Goldreport 2012 – In Gold we trust

15. Juli 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Ronald Stöferle

Das Fundament für neue Allzeithochs ist gelegt. Kurzfristig scheint die Saisonalität für eine weitere Seitwärtstendenz zu sprechen, ab August beginnt jedoch bereits die saisonal beste Phase. Als nächstes 12-Monats-Ziel sehen wir die Marke von 2.000 USD. Wir erwarten, dass die parabolische Phase noch bevorsteht. Im Zuge dieser Trendbeschleunigung sollte zumindest unser Langfrist-Ziel von 2.300 USD erreicht werden. Einige historische Vergleiche lassen sogar deutlich höhere Preis-Sphären realistisch erscheinen…

Seit unserem ersten Goldreport sprechen wir von einer sukzessiven Remonetarisierung von Gold. Im letzten Jahr gab es zahlreiche Belege dafür, dass Gold langsam „politisch korrekt“ zu werden scheint. Gold wird nun immer häufiger als Geld oberster Güte und immer weniger als Commodity betrachtet. Zudem feiert Gold eine Renaissance im klassischen Finanzwesen. Der Grundstein für eine Rückkehr zu ‘Sound Money’ dürfte gelegt sein. Wir gehen davon aus, dass die derzeit statt findende Rückbesinnung auf den jahrtausende alten monetären Status signalisiert, dass der Bullenmarkt nun in eine neue Phase eingetreten ist.

Negative Realzinsen bedeuten ein optimales Umfeld für Gold. Während der 20-jährigen Goldbaisse der 1980er und 90er Jahre, lag das Realzinsniveau bei durchschnittlich +4%. Seit 2000 ist der Realzins in 51% aller Monate im negativen Terrain, was ein optimales Umfeld für Gold bedeutet. Nachdem die Federal Reserve ihre Nullzinspolitik nun bis zumindest Ende 2014 fortsetzen wird, sollte dies weiterhin negative Realzinsen und somit ein positives Fundament für weitere Goldpreisanstiege bedeuten.

Wir glauben, dass finanzielle Repression in ihren unterschiedlichsten Facetten, im Laufe der nächsten Jahre immer weiter um sich greifen wird. Obwohl wir mit der höchsten Staatsverschuldung in Friedenszeiten konfrontiert sind, steht eine tiefgreifende Haushalts-Konsolidierung scheinbar nicht zur Diskussion. Die erforderlichen gravierenden Einschnitte werden aufgeschoben. Eine schmerzlose Therapie der Probleme scheint es nicht zu geben. Wir glauben, dass Gold eine wirksame Medizin ist.

Mining-Aktien stellen derzeit eine Spekulation mit hoher Hebelwirkung und attraktivem Chance/Risiko – Profil dar. Es sollte jedoch einmal mehr hervorgehoben werden, dass wir Gold als Währung und somit als Form des Sparens sehen, während wir Goldaktien als Investment sehen.

Gemäß Leonardo da Vinci ist Einfachheit die höchste Stufe der Vollendung. Wir glauben, dass Gold ein einfaches, günstiges und verlässliches Mittel ist, um sich gegen die derzeit vorherrschenden systemischen Risiken abzusichern.

Autor: Ronald-Peter Stöferle, Erste Group Bank AG —> Zur Studie

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2 Kommentare auf "Goldreport 2012 – In Gold we trust"

  1. gilga sagt:

    Auf diesen Report freue ich mich schon eine Weile… sehr zu empfehlen ist übrigens auch der „Nothing to Spare“-Ölreport des gleichen Autors.

    Vielen Dank für die Verlinkung!

  2. FDominicus sagt:

    Sehr optimistisch, wäre zwar wünschenswert, aber sicher nicht realistisch. Die Betrüger aller Parteien und Länder werden sich schon etwas einfallen lassen.

    Grüsse aus Brusel

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