Gold, der DAX und die Deutsche Bank…

21. Juni 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

Finanzaktien gelten gemeinhin als wichtige Indikatoren für die Konjunkturentwicklung. Auch die Entwicklung der Aktienmärkte wird maßgeblich davon bestimmt, ob die Banken Geld verdienen. Der Grund liegt auf der Hand…

In „normalen Zeiten“ und ein einem Finanzsystem, wie wir es kennen, geht es den Banken dann gut, wenn Kredite ausgereicht werden. Umgekehrt kann auch die Wirtschaft nur dann wachsen und gedeihen, wenn die Firmen investieren und zu diesem Zweck Kredite aufnehmen.

Was bei der Deutschen Bank gerade passiert, das kann deshalb keinem Anleger gefallen: Während der DAX von einem Hoch zum nächsten turnt und dabei schwungvoll immer wieder die Marke von 10.000 Punkten touchiert, taumelt der Kursverlauf von Deutschlands größtem Finanzinstitut von einem Tief zum nächsten. Seit dem Hoch zu Jahresanfang hat die Aktie 32 Prozent an Wert eingebüßt. Der folgende Kursverlauf lädt zum Gruseln ein:

WK-Detusche Bank 20-06-2014

Wie eklatant die Kursschwäche der Aktie ausfällt, das zeigt der direkte Vergleich mit dem DAX in der folgenden Abbildung. Die blaue Linie bildet die Entwicklung des breiten Aktienmarktes seit 2003 ab. Die grüne Linie zeigt den Kursverlauf der Deutschen Bank. Die Schlussfolgerung ist ernüchternd: Von Hausse ist bei Deutschlands größtem Finanzhaus nichts zu sehen. Ganz im Gegenteil: Das Tief aus dem Jahr 2009 dürfte demnächst wieder erreicht werden.

WK DAX und DB JPG

Die Kursschwäche der Deutschen Bank ist deshalb ein Problem, weil sich nahende Börsengewitter bei den Bankaktien oftmals schon sehr viel früher (!) zeigen als am breiten Markt. Und es ist auch eine Illusion, anzunehmen, eine Hausse beim DAX könne dauerhaft ohne Beteiligung der Deutschen Bank stattfinden.

Dass der DAX dennoch unaufhaltsam steigt, muss daher Ursachen haben, die mit der Konjunktur nichts zu tun haben. In diesem Zusammenhang ist eine Erkenntnis erhellend, die seit einigen Tagen durch die Medien spukt: Die Notenbanken sind offenbar zu veritablen „Großanlegern“ mutiert und stützen die Börsen durch massive Aktienkäufe. Dabei geht es um die Kleinigkeit von 29 Billionen US-Dollar, das sind 29.000 Milliarden. Die chinesische Notenbank ist mit 3,9 Billionen US-Dollar der größte Aktieninvestor überhaupt. Vor allem europäische Aktien sind bei den Chinesen gefragt.

Die Zentralbanken „machen“ eine Hausse? Man kann sich nur noch an den Kopf fassen.

Dass in unserem Finanzsystem einiges nicht mehr stimmt, darauf deutet auch der völlig überraschende Auftritt der Edelmetalle von dieser Woche hin. Trotz längst zweifelsfrei nachgewiesener Abwärtsmanipulationen verzeichneten Gold und Silber die größten Kursprünge seit mehreren Monaten. Ob das nur Shorteindeckungen waren, oder ob die Kurssprünge der Edelmetalle tiefer liegende fundamentale Ursachen haben, das werden die kommenden Monate zeigen.

Wir halten es nicht für ausgeschlossen, dass im Bankensektor demnächst einige unangenehme Wahrheiten ans Licht kommen und die Edelmetalle deshalb jetzt ein paar Gänge höher schalten. Dass insbesondere die Deutsche Bank ein Wackelkandidat allererster Güte ist, weil sie wie kein anderes Finanzhaus weltweit in einer riesigen Derivateblase sitzt, das hatten wir erst kürzlich an dieser Stelle thematisiert.

Doch bleiben wir noch bei den Edelmetallen: Wie bei Aktien oder Indizes steht und fällt der Bullenmarkt beim Gold mit dem gleitenden 50-Wochen-Durchschnitt. Hier sind jetzt einige wichtige Beobachtungen von Bedeutung. Aktuell fällt auf, dass der Goldpreis die zentrale Haltezone in dieser Woche überwinden konnte… (Seite 2)



 

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Ein Kommentar auf "Gold, der DAX und die Deutsche Bank…"

  1. MFK sagt:

    Schon etwas bizarr was man so zu Gold liest. Geht Gold USD 30 an einem Tag runter wird von Manipulation gesprochen, geht das ganze rauf, wird der nächste Bullenmarkt beschworen. Tatsache dürfte wohl sein, dass sich Gold in einer Tradingrange zwischen (grob) USD 1400 und 1200 befindet. In dieser Tradingrange befinden wir uns also noch nicht am einmal im oberen Bereich. Also alles ein non event. Auch von einer Aktie, nämlich der Deutschen Bank auf den Gesamtmarkt zu schließen halte ich für verwegen. Diese Aktienhausse ist natürlich irrational, wer aber hier auf Verdacht short geht, kann noch sein blaues Wunder erleben. Der Spruch von Keynes hierzu dürfte bekannt sein.

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