Gold: Ein großes Missverständnis!

17. Juli 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer

Was tut sich beim Gold? Nichts. Es dümpelt vor sich hin. Eigentlich sollte es ja schon bei 5.000 oder 50.000 Dollar stehen. Das sagen die Experten auf den lauten Seiten. Und wer wollte nicht längst schon reich sein und einen Häuserzug für eine Unze gekauft haben? Andere sagen, der Boom ist vorbei. Ich vermute, es gibt ein großes Missverständnis beim gelben Metall…

Ich genieße weiter den Sommer. Im Juli beginnt normalerweise die stärkere Zeit für Gold. Eine höhere Schmucknachfrage in Asien trifft in diesem Jahr auf ausgewaschene Märkte. Das kann lustig werden, vor allem, weil sich Papiermarkt und physischer Markt gerade voneinander verabschieden. Gold geht seinen Weg. Manchmal geht es auf Reisen. Im Osten macht es gerne Urlaub.

So hat Shanghai in diesem Jahr bislang 1.000 Tonnen ausgeliefert, meldet Bloomberg. Das ist die Menge des gesamten letzten Jahres. Zum Vergleich: Jährlich werden ca. 2.700 Tonnen Gold gefördert. Wer hat es gekauft? Vermutlich die Chinesen. Für Asiaten ist es keine Frage des Wertes sondern entscheidend, was sie pro Einheit bezahlen. Währungen haben keinen Wert, nur einen Preis. Dass dieser aufwärts gerichtet ist, halte ich für ein Gerücht. Und wenn, dann nur für eine gewisse Zeit. Vielleicht steigt der Dollar gegenüber dem Euro? Oder umgekehrt? Oder das Pfund gegenüber dem Yen? Was kümmert es mich? Wenn Erdbeermarmelade gegen Himbeermarmelade steigen würde, wäre das interessant, aber Papier gegen Papier ist wirklich langweilig.

Muss man sich um Gold Sorgen machen? Nein. Gold findet überall ein Zuhause.

Und nun? Würde der Euro um 50 Prozent fallen, würde sich der Euro-Goldpreis verdoppeln, ohne dass sich das Metall verändert. Schießt die japanische Notenbank den Yen kurz und klein, würde das der Goldpreis anzeigen. Mehr leistet Gold wirklich nicht.

Nur etwas Krach

Die Zeit der Schläge hat auch heitere Seiten. Vor einem Jahr kostete ein Gramm Gold 45 Euro. Heute sind es 32 Euro. Das ist natürlich ein Ärgernis – für alle, die gekauft haben, weil es andere auch taten. Selbst das Handelsblatt zeigte damals Vertrauen in Gold. Große bunte Zeitungen riefen die Goldwochen aus. Hätte man doch damals verkauft! Wer wusste das schon? „Hätte“ ist wirklich ein blödes Wort.

In diesen Monaten trennt sich Spreu von Weizen wie geerntetes Getreide in den Mähdreschern. Die Spreu wird einfach aus den Gebläsen der Maschinen des Goldmarktes geblasen. Gut so!

Prognosen, die nichts wert sind…

Schaut man sich in Foren um, sagen die einen Gold wird auf mindestens 500 Euro pro Unze sinken. Woher wissen sie das? Andere meinen, der Goldpreis wird sich rasch verdoppeln. Woher wissen sie das? Und es gibt Leute, die sagen, Gold wird es schwer haben. Woher wissen sie das? Garantien sind nur so gut wie ihre Garantiegeber. Vielleicht dauert die „Bodenbildung“ auch viel länger, als den meisten lieb ist oder sie ertragen können? Zwischen 1974 und 1976 war es ähnlich… (Seite 2)

 

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12 Kommentare auf "Gold: Ein großes Missverständnis!"

  1. Helmut Josef Weber sagt:

    Ich habe 2009 meine Lebensversicherung gekündigt und einige hunderttausend in Gold investiert. Damals habe ich für 740 Dollar die Unze gekauft.
    Wenn der Goldpreis heute auf 1250 steht, habe ich etwa 70% steuerfreien Gewinn gemacht.
    Was will man mehr verlangen?
    Etwa Riester, Allianz und Co. oder Staatsanleihen.
    Mit Aktien, Fonds und andere Papieren, sind schon zu viele Menschen in den Ruin getrieben worden.
    In 5 Jahren gehe ich in Rente.
    Mal sehen, was das Gold dann wert ist.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

    • Lickneeson sagt:

      Naja, bei dieser finanziellen Vorratskammer muss man sich ja um Ihre Rente keine Sorgen machen.Selbst wenn Gold in 5 Jahren bei 500 Dollar stehen sollte bleiben ja noch einige Hundertausend übrig.

      Aber solange Sie es nicht verkaufen handelt es sich bei den ca. 70 % ja um Buchgewinne, die erstmal nix bedeuten.Falls Sie nicht noch in andere Assets einige Hunderttausend investiert haben spricht man wohl von De-Diversifikation oder Klumpenrisiko.

      Bei derartigen Summen darf man bei 100% Gewinn auch mal 30 % verkaufen und in einer Korrektur nachkaufen.Das macht Freude und ist vom Timing her auch keine Raketenforschung.

      Viel Erfolg bis zu Ihrer Rente.

      MfG

    • Michael sagt:

      Dann haben sie gewonnen, jetzt schon. Das ist die wenigsten die paar Hunderter liegen haben klar. In 5 Jahren haben sie sowieso ein Grundversorgung für die Lebenshaltung und im Worst Case flachen sie sich gemütlich auf ein spanische Insel blicken in Richtung Nord Westen, erheben das Gläschen und stoßen auf die fleißigen Leute an welche die Kreditwürdigkeit Mitteleuropas gewährleisten. Da passiert nicht mehr viel. Im schlimmsten Fall stellt Europa das Modell auf U.S. Modell um, das könnte passieren, d.h. ‚alle‘ Leben auf Kredit oder verputzten die Sparguthaben, das knallt dann in 15 bis 20 Jahren und dann schauen sie sich in Ruhe das Feuerwerk an aus der Ferne. Bis es dahin kommt vergehen auch noch 10 Jahre. Jo mei. Viel Spaß an der Sonne. Möge der D-Day kommen. ‚Omaha Beach‘ mit einer Kisten Bier in der Hand erstürmen und dann gemütlich niederlegen! Invasion 2.0. Alles Gute!

  2. Bloody Mary sagt:

    Gold ist Gold ist Gold ist Gold…in Ewigkeit! Wenn man die Anzugträger aus den Glaspalästen über Gold reden hört, ist das in etwa so, als würde man eine Horde kleiner Blödiane dabei beobachten, wie sie versuchen den Mount Everest umzustürzen.

    Die Periode der letzten dreißig Jahre wird in die Geschichte eingehen als eine Zeit virtuellen Wahns, grenzenloser Gier und grenzenloser Dummheit. Ich bin fest davon übezeugt, dass unsere Nachkommen ihren Kopf über uns ähnlich heftig schütteln werden wie wir über unsere Großväter.

  3. mfabian sagt:

    Gold dürfte sicher bald auch von den breiten Massen entdeckt werden, wenn sich herumspricht, dass das Sparkonto nicht mehr sicher ist.
    Was in Zypern ja so wunderbar geklappt hat – der bail-in der Konten – wird ab 1. August offiziell. Sprich: Wenn eine Bank in Schwierigkeiten kommt, werden Konten geplündert.

    Siehe hierzu: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/07/14/zwangsabgabe-ab-1-august-steigt-das-risiko-fuer-bank-kunden-erheblich/

    Originaltext des neuen Gesetzes gibt’s hier:
    http://ec.europa.eu/competition/state_aid/legislation/banking_communication_de.pdf

    Auszug:
    Banken mit einer ausgewiesenen Kapitallücke müssen dafür sorgen, dass Anteilseigner wie auch Inhaber nachrangiger Schuldtitel einen angemessenen Beitrag zur Deckung des Kapitalbedarfs leisten

    Sind die Kleinkredite (aka Sparkonten) nachrangig oder vorrangig? Würden Sparkonten vor oder nach den Bonds zur Kasse gebeten?

    Fragen über Fragen …

  4. Michael sagt:

    Gold und Silber sind eine eigene Wissenschaft bei der man zuerst die Argumente sich muss aus den Prognosen muss rauskitzeln. Auf jeden Fall ein sehr unterhaltsamer Zeitvertreib allemal.

    Ich kann mich aber noch erinnern an den letzen Anstieg von so 1570 weg, da wurde alles aufgefahren inkl. der Machtübernahme durch die finsteren Kräfte, die wenn nicht schon gestern passierte auf jeden Fall auf Wochensicht bevorstünde. Dann gings nochmal gegen 1800. Das war lustig. Das war je nach Betrachtungszeitrum ein Anstieg weit über exponentiell. Dann wird an sich korrigiert in der Regel auf 50%. Die Frage wäre eher, aber welcher Marke war der Anstieg von der die Differenz zu 1900 USD wird gemittelt.

    Sie haben 2 Dekaden Bärenmarkt. Sie können ab 1450 von Übertreibung sprechen und rechnen einfach die Übertreibung als inflationierte Untertreibung. Dann sind sie bei 800 bis 900. 1450 – 900 = 550 dividiert durch 2 = 275. 1450 – 275. Siehe da wo hat das Gold gedreht? Den Gedankengang kann man dann mit besseren Kenntnissen vermutlich wesentlich genauer hinjustieren.

    Aber zurück zum Unterhaltungswert im Goldmarkt 🙂
    He is not a very smart guy. That’s why he works for the government. (Jim Rogers on B.B. zum Thema Alternativen zum Geld drucken).

    Ob da Indien in solchem Maße mitspielt. Sie haben so ca. 5 bis 6 Mrd. Unzen (beim Wirtschaftswurm läuft eine Diskussion zum Thema) und ein paar Milliarden Menschen. Nehmen sie allein den Westen bleiben für jeden 5 Unzen im Schnitt. Das ist mal nicht viel.

    Man braucht nicht wissen wohin Gold oder Silber sich bewegen. Alle anderen Alternativen hängen vom Geld Drucken ab. So einfach ist es mittlerweile. Metalle nehmen Korrekturen an sich vorweg.

  5. goldman six sagt:

    Hallo Herr Meyer,

    darf ich diesen Artikel als Seitenhieb in Richtung von Herrn D. Müller verstehen?

    Grüße aus dem Schrumpftal

    • Frank Meyer sagt:

      In keiner Weise. Ich weiß nur nicht, was Sie meinen…der Text umfasst zwei Seiten

      • goldman six sagt:

        Hallo Herr Meyer,

        die habe ich auch gelesen 🙂

        Zum einen meine ich „prognosen, die nichts wert sind„,
        widersprüchliche Prognosen (unter den Experten)
        ausserdem kauft er ja auch Gold als Papier…

        Zum anderen grüßt Herr Müller ja auch immer fleißig seine Kritiker, wenn z.B. seine Absicherung in Form von Put Optionsscheinen greift und Verluste ausgleicht.
        Über diese haben Sie ja schon des Öfteren mit M. d. Düsseldorfer in der Metallwoche diskutiert.
        Zumindest ist ja Michael der Meinung das der Kauf von Edelmetallen schon eine Absicherung darstellt…

        Grüße aus dem Schrumpftal

  6. Torsten sagt:

    Das schöne an dem Gold ist seine Farbe. Das Pleistozäne Gold aus der Isar hat die schönste goldige Farbe in Bayern, ausserdem auch die höchste Reinheit und für ein Mininugget (1mm groß) bekommt man hochgerechnet in €/gramm 2040 Euro und hochgerechnet in €/oz 63444 Euro. Das Gold aus der bayrischen holozänen Leitzach hat da schon andere Preise, hochgerechnet auf €/oz doch nur 27679 Euro. Das Rheingold kommt dabei ganz schlecht weg. Man kann sich damit schon für 60 €/gramm eindecken. Was für ein Pech für die Rheingold Besitzer.

    Nachteil:

    Trotz der hohen Preise, wird man irgendwie doch nicht reich, weil die Tagesausbeute gerade einmal bei 70mg liegt.

    Vorteil:

    Gegenüber den Fabrikgold-Besitzern können die Naturgold-Besitzer schonmal mit den hohen Nachfrage-Preise umgehen. :):) Die Rheingold Besitzer nicht!!

    Allerdings, falls der Asteroid „Eros“ einmal auf die Erde fallen sollte?! Dann würde wohl die „Unze“ als Gewichtseinheit abgeschafft werden.!

    „Eros enthält 20.000.000.000 Tonnen Aluminium und ähnliche Mengen an Gold und Platin sowie andere in der Erdkruste seltene Metalle“

    http://de.wikipedia.org/wiki/(433)_Eros

    • Avantgarde sagt:

      Ich hoffe der Author ist sich klar darüber, daß nach dem Aufschlag dieses Asteroiden der Homo Sapiens mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgerottet wird.

      Ein Asteroid mit mit ca. 10-15 Km Durchmesser reichte jedenfalls für die Dinos – der Mensch wird einen noch sehr viel größeren Brocken mit 15×30 weder im Steinzeitmodus und schon gar nicht im sogenannten Zivilisierten Zeitalter überleben können.
      http://www.youtube.com/watch?v=5qJPTjMnwNk

      Unzenpreise spielen dann in der Tat keine Rolle mehr.
      🙂

      Wieviele Unzen diess merkwürdigen „Pleistozäne Gold“ kann man denn im Jahr so für mehr als dem dreifachen des sonst üblichen Unzenpreises verkaufen??
      Eine oder Zwei ? 🙂
      Es fällt mir wirklich schwer ernsthaft zu bleiben – aber das sind Liebhaberwerte – sonst nix!

      Für den Spaß OK – aber nix zum investieren/Rückversicherung gegen Währungsausfall oder ähnliches.

      • Torsten sagt:

        Stimmt, regionales Gold sind Sammlerwerte.

        „aber nix zum investieren/Rückversicherung gegen Währungsausfall“

        Jetzt aktuell ist 1g Regionales Gold, 27 Unzen Fabrik Silber wert. 0,6g Pleistozänes Gold kann man im Monat umsetzen. Im Jahr rund 7,2g Gold, sind im Jahr dann rund 190 Unzen Fabriksilber (dies dient nur als Rechenbeispiel, der Mittelwert ist anders).

        Ich möchte auf gar keinen Fall Rechthaberisch klingen, ich finde aber, dass man auch andere Wege aufzeigen sollte, um sich gegen vermeintliche Währungsausfälle absichern kann oder falls das nicht eintreffen sollte, sich eine schöne „Silber-Riester-Rente“ aufbauen kann.

        Schönes Wochenende

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