Goldmarkt 2014 angeblich von Deutschen überrannt

6. November 2013 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Haben Sie 2014 schon etwas vor? Ist ja gut! Wir wissen schon, was Sie tun werden. Gold kaufen… und das rauen Mengen! Das zumindest hat das World Gold Council (WGC) in einer Umfrage in Deutschland heraus gefunden. Nein? Was habe ich lachen müssen…

Es gibt also Neuigkeiten aus dem Land der Dichter und Denker. „World Gold Council Studie belegt hohes Marktpotential von Tresorgold für deutsche Banken“. Soweit die Überschrift. Wie dem auch sei, nach diesem bislang miesen Goldjahr strahlt das Blech wenigstens dann 2014 so hell wie noch nie, denn die Deutschen werden bis zu 24 Milliarden für Goldkäufe aufwenden, so die Studie mit einer Umfrage unter Leuten mit einem Guthaben von 15.000 bis einer Million Euro.

Ja, es sind diese trüben und langweiligen Nachmittage im November, die durch eine plötzliche Pressemitteilung doch versüßt werden – wo auf einmal ein Lachkrampf über die Bauchmuskulatur herfällt und sich dort dann hartnäckig einnistet.

Die folgenden Zeilen entstanden also wieder mal unter widrigen Umständen.

Die „offene Nachfrage“ beläuft sich laut WGC auf 24 Milliarden Euro im nächsten Jahr. Ich muss kurz meinen Lachkrampf unterbrechen und nachrechnen. Oh Wunder! 24 Milliarden Euro sind schließlich keine Kleinigkeit bzw. nach aktuellem Stand 32 Milliarden US-Dollar. Das ist immerhin ein Drittel der gesamten Welt-Gold-Produktion.

Halten Sie kurz inne. Ich muss es auch. 

Wer weiß, wo man die Umfrage getätigt hat? Vor einem Gold-Shop? Wir wissen es nicht, dafür aber, dass die Deutschen im zweiten 2. Quartal 2013 immerhin 40,6 Tonnen erworben haben. Im ersten Quartal 2013 waren es 18,7 Tonnen – also Peanuts im Verhältnis zu dem, was 2014 passieren wird.

Die Umfrage unter 1.700 Deutschen ergab also eine Kaufwut-Summe von umgerechneten 24 Millionen Unzen (!) bei einem Goldpreis von gerade 1.000 Euro pro Unze. Das sind rund 750 Tonnen (!) und damit sind wir auf Augenhöhe mit dem chinesischen und indischen Milliardenvolk. Die Nachfrage wird sich hierzulande demzufolge vielfach vervielfachen. 

Aber es kommt noch besser…

„Die Studie belegt das starke Interesse deutscher Anleger nach Tresorgold-Produkten, welche die Steuervorteile von Direkteigentum an physischem Gold mit dem Komfort und der Liquidität eines klassischen Anlageprodukts verbindet“

so Robin Martin, Europamanager beim World Gold Council. Das folgende Zitat aus der Pressemitteilung möchte ich völlig unkommentiert stehen lassen, da meine Luftvorräte bereits zur Neige gehen…

„Das Angebot von Tresorgold über etablierte Banken maximiert das Vertrauen und die Einfachheit, mit der Anleger in Gold investieren können“

Ich kann nicht mehr!

„70 Prozent der deutschen Haushalte sind an einer Goldanlage interessiert“, heißt es weiter. Ein Drittel der Neuinvestoren werden „wahrscheinlich“ oder „höchstwahrscheinlich“ zuschlagen. Jaja, das sagen meine Bekannten schon seit 2006 und seitdem immer wieder. Im nächsten Jahr also… Da bebt der Eagle und da klappert der Krügerrand bis sich die „Maple Lears“ biegen. Seien Sie vorsichtig! Da steht offenbar ein kollektiver Rausch vor der Tür! Autsch, meine Bauchmuskeln! Und es kommt sogar noch viel besser…

Laut des WGC wollen 80 Prozent der kaufwütigen Bürger die „Goldanlage“ bei einer Bank kaufen und sie dort in ihrem Namen dort verwahren lassen. Die folgenden Zeilen werde unter dem Schreibtisch zu Ende bringen müssen. 

Wir gehen also goldenen Zeiten entgegen. Die Deutschen werden nächstes Jahr Gold-Weltmeister. Zu anderen Weltmeistertiteln reicht es leider immer seltener…


 

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3 Kommentare auf "Goldmarkt 2014 angeblich von Deutschen überrannt"

  1. EuroTanic sagt:

    In meinem Bekanntenkreis hat niemand das Geld um auch nur ein Gramm Gold zu kaufen. Viele wissen nicht mal den Preis oder geschweige denn den Wert von Gold.
    Für die ist das „unbekanntes Land“, oder Neuland, wie unsere geliebte Kanzlerin zu Scherzen beliebt.

  2. stonefights sagt:

    Hallo Frank,
    da helfe ich mal deiner Phantasie vom Schreib-Boden hervor:
    „…Das sind rund 750 Tonnen (!) …“

    Und ? Dann „verLAGERN“ wir die lt. http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/BBK/2013/2013_01_16_lagerstellenkonzept_goldreserven.html
    674 Tonnen aus Paris und New York gleich in 2014. Zusammen mit den „Quartalskäufen“ der aufgeweckten Bürgen sind das noch weit mehr als die Studie „offenbart“ 😉
    „LAGER“ ~ „einKAUFEN“, weil der Schirm über Frankreich bestimmt nicht kostenfrei halten wird und an USA schließlich unsere Daten Flut nicht verschenkt werden sollte.
    Alles hat seinen Preis, oder war es Wert,
    nur das Lachen hat seinen Schmerz.
    LG, stonefights

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