Goldig – Nur keine Angst!

25. Mai 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Bankhaus Rott

Die australische Perth Mint ist eine in Staatsbesitz befindliche Prägeanstalt, die neben der Ausgabe und dem Vertrieb von Edelmetallmünzen und Barren auch die Lagerung anbietet. Bei der Lagerung wird grundsätzlich zwischen den allocated accounts und den unallocated accounts unterschieden… Nebenbei spricht die staatliche Institution auf Ihrer Website aber auch ganz offen von der Möglichkeit der physischen Lieferung der Edelmetalle.

Während der deutsche Medienmichel sich in aller Bescheidenheit damit zufrieden gibt, wenn das Gold in Tresoren auf US-amerikanischen Boden liegt, gibt die Perth Mint explizite Ratschläge, wie der Investor sich in verschiedenen politischen Umfeldern zu verhalten hat. Diese Hinweise sind offenherzig, ein Charakterzug, den der an Verwässerung und offensichtliche Falschaussagen gewohnte EU Bürger leider eher aus der Erinnerung denn aus der Gegenwart kennt.

Die Institution, die seit 1899 existiert, formuliert ihre Vorschläge folgendermaßen:

The Perth Mint has long advocated a staged approach to storing precious metals:

  • 1. While the world environment is benign, hold unallocated, saving on ongoing storage costs and fabrication charges.
  • 2. When the world environment becomes uncertain and risky, convert to allocated if you personally are concerned.
  • 3. When the world is at a crisis point, take delivery.

Ein Argument für den unallocated account ist die kostenlose Lagerung. Bei den allocated accounts fallen analog zu einem Bankschließfach die üblichen Kosten an. Diese kann man als Versicherungskosten betrachten.

This approach can save significant amounts of money as it may be some time between stage 1 and 2. Clients who do not feel they can judge the shift from stage 1 to 2, or feel it may be sudden and unpredictable, opt for allocated as they are using precious metals as „insurance“ and see the storage fees as the cost of that insurance.

Hier die Beschreibung der verschiedenen Konten nach Lesart der Perth Mint.

Allocated: Allocated storage is the traditional way of holding precious metals.  Clients purchase specific physical coins or bars from the Mint.  The Mint removes these from its operating inventory and places them in the Perth Mint Depository vault under the client’s account number (to preserve client’s privacy from vault staff).

Allocated precious metal is therefore segregated from the Mint’s operating inventory and is held under a custody arrangement.  Allocated metal does not appear on The Perth Mint’s balance sheet.

Der Anleger hat also einen Anspruch auf einen Pool an nicht näher spezifizierten Edelmetall Positionen. Als Verbindlichkeit taucht dieser Anspruch in der Bilanz der Mint nicht auf. Das ganze ist kostenlos – warum sich das für die Mint angeblich lohnt, ist auf der Website des Unternehmens in Länge und Breite nachzulesen.

Unallocated: With unallocated storage (existing clients only), clients have purchased an interest in a pool of precious metal held by The Perth Mint.  The Mint purchases an ounce of precious metal from the spot market for every unallocated ounce it sells to clients.  Accordingly every unallocated ounce is 100% backed.

The precious metal purchased by the Mint is recorded on its balance sheet as an asset and the unallocated amounts sold to clients are recorded as a liability.

Der Investor kann also zwischen einem verbrieften Anspruch auf den Teil des Gesamtbestandes der Prägeanstalt vertrauen. Er kann sich für Ansprüche auf definierte Barren entscheiden oder aber sich die Barren und Münzen aushändigen lassen… (—> Seite 2)

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3 Kommentare auf "Goldig – Nur keine Angst!"

  1. DonSarkasmo sagt:

    Alles zu kompliziert. Ein ganz anständiges (selbstverständlich physisches) Goldvermögen paßt in einen Schuhkarton. Und den bringe ich sicher unter. Egal, wo. Diebstahlsicher, feuersicher, erdbebensicher und verlustsicher. Und so, dass ich ihn im Bedarfsfall schnell zur Hand habe. Nur so macht das für mich Sinn.

  2. stonefights sagt:

    Bei diesem beschriebenen Geschäftsgebaren könnte es sich auch wieder um ein erträgliches Vertriebsmodell handeln, welches solange funktioniert, wie die Mehrzahl der Teilnehmer an die Richtigkeit glauben.
    Zumindest für den europäischen Kleinanleger kann ich keinen erheblichen Vorteil erkennen, welcher mich mit 100% Sicherheit gegenüber anderen (ungleich physischen und gleichzeitig im persönlichen, schnellen Zugriff befindlichen) EM-Anlageformen besser stellen sollte.

    Ich will meinen Eindruck mal mit einer Feuerversicherung skizzieren:
    Vers.makler:“Du kaufst bei uns die Anwartschaft für eine Feuerversicherung, bekommst aber keine Police, sondern das verbürgte Recht, eine Police zu bekommmen, wenn du möchtest, z.B. wenn deine Hütte brennt“.
    Ich:“Super, was ist denn, wenn das ganze von euch verbriefte Land brennt, dann kommt ihr gar nicht mehr nach mit dem Policen-Drucken…,oder ?, im Zweifel werdet ihr ‚abgewickelt‘, meine Hütte ist abgebrannt, und ich habe keine Police in der ‚HAND‘ !“

    lg, stonefights

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