Good Bye Europe: Wir alle sind Zypern

29. März 2013 | Kategorie: Gäste, Kommentare, RottMeyer

von Ronald Gehrt – Es ist erstaunlich, wie lange Menschen Dinge ignorieren können, die ihnen nicht in den Kram passen. Über drei Jahre nun haben wir in der Eurozone heftigste Probleme, aber die meisten Bürger interessiert das so lange nicht, wie diese Krise sich nicht ins eigene Wohnzimmer schleicht und sie vom Sofa wirft. Auch die berechtigte Angst zyprischer Sparer um ihr Geld interessiert hierzulande kaum jemanden. Denn es ist ja nicht unser Geld, gell?

Aber ich denke, das wird sich ändern. Das Desinteresse wird auch hier der Unruhe weichen, denn es ist in Kürze womöglich eben doch unser Geld. Und der Eurogruppe ist mittlerweile alles zuzutrauen. Denken wir nur daran, wie man nach einem einfach nur lächerlichen Schuss ins Knie am Wochenende des 16./17. März zurückrudern musste und nun zu Beginn dieser Woche einen modifizierten „Rettungsplan“ präsentierte, der in Wahrheit kaum verändert wurde. Denn dass man die Sparer mit Konten unter 100.000 Euro aus der „Haftung“ herausnahm, war letztlich nur die Reaktion auf wütende Proteste, die, nachdem klar wurde, dass die Börsen negativ reagierten, auf einmal auch von allen Politikern kamen. Keiner wollte es gewesen sein, der die Zusicherung, die man den Eurozone-Bürgern einst gegeben hatte, einfach heimlich, still und leise ausgehebelt hat. Aber das ist nicht der Punkt.

Entscheidend ist, dass man zum einen, wie vor gut einer Woche in einem Marktkommentar bereits gemutmaßt, tatsächlich plant, im Falle eines Falles überall in der Eurozone in die Taschen der Sparer zu greifen. Und entscheidend ist, dass man versucht, zu lügen, bis man erwischt wird. Nachdem Eurogruppenchef Dijsselbloem zu Wochenbeginn sagte, dass dieses „Modell“ Zypern in anderen Fällen sehr wohl eine Vorlage für die Vorgehensweise im Fall von Bankrettungen sein könne, ruderten Politiker aller Couleur umgehend zurück. Das habe er nicht so gesagt oder wenn doch, dann habe er es nicht so gemeint. Bis „die Welt“ herausfand, dass in Brüssel sehr wohl genau diese „Lösung“ längst als Gesetzesvorlage aufliegt und bis zum Sommer Gesetz werden soll. Da war man auf einmal überaus leise.

Was sind das für Leute, die unsere Geschicke bestimmen dürfen? Für solche Mauscheleien säße man als normaler Angestellter längst auf der Straße! Und das Schlimmste ist, dass weiterhin niemand auf die Idee kommt, die Ursachen der Probleme anzugehen. Warum haben diese Banken auf einmal solche riesigen Verluste? Wer ist verantwortlich – und warum wird offenbar niemand zur Rechenschaft gezogen? Wenn das in Spanien und Zypern passiert – wer sagt uns denn, dass es nicht auf einmal auch Banken in Deutschland, Frankreich oder Holland sind, die aus dem Nichts heraus plötzlich mal ein paar Milliarden brauchen? Immerhin sind diese Verluste entstanden, als es der Eurozone noch einen Tick besser ging.

Denn während die Politiker von Wachstum faseln und die Notenbankchefs die Wende immer unmittelbar bevorstehen sehen … wobei sie immer im Abstand von drei, vier Monaten bleibt, was wirkt, als würde man dem Esel (uns) eine Karotte vor die Nase hängen (Wachstum), damit er auch weiterhin schön läuft (konsumiert), rutscht die Eurozone nach einem scheinbar guten Januar bereits den zweiten Monat wieder langsam in den gewohnten Sumpf zurück. Die Einschätzungen der Eurozone-Einkaufsmanager fallen, die Vertrauenswerte in der Eurozone für Industrie und Dienstleistungsbereich fallen. Und Spanien meldet, dass man dann doch das Staatsdefizit für 2012 noch weiter als ohnehin schon gemeldet verfehlt hat. Dafür erwartet man dort wenigstens, dass es mit der Arbeitslosenrate bergauf geht. Hauptsache, irgendwas steigt, nicht wahr? (Seite 2)

Print Friendly, PDF & Email

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , , ,

32 Kommentare auf "Good Bye Europe: Wir alle sind Zypern"

  1. braindead sagt:


    Kaufen Sie Gold!

    ich gehe mal davon aus es ist physisch gemeint ?

  2. samy sagt:

    Ich frage mich was nun die Zyprer machen werden, die ihre Gelder auf der Laiki-Bank hatten und das verbrannt wurde. Nehmen wir einen Hotelier oder einen Bauunternehmer. Der eine muss ein Hotel betreiben, der verliert russische Kunden für seine Villen. So, und nun? Die haben Zahlungsverpflichtungen für laufende Kredite und die Löhne usw.. Das heißt es müssen Sachwerte veräußert werden. Aktien, Grundstücke usw.. Oder aber, man wandert in den Bankrott. Beides dürfte die zyprische Bankenwelt und Wirtschaft belasten.

    Was geschieht den nun, wenn so jemand Aktienpakete auf den Markt wirft, um liquide zu bleiben und über die 100 000 Euro Grenze gerät? Werden die Gelder irgendwann mit Sonderabgaben belastet, sobald diese Bank ebenfalls in Schieflage gerät? Spürt er nicht den Drang, sofort sein Konto zu räumen.

    Nun könnte man sagen, dass andere Zyprer ihr Geld gerade in Aktien anlegen werden, weil sie Angst haben, dass ihre Bank in Schieflage gerät und sie für die Rettung herhalten müssen.

    (übrigens, ein großer zyprischer Index ist seit 2008 von über 1250 auf 60 Punkte eingeknickt, somit ist Geld aus den Aktienmärkten in die Bankenwelt geflossen, wohl weil man glaubte, dort gibt es wenigstens die 6%-8% Zinsen. Eine Mausefalle, nur dort gibt es Käse für „umsonst“.
    http://www.finanzen100.de/index/dow-jones-cyprus-10-titans-index_H1979269736_19610891/ )

    Nehmen wir einmal an, so jemand hat „noch“ 175 000 Euro auf einer zyprischen Bank und er eröffnet ein Depot und kauft für 75 000 Euro Aktien. Jetzt soll der o.g. Index mal explodieren. Plötzlich hat er Aktien für 250 000 Euro im Depot. Kann er verkaufen oder kommt Vater Staat mit Sonderabgaben auf die dann entstehenden liquiden Mittel auf dem Konto?

    Was ich zeigen will ist, dass die zyprischen Märkte für jeden Investor nun unfrei sind. Risiken sind nicht mehr kalkulierbar, das ist der wilde Westen. Das könnte sich in ganz Euroland abspielen, sobald Lichtenstein, Malta und Slowenien folgen. Spätestens dann flieht das Kapital aus europäischen Märkten.

    Die Ironie an der Geschichte ist, dass die Abwicklung der Laiki marktwirtschaftlich gesehen richtig war. Es ist eine Marktbereinigung. Sie kommt nur 20-30 Jahre zu spät.

  3. Bloody Mary sagt:

    Sehr geehrter Herr Gehrt,

    Ihre Analyse ist wie immer messerscharf. Vielen Dank dafür. Allerdings reagiere ich mittlerweile außerordentlich empfindlich, wenn jemand eindimensional zum Goldkauf rät, heißt also, nicht gleichzeitig auch noch gute Nerven, den Kauf einer Festung und die Mitgliedschaft im Scharfschützenverein empfiehlt.

    Wenn Vater Staat Geldvermögen einzieht oder entwertet, wird er auch immer auf andere Anlageformen zugreifen, z.B. Gold + Goldverbot. Etwas anderes sieht das System nicht vor. Wer von den bürgerlichen Angsthasen wird dann wohl den Mut haben, seine Goldreserven im Haus zu verstecken, wenn Brüssel mit Gefängnis und der Einbrecher mit der Pistole droht? Die werden doch das Gold alle brav abgeben, um dafür einen lächerlichen Gegenwert in Schuldscheinen zu erhalten, mit denen sie dann die Familie ein paar Wochen ernähren können. Was hat denen dann der Goldkauf gebracht?

    Machen wir uns nichts vor: Wir leben nicht mehr in einer Demokratie (haben wir wahrscheinlich auch nie), die uns die Möglichkeit bietet, unser Vermögen zu schützen. Wir alle sind längst Gefangene, wenn auch mit der maximalen Illusion von Freiheit und Sie haben Recht: Die Deutschen, aber auch die anderen Europäer werden erst aufwachen, wenn es längst zu spät ist. Das war immer so und das wird auch immer so sein. Um das zu verstehen, muss man sich mit Massenpsychologie auseinandersetzen. Die Strippenzieher hinter den Eurokraten kennen dieses Phänomen nur zu gut. Für die ist es eine mathematische Gewissheit, dass sie am Ende alles bekommen. Das läuft schließlich seit Jahrtausenden so.

    In diesem Sinne: Frohe Ostern!

    • tizian sagt:

      Im Grunde genommen ruft Gehrt eben nicht den kollektiven Goldrausch aus!
      Im Gegenteil empfiehlt Herr Gehrt seinen geneigten Lesern langsam, also peu a peu die eigene Kernkapitalquote auszubauen.
      -Alternativen?

    • martinsgarten sagt:

      ok – Goldverbot !
      Und dann ?
      Einfach locker bleiben.
      Wer soll den bitte schön alle Haushalte überprüfen ?

    • neuheide sagt:

      Was sollte ein Goldverbot bringen?
      Im Verhältnis zu den verwerfungen am Kapitalmarkt,bringt eine Kontrolle über physisches Gold verschwindend wenig.
      Die westlichen Ländern die allesamt vor dem finanziellen Ruin stehen,verfügen längst nicht mehr über nennenswerte physische Goldreserven.
      Der Westen verkauft Gold,die Bricsstaaten kaufen es.
      Eine ausplünderung des privat gehaltenen Goldes im Westen,würde nur sinn machen wenn es sich wirklich rechnet.

      Und ein Goldverbot in unserer globalisierten Welt ist nicht realisierbar.

  4. Bloody Mary sagt:

    @Martinsgarten: „Wer soll denn bitte schön alle Haushalte überprüfen ?“

    Das wird doch gar nicht nötig sein. Es gibt viele Wege, den Durchschnittsmichel zur Abgabe seiner Nuggets zu bewegen. Einer ist die angedrohte Strafverfolgung. Sie müssen doch zugeben, dass sich die allermeisten in die Hose sch….., wenn sie sich in der „illegalen“ Zone bewegen.

    Ein weiterer Weg wird sein, die meisten Leute durch Entwertung/Enteignung von Guthaben, Zwangssteuern, Hypotheken, Arbeitsplatzverlust in eine Lage zu bringen, in der sie die Goldreserven auflösen MÜSSEN, um das tägliche Leben bestreiten zu können.

    Und glauben Sie wirklich, dass der deutsche Karl-Otto dann auf den Schwarzmarkt rennt, um ein bisschen mehr für die Feinunze zu bekommen und damit Gefahr zu laufen, dass das Gold entschädigungslos beschlagnahmt wird und er selbst ins Gefängnis muss? Das ist doch völlig unrealistisch. Fast alle haben Familie und damit Verantwortung.

    Ja werden jetzt wieder alle sagen, soweit wird es nicht kommen. Ich sage dazu nur: Es kommt nicht soweit bis es soweit kommt. „Die Einlagen sind sicher“ bis sie eben nicht mehr sicher sind.

    Ich habe im Übrigen noch mal recherchiert, in welchem Umfang die privat gehaltenen Goldreserven während des Goldverbots in den USA abgegeben wurden. Offizielle Schätzungen gehen von ca. einem Drittel aus. Man könnte also meinen, die überwiegende Mehrheit habe sich nicht um das Verbot geschert. Ich glaube eher, dass es sich bei dem einen Drittel um den kleinen Mann auf der Straße und bei den „mutigen“ zwei Dritteln um die Superreichen gehandelt hat, die über dem Gesetz standen, ganz so wie heute auch. Aber das ist lediglich MEINE Vermutung, für die ich selbstverständlich keinerlei Beweise habe…

    Außerdem kann man die Situation der 30er Jahre nicht 1:1 auf die heutige Zeit übertragen. Die Möglichkeiten der Überprüfung und Überwachung sind heutzutage derart gigantisch, dass sich KEINER sicher sein kann, dass seine „anonymen“ Goldkäufe nicht doch irgendwann auffliegen. Und gerade weil es diese totale Sicherheit nicht gibt, wird sich der sicherheitsversessene Deutsche lieber enteignen lassen und sein Gold brav abgeben.

    Deshalb sollte der Rat an potentielle deutsche Goldkäufer eher folgender sein: Besorgen Sie sich die Staatsbürgerschaft eines unabhängigen, für die USA uninteressanten kleinen Inselstaates, kaufen Sie sich dort ein kleinen Häuschen mit Atombunker zum Goldlagern, heuern Sie eine kleine Privatarmee an, stellen Sie sicher, dass Sie das Gold die nächsten 30 Jahre nicht brauchen werden und hoffen Sie das beste.

    Für alle, die lieber hier bleiben wollen, habe ich folgenden Rat: Engagiert Euch lieber politisch, damit das Schlimmste noch abgewendet werden kann. Und darüber hinaus sorgt für ausreichend Essen und Tauschgegenstände sowie Schmuck. Steckt Eure Kohle lieber in die Schuldentilgung und Sachen von Qualität als in Massen von Gold.

    Am Ende möchte ich noch sagen, dass ich keineswegs ein Feind der Goldanlage bin. Im Gegenteil. Aber aus genannten Gründen bin ich der Meinung, dass sie sich schlecht für den Durchschnittsbürger eignet. Kleinere Mengen können durchaus nützlich sein. Deren Verlust ist auch zu verschmerzen. Größere Summen oder gar alles in Gold zu investieren, halte ich für äußerst risikoreich.

    • Skyjumper sagt:

      @ Bloody Mary

      Zunächst einmal zu Ihrem Schlußpläydoyer: Ich stimme Ihnen zu, es ist sehr wichtig, das wir die legalen politischen Möglichkeiten nutzen die uns noch verblieben sind, um den Gang der Dinge vielleicht noch aufzuhalten, ja vielleicht sogar die Schraube nochmal wieder ein wenig zurück zu drehen. Theoretisch ist das noch möglich.

      Doch was macht der aufmerksame Bürger darüber hinaus? Für sich selbst, nicht für die Gesellschaft. Ihr Tip mit der Insel ist für 99,5 % absolut undurchführ, aber das wissen Sie selbstverständlich selbst.
      Von Herrn Gehrt oder anderen Bloggern einen Aufruf nach Bewaffnung oder anderen illegalen Maßnahmen zu erwarten dürfte ein wenig zuviel des Guten sein. Auf diese Ideen muss schon jeder selbst kommen. Und wer sich ein klein wenig weiter mit Krisenszenarien beschäftigt wird feststellen, dass sich gar nicht so wenige Menschen in dieser Richtung bereits positioniert haben. Jagdbögen, Armbrüste, Jagdscheine, Bevorratung, Permakulturen etc. etc. ….. das alles erfreut sich wachsender Nachfrage.

      Gold ist ein defiziles Thema und durchaus mit einem gesunden Misstrauen zu Betrachten. Aber je krisenaffiner man ist, umso mehr wird man zu der Erkenntnis gelangen, das Edelmetalle (selbstverständlich physisch gehalten) das einzige Mittel sind um NACH einer Krise nicht bei Null anfangen zu müssen. IN der Krise ist Gold nur deshalb positiv, weil man mit relativ leichtem Gewicht viel Wert transportiert. Ansonsten sind Zigaretten, Alkohol, Nylonstrumpfhosen, Klopapier oder ne Dose Ravioli wesentlich besser geeignet um IN einer apokalyptischen Krise über die Runden zu kommen.

      Haben Sie Gold und es wird verboten? Dann haben Sie wenigstens selbst die Hoheit über Ihre Entscheidung ob Sie es abgeben oder nicht. Haben Sie Geld auf dem Konto? Zypern zeigte, wie schnell man Ihnen diese Entscheidung abnimmt.

      Und wie ich schon an vielen anderen Stellen geschrieben habe: Es gibt keine universelle Strategie. Jeder muss seine persönlichen Möglichkeiten eruieren und seine persönliche Strategie danach ausrichten.

      • samy sagt:

        Das ist jetzt zwar das Worst-Case-Szenario, aber Zustimmung, falls es wirklich eintreten sollte. Übrigens glaube ich nicht das so ein Szenario länger als ein Jahr dauern wird. Die dt. Hyperinflation hat ebenfalls ca. ein Jahr gedauert, wobei die letzten 6 Monate rasant verliefen. 12 Monate den Kopf über Wasser halten, das ist die Herausforderung denke ich.

        Und man kann Gold nicht ewig und nicht überall verbieten. Will heißen, selbst wenn ich nichts davon haben sollte, so kann ich es einer folgenden Generation in die Hand drücken, denn es wird irgendwann wieder frei handelbar sein, sei es 50 Jahre später.

        Denn Gold geht nicht pleite, es kann nicht bankrott gehen, ein solches Risiko gibt es nicht.

        Und ich will sehen, dass Goldhandel im orientalischen und asiatischen Raum verboten wird. Einmal in diesen Grenzen angekommen, entfalltet es wieder ganz legale Kaufkraft.

        VG

  5. Dagobert sagt:

    …Good Bye Europe… Kaufen Sie Gold! – GOLD?

    Wer Ronald Gehrt seit vielen, vielen Jahren liest ist jetzt wohl zu allererst doch ein ganz kleines bisschen verwirrt:“Alternativlosigkeit zu Gold“…?! – Andererseits eignet sich Gold vorzüglich zur Diversifikation:
    -Minen in Südafrika
    -Schwarzes Gold in Russland (Lukoil, Rosneft, Gazprom…)
    -Springböcke, Adler und Kängurus im eigenen Garten…cool

    Last but not least: Gold kann man mit (Knock-Out-) Put‘s fast gratis „versichern“!

    Frohe Ostern!
    Dagobert

  6. Reiner Vogels sagt:

    Also ich tendiere dazu, den Kauf von soliden Qualitätsaktien von außerhalb des Euroraums (!) wie z.B. GE, Nestle, IBM, Shell … für besser zu halten als das Horten von Gold.

    Begründung: Es stimmt zwar, dass niemand sicher sein kann vor den diebischen Fingern des Raubstaates, aber ich denke, dass dieser Staat zuletzt auf Aktien zugreifen wird. Er weiß nämlich, dass Gold totes Kapital ist und dass das Wirtschaftswachstum unabhängig vom physischen Gold ist. Auf der anderen Seite weiß er natürlich auch, dass wertschöpfende Unternehmen der Schlüssel für künftige Steuereinnahmen sind. Daher wird er die Anteile an solchen Unternehmen nur sehr zögerlich stehlen. Viel eher wird er auf totes Kapital wie Edelmetalle oder auch auf Immobilien und Sparguthaben zugreifen. Geraubte Sparguthaben kann er ja leicht durch eigenes Gelddrucken ersetzen, um den Wirtschaftskreislauf wieder anzuregen. Ähnliches gilt durch Immobilienraub im Form von Zwangshypotheken.

    Natürlich muss man auch bei Qualitätsaktien wachsam sein und bei Blasenbildung rechtzeitig auszusteigen versuchen, aber ich bin sicher, dass der Staat sie eher verschonen wird als Gold in Privathand.

    • Skyjumper sagt:

      Heute ist Karfreitag, der Freitag des Kummers.

      @ Reiner Vogels
      Und wer sagt Ihnen, dass es in 3 Jahren überhaupt noch so etwas wie einen Staat gibt? Nicht das wir uns falsch verstehen, ich möchte keine Prognose in diese Richtung abgeben 😉

      Aber wir leben in einer hochgradig vernetzten und arbeitsteiligen Gesellschaft. Wenn heute für eine längere Zeit der Strom ausfallen würde, würden unsere Gesellschaften nicht etwa auf den Entwicklungsstand vor der allgemeinen Stromverfügbarkeit zurückfallen, sondern deutlich weiter. So etwa Mittelalter, mit allen Folgen.

      Sie werden mir entgegenhalten: Eine Gesellschaft ohne Staatsordnung gibt es bereits seit Jahrhunderten nicht mehr. Richtig. Doch wir hatten auch noch nie in den vergangenen 2-3 Jahrhunderten die Situation, dass quasi alle Staaten gleichzeitig am Abgrund standen und alle fest die Augen zudrücken, sich fest an den Händen halten und mutig bereit sind die nächsten Schritte zu machen.

      Frohe Oster 🙂

      • Reiner Vogels sagt:

        @ Skyjumper

        Karfreitag ist für mich nicht der Tag des Kummers, sondern ein Freudentag. An diesem Tag hat unser Herr meine Sünden hinweggetragen aus der Welt. „O happy day…“

    • samy sagt:

      Hi,

      ja, aber die Aktien sind vielleicht gar nicht das Problem, sondern das Depot. Ich habe ein Depot bei Onvista. Onvista gehört zur Soc. Gen..

      So, was geschieht wenn die Soc. Gen. in Schieflage gerät und ich Aktien gewinnbringend abstossen will. Dann habe ich für einen kurzen Zeitraum Geld, dass mir für die Bankenrettung abgenommen werden kann. Richtig? Alternative wäre keine Aktien abzustossen, komme was da wolle. Dann muß ich aber ev. Kursverluste oder Pleiten hinnehmen, meine Depotmischung wäre eingefroren, richtig?

      Ich müsste also mein Depot schon mal bei einer außereuropäischen Bank aufmachen, also raus aus dem Euro gehen, richtig? Würde mir das dann eigentlich als Kapitalflucht ausgelegt?

      Grüße

      • FDominicus sagt:

        „Ich müsste also mein Depot schon mal bei einer außereuropäischen Bank aufmachen, also raus aus dem Euro gehen, richtig? Würde mir das dann eigentlich als Kapitalflucht ausgelegt?“

        Machen Sie es, noch können Sie es. Wir wissen nicht mehr wie lange es noch möglich sein wird über Sein Eigentum zu verfügen. Wie man aber auch immer mehr lesen kann werden diese „zypriotischen“ Lösungen in immer mehr Ländern angedacht und/oder sogar umgesetzt, darunter sind unter anderem
        – Spanien
        – Großbritannien
        – Kanada
        – (nach meinem Wissen auch Neuseeland)

        Bisher ist nicht davon die Rede in:
        – Lichtenstein
        – Schweiz
        – Australien

        Wie es in Singapur aussieht weiß ich nicht. Und in dem Zusammenhang habe heute auch über die „Karibik“ gelesen.

        Ich hoffe jemand kann da etwas mehr Licht in’s Dunkel bringen…

        • samy sagt:

          Moin,

          ich fürchte den Zahn mit Lichtenstein kann man sich schon ziehen. Hier wurde das Verhältnis der Bankbilanzsummen zum BIP schon kritisch beäugt. Es liegt bei 21:1 Zypern hatte 8:1.

          Malta und Slowenien sind ebenfalls im Gespräch.

          Übrigens würde ich Norwegen und dessen Währung empfehlen. Clever gemanagter Staatsfonds und Erdöl. Letzteres garantiert eine Zeit lang die Nachfrage nach der Landeswährung, somit dessen Stabilität. Kann mir auch nicht vorstellen, dass eine Währung eines befreundeten Landes bei uns verboten werden kann.

          Aber noch mal meine Frage, wenn ich ganz offiziell mein Depot nicht in Euro führen will, gerne in Norwegen, dann müsste ich das hier beim Finanzamt angeben. Hat einer Erfahrung damit, wie das geht.

          Und noch was, eben im Gelben Forum aufgelesen und es ist einfach zum Kotzen. Ein Kontoauszug eines Inhabers bei der Laiki-Bank. Angeblich ein IT Unternehmer. Die werden ihre Wirtschaft komplett ruinieren, das war nicht die letzte EU-Hilfe und Bankenpleite auf Zypern.

          http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=280801

          Man muss es sehen, um ein Gefühl dafür zu entwickeln und um es zu glauben.

          !!! Und genau das könnte uns bei einem Deflationsschock drohen. Banken gehen pleite, Guthaben verbrennen und Sachvermögen werden auf den Markt geschleudert, um an Bares ran zu kommen, damit Verbindlichkeiten bedient werden können. Sogar Gold würde eine Zeit lang im Wert fallen. Cash is King, und zwar Bargeld, denn vertraglich geschuldet ist zunächst nun einmal Geld und nicht Gold !!!

          Macht das Bild zu eurem Desktophintergrund, damit wir immer gewarnt sind.

          Grüße

          Nachtrag: Der Originalthread zu o.g. Link ist sehr lesenswert. Er ist ebenfalls im Gelben verlinkt.

        • Bloody Mary sagt:

          Also bitte…Großritannien und eine Lösung wie in Zypern? Aus welcher Quelle stammt denn dieser Unsinn? Die City of London ist das Herz des internationalen Kapitals, das Wohnzimmer der Weltmarionettenspieler, das Gotteshaus des Mammons. Hier sitzen die Kardinäle des Geldes. Hier haben die ihr Zuhause, die den Nationalstaaten das Blut aussaugen, also die Hauptverantwortlichen der Weltwährungs-und Wirtschaftskrisen. Ja glauben Sie wirklich, dass diese Leute den fettesten Ast unter ihrem Baumhaus absägen und sich dadurch selbst in den Ruin treiben? Dann glauben Sie wahrscheinlich auch, dass Cameron den EU-Austritt betreibt, weil die Briten das so wollen, oder?

          • FDominicus sagt:

            Nun zumindest hier wird das gemeldet:
            http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/22/zwangsabgabe-heimliche-vorbereitungen-haben-weltweit-begonnen/

            Über Kanada kann man es in irgendeinem Papier der Zentralbank nachlesen.

          • samy sagt:

            Frohe Weih… ähm Ostern. Der Schnee, er verwirrt. Bald bauen Kinder die ersten Schneehasen.

            Ich kenne zwar nicht die Quelle von FD, aber dieser Artikel ist auch aufschlussreich.

            http://blog.markusgaertner.com/2013/03/31/ein-bitteres-oster-ei-die-verbluffend-lange-spur-der-konto-grabscher/

            Zypern ist eine Blaupause. Aus dem o.g. Link:

            „…ein gemeinsames Positions-Papier der US-Einlagensicherung FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation) und der Bank of England… “

            Hier das Positions-Papier:

            http://www.fdic.gov/about/srac/2012/gsifi.pdf

            Hieraus Teile der „Conclusion“, Absatz 64,S.14:
            „In both the U.S. and the U.K., legislative reforms already made or planned
            in response to the financial crisis provide new powers for resolving failed or failing G-SIFIs. The FDIC and the Bank of England have developed resolution strategies that take control of the failed company at the top of the group, impose losses on shareholders and unsecured creditors—not on taxpayers—
            and remove top management and hold them accountable for their actions.
            These strategies provide an efficient path for returning the systemically important parts of the G-SIFI to the private sector by exchanging or converting a sufficient amount of creditor claims from the failed company into capital in the newly resolved entities. Because the resolution action is taken at the top of the group and by the home authorities, continuity of all
            critical services would be maintained and subsidiaries (foreign and domestic) would remain open and operating with access to sufficient liquidity….“

            Wenn man sagt, dass man den „Taxpayer“ schonen will, so heißt das doch nichts anderes, als das man die Staatschulden nicht mehr hochschrauben will, also z.B. die FED keine Lust mehr verspürt 80% der US-Anleihen zu kaufen. Hat man es als sinnlos erkannt? Die Tatsache, dass mit dieser neuen Strategie Geld verbrannt oder in wertlose Bankaktien festgefroren wird-wie in der Blaupause „Bank of Cyprus“- könnte andeuten, dass man nun zukünftig eine „kontrollierte Deflation“ sucht, also Geld im großen Stil vom Tisch genommen werden soll. Sehen wir hier einen Paradigmenwechsel? Hat Helicopter-Bernanke deswegen keine Lust mehr? ICh spinne mal ein wenig herum…

            Grüße

          • Bloody Mary sagt:

            @Samy

            danke für Antwort und Quelle… und Frohe Schneeostern. Leider kann ich nicht direkt auf den Beitrag antworten (kein Antwort-Button)???
            Die Frage ist: Wen meint in diesem Zusammenhang die Bezeichnung „unsecured creditor“. Geht es hier um Besitzer von Bankanleihen oder den stinknormalen Sparer? Der Sparer (Festgeld-oder Girokontensparer etc.) ist ein creditor, dessen Einlagen- jedenfalls bis zu einer bestimmten Höhe- durch die Einlagensicherungsfonds abgesichert sind. Insofern kann es sich beim Sparer per Definition eigentlich nicht um einen „unsecured creditor“ handeln. Gibt es irgendwo eine Definition in dem Papier? Ich konnte keine finden.

            Und bei diesem „Essay“ von FIDC + Bank of England handelt es sich ja ganz offensichtlich um eine reine Absichtserklärung von Institutionen, die am Ende die Schlacht nicht alleine schlagen.

  7. tizian sagt:

    ES ist erstaunlich, wie das Wörtchen „Gold“ immer wieder von neuem Trigger für einen Angst (und Gier?)-getriebenen Diskus werden kann.

    Wenn der Staat vor hat, seine Bürger zu schlachten, wird er sich auf jene Assets stürzen, bei denen am leichtesten und am einfachsten das meiste zu holen ist. -Gold steht da an vorletzter Stelle auf der Haben-Wollen-Liste des Staates.
    In Zeiten massiver Goldankaufshop Werbung incl. jahrelanger de-metallisierung der breiten Masse…
    also ich bin im Sinne Gold/Silberkonfiskation relativ angstfrei mittelfristig auch in Bezug auf die Minenaktien.
    Was mir eher Angst macht ist die relative Stärke der B.R.I.C.S. und der kontinuierliche Goldabfluss in Richtung der ehemaligen sogenannten „Emerging Markets“ ergo Greater Asia.

    • Skyjumper sagt:

      Die Stärke der BRICS, und gerade der Goldabfluss gen Osten sollte Ihnen keine Angst machen, im Gegenteil.

      Gold und Silber fliessen seit Jahrtausenden dort ab wo die zukünftige Verarmung ihren Sitz hat und fliessen dorthin, wo der Reichtum sich konzentriert.
      Und da unter den Blinden der Einäugige König ist ……. lebt es sich mit 10 Unzen Gold in einem Land wo alle anderen nur 1 Unze haben besser, als wenn Sie 10 haben und alle anderen 100 Unzen 🙂

      Und sollte China gar auf die Idee kommen seine Währung (Teil)Gold zu hinterlegen …….. sichert das auch den Wert jeder Unze die im Westen noch vorhanden ist.

  8. braindead sagt:

    Überraschung …

    (o)wäh (o)wäh (o)wäh

    truth-out.org/news/item/15401-it-can-happen-here-the-confiscation-scheme-planned-for-us-and-uk-depositors

  9. samy sagt:

    N’Abend,

    bevor es in’s Bettchen geht, noch einmal ein Link zu den geplanten Abgaben bei einem Konto bei der Bank of Cyprus, nicht der Laiki, dort ist es ja noch krasser.

    http://derstandard.at/1363706525435/Grosskontenbesitzern-auf-Zypern-droht-hoeherer-Abschlag

    Mann achte übrigens auf die Wortwahl „Großkontobesitzer“. Großgrundbesitzer gab es mal als ein Klassenbegriff aus dem Marxismus.

    Also, gemäß des o.g. Links erhält jemand mit einem Kontguthaben von 500 000 Euro die 100 000 Euro die ihm garantiert sind. Von den restlichen 400 000 verpuffen 90 000 sofort. 160 000 werden ausgezahlt, wenn es der Bank einmal besser geht. 150000 werden in Aktien dieser Bank gewandelt.

    Fazit: 80% des Geldes verbrennen, werden zweifelhafte Forderungen oder schlimmsten Falls zu Pennystocks.

    Hätten die mal die empfohlenen 5%-20% in Edelmetalle angelegt, besser wäre es gewesen.

    Großes Kino.

    Gutes Nächtle.

  10. cond sagt:

    Ich erinnere mich noch daran, dass Frank Meyer vor 2 Jahren hier meinte – ich denke in der damals noch kostenlosen Metallwoche: jedes mal wenn eine entsprechende Entscheidung in der EU getroffen wird, kauft er eine Unze.

    So viele Unzen kann ich heute von meinem Gehalt gar nicht mehr kaufen, wie es nötig wäre…

  11. wolfswurt sagt:

    Nachricht auf N-TV Videotext:

    „Großanleger sollen zahlen

    Die EU will schon bald Großanleger systematisch für die Sanierung und Abwicklung von Banken zur Kasse bitten können. EU-Binnenmarktkommissar Barnier sagte dem „Handelsblatt“, sein Gesetzentwurf zur Bankenabwicklung solle noch vor der Sommerpause verabschiedet werden.

    Dieser sieht nach Barniers Worten allerdings ausdrücklich vor, dass Sparkonten bis 100.000 Euro gesetzlich geschützt sein.
    Die Ratingargentur Standart & Poors kritisierte indes diese Vorhaben.“

    Zypern war kein Einzelfall sondern der Auftakt zur Enteignung von Vermögen von zunächst über 100.000€.
    Die Vermögen unter 100.000€ kommen anschließend an die Reihe.

    Interessant, daß Brüssel(EZB,Geschäftsbanken,Regierungen und Großkonzerne) diese Maßnahme vorher ankündigen.
    Die Wortwahl „…zur Kasse bitten..“ läßt ja eigentlich die Möglichkeit die Bitte abzulehnen zu.

    Ver-rückte Zeiten…

    Nachtrag:

    Lustig finde ich die „gesetzliche Garantie“, welche von Leuten verkündet wird die im Wochentakt ihre eigenen Gesetze brechen.

    • Skyjumper sagt:

      Lustig finde ich die “gesetzliche Garantie”, welche von Leuten verkündet wird die im Wochentakt ihre eigenen Gesetze brechen.

      ————————
      Selbst wenn diese Verbrecher ihre Garantie einhalten wollten ……. wer ist denn der Garantiegeber?
      Nehmen wir mal das völlig undenkbare Beispiel Deutschland mit seiner (als einzigem Land in der EU wirklich GEFÜLLTEN) Einlagensicherung.

      Das Nettovermögen der Deutschen (ohne Sachgüter) beträgt ca. 5.000 Mrd.€, davon wiederum (ohne Wissen geschätzt) 2.000 Mrd. auf Giro-, Spar-, Tagesgeldkonten und Termineinlagen (die anderen 3.000 Mrd. dürften wohl Aktien und Versicherungen sein).

      Wieviel ist wohl in den verschiedenen deutschen Einlagensicherungsfonds drinnen? 100 Mrd.? 200 Mrd.? 300 Mrd.? Mehr bestimmt nicht. Und wenn das verteilt ist, wer garantiert dann (sofern es überhaupt zu diesem Gesetz kommen sollte)? Der Staat. Ah ja. Glaubt irgendwer, dass der deutsche Staat mal so eben 1.700 Mrd. € verteilen könnte?

      Das ist mehr als die gegenwärtige, in 60 Jahren angesammelte Gesamtverschuldung des Bundes. Und selbst wenn man glauben sollte das irgendein Trottel den deutschen Staat für die entsprechende Summe für kreditwürdig halten sollte, so müssten sich immer noch erst Leute finden die auch soviel Geld haben um eine entsprechende Neuverschuldung zu finanzieren.
      Nein, nein: Diese sogenannte Garantie ist erstunken und erlogen und ist es nicht wert auch nur 1 Minute länger darüber nachzudenken.

      • Bloody Mary sagt:

        Natürlich gibt es keine staatliche Garantie auf Einlagen. Es gibt das gegebene Wort Merkels und den Einlagensicherungsfond. Das war’s. Jeder kann das Versprechen Merkels für sich selbst werten. Informationen zur Höhe des Einlagensicherungsfonds kann man googlen. Wie Brüssel die Sache sieht, ist aus nachfolgendem Artikel ersichtlich:

        http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/30/ezb-bestaetigt-die-bank-guthaben-in-europa-sind-nicht-sicher/

        Am Ende muss jeder selbst wissen (und verantworten), wie er sich absichert. Dabei denke ich nicht, dass es die absolut sichere Anlage gibt. Wenn alles irgendwann vorbei ist, was lange dauern kann, werden wir alle schlauer sein. Auf eines können wir uns bei aller Unsicherheit allerdings verlassen: Es wird nichts so bleiben wie es ist.

        • Skyjumper sagt:

          @ Bloody Mary

          Zunächst beschreiben Sie korrekt die BESTEHENDE Haftungssituation für Deutschland. Gegenstand meiner Spekulation war aber der Gesetzesentwurf der EU-Kommission der eine gesetzliche, sprich letztendlich staatliche, Garantie für Einlagen bis 100 K vorsieht.

          Nicht richtig ist, dass man sich über die Höhe des/der Einlagensicherungsfonds im Internet informieren könnte. Wohlgemerkt, es geht mir nicht um die Höhe der theoretischen Absicherung, sondern um die Summe die tatsächlich aktuell im Pott ist. Und die Statuten des Einlagensicherungsfonds beinhalten hierzu eine Schweige- und Geheimhaltungspflicht. Eine Kapitalzeitschrift spekulierte irgendwann knapp vor der Euroeinführung mal, dass es etwa 5,7 Mrd. DM seien. Losgelöst davon sind sicher noch einmal die Sparkassen, sowie die Genossenschaftsbanken die über einen eigenen Sicherungsfond verfügen. Aber Sie sehen schon an der spekulativ genannten Zahl von 5,7 Mrd. DM, dass die von mir einfach so in den Raum geworfenen 100, 200, 300 Mrd.€ vermutlich viel zu hoch gegriffen sind.

          • Bloody Mary sagt:

            Ich hatte das schon verstanden…:-). Die Ausstattung der Sicherungsfonds reicht natürlich nicht für eine Rettung ALLER Sparguthaben. Dafür waren Einlagensicherungsfonds auch nie vorgesehen. Insofern sind Merkels warme Worte eben auch nicht mehr als eine Beruhigungspille (… die der deutsche Michel offensichtlich gut vertragen hat). In Zeiten, wo Verfassungen und Verträge gebeugt und gebrochen werden, ist halt nichts mehr sicher: Nicht das Eigentum, nicht die Renten, nicht einmal der Anspruch auf Demokratie(wie Frau Merkel ja sehr richtig gesagt und ausdrücklich betont hat….).
            Wie dem auch sei: Jeder muss das tun, was er in der aktuellen Situation für richtig hält: Am Ende werden wir wahrscheinlich feststellen, dass jeder ein bisschen Recht hatte.

  12. wolfswurt sagt:

    Eventuelle Konsequenzen der Bargeldhortung oder eines von oben inszenierten Bankrun zur Abschöpfung des Geldüberhanges:

    Zitat:
    „Sonntag, der 13. Oktober 1957
    …300 Mark des alten Geldes gegen die gleiche Summe in neuen Banknoten umtauschen zu lassen.
    Wer darüber hinausgehende Bargeldbestände zu Hause hatte, sollte diese ebenfalls vorlegen. Sie wurden einem eigens einzurichtenden Konto des Einzahlers bei der Deutschen Notenbank gutgeschrieben, dessen Gegenwert wenige Tage später ausgezahlt werden sollte – sofern Überprüfungskommisionen, die vom folgenden Montag an ihre Arbeit aufnehmen sollten, diese Beträge freigeben würden.
    Die Freigabe erfolge dann, so die Bestimmungen dieses Geldumtausches, wenn die zuständige Kommision feststellen würde, daß diese Gelder nicht etwa „spekulativer“ Herkunft seien.“

    aus: http://www.thueringen.de/imperia/md/content/lzt/lzt_mark_der_ddr.pdf
    ab Seite 25 „Sonntag, der 13. Oktober 1957“

    Eine von mehreren Möglichkeiten um Bargeldhortung dem Totalverlust auszusetzen.
    Eine interessante Variante, da schon erprobt und erfolgreich-

    Maßnahme auch in diesem Fall physisches Gold oder eine physische Fremdwährung.

    Anzumerken wäre noch: die Vorbereitung der Bargeldenteignung dauerte 2 Jahre.

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.