenn einem das, die Systembildenden erlauben. Sie dürfen heute auch kein Brot backen und verkaufen, wenn es ihnen das System nicht erlaubt hat. Sie dürfen heute nichts sein, es sei denn das System erlaubt es ihnen. Wobei die, die das System maßgeblich steuern, halt wirklich meist Leute sind, die eben nicht wirklich was können, außer Andere zu drangsalieren, was sie als regieren bezeichnen.

          Ach gäbe es doch Regenten, die dafür sorgten, daß das Leid weniger würde, ich würde ihnen meine Stimme schon geben. Doch wir haben das nicht. Es ist ähnlich wie bei den Zinsen. Man nutzt ein Finanzsystem, welches nur mit Zinsen funktioniert und wenn das System dann nicht mehr funktioniert, weil jedes Schneeballsystem ein endliches ist, und man dann die Zinsen dann weg nimmt, und es dann aber doch zusammenbricht, findet man dadurch weil es zum Schluß ja auch ohne Zinsen ja nicht gelaufen ist, für das neu entstehende System die Berechtigung daß Zinsen wohl sein müssen.

          Auf Regierungsebene erschafft man ein Herrschendes Regierungssystem, und züchtet damit Menschen, die nicht in der Lage sind ohne Regierung zu sein, und wenn die Regierungen dann zusammenbrechen, weil sie doch nicht können, was sie vorgeben zu können, so wie das jetzt gerade geschieht, und es in Gewalt ausufert, benutzt man dies zur Begründung, nach dem Zusammenbruch wieder eine Herrscherregierung zu installieren, weil es ja ohne Regierung nicht funktionierte. Und wenn da einer käme, der das in Frage stellte, dann darf das nicht sein.

          Wenn ich meine Eltern gefragt habe, wie denn sowas wie Krieg entstanden ist, dann haben sie immer geantwortet, daß es halt so kam. Ich habe das nie verstanden, und ich verstehe es auch heute noch nicht, weil der Krieg kommt nicht einfach so, sondern so wie ich das heute sehe entsteht der dadurch daß die Herrschenden Größenwahnsinnig werden, denn anders ist das Verhalten was man derzeit überall auf der Welt gerade sehen kann, nicht zu erklären.

          Und wenn dann das Staatliche Rauben, und Morden wieder vorbei ist, dann lassen sich die, die das am Besten konnten, als Sieger feiern, und wehe man feiert sie nicht.

          Es stellt sich da doch folgende Frage:

          Eine Regierung gibt vor, daß sie durch ihr Regieren Ordnung und Frieden erhält. Ist das auf lange Sicht gesehen wirklich so? Wieviel Verbrechen haben sie während ihrer Regierungszeit verhindert? Sind es wirklich so viele Millionen, wie sie in einem Krieg dann wieder befehligen, während sie sich einreden, daß die Greul, die sie dann befehligen keine Verbrechen sind?

          Hätten die Völker untereinander, wenn sie nicht beherrscht worden wären, in den Zeiten zwischen den Kriegen wirklich mehr Unrecht begangen, als es zu Kriegszeiten von den Herrschern befohlen wird?

          Ich habe da meine Zweifel.

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