Goldener Denkfehler

17. Juni 2015 | Kategorie: RottMeyer

In einem Interview mit dem „Gold Report“ meldet sich Gwen Preston mit einer bemerkenswerten Aussage zu Wort. Gold könne nicht mehr fallen. Solche Äußerungen sind unabhängig von der Assetklasse mit Vorsicht zu genießen…

Die Begründung ist so altbekannt wie falsch.

Gwen Preston: First, the price of gold can’t go any lower. The current range of $1,170–1,210 per ounce ($1,170–1,210/oz) represents gold’s lower-end price range. That’s because all-in sustaining costs for the industry now average about $1,100/oz when you include the interest that major gold producers pay on their debt. There absolutely is demand for physical gold, and the price has to be at least what it costs to produce the metal.

Fragen Sie mal einen US-Gas Förderer, ob sich ein Rohstoff jederzeit für seine Förderkosten interessiert. Auf sehr lange Sicht mag das anders aussehen, kurzfristig jedoch sind die Förderkosten irrelevant. Zudem darf man sich seit Jahrzehnten über die verschiedensten Arten der Berechnung von Förderkosten amüsieren. Die vermeldeten Zahlen sind oft nicht inhaltsreicher als manche Bankbilanz. Die Einbeziehung der von den Minen gezahlten Zinsen ist schlechterdings ein Witz. Es genügt eine Pleite und die Übernahme der Assets durch einen Konkurrenten zu einem niedrigen Preis inklusive Schuldenrestrukturierung und die ach so fixen Kosten sehen ganz anders aus.

„Gold can’t go any lower“ ist daher höflich formuliert irreführend.

Das heißt nicht, dass Gold fallen muss. Es heißt aber, dass es über Null immer die Möglichkeit fallender Kurse gibt.




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