Gold im neuen Kalenderjahr

4. Januar 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Bill Bonner) Ich werde nicht älter. Oder doch? Ja, alles fügt sich zusammen… und bricht auseinander. Zunächst einmal ist es generell eine recht ruhige Zeit zu Jahresbeginn, normalerweise. Sie kennen meinen Rat. Verkaufen Sie Aktien in eine Rallye hinein. Kaufen Sie Gold bei Rückschlägen. Diese Formel funktionierte sehr gut in den letzten 12 Jahren. Ich sehe keinen Grund dafür, daran nicht mehr festzuhalten…

Hat sich denn irgendetwas Wichtiges geändert? Gibt es einen neuen Mann an der Spitze der Fed, der willens ist, den Dollar und den Anleihenmarkt zu retten? Hat der US-Kongress plötzlich entschieden, dass nicht mehr ausgegeben werden soll, als eingenommen wird?

Wenn, dann habe ich es nicht mitbekommen.

Und was wäre, wenn der Goldpreis auf 1.400 Dollar fallen würde? Oder 1.200 Dollar? Das würde ich als Kaufgelegenheit bezeichnen!

Aber viele Leute stimmen mit mir nicht überein – Gott sei Dank. Sie denken, dass Gold schon stark gestiegen ist. Sie denken, dass wir im Jahr 1980 sind… und sie denken, dass nun ein neuer Bullenmarkt bei Aktien bevorsteht, und ein neuer Bärenmarkt bei Gold.

Nicht, dass es keine Ähnlichkeiten geben würde. Lassen Sie mich mal sehen. Ähnlichkeiten… hmmm… hmmm.

Oh ja. Der Fed-Vorsitzende damals und der heutige Fed-Vorsitzende gehen beide auf zwei Beinen!

Aber ernsthaft, wie Warren Buffett sagt, wenn man in einem Pokerspiel nicht den Einfaltspinsel entdecken kann, dann ist man es selber. Die Leute, welche Parallelen zwischen 1980 und 2011 sehen…das müssen die Einfaltspinsel sein.

Wenn die es nicht sind, dann bin ich es. Die kaufen Aktien und verkaufen Gold. Ich tue das Gegenteil. Aber wissen Sie was…wissen Sie, was ich wirklich denke? Ich habe den Kalender der Maya konsultiert. Der begann am 11. August im Jahr 3.014 vor Christus.

Und der endet…Sie erraten es…im Jahr 2012. —> Seite 2, Weltuntergang 2012?


Print Friendly, PDF & Email

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , , ,

9 Kommentare auf "Gold im neuen Kalenderjahr"

  1. crunchy sagt:

    Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen der japanischen Geldpolitik seinerzeit und der amerikanischen heute: Die Notenbank wollte mit Zinserhöhungen den Immobilienboom stoppen. Der stoppte und der Aktienmarkt brach ein. Sofort wurden die Zinsen wieder gesenkt. Aber zu spät bleibt zu spät. Genau das vermied die Fed. Einen Fehler zu vermeiden heisst aber leider nicht, es nun richtig zu machen. Die Japaner kommen seitdem vom Boden nicht mehr hoch, haben aber ein gutes Fundament. Die Amerikaner und die Europäer rutschen dagegen ganz langsam, fast unmerklich, mit ihrer Geld- und Fiskalpolitik bergabwärts. Das Ziel ist dasselbe: Das Tal der Tränen. Globale Vermögensverschiebungen werden mit lokaler Politik bestenfalls gemildert. Nimmt man aber als Weltmacht eine angestammt starre Position ein, kann man nur untergehen. Erreicht also das Tal. Europa hat die Chance auf Anpassung und geht mit der Verteidigung des Euro genau den richtigen Weg in ein niedrigeres Bergtal. Ein zwangsgeeintes Europa ist undemokratisch aber überlebensfähig. Ein ungeeintes, demokratisches Europa, wird nicht mal Eingang in die Geschichtsbücher finden. Japan hat die Kröte auch schon geschluckt und wendet sich China zu, kann es aber der Bevölkerung noch nicht verkaufen. Aber die kennen ja den Weg mit Hilfe der japanischen Art von Wahrheit.
    Das Für und Wider der konkurrierenden Währungen bereitet den Spekulanten Freude. Aktienanleger sollten daher Euroaktien USaktien vorziehen. Gold- und Silberanleger, sind weniger erfreut aber die sicheren Sieger.

    • Avantgarde sagt:

      „Europa hat die Chance auf Anpassung und geht mit der Verteidigung des Euro genau den richtigen Weg in ein niedrigeres Bergtal. Ein zwangsgeeintes Europa ist undemokratisch aber überlebensfähig.“

      Was ist denn jetzt los?
      Wie kann es dann sein, daß UK, Norwegen, Schweden, Dänemark, Schweiz, Polen….
      ohne Euro überleben konnten und können.

      „Ein ungeeintes, demokratisches Europa, wird nicht mal Eingang in die Geschichtsbücher finden.“

      Danke! Ich verzichte gerne auf das Geschichtsbuch.

      • crunchy sagt:

        Wirklich: l e i d e r geht unsere Politik genau diesen Weg. Auch ich bin durch und durch Demokrat. Was soll helfen, wenn ein einiges Auftreten von der Welt verlangt wird, nationalistische Politik diese europäische Einigung immer verhindert hat? Ein Schritt zurück, politisch wie wirschafts- und finanzpolitisch scheint angesichts der dramatischen Lage nicht mehr möglich zu sein. Europa wird zur Zeit das Vertrauen entzogen. Aber man kann ja alles ändern: Vor allem unser Grundgesetz steht europäischen Machtinteressen entgegen… . Sind wir reicher, wenn wir nicht zahlen und der Euroraum erstmal auseinanderfliegt? Ich weiss es nicht.

        • Avantgarde sagt:

          Guck mal(Ich geb es zu): Die Situation ist inzwischen völlig verfahren.

          Die Irren, die immer den Exportweltmeister hochhalten haben ganze Arbeit geleistet.

          Eigentlich gäbe es jetzt nur noch die Möglichkeit im Euro zu bleiben und für mindestens eine Dekade Dezfizite zuzulassen – die Südländer müssten im Gegenzug Überschüsse gegen Deutschland erwirtschaften können.
          Das ist die EINZIGE Möglichkeit für die Südländer ihre Schulden zu begleichen bzw. für Deutschland die Guthaben zurückbezahlt zu bekommen.

          Also eine Rückabwicklung der vergangenen 10 Jahre.
          Ohne Euro hätte D diese Überschüsse nämlich niemals erwirtschaften können weil die Südländer vorher ihre Währung im EWS abgewertet hätten.

          Ansonsten gibt es 3 Möglichkeiten alles hochgehen zu lassen.
          1)Austritt von D – wir verlieren sofort den Anspruch der Target-Salden und Rettungsschirme bzw. werden diese dann in Drachmen, Pesetas…. zurückbezahlt. Die Überschüsse der letzten 10 Jahre sind dann weg….

          2)Austritt der Südländer – gleicher Effekt. Nur portionsweise.

          3) Weiter so – was wohl die bevorzugte Variante momentan ist….
          Europa deflationiert um die Wette.
          Überall in den Südländern wird gespaart und weniger importiert um auf die Produktivität Deutschlands zu kommen.
          Deutschland wird dann freilich Angst um seinen Exportweltmeisterblödsinnstitel bekommen und ebenfalls weiter sparen.
          Die Ungleichgewichte werden bleiben und das ganze in einem Fiasko enden.

          Handel ist keine Einbahnstraße.
          Mit dem Konsumenten geht auch der Produzent unter.

          Ich bin wahrlich kein Freund des Euro – eine der dümmsten Ideen der europäischen Geschichte – ein Spaltpilz sondergleichen.
          Aber jetzt haben wir dieses Mistding – und es gibt keine positive Lösung mehr – nur zeitliche Verschiebungen.

          Ein geeintes starkes Europa sehe ich jedenfalls bisher NICHT.

  2. DukeNukem sagt:

    Kann mir vielleicht mal jemand verklickern warum genau der Goldpreis in den 80s so dermaßen zusammengestürzt ist? Ich find dazu im Netz irgendwie nix passendes, aber hier sollte es ja wohl jemand wissen 😉

    Besten Dank!
    Duke

    • crunchy sagt:

      Nach einer hoffnungslosen Wirtschaftsentwicklung (gut für EM, schlecht für Aktien) zog die Wirtschaft 1982 weltweit wieder an. Investitionen mussten refinanziert werden und die Zinsen erhöhten sich. Es gab wieder was (Realzins) für´s Geld. Im Moment läuft´s gerade anders rum. Sieht man mal von den BRICS ab. Deren Anteil an der Weltwirtschaft erhöht sich zwar rasant, reicht aber nicht aus, um die entwickelten Länder rauszureissen. Und rasante Entwicklungen sind zugleich auch sehr volatil.

      • samy sagt:

        Ja, es gab wieder was für das Geld, wie du schon sagst.
        Zu der Story zählt auch der damalige FED Chef Paul Volcker. Der Mann sagte mit für heutige Verhältnisse unmöglichen Leitzinsen der Inflation den Krieg an (über14% glaube ich). Er war der meist gehasste Mann der USA, weil viele sich nicht refinanzieren konnten und Bankrott gingen, aber die Krankheit der Inflation war letzt endelich aus dem System gespült.

        Heute sind nicht die Zinsen fast 0% und auch die Messung der Inflation durch den nicht aussagekräftigen Core-CPI samt statistischen Nebelbomben verwässert die Messung der wahren Realzinsen.

        Aber all das scheint bisher in den Überlegungen der Investoren keine Rolle zu spielen. So musste Bill Gross sich eine blutige Nase holen, als es 2010+2011 vor Investitionen in US-Anleihen warnte. Der Bond-King stürzt. Es ist auch den besten Ökonomen nicht möglich den Zeitpunkt(!) eines Systemkollapses vorherzusagen.

        VG

  3. Euro Zweifler, Gold vor dem Weltuntergang und schweizer Wechselkursmanipulation sagt:

    […] Der Start in das neue Jahr verlief für den Goldpreis durchaus positiv, nachdem in den letzten Handelstagen 2011 Kursverluste verzeichnet wurden. Einen interessanten Ausblick für die kommende Goldpreisentwicklung 2012 liefert rottmeyer.de mit Gold im neuen Kalenderjahr. […]

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.