Gold: Nur vermeintlich sicher!

19. August 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Wenn es um Gold in der Presse geht, wird das Blech meistens als „vermeintlich sicher“ bezeichnet. Es scheint also nur als sicher, ist es aber nicht…

…denn nur die Staatsanleihen sind der sichere Hafen. Wie witzig! Ich habe kurz die aktuellen Renditen verglichen. Ooops! Da gibt es keine mehr und die Sonne kreist in diesem Universum um die Erde. Die Sichel des Zinssozialismus leuchtet am Firmament.

Ende 2015 notierten Staatsanleihen im Volumen von zwei Billionen Euro im negativen Bereich. Inzwischen sind es jetzt rund zehn Billionen Euro mit negativer Rendite. Wenn der Zins das Barometer für Risiko ist, wurde dieses Risiko offenbar ausgeschaltet. Mit negativen Renditen sind sie sozusagen sicherer als sicher. Und das trotz ständig steigender Staatsschulden Das ist in etwa so sicher wie Frost in der Hölle… Oder mehr als trockener Regen.

Früher gab es noch eine Rendite. Heute aber schützt man sich, so sagen Experten, mit Staatsanleihen vor einer Pleite … vor wem eigentlich? Ziemlich verrückt. Billionen von Sparergeldern werden dort hineingepackt. Die großen Kapitalsammelstellen sind per Vorgabe sogar dazu verpflichtet. Erstaunlich aber ist, dass das der Mehrheit der Sparer nicht auffällt oder nicht auffallen will. Dieser Irrsinn ist doch offensichtlich. Niemand regt sich auf. Wird schon gutgehen! Nicht weniger erstaunlich ist, dass die Leute die Preise von Waschmaschinen, Butter und Benzin vergleichen, aber ihr eigenes Geld hier freudig in den Gully spülen.

Schaut man sich in der Geschichte um, jagte früher eine Pleite der Staatsschulden die Nächste. Das ist zwischen vorbei, denn mit dem Stein der Weisen, Pardon, der Gelddruckerei, wird das nie mehr passieren. Bis es doch wieder passiert… wenn das Zeug kaum noch was wert ist.

Doch Moment! Die meisten Staaten zahlen pünktlich die Schulden zurück und sogar zu 100 Prozent. Aber in entwerteter Währung. Was man dafür in fünf, zehn oder 30 Jahren dafür noch kaufen kann, ist ein Glücksspiel, während die Angestellten der Schuldner so lange an der Messlatte die Maßeinheiten zurecht drehen, dass sich niemand Sorgen macht. So wird ein Euro ein Euro bleiben, wenn nichts dazwischen kommt. Was man später dafür noch kaufen kann, ich weiß es nicht…

Wenn ein Land pleite geht, dann stellen die Ratingagenturen das hinterher fest, dass die Staatsanleihen nichts mehr wert sind. Das ist wie eine Art Leichenschau und Ausstellung des Totenscheins. Zuvor wird meistens ordentlich Geld gedruckt und versprochen, damit jederzeit wieder aufhören zu können oder zu wollen, was auch Suchtkranke sagen….

Bis zur Zerrüttung der Staatsfinanzen und der des kleinen Mannes dauert es. Bis dahin gibt es „unkonventionelle Maßnahmen“ wie das Drucken von frischem Geld, das Aufkaufen der Schuldtitel durch die Zentralbank, Kapitalverkehrskontrollen, Bargeld-Limits, finanzielle Repression und allerhand Propaganda zur Bewerbung von unsicheren Anlagen als sicheren Hafen. Man könnte von einer Abwesenheit von zugesicherten Eigenschaften sprechen, also von Betrug. Am Ende werden alle Schulden weg sein und auch die Verantwortlichen. Zumindest das scheint garantiert.
Übrigens… Eine Insolvenzanzeige für Gold habe ich jedoch trotz großer Bemühungen immer noch nicht entdecken können.

 

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7 Kommentare auf "Gold: Nur vermeintlich sicher!"

  1. sadhu sagt:

    Danke für diesen Artikel. Er hat mir doch ein Stück weiter die vorherrschend Situation erhellen können.

  2. MFK sagt:

    Man sollte sich keinen Illusionen darüber hingeben, dass der Staat nach der großen Neuordnung des Finanzsystems die Krisengewinner, also auch die Goldhalter zur Kasse bitten wird. Natürlich kann man sein Gold unter der Matratze halten. Dann wird es bei größeren Mengen jedoch schwierig es nach einem Neustart wieder in das System einzubringen.

  3. Argonautiker sagt:

    Herr Meyer, ich schätze ihre Artikel sehr, leider ist vermeintlich sicher, wirklich nur noch vermeintlich sicher. Eine Schreckensmeldung bestätigt leider meine Befürchtungen. Die ersten Zwangseintreibungen werden per Gerichtsbeschluß vollzogen. Ich wollte es zuerst auch nicht glauben, aber der Wahnsinn kennt eben keine Grenzen.

    Gericht zwingt VW Zulieferer an VW zu liefern, an sonsten kann VW notfalls Beschlagnahmen lassen. Man ist also soweit, daß man sich einfach nimmt, was man braucht.

    Die Regierung dreht am Rad, anders kann man das nicht mehr bezeichnen. Das ist Übergriffig hoch drei. Was hat eine Regierung in die Privatwirtschaft einzugreifen? Was kommt als nächstes? Zwangsarbeit? Flüchtlinge gäbs ja nun genug dazu. Man kann doch freie Unternehmer nicht dazu zwingen jemandem etwas zu verkaufen? Was erdreistet sich diese Regierung? Unfähigkeit hat schon immer Raub, und Erpressung bedurft, sonst könnten sie etwas Gestalten was man aus freien Stücken bejaht.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-vw-kann-dringend-benoetigte-teile-beschlagnahmen-a-1108525.html

    Im Klartext heißt das, wenn die Regierung meint, daß sie das Gold von jemandem benötigt, dann wird man sich das per Gerichtsbeschluß eintreiben lassen.

    Wenn man einmal im Wahn ist, dann ist das schlimm. Hitler hat zum Schluß auch selbst die Kinder als Soldaten verheizt, Der konnte auch nicht wahrhaben, was wahr war. Daß seine Ideologie einfach nicht mit dem Leben vereinbar war. Hier wähnt auch noch einer, daß der Endsieg nahe ist und hat viele Helfer.

    Beste Grüße

    • Aristide sagt:

      Hier handelt es sich offensichtlich um zivilrechtliche Streitigkeiten zwischen drei Unternehmen. Und VW „nimmt“ nicht einfach was weg, sondern setzt offenbar vertraglich vereinbartes per Gericht durch. Man darf davon ausgehen, dass sie dafür auch bezahlen werden. Das mit der staatlichen (ggf. sogar entschädigungslosen) Beschlagnahme von irgendwas zu vergleichen geht am Thema vorbei.

      • Argonautiker sagt:

        Hallo Aristide,
        natürlich bin ich mit meiner Beurteilung auf das angewiesen, was an Meldungen durchsickert, denn die wirklichen Verträge kenne ich nicht.

        Wenn es richtig ist, was ich da mitbekommen habe, dann will VW die Preise drücken, damit sie angeblich Konkurrenzfähig bleiben können, wogegen sich die Zulieferer wehren. VW pocht auf die Einhaltung der Verträge. Die Zulieferer argumentieren wohl, daß geringere Preise Grund genug sind, Verträge nicht einhalten zu müssen. Das sehe ich übrigens ebenso.

        Man müßte, um nun wirklich zu einem Ergebnis kommen zu können, eben wirklich die Verträge kennen, deswegen ist meine Meinung dazu eben nur eine Meinung, die sich aus dem bildet, was durchsickert, und meiner sonstigen Erfahrung.

        Aus diesem Hintergrund komme ich dazu zu sagen, daß dieses Hofieren eines „too big to fail“, zu Lasten der Kleineren, einfach nur falsch ist. Wo soll das hinführen, wenn Große den Kleinen ganz offiziell die Preise diktieren dürfen? Müssen die Manager von VW halt mal eine Hartz 4 Runde machen, damit man die Kleineren anständig zahlen kann, denn deren Schuld ist das VW Desaster sicherlich nicht.

        Dieses Schuld auf Kleinere zu delegieren muß endlich mal aufhören, weil die Großen, die das versemmelt haben, sonst einfach munter weiter Mist bauen. Es müssen endlich die zur Verantwortung und Kasse gezogen werden, die in den Verantwortlichen Positionen sitzen, und denen muß in die Tasche gegriffen werden, und nicht den kleinen Zulieferern.

        Was hat der Zulieferer sich darum zu kümmern, daß VW konkurrenzfähig bleibt? Das ist wieder einmal der Versuch, daß die Großen, das Leid an die Kleineren delegieren wollen, um für sich die Profite zu sichern. Es ist Aufgabe von VW für ihre Konkurrenzfähigkeit zu sorgen. Nicht die Aufgabe der Regierung, nicht Aufgabe der Gerichte, und nicht Aufgabe der Zulieferer.

        Sollte es sich aber um eine Fehlinformation handeln, sodaß VW nicht die Preise drücken will, dann hätten sie Recht, denn ein Vertrag ist ein Vertrag.

        Schöne Grüße

  4. bluestar sagt:

    Auch die Neuverhandlung von Preisen gehört in der Regel zu langfristigen Verträgen, welche wir im Falle von VW und der Zulieferfirmen nicht kennen. Auffällig ist allerdings, dass bisher die Zusammenarbeit mit der Prevent-Gruppe 30 Jahre gut funktioniert hat und nun die Sache mit der Kündigung der Entwicklungszusammenarbeit eskaliert.
    Weiterhin auffällig das penetrante Gejammer des VW-Betriebsrates sowie der Landesregierung Niedersachsen um die VW-Belegschaft. Das Gesäusel lenkt natürlich wunderbar von den Fehlern des VW-Managements ab . An die Belegschaften der sächsischen Zulieferer wird da natürlich nicht gedacht, das ist ja schließlich auch Ausland…

    • Argonautiker sagt:

      @bluestar

      Genau dieses Weinerliche, und dieses unehrliche Aufmerksam machen auf die Angestellten von VW ist mir auch aufgefallen. Ich kenne die Verträge nicht, aber mein Instinkt sagt mir, daß da etwas ganz gewaltig nicht stimmt, und es sich dabei um eine nächste Stufe der schleichenden Einführung einer Planwirtschaft handelt, bei der irgendwann eben einfach von Oben herab diktiert wird, was auch immer man für richtig befindet, und man als Individuum nichts mehr zählt, sondern ebenfalls zur Ware geworden ist, über die man einfach bestimmt.

      Sie sind Teil von Europa, wir brauchen von Ihnen,…, und dafür bekommen Sie, das und das. Punkt. Was, Sie wollen nicht, wir hätten da auch noch was in einer Afrikanischen Außenstelle für Sie, denn hier haben wir dann leider keine Verwendung mehr für Sie. Finden Sie sich morgen im Flughafen Berlin ein, so der denn mal fertig wird, denn das war auch so ein Wowereitsches Planwirtschaftliches Projekt.

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