Gold und Silber: In die falsche Gasse geschickt. Hinrichtung folgt.

20. Februar 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Jetzt, da Sie Ihr Gold und Silber ja hoffentlich weggeworfen haben, super gemacht von Ihnen, könnten Sie es jetzt doch auch wieder kaufen. Man weiß ja nie. Unabhängig von dem Debakel am Markt des Blechs habe ich im Buch mit den sieben Siegeln geblättert – im COT-Report. Nicht, dass man die Zahlen im Detail verstehen muss, zumindest aber dessen Struktur. Und dort wird es jetzt spannend.. (von Frank Meyer)

Wie immer werden die Daten für den sagenumwobenen COT-Report bis Dienstag einer Woche gesammelt und am Freitag 21:30 Uhr veröffentlicht. Dass sich die Struktur im Gold – und Silbermarkt jetzt schon beginnt zu ändern, hatte ich so schnell nicht erwartet. Aber da passiert etwas im Hintergrund. Und das könnten durchaus wertvolle Hinweise für eine künftig mögliche Entwicklung der Preise für Gold und Silber sein.

Erinnern Sie sich noch an die letzte Margin-Senkung für Halter von Gold – und Silber-Kontrakten? Während die einen feierten, habe ich kurz die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. Das kannte ich doch schon aus dem Dezember, als nach der letzten Margin-Senkung kurz darauf die Preise der Metalle sanken. Und so kam am letzten Montag eine neue Einladung an das Plankton der Wölfe, wie sie Ted Butler nennt. Es war die Aufforderung für Kleinspekulanten und Hedgefonds, sich doch noch ein paar Positionen short zu nehmen – und das spätestens, als am Dienstag beim Gold die 200er-Tage-Linie weg gefiedelt worden war. Der Weg war klar, die Tür stand offen. Short! Short! Short! Der Chart hat immer recht. Herrlich! Man musste sie nur durch die Tür locken – und ein paar Tritte verpassen, was auch passierte. Zugleich wurde aber auch die Last der Wölfe kleiner, allein schon durch die geringere Margin-Hinterlegung.

Silber

Nun ist Folgendes passiert: Die neuen Shorties rannten los, die Kurse fielen wegen der neuen Short-Positionen, als der Chart die Tür nach unten aufgemacht hatte. Wer gab sie ihnen? Na, diejenigen, die sie schon hatten. Ganz freiwillig. Im Vergleich zum letzten COT-Report gaben die Non-Commercials 2.244 Long-Kontrakte auf – und gingen 1.545 Kontrakte short. Wie gewünscht. Auch die Kleinspekulanten haben ein paar Longs aufgegeben und sind mit fast 1.000 Kontrakten Short gegangen. Bei den Commercials, also den Wölfen, stehen im COT-Report plötzlich 5.889 Long-Kontrakte neu angeschrieben…

Gold

Beim Gold ist es noch deutlicher. Non Commercials sind mit fast 12.000 Kontrakten wie gewünscht short gegangen – und die Keinspekulanten mit zusätzlichen 4.303 Kontrakten. Wer hat sie denen auch hier gegeben? Die, die sie besaßen. Die Commercials. Sie haben 4.672 Kontrakte auf der Short-Seite geschlossen und sind zugleich 9.282 Kontrakte long gegangen.

Damit hat sich das erste Mal seit Monaten die Struktur im COT-Report deutlich geändert. Mit dem gestrigen Tag ist der neue COT-Bericht fertig, der aber erst am kommenden Freitag 21:30 Uhr veröffentlicht wird. Sollte sich der Trend bestätigen, dass die Wölfe ihre Shorts abgebaut und noch weiter long gegangen sind, so haben sie weitere dankbare Abnehmer für ihre Positionen gefunden. Bis gestern, zum Stichtag des COT-Reports standen die Kurse unter Druck und die Tür für neue Shorts sperrangelweit offen. Die Sterne standen für die Wölfe günstig, um ihre Position den Chart-Lemmingen zu geben und damit die Gegenseite einzunehmen. Sie konnten sich so sicher sein. Beide. Es ist vielleicht doch keine so gute Idee, jetzt seine Metalle noch zu entsorgen.

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