Gold ist doch Geld

8. Juni 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Bill Bonner) Die Rache der Trottel? Der Rückzug der Deutschen? Ein weiterer Monat ist ins Land gezogen und am Horizont immer noch kein Zeichen von Veränderungen zu sehen. Wo bleiben die Deppen, wenn man ihr Geld braucht? Kürzlich sang ich ein Loblied auf all die Trottel und Sündenböcke. Der Chorus war: Wir danken Gott für das dumme Geld…

Die Menschen sind bereit Geld auszugeben, was sie nicht haben für Dinge, die sie nicht benötigen – das brachte die alte Wirtschaft von `71 bis `07 dazu, sich so schnell zu drehen.

Und wo sind diese Trottel jetzt? Es scheint als müssen sie Schutz suchen, wo sie nicht hin wollten. Sie scheinen keine Aktien kaufen zu wollen. Jetzt kaufen sie US-Staatsanleihen.

Gold wird vielleicht den vierten Verlustmonat in Folge erleiden, was man in den letzten 13 Jahren nicht zu sehen bekam. Interessant: während aus Dollar-Sicht das Gold um 6% im Mai fiel, bedeutete der starke Rückgang der Eurozone, dass Gold aus Euro-Sicht wieder anstieg. Ja, für Investoren in der Euro-Zone wird Gold teurer. Ein klares Signal!

Gold könnte sich gewendet haben. Es fiel mit Aktien und anderen Rohstoffen. Doch letzte Woche fielen Aktien steil ab, während Gold sprang. Und zwar sehr steil nach oben, während die Aktien am Freitag sehr stark unter Druck kamen.

Auch ein sehr positives Signal. Zumindest für Gold.

Was ist da los? Letztendlich ist Gold doch Geld. Es ist das einzige Geld, dem man vertrauen kann. Und wenn Sie anfangen an übrigen Währungen zu zweifeln – die aus Holz gefertigt und von Holzköpfen kontrolliert werden- steigt Ihre Begeisterung für echtes Geld.

Und das ist gut so.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Gold ist doch Geld (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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13 Kommentare auf "Gold ist doch Geld"

  1. JayJay sagt:

    Richtig, Gold ist Geld. 🙂

    Ich sage nur, Gold & Silber Ahoi 🙂

  2. Fnord23 sagt:

    Ich behaupte mal das Gegenteil:

    Gold ist kein Geld. Gold kann ein universelles Tauschmittel sein. Gold ist ein Sachwert, ein Rohstoff. Wie dieser bewertet wird ist eine andere Frage.

    Geld ist ein gesetzliches Zwangszahlungsmittel. Ohne dieses kein Staat.
    Geld kauft und ist ein Schuldentilgungsmittel, auch Steuerschulden, weil als Kredit geboren.

    Gold und Silber Ahoi! (zumindest kurz- und mittelfristig)

    VG aus dem Silber-Erzgebirge

    • mfabian sagt:

      Gold war schon Geld, lange bevor es Dollar und Franken gab. Vom Euro mal ganz zu schweigen.
      Vergiss nicht, dass die Asiaten und Araber weiterhin auf Gold als Geld setzen. Und auch die Zentralbanken kaufen nicht etwa Gold, um sich ihre Zähne zu füllen oder ihre Frauen zu schmücken sondern weil sie wissen, dass jedes Papiergeld irgendwann wertlos wird und schlussendlich nur der physische Goldvorrat für eine neue Währung herangezogen werden kann.

      Alles in allem betrachten 87% der Goldkäufer Gold als Geld und 11% als Rohstoff.

      • Fnord23 sagt:

        Hallo mfabian,

        es ging mir um die Definition was wirklich ist. Was Geld heute ist.

        Und im Unterschied dazu, was die meisten Menschen glauben, was Geld ist.

        Es ist gibt einen Unterschied, zwischen einem Tauschmittel und Geld!

        Behaupte ich einfach mal.

        Ohne Geld ( gesetzl. Zwangszahlungsmittel) kein Staat, ohne Staat keine Rechtsordnung, ohne Rechtsordnung keine einklagbaren Verträge- da kommst es dann drauf an, wer den längeren hat. Also Knüppel mein ich.

        VG

        • FDominicus sagt:

          „Ohne Geld ( gesetzl. Zwangszahlungsmittel) kein Staat, ohne Staat keine Rechtsordnung, ohne Rechtsordnung keine einklagbaren Verträge- da kommst es dann drauf an, wer den längeren hat. Also Knüppel mein ich.“

          Das ist Unfug, die Idee des gesetzlichen Zahlungsmittels ist eine recht neue Erfindung und vorher gab es auch Staaten und Gold = Geld. (oder Silber = Geld). Leider habe ich keine Quelle wo gesetzliches Zahlungsmittel „definiert“ wurde. Eine Rechtsordnung braucht auch keinen Staat sondern genügen Interessenten die so etwas haben wollen. Das kann man durchaus ohne „Staat“ hinbekommen. Wie es funktionieren könnte kann man in Heinleins „The moon is a harh mistress“ nachlesen.

          • Fnord23 sagt:

            Hallo,

            die Idee des Zwangszahlungsmitteln, bzw. Verechnungseinheiten ist nachweisbar ca. 5000 Jahre alt. Damals von den Tempeln ausgehend, die Tributzahlungen forderten, und Silber als Verrechnungseinheit benutzten. Das war auch ein Staat, eben ein Tempelstaat. Abgaben konnten in jeglicher Form erfolgen, aber verrechnet wurde in Silber. Das hing jedoch mit der Struktur der Tempel zusammen, dass die jegliche Güter nahmen. Ist heute eher schlecht, wenn ich mit einem Schaf vorm Finanzamt stehe. 🙂

            Sicher hat eine kleine isolierte Ansiedlung ohne Geld funktioniert. Im reinen Tauschhandel und als Subsistenzwirtschaft. Selbst eine Rechstordnung gibt es im Dorf. Und zwei Dörfer weiter gibt es was? Eine andere. Wer entscheidet dann bei Streitigkeiten zwischen beiden?

            Sobald es größere Strukturen mit arbeitsteiliger Wirtschaft gab, brauchte man zwingend Geld und eine Rechtsordnung und einen der Recht sprach.

            Was zur jeweiligen Zeit „Geld“ war spielt erst mal keine Rolle.

            Aber alles entwickelt sich. In Staaten wurde Geld zur Schuldentilgung benötigt. Auch ein Fürstentum ist eine Staatsform, hat aber mit den heutigen „hochentwickelten“ Staaten genauso viel zu tun, wie ein Eurofighter mit Lilienthal´s Flugmaschine. Beides fliegt und kann abstürzen. Damit hören die Gemeinsamkeiten auf.

            „Eine Rechtsordnung braucht auch keinen Staat sondern genügen Interessenten die so etwas haben wollen.“

            ((Du meinst also, es braucht nur genügend Menschen ohne Arbeit? Dann schließen die sich zusammen und verabschieden Hartz4-Gesetze? Die hätten sich wohl eher Gedanken gemacht, wie man das System so gestaltet, dass man wieder auskömmlich erwebstätig sein kann.
            Was ich meine ist: Heutige Staaten sind eher keine Erfindung des Volkes, sondern die moderne, weiterentwickelte Form der Tempel, Fürstentümer und Konigreiche.))

            Aber richtig ist: „Eine Rechtsordnung braucht keinen Staat“

            Nur ist der kausale Zusammenhang so korrekt?
            Ein Staat braucht eine Rechtsordnung und ein paar Bürger, die diesem etwas schuldig sind. Nämlich Steuerschulden. Heute unbar überweisbar in Form gesetzl Zwangszahlungsmittel. „Zwang“ verstehe ich erst mal nicht negativ, sonder als wertfreie Beschreibung.

            Aber auch das Thema ist zu groß für die begrenzten Möglichkeiten des Blogs. Jeder recherchiere selbst und kommt zu dieser oder jener Ansicht, je nachdem was er für Quellen benutzt.

            VG aus Sachsen

            PS. Ich hab eine relativistische Weltanschauung. Heute glaube ich das zu wissen und morgen sieht das schon wieder anders aus. Die Welt dreht sich.

      • Avantgarde sagt:

        Fnord23 hat vom Grunde her schon Recht.
        Zunächst mal ist es schlicht ein gelbes Metall welches als Rohstoff nur in homöopathischen Dosen gebraucht und traditionell als Schmuck verwendet wird.

        Jedes Material bishin zu digitalen Nullen und Einsen kann Geld sein – es spielt keine Rolle.
        Gold war nicht schon immer Geld – das stimmt so nicht.
        Es wurde immer mal wieder als Geld verwendet.

        Gold wird von vielen insbesondere den Zentralbanken als Geld angesehen – und genau das ist der entscheidene Punkt warum man es halten kann.

        Und bitte – was spräche dagegen Platin als Geld zu erklären oder daran zu glauben – nichts.
        Es müsste sogar noch ca. 30X wertvoller sein aufgrund der geologischen Vorkommen.
        Alles was auf Gold zutrifft stimmt auch für Platin, Palladium, Kupfer, nur daß diese im Gegensatz zu Gold noch industriell benötigt werden – und daß die Menschen eben nicht an den direkten Geldwert GLAUBEN.

  3. goldfisch sagt:

    Wo er recht hat, hat er Recht: Gold ist Geld, auch in Deutschland – noch!
    Wäre es etwas anderes, so müssten wir darauf Mehrwertsteuer bezahlen

    • Fnord23 sagt:

      Hallo goldfisch,

      du musst auch auf Kreditgeld keine Mwst. bezahlen. Da hast du schon recht. Aber daraus zu schließen, das Gold heute Geld ist…..?

      Versuch bitte morgen mal mit Gold einzukaufen, oder deine Steuerschulden zu begleichen…..wenn es klappt, dann melde dich.

      Außer, dass man dir das nicht abnimmt, gibt es noch einen anderen Grund: Solange du gesetzl. Zahlungsmittel besitzt, was du für weniger Wert hälst, wirst du schön in Euros bezahlen. Denke ich.

      Geld ist das, was die Wirtschaft am Laufen hält. Sonst nichts.
      Dazu ist es da und sollte keinen anderen Existenzgrund haben.

      Man kann mit Gold etwas über die Zeit retten, aber das kannst du mit anderen Rohstoffen auch. Ich kenn einen, der hat im Absturz 2009
      2 Mios. in Schweißelektroden angelegt. Schöner Gewinn heute. Höhere Rendite als EM in der Zeit. Und so schön teilbar…

      Dass ZB Gold halten, hat sicherlich etwas damit zu tun, dass der Goldpreis extem wichtig fürs funktionieren des Giralgeldsystem ist. Das mal völlig wertfrei.

      Ich bin ja nun den langen Weg von:

      „Ach du Schei..e, was ist denn hier los!“

      über

      „Eh, das Geld-aus-der-Luft-System ist Betrug!“

      bis

      „Hmm, eigentlich ist das schon verständlich, es wird nur missbraucht..“ gegangen.

      Aber gegen die Allgemeinheit mißbrauchen kannst du alles. Wer würde wohl in einem Gold gedeckten System das sagen haben? Wir doch nicht etwa mit unseren paar Ünzchen. Die Diskussion um Gold als Geld und goldgedeckte Währungen ist völlig nebensächlich, weil es von den tatasächlichen Ursachen ablenkt.

      Da gibt es dann Viele, die glauben:
      Lasst uns Gold zum Geld erklären und damit sind unsere Probleme gelöst.

      Sind sie nicht. Gar nicht.

      Es nützt nichts, zu behaupten, dass Gold Geld ist, wenn es das eben de facto nicht ist.

      Trotzdem: Gold und Silber Ahoi und Schweißelektroden auch.

      VG ins Land

      • Avantgarde sagt:

        „Wer würde wohl in einem Gold gedeckten System das sagen haben? Wir doch nicht etwa mit unseren paar Ünzchen. Die Diskussion um Gold als Geld und goldgedeckte Währungen ist völlig nebensächlich, weil es von den tatasächlichen Ursachen ablenkt. “

        BINGO !!

        …und es freut mich ausserordentlich wenn sich Menschen weiterentwickeln 🙂

        Man muß nicht darum wetten, ob Oma Frida oder Herr Ackermann die größere Akkumulationsfähigkeit hätte was das gelbe Metall betrifft.

        Die Situation würde sich sogar noch verschlimmern.
        Mit einem physischen Geld kann der Ertrag z.B. über den großen Teich transportiert werden, ohne Gefahr zu laufen, daß der Gegenpart wie jetzt gerade zusammenbrechen könnte.
        Deshalb ist die Idee des Regionalgeldes bei einigen auch regelrecht verhasst – denn da bliebe die Wertschöpfung in der Region… 🙂

        Gold war schon immer das Geld der Banker.
        Den Spruch von J.P Morgen: Gold ist Geld und alles andere ist Kredit sollte man durchaus ein zweites Mal lesen.

        Nur – wir wissen alle nicht was die entscheidenden Leute noch so vor haben.
        Solche Entscheidungen können durchaus auch irrational sein bzw. nur wegen dem eigenen Vorteil getroffen werden.
        Vielleicht wird Gold in irgend einer Form mal wieder Geld – wir wissen es nicht.
        Sich auf seine EMs als Ruhekissen zu verlassen oder einen Kollaps herbeizusehnen ist jedenfalls der absolute Irrsinn.

        • Fnord23 sagt:

          DoppelBingo!

          Ich bin grad dabei mal zu recherchieren, wie das damals im RGW gemacht wurde. Da gab es einen Goldrubel, so ich mich erinnere. Darunter die jeweiligen Länderwährungen und leider diese völlig falsche Vergesellschaftung von Produktionsmitteln und eben das andere kapitalistische System.

          Ich glaub, wir waren damals Teil eines Experiments der selben Leute, die das kapitalistische System in den Händne halten.

          Die Lösung wäre wohl eine Mischung aus beiden. Auch die von dir angesprochenen Regiogelder mit übergeordneter Verrechnungseinheit.

          War gestern jemand in Leipzig bei: Lust-auf-neues-Geld?

          VG aus Sachsen

  4. goldfisch sagt:

    Hallo Fnord23,

    da mag ich mit Dir in keiner Weise streiten, denn manchmal habe ich schon insgeheim daran gedacht, einen WIENER PHILHARMONIKER – immerhin ist ja die Zahl 100 darauf eingeprägt – der ALDI-Kassierin rüberzureichen. Ich vermute, sie würde ihn zurückweisen!

    Aber warten wir mal noch ein wenig ab, denn das was wir heute als Geld bezeichnen ist doch nur ein Stück Papier mit einem gewissen Versprechen…
    Und wie das mit Versprechen so ist…

    Ich sehe schon die Zeit, wo es wieder zu dem wird, was es ist, nur ein Stück Papier… mit einem Versprechen, das einzulösen die EZB dann nicht mehr bereit sein wird. Möglicherweise nur noch dazu geeignet, einen Papierflieger draus zu bauen.

    Mit solchen uneingelösten Versprechen der Reichsbank(aus der Zeit vor 1920) gegenüber meiner Urgroßmutter – mit denen durfte ich vor Jahrzehnten als kleines Kind ungehindert spielen, erinnere ich mich.
    Aber die in geringer Anzahl über die Zeiten geretteten gelben Geldstücke wurden mir allenfalls gezeigt, obgleich erst fünf Stück davon die Zahl ergab, die auf dem Papier zu lesen war…

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