Goldreport 2014: In Gold we trust

24. Juni 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Ronald Stöferle & Mark Valek

Unser letzter Goldreport wurde am 27. Juni 2013 publiziert, als die Aufregung um die fallende Goldpreis-Entwicklung ihren Höhepunkt erreichte. Dieses Datum entpuppte sich rückblickend als Mehrjahres-Tief. Damals kamen wir zur Conclusio, dass im Zuge des Preiskollapses massiver technischer Schaden angerichtet wurde und die Reparatur des Chartbildes einige Zeit in Anspruch nehmen würde.

Die letzten Monate zeigen klar, dass viel Spekulation aus dem Sektor gewichen ist. Ein Großteil der Bullen scheint das Handtuch geworfen zu haben. Volatilität und Interesse der Marktteilnehmer verringerten sich im vergangenen Jahr markant. Wir halten dies für eine langfristig gesunde Entwicklung, die einen festen Boden für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends gewährleisten sollte.

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Wir befinden uns auf einer Reise in die äußersten Sphären des monetären Universums. Die derzeit stattfindenden monetären Experimente werden zahlreiche Konsequenzen haben, deren Ausmaß im Hier und Jetzt schwer absehbar sind. Gold bleibt als Antagonist ungedeckter Papiergeldwährungen ein exzellenter Hedge gegen steigende Preisinflation und Worst Case-Szenarien…

Geldpolitik funkioniert nicht wie ein Skalpell, sondern wie ein Vorschlaghammer. Das Kräftemessen zwischen einer marktbereinigenden, natürlichen Deflation und der von der Politik induzierten Inflation setzt sich fort. Letztes Jahr haben wir für diese Situation den Begriff der „monetären Tektonik“ geprägt, der diese Wechselwirkung beschreibt.

Unserer Ansicht nach steht keineswegs fest, dass die inflationären Kräfte das Rennen machen werden. Allerdings suggerieren die sozioökonomischen Anreizstrukturen und die hohe Verschuldung eindeutig, dass im Zweifelsfalle höhere Inflationsraten toleriert werden. Sollte sich der Inflationstrend umkehren, werden sich ausgesprochene Opportunitäten bei inflationssensitiven Anlagen, wie z.B. Gold und Goldaktien ergeben.

Im Zuge des Preiskollapses des Vorjahres wurde massiver technischer Schaden angerichtet. Die letzten Monate zeigen klar, dass viel Spekulation aus dem Sektor gewichen ist. Ein Großteil der Bullen scheint das Handtuch geworfen zu haben. Solange wir keine Rückkehr zu konservativer Fiskal- und Geldpolitik sehen, verlassen wir das Bullenlager jedoch nicht. Wir halten die derzeitige Abkühlung für eine positive Entwicklung, die einen festen Boden für eine Fortsetzung des langfristigen
Aufwärtstrends gewährleisten sollte.

Die stete Migration des Goldes von West nach Ost setzt sich unvermindert fort. Wir halten es für gut möglich, dass Gold immer stärker gehortet wird und sich die Zirkulation verringert, nachdem es zunehmend von „starken Händen“ gehalten wird.

Goldaktien weisen derzeit ein klar asymmetrisches Auszahlungsprofil auf. Im Zuge der Marktbereinigung wurden seitens der Minen neue Prioritäten gesetzt und Rentabilität und Kapitaldisziplin der Maximierung der Goldförderung vorgezogen. Zudem gibt es derzeit keinen Sektor, dem seitens der Investorenschaft größere Skepsis entgegengebracht wird.

Aus technischer Sicht gehen wir davon aus, dass sich der Goldpreis am Ende seiner langen Konsolidierungsphase befindet. Aufgrund der eindeutig positiven CoT-Daten, des negativen Sentiments und der Saisonalität sind wir der Überzeugung, dass die Bodenbildungsphase de facto beendet ist. Das Potenzial auf 12-Monats-Sicht sehen wir bei USD 1.500.

Langfristig erwarten wird, dass die parabolische Trendbeschleunigungsphase noch bevorsteht. Im Zuge dieser sollte unser
Langfrist-Ziel von USD 2.300 am Ende des Zyklus’ erreicht werden.

Zum Goldreport 2014 „In Gold we trust“ der Incrementum AG

Für die Hörer der Metallwoche senden wir heute ein Interview zum Goldreport 2014 mit Ronald Stoeferle und Mark Valek



 

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