Goldcrash!

8. Oktober 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

Manchmal bekommen Anleger an der Börse sogar etwas „geschenkt“. Die Kunst besteht dann darin, die Offerte als solche zu erkennen und beherzt zuzugreifen…

Zufälle gibt´s… Die steht die Deutsche Bank am Tag der Deutschen Einheit (Montag, 03. Oktober) bereits mit einem Bein im Grab. Und schon am nächsten (!) Handelstag (Dienstag, 04. Oktober) gehen nicht etwa Bankaktien in den freien Fall über. Nein, ausgerechnet den Goldpreis erwischt es:

Das Fieberthermometer der Finanzmärkte, der wahre Hüter über das Papiergeld und über die Zentralbankbürokraten dieser Welt gerät just in dem Moment ins Trudeln, da jeder, der nicht vollkommen blind ist, erkennen muss, was in unserem Geldsystem gerade passiert:

Das weltweite Finanzsystem kollabiert, und es ist längst in Stein gemeißelt, das noch sehr viel dramatischere Tage vor uns liegen als zuletzt. Merken Sie sich diesen Satz. Er wird uns in den kommenden Jahren noch öfter unterkommen.

Unterdessen klingen die Erklärungen der Experten für das Unerklärliche beim Gold, wie soll man sagen, „niedlich“ trifft es vielleicht. Oder auch ahnungs- und hilflos:

Die US-Notenbank habe durchblicken lassen, im Dezember die Zinsen anheben zu wollen. Womöglich sogar stärker als gedacht. Seltsam nur, dass die Aktienmärkte auf diese „Hiobsbotschaft“ überhaupt nicht reagiert haben. Für die sind steigende Zinsen bekanntlich überhaupt kein Segen, weshalb jeder Anflug von Zinsanhebungsrhetorik hier sonst IMMER für Turbulenzen sorgt. Diesmal nicht.

Stattdessen kommt Gold im Zuge des neuesten Zinsanhebungsmärchens unter die Räder – während Aktienanleger nur teilnahmslos mit den Schultern zucken.

Selten wurde die Absurdität dieses ganzen Schauspiels so deutlich wie in dieser Woche.

Die durchschaubaren Bemühungen des Finanzkartells, mit Hilfe gezielter Leerverkaufs-Attacken die Preise von Papiergold und -silber zu zertrümmern, erreichen damit einen weiteren Höhepunkt. In den kommenden Wochen werden sich die Strippenzieher gewaltig ins Zeug legen müssen.

Denn wie die folgende Abbildung zeigt, notiert der Goldpreis immer noch sehr komfortabel oberhalb seines wichtigen 50-Wochen-Durchschnitts (blaue Linie). Darüber ist Bullenterrain. Kritisch wird es erst sollte, der Goldpreis auf Basis Wochenschlusskurs unter 1.228 US-Dollar je Feinunze abrutschen.

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Da diese wichtige Zone auch den in Frage kommenden Akteuren bekannt ist, sollten Sie vorsichtshalber damit rechnen, dass genau dies passieren könnte. Womöglich an einem Tag, da vielen ahnungslosen Irrlichtern unter uns wie Schuppen von den Augen fällt, wie desolat die Lage unseres weltweiten Schuldgeldsystems mittlerweile geworden ist. Keine Sorge, solche Tage werden kommen.

In einem solchen Umfeld ließe sich das „Fußvolk“ mit einem Kursrutsch bei den Edelmetallen, der gegen jede Logik daherkommt, besonders wirkungsvoll aus dem Gold vertreiben. Zumindest solange an den Finanzmärkten noch genügend Blindschleichen und andere gutgläubige Narren unterwegs sind.

Was jetzt zu tun ist? Goldanleger sollten sich auf eine längere Holperstrecke einstellen. Derart massive charttechnische Schäden, wie in dieser Woche beim Gold gesehen, werden nicht an einem Tag wieder ausgebügelt.

Dass sie ausgebügelt werden, steht jedoch außer Frage.

Spätestens wenn die US-Notenbanken kleinlaut einräumen muss, dass es mit der immer wieder angekündigten Zinswende im Dezember nun leider doch nichts wird, dürften auch viele verwirrte Goldanleger wieder klarer sehen. Dabei kann schon heute jeder wissen: Die Eintrübung der US-Wirtschaftsdaten, der schwache US-Arbeitsmarkt, flankiert von einer Ausweitung der Krise bei der Deutschen Bank, wie auch im italienischen Bankensektor, macht es der Fed auf absehbare Zeit unmöglich, die Zinsen anzuheben.

Die Zeit, bis sich das herumspricht, kann man natürlich nutzen. Gerade bei den Goldminenaktien bieten sich jetzt ganz unverhofft noch einmal herausragende Kaufgelegenheiten. Nach der jüngsten Mega-Rallye des Sektors ist der jüngste Rücksetzer ein „Geschenk der Börsengötter“. Noch mehr allerdings bieten sich die Silberwerte an.

Wie neulich an dieser Stelle schon einmal bemerkt: Machen Sie was daraus!

Andreas Hoose Antizyklischer Börsenbrief

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Ein Kommentar auf "Goldcrash!"

  1. cubus53 sagt:

    Ich habe es hier schon mal geschrieben, aber wiederhole mich gerne. Angenommen, die Zinsen in den USA werden erhöht. Sagen wir um sagenhafte 0,5% ? Angenommen, Sie hätten ein Tagesgeldkonto in Höhe von 10000 Dollar (wer hat das schon). Dann bekämen Sie pro Jahr 50 Dollar mehr ausbezahlt, pro Tag ca. 14 Cent.

    Was wollen Sie damit anfangen ? Die Schulden für Ihr Haus tilgen oder einmal Essen gehen ? Für zwei Pizzen mit gutem Wein sollte es reichen.

    Dieser lächerliche Betrag soll es also wert sein, Gold und Aktien in Panik zu verkaufen ? Nein, es dient wohl eher dazu, uns glauben zu lassen, alles wäre in bester Ordnung. Der Traum vom Endsieg wird je gerne weiter geträumt, selbst wenn die Umgebung schon in Schutt und Asche liegt.

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