„Gold ist Geld, alles andere ist Kredit…“

3. April 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer
(Kolumne aus den Lübecker Nachrichten)

sagte einst der Gründer der US-Bank J.P.Morgan. Seit Geld nicht mehr auf Gold, sondern auf Vertrauen basiert, ist seine Kaufkraft stetig gesunken. Dass Gold seit Jahren steigt, ist Beweis genug…

Der US-Bundesstaat Utah will Gold und Silber wieder als Zahlungsmittel zulassen. In zwölf weiteren Bundesstaaten plant man Ähnliches. Ist das ein Angriff auf den US-Dollar und der Weg zum Goldstandard? Es ist vorerst die Reaktion auf die FED, Unmengen neues Geld in Umlauf zu bringen. 200 Jahren nach der Einführung des US-Dollars ist seine Kaufkraft nur noch ein Schatten ihrer selbst. Der Rest wird auch verschwinden. Mit Gold sollen die Bürger vor einem möglichen Dollar-Kollaps und Inflation geschützt werden, die alle Geldwerte vernichtet.

FED-Chef Ben Bernanke ist verständlicherweise nicht begeistert und sagt, „Gold sei kein Universalmittel“. Damit mag er recht haben. Viel interessanter ist seine Meinung, es gäbe nicht genug Gold, um den Dollar zu unterlegen. Erstaunlich! Ist es nicht eher eine Frage des fairen Preises? Und wer hat denn diese vielen US-Dollar geschaffen? Möglich wurde das erst, als man das Band zwischen Geld und Gold zerrissen hatte, was den Weg zum Gipfel der Verschuldungsberge frei machte.

Verständlich, dass Bernanke & Co. Gold als Feind betrachten. Gold ist jetzt so teuer wie noch nie. Kein Wunder, gab es doch auch noch nie so viel Geld ohne Anker. Utah will den US-Dollar nicht aufgeben, seinen Bürgern aber die Wahl lassen. Die einen sagen, das Rad der Geschichte werde zurück gedreht. Andere meinen, dass man nur den Irrtum mit dem Papiergeld korrigiert.

©Frank Meyer, Kolumne in den Lübecker Nachrichten vom 03.04.2011

 

 

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15 Kommentare auf "„Gold ist Geld, alles andere ist Kredit…“"

  1. Raffael sagt:

    Darfst du das auch im Fernsehen sagen??

    Ich würde ersticken vor lauter Lachen und Spass,endlich kommt das zum Vorschein was ich die letzten 9 Jahre immer gesagt habe,…und wofür ich immer wieder ausgelacht wurde.

    Leider wir es das aber nicht spielen,oder??

    • Frank Meyer sagt:

      In den Lübecker Nachrichten steht es heute auch. Wieso vermutet man denn überall einen Zensor?

      Habe Herrn Morgan schon öfters zitiert.

      Ja, manche Wahrheiten brauchen eben etwas, bis sie sich herumsprechen.
      Welche Rolle Gold spielen wird, wird sich noch zeigen.
      Aber es spielt doch jetzt schon eine Rolle. oder warum wird es teurer?

  2. SilberFuchs2010 sagt:

    Anscheinend ist die amerikanische Münzanstalt gesetzlich verpflichtet jederzeit Lieferfähig zu sein:

    —- Das Gold muss aus amerikanischer Minenproduktion stammen. Wenn diese Menge nicht ausreicht, muss auf die Goldreserven der Vereinigten Staaten zurückgegriffen werden. —-

    Da Sie derzeit im Lieferrückstand sind und damit ja gegen das Gesetz verstoßen, schaut Ron Paul mal vorbei.

    http://www.goldreporter.de/american-eagle-gold-furs-volk/gold/319/

    Ich geb mal die Prognose ab das im Worst Case, alle US amerikanischen Silber und Goldminen verstaatlicht werden um den Nachfragedruck aus der Bevölkerung zu Befriedigen. Deshalb würde ich mich bei Minenaktieninvestments in den USA zurückhalten. Gibt ja gute Alternativen in Kanada und Mexico.

  3. Sparminator85 sagt:

    Also die Silberstudie der Steinbeis Uni und die Daten des US Geological Survey widersprechen sich gewaltig.

    Steinbeis sagt das nur in Deutschland angeblich 29.000 Tonnen vorhanden sind. US Geological Survey spricht von weltweit 1 Milliarde Unzen, was ja in etwa 30.000 Tonnen sind. Wär schön wenn der Herr Professor von der Steinbeis Uni das mal erklären könnte….

    http://www.wiwo.de/finanzen/silber-als-hebel-auf-gold-408612/

  4. Dummchen sagt:

    Sorry, da gibt es einen Denkfehler. Auch bevor der Goldstandard endete, hat das Geld auf Vertrauen basiert. Der Goldstandard war nichts weiter als ein Versprechen (= Vertrauen), welches niemals eingelöst werden sollte und letztlich auch nicht eingelöst werden konnte. Das war der Grund, weshalb dieses Versprechen für ungültig erklärt wurde (der Goldstanard „aufgegeben“ wurde, wie es so schön heisst). Lasst Euch doch nicht so verarschen Leute.
    Das oben beschriebene „Band zwischen Gold und Geld“ war eine Lüge. Schaut Euch die Geldmengenausweitung bis 1971 an und schon wird es selbst dem Dümmsten klar, dass an Einlösen in Gold zu dem damals festgelegten Preis nicht mehr zu denken war. Goldstandard kann auch nicht funktionieren in einem auf Zins basierenden Geldsystem. Die Zinseszinsen weiten die Geldmenge zwangsläufig aus und scheren sich einen Dreck um einen irgendwo rumliegenden Goldhaufen.
    Falls noch nicht geschehen, schaut Euch bitte
    „The secret of Oz“ (auch in deutsch) an

    http://www.youtube.com/watch?v=RKMpjrw2Sm0

    Absolut sehenswert!

    Was das neue Treiben in Utah und den anderen 12 Bundesstaaten angeht. Glaubt Ihr wirklich, dass das der Staat die Bürger von Dollarkollaps und oder Inflation schützen will? Ich lach mich schlapp. Wie stellt Ihr Euch das in der Praxis vor? Wenn das Gold zum jeweiligen Tages-Dollarkurs gehandelt wird, macht es doch gar keinen Sinn Gold zu nehmen. Wenn nicht, macht es noch weniger Sinn. Ein an das offizielle Zahlungsmittel Dollar gekoppelte Zahlungsmittel ist doch keine Alternative. Das sagt doch schon der Name. Alternativen können also nur vom Dollar abgekoppelte Systeme sein. Nun zur Praxis. Glaubt Ihr, dass die Leute in Utah nun ihren Lohn alternativ in Gold zum Tagespreis bekommen können? Das findet wohl jeder absurd. Oder glaubt Ihr, die Leute würden von nun an, ihr Gold in die Läden tragen? Ebenso absurd. Und falls einer wirklich so dumm oder verzweifelt sein sollte, was passiert dann mit dem Gold? Also wem nutzt dieses Gesetz wirklich? Für die, die nicht darauf kommen, es nutzt ausschliesslich dem, der es gemacht hat, wie immer, und zwar um an das Gold der Leute zu kommen. Aber es wird nicht funktionieren. Gold HABEN schützt schliesslich vor Inflation und nicht Gold ausgeben. Hihi. So dämlich sind nicht mal die Amis.
    Nicht vergessen, den Film anzusehen. Der ist aussergewöhnlich gut.

    • askanier sagt:

      Natürlich! Zinseszins-System bedingt eine inflationäre Ausweitung des
      gesetzlich verordneten Zahlungsmittels. Also per se ein System mit Ablaufdatum. Aber mit einem nach oben gedeckelten Zahlungsmittel kann man natürlich ganz schlecht z.B. Kriege finanzieren oder auch nur annähernd die Gier einzelner Personen befriedigen.
      Wahrscheinlich wird jedes Wirtschaftssystem unbarmherzig an die Wand gefahren, weil es einfach bestimmten Kreisen nutzt. Das gemeine Volk wird es als Gott gegeben hinnehmen. Ob Edelmetalle wenigstens als private Vorsorge etwas taugen, wird sich zeigen.

      „Die Wenigen, die das System verstehen, werden dermaßen an seinen Profiten interessiert oder so abhängig von seinen Vorzügen sein, daß aus ihren Reihen niemals eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, geistig unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne je Verdacht zu schöpfen, daß das System gegen sie arbeitet.“

      Gebrüder Rothschild, London, am 28.Juni 1863 an US-Geschäftspartner

  5. holger sagt:

    Also irgendwie… dürfte ich nochmals fragen:

    Was macht die Welt mit Goldstandard besser?

    Da steige ich nicht durch. Das will nicht ins Hirn. Bin ich einfach zu doof, um das zu checken? Was würde ein Goldstandard zB in Japan ändern?

    • Frank Meyer sagt:

      Vermutlich wird er die Reaktoren nicht wieder in Schwung bringen, aber auch nicht die Verschuldung. Gegen eine Gurkesalatallergie hilft er leider auch nicht. Wie schreibt Weissgarnix? Ohne Schulden läuft nichts… Und da stört Gold nur.

      • holger sagt:

        Moinsen Frank

        —>>>Wie schreibt Weissgarnix? Ohne Schulden läuft nichts… Und da stört Gold nur.“

        Tja, das mit den „ohne Schulden läuft nix“ ist ja auch so ein Ding. Wer verschuldet sich eigentlich bei dieser Katastrophe? Das ist ja der Punkt, wo ich mit T.Strobl im dauer „Clinch“ 😀 liege. Nehmen wir an, dass die betroffenen Japaner keine Bonität wie auch immer geartet haben. Müssen die dann störben? Nur weil es dann kein Geld gibt? Irgendwie finde ich das „pervers“. Pech gehabt eben? Keine Bonität, kein Gold, kein Land… kein Recht auf das Leben. Ich finde das, als Mensch gesehen, reichlich komisch. Das kann es doch nicht gewesen sein. Oder doch? Und da red ich gar nicht mal vom Reaktor, sondern von den zig-tausenden die vom Tsunami getroffen worden sind. Und wie würde ein Goldstandard diesen Betroffenen nun weiter helfen? Gar nicht vermute ich. Und auch Strobls — Sicht der Dinge — auch nicht wirklich.

        Aber was solls… irgendwie werden die Dinge sich schon richten.

        Pluss Grüßele

        • Frank Meyer sagt:

          Wenn Du, und da bleibe ich bei meinem Gurkensalat, das eine mit dem anderen vergleichst ( Reim Dich, oder ich fress Dich) dann kommt es schon mal zu Fehlallokationen in der Denkstube.
          Ohne Gurkensalat keinen Tsunami wäre meine Übersetzung von dem, was ich verstanden habe.

  6. Stuelpner sagt:

    Hier mal ein entscheidender Hinweis für die Goldfans vom 4.4. „Die Lust auf Gold lässt nach“ aus dem HB:
    „Mit Gold bekomme ich keine Rendite, sondern habe nur die Chance auf eine Wertsteigerung“, erläutert Beck.
    Ihr habt NUR eine Chance auf Wertsteigerung, vielleicht, womöglich, eher nicht, psssse Wertsteigerung. Und Essen kann man Gold auch nicht. (Außer als Folie auf teurem Essen)

    „…die Erwartung höherer Leitzinsen in der Euro-Zone die Anleihe-Renditen wieder hoch.
    Die Rendite der für Europa richtungweisenden zehnjährigen Bundesanleihe kletterte auf 3,4 Prozent,…“
    So eine Anleihe ist schon eher was Edles, da bekommt man RENDITE nicht bloß Vielleichtwertsteigerung!!!

    @ Dummchen
    Ja der Oz-Film ist gut, hatte ich auch schon empfohlen. Als Ergänzung dann noch Fabian 5%.

  7. holger sagt:

    Frank

    ich weiss ja nun nicht, was das mit dem Gurkensalat und dem Tsunami nun bedeutet, ich stehe da echt auf dem Schlauch. Aber eines weiss ich nun und das bestätigt diese Katastrophe. Letzten Endes ist es wirklich egal, was für ein Standard da ist. Sollen die Japaner die haverierten nun erst nach Gold buddeln um den Wiederaufbau zu schaffen? Das wäre ja nun reichlich stupid. Dem Menschen selbst ist doch damit gar nicht geholfen. Es ist alles so komisch. Ist mir Gestern auf der Hannover-Messe auch aufgefallen. Du gehst mit 2 Problemen hin, die tatsächlich auch gelöst werden könnten… und was packen die dir in den Rucksack? 5 Probleme.

    Es ist immer wieder überraschend, was der Mensch sich für Probleme schafft, wo eigentlich keine sein müssten.

    Aber egal, ist bestimmt zuviel Philosophie im Spiel. Augen zu und durch. Mir san mir.

  8. „Das Aufgeben von Gold als Geld, von der Disziplin des Goldes, ist der wichtigste Grund, wenn nicht sogar die einzige Begründung dafür, warum unsere Welt ein sehr gefährlicher Ort geworden ist. Meiner Meinung nach ist es die größte Tragödie in der Geschichte der Welt… Aus der Geschichte wissen wir, wie Papiergeld endet. Zum ersten Mal in der Geschichte ist alles Geld der Welt von nichts mehr gedeckt. Das übelste System, das je vom Menschen erfunden wurde.“

    — Ferdinand Lips in einer Rede
    vom August 2005 in Dawson City, Kanada

    Siehe auch http://www.lips-institute.ch

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