Gold kaufen in unsicheren Zeiten

10. Februar 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Bill Bonner) Was mich derzeit interessiert, ist der Goldpreis. Was könnte da vor sich gehen? Wenn die Investoren auf eine Wirtschaftserholung setzen…dann würden sie doch erwarten, dass die Banken bereitwillig Geld verleihen. Und dass die Leute wieder verstärkt einkaufen gehen…und die Preise steigen…

Das würde die Konsumentenpreise steigen lassen; und auch der Goldpreis sollte steigen.

Aber wenn der Markt Wachstum und Inflation prognostiziert – warum steigt dann der Ölpreis nicht stärker? Und wieso sind dann die US-Arbeitsmarktdaten nicht besser? Und warum steigen die Kurse der Aktien dann nicht explosiv?

Und noch wichtiger – wenn sich die Wirtschaft wirklich erholt, warum liegt die Rendite der 10jährigen US-Staatsanleihen dann nur bei rund 1,96%? Sollte die Rendite dann nicht höher als 3% liegen?

Und wie kam es, dass in den USA die Immobilienpreise im letzten Jahr weiter gefallen sind?

Und wie kommt es, dass die Einkommen in den USA fallen?

Oder, um es aus entgegen gesetzter Richtung zu betrachten, wie ist es möglich, dass eine wirkliche Wirtschaftserholung stattfinden kann, im harten Umfeld von fallenden Immobilienpreisen und sinkenden Einkommen der Konsumenten?

Aber wenn sich die Wirtschaftslage nicht verbessert…dann sollte es auch keinen Anstieg der Inflation geben…und keinen Druck auf den Goldpreis, richtig?

Vielleicht antizipieren die Investoren auch gar keine wirtschaftliche Erholung. Vielleicht kaufen sie Gold, weil sie denken, dass sich die Wirtschaftslage verschlechtert, nicht verbessert.


Quelle: Kapitalschutz Akte
Gold kaufen in unsicheren Zeiten (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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Ein Kommentar auf "Gold kaufen in unsicheren Zeiten"

  1. crunchy sagt:

    Die Frage ist: Was geht da eigentlich ab?
    Antwort: Es ist der erprobte Versuch der Politik, aus dem Schuldendilemma rauszuwachsen. Tilgen müssen wir, da die uns Nachfrageseite wegen Sättigung, ja das kommt alle paar Generationen auch mal vor(!), aus den Schulden nicht mehr rauswachsen kann. Während die private Seite also entschuldet, schuldet die staatliche auf, damit das System nicht implodiert.
    Anschliessend, wenn die Privaten erträglich entschuldet sind, verringert der Staat mittles fiskalischer, finanzieller Repression: (negativer Realzins, zugleich erhöhte Inflation) seinen Schuldenstand relativ zum BIP. Im einheitlichen Währungs- und Wirtschaftsraum mit einer Regierung, hat das schon geklappt. Was aber gegenwärtig in dem EURO-Raum abgeht, hat nur eine selbstverschuldet fraktale Blaupause. In den USA sind die Erfolgschancen dagegen höher. Doch die Gesamtrechnung wird auch von der globalen Wachstums- und vermögensverschiebung erweitert, bei der dann neue Konstanten auftauchen, die der westliche Block nicht kontrollieren kann. Also, was geht ab? : Eine Gleichung mit ungeahnt vielen neuen Unbekannten, für die das bekannte Excel-Schema nicht mehr ausreicht.
    Deshalb greift derjenige, der das begreift ebenso zu Gold und Silber, wie derjenige, der das nicht begreift.

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