Glücksspiel mit Facebook, Hoffnung für Aktien, Rally bei Edelmetallen

19. Mai 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Manfred Gburek) Besondere Ereignisse erfordern entsprechende Kommentare aus der Anlegerperspektive. Deshalb heute ganz kurz, bevor ich mich Facebook, der Bewältigung der Euro-Krise, den Aktien und den wieder erstarkenden Edelmetallen zuwende, nur so viel: Der aktuelle G8-Gipfel markiert zum Teil schon die Wende von der Krise…

zu besseren Wachstumsaussichten, die „Blockupy“-Bewegung in Frankfurt, die ich von meinem Büro aus gewissermaßen hautnah miterleben kann, beschleunigt diese Wende eher noch (zu den Gründen komme ich in einer späteren Ausgabe), und was die Geldanlage angeht, winken jetzt mehr Chancen als Risiken.

Anleger im Facebook-Fieber, anders lässt sich der Rummel um den Börsengang des größten sogenannten sozialen Netzwerks – in Wahrheit eine gigantische Datenbank – kaum beschreiben. Die entscheidende Frage ist zunächst weniger, ob der Ausgabekurs von 38 Dollar angemessen war oder welcher sonstige Kurs als einigermaßen vernünftig gelten kann, sondern: Wann und in welchem Ausmaß wird es Facebook gelingen, die Zahl der weltweit auf eine Milliarde zusteuernden Nutzer nicht nur ein wenig (wie zurzeit), sondern voluminös und damit entscheidend in klingende Münze umzusetzen? Bis dahin ist alles möglich, auch das Gegenteil von allem, wie einst die Börsenlegende André Kostolany bei solchen Gelegenheiten zu formulieren pflegte. Das heißt, der Kauf und Verkauf von Facebook-Aktien – und erst recht von Facebook-Optionsscheinen an der Stuttgarter Börse – bleibt bis auf Weiteres ein Glücksspiel.

Kommt es 2012 zu einer Neuauflage des Krisenjahres 2008? Nein, denn die Europäische Zentralbank wird rigoros eingreifen und dabei vom Internationalen Währungsfonds kräftig unterstützt, von den Regierungen der Euroländer sowieso. Wie wird sich das Ganze abspielen? Das ist zwar noch nicht hundertprozentig klar, aber die Pflöcke sind eingeschlagen: im Zweifel alle Macht an EZB-Präsident Draghi & Co. Ihm liegen, so ist zu hören, zwei knallharte Lösungsvorschläge zur Abstimmung vor. Einen wird er wählen, voraussichtlich den, der neben dem Stabilitätspakt auch einen Wachstumspakt enthält.

Wer nun glaubt, die Idee mit dem Wachstumspakt stamme allein vom neuen französischen Staatspräsidenten Hollande, liegt nicht ganz richtig. Dazu der O-Ton von Bundeskanzlerin Merkel schon Wochen vor der Frankreich-Wahl: „Wir brauchen genauso Wachstum, und wir brauchen Wachstum in Form von nachhaltigen Initiativen, in Form der Strukturreformen.“ Das klingt zwar ein wenig abgedroschen, weil es scheinbar an den Wachstums-Fetischismus aus Anlass der letzten Bundestagswahl erinnert, aber dieses Mal hat die Aussage eine ganz andere Qualität: Es soll nicht mehr ein so und so vieltes Konjunkturprogramm aufgelegt werden, sondern eine zwischen den Euroländern abgestimmte Förderung der Infrastruktur, von erneuerbaren Energien, Forschung und Entwicklung, das alles und noch mehr unter strenger Aufsicht der EZB, die mittelbar für die gezielte Finanzierung sorgen wird… (Seite 2)

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4 Kommentare auf "Glücksspiel mit Facebook, Hoffnung für Aktien, Rally bei Edelmetallen"

  1. DukeNukem sagt:

    Hmm… also ich bin auch in Aktien investiert. Allerdings nicht unbedingt weil ich dran glaube dass sie steigen werden, sondern damit ich nen Sachwert in der Hand halte! Deswegen sind die Dinger auch brav abgesichert 😉

    Aktuell stehen wir bei ca. 6200 Punkten im DAX, da ist noch viel Luft nach unten! Und bei der Gemengelage würds mich nicht wundern wenns nochmal ordentlich abwärts geht!

  2. samy sagt:

    Moin,

    aus der Wiki.:“ … Seit Anfang Januar 2001 stieg der NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI) mehr als viermal so stark wie der Philadelphia Gold and Silver Index (XAU). Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass der Goldpreis seit 2001 kontinuierlich gestiegen ist, so dass solche Goldproduzenten, die keine Vorwärtsverkäufe durchführen, erheblich stärker profitiert haben als Goldproduzenten, die ihr Gold vorwärtsverkauft haben. Von Ende 1996 bis Ende 2000 verlor der XAU allerdings weniger als der HUI, da die Vorwärtsverkäufe von Gold in Zeiten fallender Goldpreise den Minengesellschaften bessere Ergebnisse brachten.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/NYSE_Arca_Gold_BUGS_Index

    Wer also auf steigede Kurse setzt, sollte eher den HUI durchstöbern.

    Hmmmm … irgendwelche Ideen? Eigentlich kommen für mich fast nur Kanadische Unternehmen in Frage, weil ich hier auch in politisch unruhigen Zeiten keine staatliche Enteignungen erwarte.
    Südamerika dürfte dafür ein Kandidat sein und in Südafrika muß man auch immer tiefer schürfen. USA? Wer weiß was da noch politisch abgeht, um Gold madig zu machen.

    Vorschläge? Am besten kleinere Kanadier oder so …

    VG

  3. konnt_ja_keiner_ahnen sagt:

    Also ich weiß nicht, Herr Gburek. Ihre Analyse bezgl. der Notenbanken und den abgestimmten und integrierten und ausgwogenen und was weiß ich was noch alles Wachstumsplänen der Frau Bundeskanzlerin klingen für mich danach, als würden Sie einfach mal glauben, dass das, was da tagtäglich aus den Mündern der Akteure rausfällt, stimmen müsste und auch so umgesetzt wird, wie es behauptet wird.
    Beides sind vollkommen unrealistische Annahmen, wie die Vergangenheit zur Genüge BEWIESEN(!) hat.
    Ich stimme Ihnen zu, Edelmetall und Aktien sind die Anlageklassen mit dem größten Potential. Dafür sorgen die Notenbanken mit tödlicher Sicherheit. Allerdings wird das der Krise kaum eine Wende geben – höchstens der Wende hin zu einer nochmals beschleunigten Talfahrt – konnt ja keiner ahnen…

  4. crunchy sagt:

    Aktien und Gold die gleichen Chancen einzuräumen, ist eine Glaubensfrage. Ich glaube, dass Aktien, wie es beim Facebook-Hype zu sehen, etwas weiter „vorgelaufen“ sind. Da ist jetzt, im Gegensatz zum Gold, viel Platz nach unten. Vorgelaufen sind bekanntlich auch Bonds und Immobilien. Sieht der Markt das, bleibt nicht mehr viel, was noch steigen könnte. Ist so simpel, wie es klingt.

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