Goldcrash: Triumph der Papiergeldkönige…

25. Juli 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

Die monatelange Hängepartie ist endlich beendet. Seit dieser Woche kann es jeder sehen: Gold ist unnütz und als Anlageobjekt nicht zu gebrauchen…

Nachdem Griechenland nun endlich gerettet ist, die Lage in China vielleicht doch nicht so düster aussieht, wie noch vor einigen Wochen befürchtet, und selbst hier zu Lande die Sonne von einem wolkenlosen Himmel lacht, hat mancher schon mit dem Gedanken gespielt, ein paar Tage Ruhe und Entspannung könnten womöglich eine gute Idee sein.

Schließlich ist Sommer. Eine Dauerkarte fürs Freibad, ein Zeltplatz an einem erfrischenden Bergsee oder ein Campingurlaub am Mittelmeer – wer braucht da noch Aktienkurse?

Doch offenbar fällt den Finanzmärkten derzeit nahezu täglich eine neue Gemeinheit ein, mit der sie dem geneigten Sommerfrischler ordentlich die Laune verhageln können. Ich vermute stark, dass dies der einzige (!) Grund war, warum das Gold so plötzlich in die Arena geschickt wurde.

Gold! Ausgerechnet!

Da hatte man von dem Zeug monatelang weder gehört noch gelesen – und dann sowas: Mitten in der Nacht zum Dienstag, noch im asiatischen Handel, da taumelte der Goldpreis urplötzlich in die Tiefe.

Von wegen, die Chinesen kaufen Gold. So ein Unsinn! Sie VERKAUFEN es! Das sieht man doch! Und spätestens seit Dienstag dieser Woche ist das sonnenklar…

Doch nicht nur das: Mit einem Donnerschlag wurde jetzt eine besonders wichtige charttechnische Unterstützungszone pulverisiert. Nein, nicht irgendeine Unterstützungszone, sondern die ALLES entscheidende.

Fragen Sie mal einen Charttechniker, was er von der folgenden Abbildung hält. Er wird Ihnen wortreich erklären, dass Gold als Anlagevehikel ab sofort keine Daseinsberechtigung mehr besitzt. Es sei völliger Müll, bestenfalls Anlageschrott, ansonsten zu nichts zu gebrauchen. 1.000 US-Dollar je Unze stünden als nächstes auf der Agenda. Vielleicht auch 800 oder 600. Genaues wisse man leider nicht.

Mit einem Wort: Ein Bärenmarkt. Und wahrscheinlich einer für den Rest Ihres Lebens…

Goldmüll

Die Kollegen von der „Welt“, die traditionell ein besonders feines Gespür für die seismographischen Bewegungen der Edelmetalle haben, wissen Ähnliches zu berichten:

Nachdem die „Krisenwährung“ selbst auf die schlimmsten Krisen dieser Welt nachweislich nicht mehr reagiere, Inflation auf absehbare Zeit sowieso kein Problem mehr sei und sogar China viel weniger Gold besitze als alle Experten vermutet hatten, brauche in Zukunft niemand mehr Gold.

Moment mal: Die Chinesen haben nicht womöglich eine Null vergessen bei der jüngsten Bilanzierung ihrer Goldreserven? Nur so zur Sicherheit, um bei weiteren Zukäufen ein, sagen wir mal, freundliches Umfeld vorzufinden…

Aber nicht doch! Was sind denn das für Verschwörungstheorien?! Chinesische Wirtschaftsdaten waren schon immer über jeden Zweifel erhaben. In Wahrheit hat ein neues Zeitalter begonnen! So erklärt es uns „Die Welt“.

Das sind doch endlich einmal gute Nachrichten in diesen turbulenten Tagen. Gold ist unnütz! Na bitte! Wir feiern den Triumph der Papiergeldkönige. Viele wussten es ja schon immer.

Eine Bekannte ist in dieser Woche übrigens aufgebrochen, um sich noch ein paar Goldmünzen zu sichern. Sozusagen vom Strandkorb weg, in aller Eile. Ausgerechnet jetzt! Dummerchen…
Andreas Hoose – Antizyklischer Börsenbrief

Print Friendly, PDF & Email

 

12 Kommentare auf "Goldcrash: Triumph der Papiergeldkönige…"

  1. Sundance sagt:

    Wenn man sich den 6 Monats-chart vom Gold und 12 Monats-chart vom € zum $ ansieht, ist nicht viel passiert. In € kostet das Gold das Selbe wie vor 1 Jahr.
    Und egal wie der Preis ist, im Grunde hat sich am pysischem EM nichts geändert.
    1960 kostete 1 Brot 3g Silber und heute ist das immer noch so.
    EM sollte man deshalb pysisch horten, aber nicht auf der Bank.

    Schätze das EM in den nächsten 3 Monaten enorm zulegen werden.
    Im Moment wird der Preis gedrückt , weil die großen player Long gegangen sind.
    Vllt sehen wir noch 800€, aber würde mich nicht darauf verlassen und lieber abwarten, bevor man bei 830€ ggf zu spät kommt.

    • toter_esel sagt:

      Auf mich wirken die Drückungen immer offentsichtlicher und verzweifelter. Es ist doch geradezu lächerlich: nachdem freitags die „offiziellen“Goldreserven Chinas bekannt wurden, hat jemand montags früh von New York aus für 2,7Mrd.$ Gold auf dem Papier in den Markt geschmissen. Das völlig irrationale Shorten ist vergleichbar mit einem Besoffenen, der merkt, dass er nüchtern werden könnte und gleich weiter saufen muss… aber halt immer mehr.

      Viele werden die Artikel des Autors Copypaste im Focus, in der Welt usw. nicht mal ansatzweise als perfides Goldverbot verstehen. Ohne Zuhilfenahme der Medien hätte die Preismanipulation eh nicht funktioniert, denn dann hätten die Menschen für Nachfrage und nicht für weiteres Angebot auf dem physischen Gold- und Silbermarkt gesorgt.

      Ich bleibe bei meiner These: diese Form des Handeln mit Edelmetallen wird demnächst eingestellt und neu geregelt, und vorher müssen (wegen Abwicklung in cash) die Kurse so niedrig wie möglich sein. Möglicherweise schiebt man den Ölpreis vor, und da Edelmetalle (auch) als Rohstoffe gelten, wird auch hier der Handel reguliert.

      Wie auch immer, auf Überraschungen sollte man sich einstellen. Dafür ist die ganze Inszenierung zu absurd geworden.

      • Sundance sagt:

        2,7Mrd $ sind ca. 800 t echtes Gold.
        Wenn hier einer Leer verkauft, will er seinen Gewinn verdoppeln, die stop/loss mitnehmen.
        Die zittriegen Hände abkassieren.
        Nachdem Gold schon reichlich in € optisch gefallen , in $ real gefallen ist, kommt doch keiner mehr aus dem $ Raum und schmeißt soviel auf einmal raus!
        Der würde doch langsam aussteigen, weil er wissen muss das der Kurs sonst crashed.
        Also ist es seine Absicht, um unten günstiger die Deckung zu kaufen + physisches Gold.!
        Dann den Kurs ins Extrem treibt-das ist das Börsenspiel. Sell on good news!

        Goldverbot kann man daraus nicht gerade ableiten, wenn es auch zum Plan der NWO gehört.
        In dem Fall kann man mit Gold in Bitcoin gehen.
        Bitcoin stagniert ja nur mangels Warenangebot, das dann nachrücken würde.

      • Sundance sagt:

        Wenn Du kannst, besorge Dir mal die Software: recorded future

  2. waltomax sagt:

    Das Schöne ist, dass sämtliche Charts manipuliert werden, nur die von Gold und Silber nicht.
    Doch leider kann ich meine EM nicht veräußern, da mir diese einfach zu schwer zum Tragen sind. Hernach reißt mir die Plastiktüte.

  3. georgeorwell sagt:

    Aus dem „Hanselsblatt“ (Gold sinkt weiter)

    „Am Montag hatte ein rasanter Kursverfall beim Gold die Börsen aufgeschreckt. Binnen weniger Sekunden wurden etwa (!!!) 13 Millionen Tonnen Gold (!!!) verkauft. Die Anleger in Shanghai reagierten darauf. Eine Analyse der Nachrichtenagentur Reuters legt allerdings nahe, dass es nicht die chinesischen Aktionäre waren, die den Goldpreis so tief sinken ließen, sondern die US-amerikanischen. “

    Bei der verkauften Menge hat sich der Preis ja recht gut gehalten.

  4. Bobo sagt:

    Die Alchimisten damals hatten mit seltsamen Chemikalien natürlich ohne jeden Erfolg versucht, Gold herzu stellen. Findige Banker konnen jetzt endlich Gold aus dem nichts heraus erschaffen. Dazu brauchen sie nur einen Stift und etwas Papier, bzw einige Klicks auf dem Computer. Von diesem Gold kann man beliebig viel herstellen und natürlich auch beliebig viel verkaufen. Problematisch wird es erst, wenn jemand für sein künstlich hergestelltes Gold physische Auslieferung verlangt. Irgendwann könnte dann ein schnell wachsender Spread entstehen zwischen diesen beiden Goldarten. Verkauft wurde nur das künstliche, ais dem nichts erschaffene Gold, was den Crash auslöste.

  5. Michael sagt:

    Das Entfernen von Geld aus der Wirtschaft erlaubte die Vernichtung der sog. Sparguthaben bevor diese wurden gebildet mit der Absicht die Wirtschaft vor zuviel Kaufkraft zu ‚beschützen‘.

  6. crunchy sagt:

    Anfang April 2011 wetterte ich gegen die Hausse und verkaufte den Silberbestand, den ich
    ek.steuerfrei verkaufen durfte bei 41+ Dollar. Bei ca. 28 Dollar kaufte ich diesen Teil zurück
    und investierte den Gewinn zwischen 26 und 28 Dollar.
    Unter 26 Dollar hielt ich die Füße still. Für meine damaligen Prognosen, die bis 21 und
    auch darunter gingen, wurde ich hier gesteinigt.
    Ganz kurz: Ich kaufe Silber. Gold mag ich aktuell nicht.
    Ich fürchte bei Gold desweiteren einen staatlichen Eingriff.

  7. Leo78 sagt:

    Die Eurokrise hat sich dramatisch zugespitzt, Griechenland war nur Zentimeter vom Grexit entfernt, dieser hätte ein finanzpolitisches Erdbeben in der Eurozone ausgelöst. Für jeden mit gesundem Menschenverstand ist es offensichtlich, dass der Euro in dieser Form nicht mehr lange funktionieren wird. Und dennoch stürzt der Goldpreis ab. Das ist doch der offensichtliche Beweis, dass der Goldpreis brutalst manipuliert wird. Gold soll als sicherer Hafen in den Augen der Anleger diskreditiert werden, man will die Leute vom Gold fernhalten und ihnen vorgaukeln, dass es keine Alternative zum Papiergeld und zu Aktien gäbe. Das ist ganz leicht zu durchschauen. Aber es wird der Tag kommen, an dem die Papierwährungen, allen voran der Euro, zerbröseln und der Goldpreis explodieren wird. Ich freue mich derweil über die willkommene Gelegenheit, meine Vorräte aufzustocken. Das sind richtige Kaufkurse, Zuschlagen heißt die Devise!

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.