Goldhamster oder Gold hamstern?

28. August 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Und? Schon gehamstert? Mein Nachbar hat einen Goldhamster gekauft. „Ich bin doch nicht blöd!“ rief er über den Zaun. Er badet ihn regelmäßig in Danziger Goldwasser.

Ein anderer Bekannter setzt auf „Mehr-Schweinchen“.

Warum nur rät unsere Regierung den Leuten, ein paar Vorräte anzulegen? Bekanntlich geschieht in der Politik nichts zufällig. Und wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf dieser Weise geplant war. Nein, das sagte nicht mein Nachbar, sondern der frühere US-Präsident Roosevelt.

Vorsorge ist inzwischen längst aus der Mode gekommen. Dabei würde schon ein Stromausfall oder Schneechaos für ordentliches Chaos sorgen. Das Ungemach kündigt sich leider wie ungebetener Besuch nur selten vorher an. Der kommende Ärger am Finanzmarkt hingegen hat eine gewisse Vorlaufzeit.

Die Börsen blieben in dieser Woche von Hamsterkäufen verschont. Auf der Hamsterliste stand jedoch auch nichts von Aktien. Die Experten wissen auch nicht so recht, wohin der DAX getrieben wird. Sie sagen, er könnte steigen oder auch fallen. Vielleicht wäre er schon teuer, könnte aber noch teurer werden – wenn er nicht billiger wird. Suchen Sie sich was aus!

Mit dem Charme rotierender Wegweiser traf sich im amerikanischen Jackson Hole der Rat der ratlosen Zentralbanker. Die einen sagten so. Die anderen so. Warum ich das erwähne? Ich weiß es nicht. Eingezwängt zwischen Gelddruckerei und dem Ausrotten der letzten Zinsen bleibt den mächtigsten Politikern der Welt kaum noch Spielraum. Seit Monaten werden wir an der Nase herumgeführt mit der „Zinswende“. Wenn Verbalakrobatik und sich widersprechende Aussagen die normale Geldpolitik inzwischen sind, muss es ja ernst sein…

Wer genau hinschaut, kann heute schon ahnen, dass sich Unheil in Sachen Geld und seiner Kaufkraft längst ankündigt. Da sorge ich lieber mit etwas Gold statt Luftgeld vor. Ich bin doch nicht blöd! Übrigens findet man die US-Notenbank jetzt auch auf Facebook. Dort könnte man ihr mal richtig die Meinung geigen. Doch zuvor müsste man sie erst als „Freund“ liken. Nur, wer will das schon?

© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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