Gold auf neuem Euro-Allzeithoch

27. September 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

( von Frank Meyer) Pling! Ist etwas passiert? Welch Zufall und Zynismus der Götter. Da wurde Altkanzler Kohl in einem Festakt am Abend geehrt – und auf einmal tauchte Gold auf der Bühne auf und hielt eine stumme Rede. Es redete und hob den Finger mit einem Kurs von 1.380 Euro, den es noch nie gesehen hatte…

Anders herum ging es dem Euro gegenüber Gold noch nie schlechter. Und Gold redete und redete stumm weiter.

Ich habe die Schlagzeilen durchsucht, die Meldungen, die roten Balken in den Nachrichtensendern – weltweit. Nichts habe ich gefunden. Man rechnet Gold ja auch in US-Dollar ab. Nein, auch vwd meldete nichts. In den Schreibspecht-Agenturen, die die Arbeit und Recherche der Zeitungen übernommen haben, ist es auch nicht aufgefallen – und so fehlt das Thema entsprechend in den Medien und den morgigen Zeitungen. Welche Macht diese Agenturen doch haben. Und würde es morgen in den Zeitungen stehen, würde es kaum einen großartig beunruhigen.

Auf Hartgeld.com wurde Sekt verteilt und gefeiert. Richtig zu liegen ist im Finanzmarkt der Unberechenbarkeiten und der Algo-Programme heute nicht einfach – und schon gar nicht auf eine Dauer von einer Dekade. Es gibt wenige Internetseiten, die sich lange mit dem Thema beschäftigen.

In den letzten Monaten tauchten immer mehr Marktschreier mit oft zweifelhafter Vergangenheit auf. Früher verkauften Sie einer toten Kuh ein Ersatz-Euter – heute verkaufen sie eben Edelmetalle. Sie mögen in ihren abgeschriebenen und irgendwo für ihr Geschäft passenden Argumenten richtig liegen – und dann donnern sie mit Kurszielen um sich herum, nur um mit möglichst großen Zahlen noch größere Aufmerksamkeit zu bekommen. Und morgen ziehen sie dann weiter. War schon immer so.

Manchmal wünscht man sich die alten Zeiten zurück, wo es noch ruhig und fast konspirativ war, wenn man über Gold oder gar Silber redete – als Silber auf einem beschwerlichen Weg nach Jahren doch für einen Moment über die 10-USD-Marke stieg – von der Öffentlichkeit auch damals nicht wahrgenommen.

Viele Goldbugs werden sich heute Abend reicher fühlen. Die Zahlen in ihrer Exel-Tabelle, die Zahlen in Euro sind größer geworden. Wer weiß, wie die Welt aussieht, wenn Gold bei 2.000 oder 3.000 Euro pro Unze stehen wird. Keine Ahnung. Aufhalten kann man Dinge nicht – und vielleicht auch nicht mehr den Goldpreis oder entsprechend die Schwäche des Euro.

Innerhalb von wenigen Jahren hat sich der Goldpreis trotz aller Miesmacherei in der Öffentlichkeit verdoppelt und verdreifacht. Umgekehrt wird es aber richtiger: Die Papierwährungen haben sich gegenüber einer Einheit Gold halbiert bzw. gedrittelt. Doch solange man den Euro im Verhältnis zum Dollar berechnet, fällt das in der Masse auch nicht auf. Euro und Dollar sind gemeinsam auf Sturzflug – der eine mal schneller, der andere langsamer. Auch das fällt (noch) nicht auf – wie der Goldpreis heute Abend auf seinem neuen Euro-Allzeithoch.


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13 Kommentare auf "Gold auf neuem Euro-Allzeithoch"

  1. Dagobert sagt:

    …na dann passend für alle Goldbugs – Ennio Morricone’s Ecstasy of Gold…

  2. Avantgarde sagt:

    Ich werde vermutlich nie verstehen können warum Menschen, die Gold gekauft haben über den steigenden Preis jubeln können.
    Freuen die sich eigentlich auch über steigende Benzinpreise, den womöglich eigenen sinkenden Lohn?
    Oder erfreuen sie sich womöglich daran daß ihr Eigenheim möglichst bald abbrennt damit die Feuerversicherung bezahlt?

    Wollten sie es als Früheinsteiger gewinnbringend verkaufen wären sie doch darauf angewiesen, daß das sog. „System“ weiter wie bisher funktioniert – und sie statt Gegenleistung Euro/Dollar/CHF nicht vielleicht ein doppelläufiges längliches Ding unter die Nase gehalten bekommen.

    Mag sein, daß die Geldschmierung noch durch das eine oder andere QE etwas aufrecht erhalten werden kann – wehe aber der Ölfilm reisst ab – wer mal einen Kolbenfresser erlebt hat weiß was ich meine…

    Aber egal wie viele QEs noch folgen.
    Solange die bekannten Ungleichgewichte nicht wieder wenigstens halbwegs ins Lot gebracht und man diese auch endlich mal als Problem begreift… bringen weder die QEs noch irgendwelche Sparmaßnahmen irgendwas.

    • Frank Meyer sagt:

      Ich sehe verschiedene Formen und Motivationen der Freude

      1. alles richtig gemacht – ich fühle mich reicher
      2. rechtzeitig Baumwolle in Gold und Silber getauscht. Ich kann (könnte) jetzt mehr ausgeben
      3. rechtzeitig Baumwolle in Gold und Silber getauscht – Ich fühle mich für die Zukunft besser abgesichert.
      4. Die Preise sind gestiegen – Ich bin ein toller Hecht. Die anderen sind Nasen
      5. Wie ich schon immer sagte (Rechthaberei)
      6. Eine Form des Protests. Ihr mit Euerm Baumwollgeld!

      Das mit der feuerversicherung ist ein guter Vergleich. Ich glaube, man sollte sich nicht freuen, wenn diese steigen und steigen, weil das Haus irgendwann in Flammen steht. Auf diese Gedanken kommen die Wenigsten. Aber wenn es abgebrannt ist, bleiben nur die Unzen übrig. In was man diese dann tauscht, tauwchen kann oder tauschen darf, das steht auf einem anderen Blatt. Wenn das Haus weg ist, ist alles weg. Die Unze ist nur die Hoffnung, etwas zu retten. Und ich wette, die meisten werden ihr versicherungen verkaufen, wenn sie teuer genug sind und sie in etwas eintauschen, was später in Flammen aufgeht.
      Aber ich kann mich komplett täuschen und lerne täglich dazu.
      Viele Grüße!

      • Mbhdeluxe sagt:

        Hallo Herr Meyer,

        die Formen der Freude seh ich ähnlich, allerdings dreht sich bei neuen Höchstständen mir immer der Magen um und das vorallem bei Kurssprüngen. In meinem Freudeskreis wird der Goldpreis auch immer als (bitte entschuldigen sie den Ausdruck) Scheißebarometer bezeichnet, also wenn dieser Wert zu schnell steigt, lassen sich Politiker irgendwelche komischen Dinge einfallen und die Comex bringt an einem ungünstigen und unlogischen Zeitpunkt eine Marginerhöhung.
        Deshalb finde ich es sogar gut, dass in den Nachrichten jetzt die Schlagzeilen ausbleiben.

        @ Avantgarde: Die Feuerversicherung ist wirklich ein sehr guter Vergleich! Und allein, dass Sie hier kommentieren zeigt, dass Sie sich mit der Materie auch schon auseinander gesetzt haben. Wenn Sie nun aber gegen den Kauf von EMs sind, was ist dann Ihre „Feuerversicherung“?
        Ich freue mich auch nicht über steigende Preise, aber dies vorallem weil ich noch zu jung bin um in der Vergangenheit viele EMs zu kaufen. Ein älterer Bekannter von mir (Ü60) freut sich hingegen und sieht damit aus heutiger Sicht seine Alterversorgung gesicherter.

        Noch ein Wort zum „funktionierenden System“, natürlich darf auf der Straße kein Bürgerkrieg herschen um die Metalle auch in Baumwolle tauschen zu können, da liegen Sie vollkommen richtig. Ich gehe jedoch davon aus, dass es selbst bei einem extremen Knall, ein paar Jahre später wieder möglich ist Metalle an den Mann zu bringen. Damit ist das Metall für mich die einzigste Möglichkeit jetzt geleistete Arbeit und somit versteuerter Lohn, der mir gehört, für die Zukunft zu konserveren. Natürlich könnte ich das Geld auch ausgeben, aber für die Entbehrungen, die ich jetzt habe, möchte ich später den Nutzen auch genießen können. Und wenn man sich mit älteren Generationen unterhält, so war es noch NIE in der Geschichte so einfach Metalle zu kaufen.
        Natürlich habe ich auch berücksichtigt, dass ein Metallverbot kommen könnte, oder ich in einer Diktatur nicht die Gelegenheit habe sie umzuwandeln. Dennoch kann ich es dann weitervererben und wenn meine Kinder es dann verschwenden, habe ich sie wohl nicht richtig erzogen. Kleiner Exkurs: In der DDR musste man alte Münzen/Schmuck mit zum Goldschmied nehmen, damit man Eheringe kaufen konnte und wenn ich in 20 Jahren meinen Kindern nur die Ehringe finazieren kann damit, dann hat sich der Aufwand für mich schon gelohnt.

        So muss jeder für sich selbst die Entscheidung treffen, wie er seine Feuerversicherung gestaltet und für mich kommen Metalle auch erst nach Bildung, selbstgenutzer Wohnraum und Garten, womit man sich zur Not selbst versorgen könnte.

        Ein hoffentlich ruhiges Wochenende allen,

        Grüße

        • Avantgarde sagt:

          Ich bin nicht gegen den Kauf von Gold – aber es ist kein Krisenwundermittel.

          Im letzten Schub 2008/9 sind die EMs dramatisch gefallen – schon vergessen??

          Alles was ich behaupte ist, daß die Wahrscheinlichkeit einer abermaligen Deflationären Krise systembedingt drastisch höher ist als ein ab jetzt nahtlos schleichender Übergang in eine Hyperinflation.

          Beide Extrempole sollten wir uns nicht wünschen.

      • Avantgarde sagt:

        Sämtliche Punkte von 1-6 könnte ich auch sehr triumphal auf eine bekannte Obstaktie münzen – wenn ich sie denn rechtzeitig gekauft hätte 🙂

        Ich bleibe mal im Bild mit der Versicherung.
        Ein eher sehr seltenes Ereignis wenn man es statistisch auf den einzelnen bei um die 80Mio Einwohnern herunterbricht.
        Es könnte etliche sehr viel wahrscheinlichere Faktoren wie Arbeitsplatzverlust, Krankheit, Scheidung etc. eintreten, die einen finanziell ruinieren können.

        Nun bin ich keineswegs ein Goldhasser – nur eben zu glauben damit sei im Krisenfall alles Paletti ist mit Sicherheit ein Irrtum.
        Wir wissen noch nicht mal wie genau dieser Krisenfall überhaupt aussehen wird!
        Auch ich kann mir gut vorstellen, daß viele ihre (auch anderen) Versicherungen verkaufen oder verbrauchen müssen bevor das grande finale einsetzt.

        Und ganz nebenbei – ich bleibe im Bild…
        Könnte ja sein, daß die Feuerversicherung sogar fast den tatsächlichen Gegenwert bezahlt – aber leider sind einer oder mehrere geliebte Menschen im Haus zurückgeblieben…

        Will sagen:
        Es gibt keinen Grund sich auf irgend ein Extremereignis zu freuen oder es sich sogar wie manche „hartgeldler“ herbeizusehnen – sei es nun die eine oder andere Richtung.

    • poerschie sagt:

      Gold und Silber sammeln und anhäufen ist für mich nicht Selbstzweck.
      wer zeitig erkleckliche Beträge in Em gesteckt hat, kann sich heute doch viel eher auch mal was leisten, als er es ohne EM könnte. er tauscht einfach mal ne unze Gold in bedruckte Baumwolle und fliegt damit z.b. ne Woche nach Rom..

      man kann dann auch mal mehr ausgeben als man einnimmt. ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen. ist doch herrlich!
      ein älterer Mensch, der schon viel in Gold und Silber gespart hat, handelt doch vernünftig, wenn er sich auch mal was leistet.
      er kann sich halt jetzt mehr leisten, als er es noch vor ein paar Jahren gekonnt hätte.
      ein junger Mensch muss dafür erst noch in EM sparen.. kann vielleicht auch mehr sparen..

    • mfabian sagt:

      Was mich betrifft, so betrachte ich rein das Verhältnis Aktien:Gold.
      Mir geht es darum, wie viele Unzen man für den Dow Jones, den DAX oder den SMI hinblättern muss.
      Siehe z.B. http://www.riskwatchdog.com/wp-content/uploads/2009/08/dow-gold-ratio1.bmp

      Um das Jahr 2000 herum kostete der Dow Jones über 43 Unzen Gold. 1981 war es noch 1 Unze, derzeit sind es 7.6 Unzen für den Dow.
      Mich interessiert, wann ich Gold wieder in Aktien tauschen soll. Sprich, wann dieses Verhältnis von Aktienpreisen in Gold wieder steigt. Das könnte bereits bei 4:1 oder aber auch erst bei 1:1 der Fall sein. Ich weiss es nicht. Was ich aber weiss ist, dass mit 7.6:1 das Verhältnis noch recht hoch ist und der untere Wendepunkt noch nicht erreicht ist.

      Da aus der Formel (Dow/$ : Gold/$ = Dow/Gold * $/$) der $ als Variable rausfällt, ist mir auch egal, wie der Dollar dereinst in Gold oder Aktien bewertet darsteht.
      Ich klammere somit die Papierwährung vollends aus.
      Wenn die Kurve Aktien:Gold nach oben dreht (z.B. GD200 nach oben durchbrochen), dann kaufe ich Aktien für mein Gold.
      Dabei ist es mir egal, ob DJ dann $15000 und Gold $5000 kostet oder DJ:1 Mio und Gold 300’000 oder DJ 6000 und Gold 1500.

      Ich weiss nicht, ob die nachfolgende Kritik auf Dich zutrifft aber ich stelle fest, dass die meisten Menschen ihre Umwelt in der Landeswährung bewerten. Dies ungeachtet der Tatsache, dass die Währung keine Fixpunkt im Universum ist sondern ein relativ volatiles Boot auf der stürmischen See. Gold ist vielleicht auch nicht immer ein Fixpunkt, war es aber in den letzten 3000 Jahren um einiges besser als jedes Papiergeld.

  3. EuroTanic sagt:

    Was ist das nur für eine traurige Welt, in der alle Systemlinge auf buntes Papier und alle Antisystemlinge auf glitzerndes Metall schauen.
    Bringt das die Menschheit irgendwie weiter? Kann man es nach dem leben irgendwohin mitnehmen? Hilft es anderen Menschen?
    Diese Menscheit ist wirklich zu bedauern. Sie hat das Potential für Kunst und Musik, zur Menschlichkeit, Mitgefühl und Liebe. Aber was machen diese Deppen? Sie starren auf Linien auf dem Monitor.

  4. stephan sagt:

    Avantgarde wird Gold verstehen lernen, wenn er es brauchen könnte, aber nicht hat. Er hat einfach (noch) nicht begriffen, dass man an das Thema Investieren (und in diesem Fall auch: Absichern) nicht ideologisch herangehen darf und die Emotionen schlicht weglassen muss. Da er aber ein Ideologe ist und Gold aus seiner Ideologie heraus ablehnt (wohl sogar hasst), kann er diesen Erkenntnisschritt nicht bewältigen.

    Die Frage ist ganz einfach: Was nutzt es ihm, wenn er Gold in dieser wirtschaftlichen und politischen Situation nicht kauft? Die Antwort ist auch ganz einfach: Nichts. Er kann sich weder über Wertsteigerungen freuen, für die er sich etwas leisten könnte (man muss nicht gleich zum Kunsumjunkie werden), noch ist er für den Fall der Fälle auf eine (historisch gesehen) plausible Art und Weise abgesichert.

    Meiner Ansicht nach hinkt auch der Vergleich mit der Feuerversicherung. Gold „zahlt“ nämlich auch schon in der Erwartung, dass es brennt, nicht erst, wenn alles abgebrannt ist. Schon der Versuch zu Zündeln (Inflation) wird von Gold „bezahlt“. Ein Goldkäufer muss also nicht in der Hoffung leben, dass wirklich alles abbrennt, damit sich sein Investment, dass in erster Linie eine Absicherung darstellt, rechnet. Selbst Avantgarde müsste ein Interesse daran haben, irgendwie die steigende Infaltionsrate auszugleichen – per Lohnerhöhung wird es wohl nicht funktionieren.

  5. 4fairconomy sagt:

    Die Papier- bzw. Bit-Währungen gehen nicht wegen ihrer Beschaffenheit, wegen ihrem inneren Wert zu Grunde, sondern an den Ansprüchen und Illusionen, welche damit verknüpft werden. Konkret an der Illusion von ewig nach dem Zinseszinsprinzip wachsenden Vermögen. Dies ist, was jede Währung letztlich bodigt, weil Realität (= zunehmend gesättigte Märkte, d.h. abflachende Wachstumskurve als natürliche Wachstumkurve) mit dem Geld nicht abgebildet werden kann, da die mit diesem Geld berechnete Vermögen exponentiell zunehmen müssen, sollen sie investiert bleiben. Das Papier- oder Bit-Geld funktioniert nur solange die Wirtschaft exponentiell wächst und damit die Gesetzmässigkeiten des Papier- bzw. Bitgeld abbildet. Irgend wann driften aber Realität und Gesetzmässigkeiten des Geldsystems so weit auseinander, dass es zur Währungsreform kommt.
    Die Goldmenge kann nicht exponentiell wachsen, damit ist Gold physisch nicht im Stande, diese exponentielle Zwangskurve bis zum Crash auszulösen. Goldanlagen als Weigerung, sich an diesem Schneeballsystem zu beteiligen, sind deshalb sehr wohl nachvollziehbar. Das Gold ist aber nur eine Notlösung. Letztlich schafft nur menschliche Arbeit Werte. Die Währung, welche dies am besten abbildet und unterstützt, dessen Beschaffenheit ist belanglos. Hauptsache die Währungseinheit orientiert sich an der Realität und nicht an Illusionen. Gold ist lettlich auch nicht geeignet, die Realität der Werteerschaffung abzubilden, weil es auch eigenen Gesetzen folgt (Fördermenge, Hortungsmöglichkeit, Auslandeinflüsse), welche sich negativ auf die Realität der Werteerschaffung auswirken können, wie in der Vergangenheit erfahren wurde.

    • saxo sagt:

      Hmm, 4fairconomy:
      Der Besitz – physischer – Edelmetalle ist zuerst einmal eine Sicherung der Kaufkraft. Ich erinnere hier nur an die bis Ende 2010 ausgegebenen 10-Euro-Gedenkmünzen, deren Silbergehalt zum Schluß(Oktober/November) bei 13,90 Euronen lag. Eingebauter Inflationsschutz quasi. Natürlich unbewußt…
      Des Weiteren bedeuten physische Edelmetalle sehr wohl eine Speicherung menschlicher Wertschöpfung! Sie sind nun einmal nicht unbegrenzt vorhanden und schon gar nicht per Tastenklick vermehrbar. Und sie werden in einem sehr, sehr aufwendigen Arbeitsprozeß gefödert, der sehr viel kostet. Letztlich also gespeicherte Arbeits-, Förder-, Transport- und Scheideleistung. Speicherung von menschlicher Wertschöpfung also.
      Gut, ein wenig Glaube ist auch dabei, aber dieser Glaube hält schon seit tausenden von Jahren – ganz im Gegensatz zum Glauben an buntbedruckte, baumwollfaserverstärkte Papierzettel. Und das Notgeld in verschiedenen Gegenden der Weimarer Republik in den späten „Zwanzigern“ war noch nicht einmal baumwollverstärkt. Damit ist der Glaube bei der Bewertung von Gold m.E. vernachlässigbar.
      Vor allem: Gold und Silber waren seit jeher Geldmetalle. Die industrielle Verwertung wurde erst relativ spät – mit der Einführung bestimmter Technologien – erkannt, notwendig und realisiert.
      Und die Beschaffenheit der Währung die diesen Wert abbildet, ist nicht belanglos! Als Währung – als echte Währung, nicht nur als gesetzliches Zahlungsmittel – basiert dieser Begriff auf „gewähren, gewährleisten“. Und diese Währung kann letztlich nur eine mit Edelmetalldeckung sein.
      Jetzt bitte nicht auf „Warenkörbe“(Im Sinne von verschiedenen Waren.) spekulieren! Denn auch diese „Warenkörbe“ können, wie uns das statistische Bundesamt allmonatlich beweist, manipuliert werden. Edelmetalle kann man nicht manipulieren. Höchstens eine gewisse Zeit lang im „Preis“, indem man „Derivate“ auf diese schafft. Aber diese Phase ist endlich. Und zwar bald. Spätestens dann, wenn immer mehr ETF-Halter die physische Auslieferung fordern. Und dann: Gnade uns Gott!
      In diesem Zusammenhang erinnere ich an Kauri-Muscheln, Glasperlen etc.
      Ach so, eines hatte ich noch vergessen: Letztendlich ist der physische Besitz von Edelmetallen nichts anderes, als der Ausstieg aus dem Schein-Geld-Ponzi-System.

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