Gold: Und ewig lockt das GAP

25. August 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Michael, dem „Düsseldorfer“

Mit dem rapiden Preisanstieg im asiatischen Handel am Montag vor drei Wochen, hinterließ der Goldmarkt eine Kurslücke zum vorangegangenen Freitagshandel an der New Yorker Comex im Bereich $1.660 – $1.680. Eine Kurslücke wird auch als sogenanntes „Gap“ bezeichnet und wird in der Regel immer wieder geschlossen. Die Frage ist nur: Wann?

Am heutigen Donnerstag dürfte das „Gap“ magische Anziehungskraft besitzen, zu dicht ist der Markt an diesen Bereich bereits von oben kommend vorgedrungen. Während einige Marktteilnehmer einen „Preisverfall“ des Goldes von dann über $200 und Silber von über $5 konstatieren und wahrscheinlich zum x-ten Male „die Blase ist geplatzt“ vermelden werden, sollten interessierte Gold- und Silberanleger jetzt ganz genau hinschauen.

Haben Sie irgendwo momentan gelesen oder gehört, dass die Papierwährungen vor einer neuen, gewaltigen Aufwärtsbewegung stehen, die das Geldsystem weltweit jetzt durch enorme Kaufkraftgewinne wieder vom Kopf auf die Füße stellen wird? Nein? Ich auch nicht.

„Falls“ sich also (leider) nichts verändert oder zum Besseren gewandelt hat und wir bekanntlich keine Anlageempfehlungen aussprechen, laden wir hier jetzt nur zur sehr genauen Marktbeobachtung ein.

Der Monat August nähert sich dem Ende und damit geht auch die für Edelmetalle tendenziell, schwächere Jahreszeit ihrem Ende entgegen. Im großen Bild betrachtet befinden sich Gold und Silber in langfristigen Aufwärtstrends, wobei der Goldpreis in den letzten Tagen vielleicht etwas zu stark und zu schnell gestiegen ist. Kommerzielle Marktteilnehmer, zu denen auch die sogenannten „Bullion Banken“ gehören, dürften bei der letzten starken Aufwärtsbewegung auf über $1.900 im Gold und $44 im Silber ziemliche finanzielle Schmerzen erlitten haben. Hier wurde zumindest nach einem „Trostpflaster“ gerufen.

Wer den Edelmetallmarkt schon länger verfolgt, weiß, dass Preiskorrekturen nach besonders starken Anstiegen, schnell, brutal und besonders „gerne“ im nachbörslichen Comexhandel eingeleitet werden. Das Ganze dann noch gepaart mit einer weiteren Marginerhöhung der CME-Group in einen bereits fallenden Markt hinein und schon gibt es für einige kommerzielle Händler wieder etwas Entspannung.

Nicht dass ich hier jetzt falsch interpretiert werde… Ich halte Marginerhöhungen in volatilen und sehr stark schwankenden Märkten für durchaus sehr sinnvoll und gerechtfertigt. Einzig und allein der Zeitpunkt, wann diese speziell im Edelmetallsektor vorgenommen werden, lässt mich immer öfter schmunzeln. (Seite 2)

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