Gleiches Glück für alle. Ob sie wollen oder nicht.

12. Februar 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Was plausibel klingt scheitert bei der Definition von „gleicher Arbeit“. Gewerkschaftlichem Denken zufolge machen sich sowohl die Menge als auch die Qualität der Arbeit an der Arbeitszeit fest. Das ist, wie jeder der einen Betrieb von innen gesehen hat weiß, lächerlich…

Von Frauke Rödelberger, die die ganze Zeit schuftet bis zu Richard Schlunzke, der auch mal einnickt, herrscht der Schöpfer auch in der Arbeitswelt über einen bunten Garten. Es ist geradezu umwerfend, wie breit die Spanne vom Arbeitsmenge und Qualität ist, die unterschiedliche Menschen in einem einzigen Arbeitstag unterbringen können.

Abgesehen von gleichmäßiger Arbeit, die einem festen Prozess folgt, etwa am Fließband, gibt es keine Welt, die der gewerkschaftlichen Fantasie entspricht. Natürlich folgt umgehend der Einwurf, man müsse doch sehen, was der eine oder andere könne, und was dem einen oder anderen schwer falle. Das kann man so sehen, ob man es für sinnvoll hält oder nicht. Allerdings darf man dann nicht sagen „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ sondern vielmehr „gleicher Lohn für um persönliche Besonderheiten, Fähigkeiten und sonstiges bereinigte Arbeit“. Das ist etwas völlig anderes.

Aber wie bei der Solidarität an der Grenze zum Ausland oder zur Zeitarbeit so endet auch die Konsistenz der gewerkschaftlichen Argumentation kommentarlos. Wer etwas anderes sagt ist ein „Neoliberaler“ und das ist bekanntlich eine ganz schlimme Bande. Stellen Sie sich vor, jeder würde eine Firma gründen, das wäre wirklich schlimm. Ein Recht auf Arbeit ist bekanntlich gottgegeben, Gründung, Ausbau und Leitung einer Firma fällt in der BRD offenbar nicht darunter.

Solidarität ohne Reisepass

Solidarität wird dennoch großgeschrieben bei vielen Schreihälsen. Wo diese viel beschworene Solidarität bei Zeitarbeitern (gleicher Lohn für gleiche Arbeit?) bleibt, steht in den Sternen. Auch hat die Solidarität keinen Reisepass erhalten.

Einen anderen Grund, warum sie abgesehen von einigen Ausflügen nach Frankreich an der deutschen Landesgrenze endet, kann es ja nicht geben. Wen interessiert schon die Produktions- und Lieferkette, die im chinesischen Moloch beginnt, wo so mancher Turnschuh mit und ohne Streifen aus der Maschine schlüpft, wenn man zuerst Not und Elend im deutschen Einzelhandel bekämpfen muss.

Der kleine Niko kann sich mit acht immer noch kein iPhone leisten, das geht natürlich gar nicht. Offenbar ist man in der Gewerkschaftswelt noch nicht globalisiert neo-solidarisch unterwegs sondern noch in der Version Solidarisch 1.0. Je weniger der Chinese bekommt, desto mehr gibt es entlang des Restes der Fresskette zu verteilen. Wer so menschlich ist, der schafft halt bestenfalls 35 Stunden. Dann bleibt wenigstens noch etwas Zeit, dem Chinesen seine Klamotten auch abzukaufen.

Wohin mit der Kohle?

Falls man die freie Zeit zur Schnäppchenjagd nutzt bleibt auch mehr Restbestand vom Netto. Das Problem, diese Kröten loszuwerden, dürfte angesichts des linearen Trends der Ideenlosigkeit in den hohen Räten des Reichstages in den kommenden Monaten kleiner werden.

Es herrscht eine geradezu trostlose Hilflosigkeit in der aktuellen Entscheidungslandschaft. Das Denkschema der über den schleppenden Dienstweg auf den Thron gehievten Parlamentarier sieht wie folgt aus:

  • A: Es liegt ein Problem vor.
  • Aus A folgt: Der Staat benötigt mehr Geld.
  • B: Das Problem besteht weiterhin.
  • Grund für B: Der Staat hat noch nicht genug Geld bekommen.
  • C: Das Problem hält sich hartnäckig.
  • D: Weiter bei A.

Folge von C: Um von der Unfähigkeit Probleme zu lösen abzulenken wird eine Debatte angestoßen, warum einige Menschen dem Staat noch mehr Geld geben müssen, damit die Probleme endlich gelöst werden können. Wer in so schwierigen Zeiten auf sein Eigentum pocht und immer noch unter 80% Steuern zahlt, der muss ab sofort damit rechnen, dass morgen Frau Nahles mit dem G3 vor der Firmentür steht.

Vielleicht sollte man, um den Jahrzehnte andauernden schmerzhaften Prozess der zunehmenden Gehaltsenteignung abzukürzen, schlichtweg direkt das Einkommen der Bürger zu 100% versteuern. Da ohne Netto-Einkommen das Eigentum der Bürger oder bösartigere Einnahmen wie Dividenden oder Zinsen von Wertpapieren, die man aus dem versteuerten Einkommen erworben hat, noch stärker ins Gewicht fallen als bisher, ist eine sozialverträgliche Spontanenteignung unausweichlich. Der gute Mensch kauft Wegwerfklamotten in der Innenstadt, der Imperialist kauft Wertpapiere an der Börse.

Über die maximal menschheitsbeglückende Verwendung der Mittel entscheidet künftig ein Gremium fachlich unbelasteter Abgeordneter. Jede Partei entsendet mehrere Vorsitzende, Co-Vorsitzende und eine handvoll Stellvertreter für die verschiedenen Posten. Die Vergütung für diese Positionen ist steuerfrei um die Unabhängigkeit dieses aufopferungsvoll für die Maximierung der Umverteilung kämpfenden Personenkreises nicht zu gefährden. Spätestens wenn genügend Transferleistungsabhängigkeiten geschaffen wurden, verliert auch die lästige 5-Prozenthürde ihren Schrecken. Für manche ehemalige Volkspartei ist dieses Hindernis nicht nur auf Länderebene wieder in Sichtweite gerückt. Das sind doch schöne Aussichten, oder?

Nun aber Vorwärts! Auch in den ökonomischen Hades geht es am sichersten mit einem guten Plan! Jetzt also schnell ins Shopping Center, es sind schon wieder sieben harte Stunden rum.

 

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22 Kommentare auf "Gleiches Glück für alle. Ob sie wollen oder nicht."

  1. Hans 65 sagt:

    Sie machen es sich aber auch sehr einfach, abgesehen davon, dass es jede Menge Gewerkschaftler gibt, die Betriebe aus eigem Erleben auch von Innen kennen. Grundsätzlich gibt es für fast jedes Argument auch ein mehr oder weniger stichhaltiges Gegenargument – je nach intellektueller Kreativität. Anhand welcher Messlatte wollen sie Einkommen planbar für einen lohnabhängigen Arbeitnehmer festmachen? Wer bewertet die Qualität der Arbeit. Wann wird sie bewertet? Nach welchen Kriterien?

    Jeder vernünftige Arbeitsvertrag enthält ein Anforderungsprofil. Bei gleichen Anforderungen ist auch eine gleiche Entlohnung möglich. Erfüllt die Arbeitsleistung die erwartete und geforderte Norm, wo liegt dann das Problem? Unterschreitet sie die Norm, ist darüber mit dem AN zu reden. Wird die Norm überschritten, sind Lohnzulagen nicht verboten.

    Ihrer Bemerkung, dass es sich bei „Neoliberalen“ um eine ganz schlimme Bande handelt, möchte ich nicht widersprechen. Die Empirik spricht dafür.

  2. Bankhaus Rott sagt:

    Hallo Hans 65,

    einerseits stellen Sie die Frage „Anhand welcher Messlatte wollen sie Einkommen planbar für einen lohnabhängigen Arbeitnehmer festmachen? Wer bewertet die Qualität der Arbeit. Wann wird sie bewertet? Nach welchen Kriterien?“

    Andererseits sagen Sie „Jeder vernünftige Arbeitsvertrag enthält ein Anforderungsprofil. Bei gleichen Anforderungen ist auch eine gleiche Entlohnung möglich. Erfüllt die Arbeitsleistung die erwartete und geforderte Norm, wo liegt dann das Problem?“

    Um eine Bewertung der Arbeit kommt man folglich so oder so nicht herum. Die Frage ist, wozu eine solche führt.

    Beste Grüße und Ihnen ein schönes Wochenende
    Bankhaus Rott

    • Pierre sagt:

      Was „Neoliberale“ einfach vergessen ist, dass jedes Menschenleben das gleiche Recht besitzt….soll heißen…jede menschliche Lebenszeit ist ein unbezahlbare Ressource die jeder verteilen kann wie es ihm gefällt….jede Arbeitsstunde ist ein Geschenk an jemand anderen und natürlich gleich bedeutend und gleichwertig. Den was macht der Herr universitätsdoktor ohne den kanalarbeiter, der dafür Sorge trägt seine Exkremente zu entfernen. Und im Gegensatz zum Herrn Professor hat der einfache Arbeiter schon mit 14 begonnen für die Gemeinschaft zu arbeiten und dem Studierenden erst ermöglicht seine Kenntnisse anzureichern um später der Allgemeinheit zu dienen. Menschliches Zusammenleben funktioniert nur im Respekt dem anderen gegenüber. Auch wenn es manchmal den Anschein hat das dem nicht so wäre…der Mensch ist ein rüdester und abhängig vom anderen. Der Gemeinnutz steht vor dem Eigennutz….und das ist KEINE kommunistische Weisheit.

      • Bankhaus Rott sagt:

        Hallo Pierre,

        Ein Mangel an Respekt ist nicht abhängig vom System sondern von den Menschen. Diesen Mangel gibt es schichtübergreifend und auch innerhalb der gesellschaftlichen Schichten. Der alltägliche Mangel an Respekt vor allen anderen UND der Gesellschaft lässt sich hervorragend im Alltag beobachten und ist mitnichten ein Phänomen der so genannten Oberschicht.

        Übrigens sollte Respekt generell in beide Richtungen funktionieren. Davon auszugehen, dass jemand, weil er mehr verdient, andere nicht respektiert ist durchaus zweifelhaft. Zudem ist das Universitätsystem zumindest hierzulande wohl kaum als Auswuchs des Neoliberalismus anzusehen.

        Wenn der Gemeinnutz vor dem Eigennutz steht, dann wollen wir an die Freiheit erinnern, die darüber stehen muss. Denn es herrscht keine Einigkeit darüber, was man als positiv für das Gemeinwohl ansieht. Warum sollte es positiv für das Gemeinwohl sein, keine Anreize zu setzen und wie etwa Frau Nahles allen Ernstes ein Ende der „Konkurrenz zwischen den Arbeitskräften“ zu fordern?

        Beste Grüße, ein schönes Wochenende
        Bankhaus Rott

  3. bluestar sagt:

    Klasse Artikel !!! T
    Tut den geschundenen Unternehmerseelen und Leistungsträgern in diesem
    Lande richtig gut. Auch wenn Unternehmerfeindlichkeit, Staatsbürokratie, Planwirtschaft, Betriebsratsmentalität, Enteignungsvorbereitungen und Umverteilungswahn hin zu den Schmarotzern zunehmen werden, da sollten wir uns keine Illusionen machen.
    Zum Thema Denkschema von zentralistischen Politikern und Parlamentariern ist mir folgendes aufgefallen:
    1. Es liegt ein Problem vor, wird aber nicht erkannt und es wird demzufolge nichts gemacht
    2. Das Problem wird größer, so dass es selbst für Blinde unübersehbar wird
    3. Das Problem wird nun zur Kenntnis genommenen, aber weiter geschoben in der Hoffnung auf die nächste Legislaturperiode
    4. Das Problem wird bedrohlich, es wird nun hektisch reagiert
    5. Für die nunmehr sehr teure Lösung des Problems werden mehr Steuergelder eingefordert
    6. Die Staatsmedien feiern die Klugheit der Entscheidungen der Politiker und die Alternativlosigkeit der Maßnahmen des Staates
    7. Neben mehr Steuergeldern werden mehr Regulierung, Gesetze, Vorschriften, Beamte, Überwacher und Kontrolleur gefordert und sukzessive umgesetzt
    8. Der Regulierungswahn schafft neue und noch größere Probleme, das alte wird überdeckt
    9. Die Problemverursacher präsentieren sich als Problemlöser der neuen Probleme und versprechen vor den Wahlen eine rosige Zukunft
    10. Aufgrund der geistigen Trägheit und Manipulation der Masse durch die Staatsmedien
    werden die Herrschenden wieder gewählt
    11. Nach der Wahl sind die Versprechungen vor der Wahl vergessen, die Probleme dümpeln
    weiter dahin und es kommen neue, noch dramatischere hinzu
    12. Schuld an dem ganzen Dilemma sind andere, wie Oppositionelle, Neoliberale,
    Putin, Terror oder das Klima. Die Medien blasen die Botschaften tagtäglich in die
    ungeschützten Köpfe der gläubigen Masse.
    13. Der Staat bracht mehr Geld, Regulierung, Bevormundung.
    14. Alternative Oppositionelle werden von den Herrschenden nunmehr als Feinde
    klassifiziert mit allen Mittel bekämpft. Die Herrschenden rücken zusammen,
    Machterhalt ist nunmehr das einzige Ziel.

    Schönes WE und beste Grüße

  4. Insasse sagt:

    Den Sozialismus in seinem Lauf, hält eben weder Ochs noch Esel auf. Erst, wenn den Sozialisten das Geld anderer Leute ausgeht, ist „Ende Gelände“. Es besteht Grund zur Hoffnung, dass es bald soweit ist.

    Da „unsere“ Parlamentarier nahezu ausnahmslos in die Kategorie „Richard Schlunzke“ fallen, bekommen sie auch alle das gleiche Geld. Und da sie nicht Arbeiten, müssen es eben andere bezahlen. Dafür stellen Sie jede Menge Unfug an. Vor diesem Hintergrund ist das im Artikel dargestellte Denkschema, sagen wir besser Handlungsschema, in Punkt A anzupassen. Zumeist liegt nämlich gar kein Problem vor. Deshalb müssen die „Richard Schlunzkes“ ja auch nicht arbeiten. Wenn dem so ist, mangelt es ihnen aber an einer Daseinsberechtigung, was selbst dem dümmsten Wähler irgendwann auffallen könnte. Deshalb haben sich die „Richard Schlunzkes“ entschlossen, Probleme zu schaffen, wo eigentlich keine sind. Punkt A muss deshalb heißen: Wir schaffen ein Problem. Im Übrigen bleibt es dann beim oben dargestellten Handlungsschema. Man möchte sagen, die vielen, eigentlich unnützen „Schlunzkes“, haben ein politisches Perpeduum Mobile entwickelt. Ein echtes ist es aber nicht, da es nur funktioniert, wenn es vom Steuerzahler ständig gefüttert wird. Aber was interessiert das schon die „Schlunzkes“?!

  5. Argonautiker sagt:

    Sehr geehrtes Bankhaus Rott,
    rundweg ein stimmiger Artikel, Sie vergaßen schändlicherweise jedoch zwei Dinge zu erwähnen.

    100% Steuern können nicht genug sein, denn in einem exponential wachsenden System, müssen mindestens 110% erhoben werden, sonst gibt es kein Wachstum mehr. 🙂

    Und dann muß man natürlich noch erwähnen, das eigentlich Putin an allem Schuld ist, warum die Regierung leider gezwungen ist, so zu handeln. Wäre der nicht, dann gäbe es quasi soundso gar keine Probleme mehr.

    Beste Grüße

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo Argonautiker,

      ja, das mit der 100%-Marke ist natürlich ein Problem. Vermutlich sind die Kleinbeträge des verbliebenen Nettoeinkommens technisch notwendig und daher mit der Zeit über die Negativzinsen abzuschöpfen. Das sieht dann einfach ein bisschen demokratischer aus.

      Die nächste Steuersenkung kommt aber bestimmt spätestens dann, wenn die Friedensdividende der aktuellen Außenpolitik sprudelt. Ganz sicher ….

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

  6. Ein fürwahr wunderschöner Text. Der könnte auch von Herrn Grupp sein, das ist der mit der Affenwerbung und der stolzgeschwellten Brust inmitten seiner (besitzanzeigendes Fürwort) Näherinnen.
    Es ist ein Text, der ohne schlüssige Verbindungen vom gleichen Lohn für gleiche Arbeit in die einfältigste Regierungsverunglimpfung führt, um am Ende mit gespielter Empörung die Schuld an den Zuständen fernöstlicher Produktionsstätten beim Geiz-ist-geil-Konsumenten in Deutschland abzuladen.
    Textbausteine in dieser Art zusammenzustellen, erscheint mir eine Tätigkeit, die – wie Sie es nennen – „einem festen Prozess unterliegt, z.B. am Fließband“ und weitgehend frei von individuellen Entscheidungsmöglichkeiten ist. Vermutlich bestand die Notwendigkeit, schnell noch einen Artikel zu verfassen, ohne dass es ein Thema gegeben hätte, dass in der Eile hätte behandelt werden können. So was kommt vor – und wenn es mir passiert, ist es mir hinterher peinlich.
    Dass in den Kommentaren zu lesen ist, Ihr Text sei „neokonservativ“, dürfte bei jeden wahren Neokonservativen das blanke Entsetzen auslösen. Der Text ist weder neokonservativ noch in irgendeiner Weise von der mikro- und makroökonomischen Lehre und Realität geprägt. Es ist ein Elaborat aus recycelten Parolen des Manchester-Kapitalismus.

    Mit besten Grüßen
    Egon W. Kreutzer

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo Egon W. Kreutzer,

      vielen Dank für Ihren Kommentar.

      Da kann man doch wunderbar sehen, wie weit die Beurteilungen schon bei einer derart kleinen Sache wie obigem kurzen Artikel auseinanderklaffen.

      Ein bisschen spezifischere Kritik wäre uns auch Recht gewesen, allerdings ist das Beispiel von Herrn Grupp interessant. Hierzulande sieht man die in seinem Unternehmen arbeitenden Näherinnen, während man beim Klamottenshop in der Innenstadt (stets gut besucht, T-Shirt ab 2 Euro) eben niemanden sieht außer den dort arbeitenden Verkäufern. Das ist weder gespielte noch nicht gespielte Empörung, es ist der Stand der Dinge. Soll jemand Herrn Grupp nun für einen schlechten Menschen halten, und und wenn ja warum?

      Ansonsten liegt uns Regierungs- oder Politikverunglimpfung aus Selbstzweck fern. Es fällt uns leider nur wenig Gutes zu diesem Thema ein. Wenn wir uns das Kabinett und die bei der aktuellen Konstellation möglichen nächsten Kabinette vor dem Hintergrund der aktuellen Probleme vor Augen halten, freuen wir uns aber über jeden Hinweis, der Anlass zu mehr Optimismus gibt.

      Beste Grüße und Ihnen schon einmal einen schönen Sonntag
      Bankhaus Rott

  7. Thomas S. sagt:

    …..Putin ist schuld…..ein Lachen schallte durch meine vier Wände……Klimakatastrophe….Putin war es….Ozonloch…,Putin.

    Ansonsten habe ich vor einiger Zeit einen Aufkleber an einem Laternenmadt erblickt. Maschinen nehmen den den Menschen die Arbeit weg….EIN GLÜCK!
    Im zarten Alter von 15 Jahren sah ich in dem Röhrenfernseher meiner Eltern Menschen für eine 35 Stundenwoche streiken. 25 Jahre später bin ich persönlich zwischen 45-55 Stunden pro Woche. Wo sind nur die Produktionszuwächse hin? möchte man singen. Als Antwort hallt das Lachen des Shareholder Values aus den Börsensälen dieser Welt durch die leere Speisekammer.

  8. Dave sagt:

    Sehr geehrtes Bankhaus Rott,
    vielen Dank für diesen Artikel. Ich habe mich beim Lesen gefreut und mir gedacht, dass man solche Artikel heute eher selten liest, obwohl sie so dringend benötigt werden. Bei einigen der Kommentare fiel mir dann auch wieder auf, warum das wohl so ist – jemand, der Leute schlicht nach Leistung bezahlen will, muss ein Menschenfeind sein (denn „jede Arbeitsstunde ist ein Geschenk an jemand anderen“). Das man immer auch jemandem etwas, dass ihm eigentlich zusteht, wegnehmen muss, um Ungleiches gleich behandeln zu können wird bei den Menschenfreund dann oft übersehen.
    Beste Grüße und schönen Sonntag,
    Dave

    P.S.: Im Gegensatz zu Herrn Kreutzer kann ich auch gut die Klammer erkennen, die den Text zusammenhält – eigenartige Moralvorstellungen, die Solidarität oft nur fordern wo sie einem selber helfen hängen nunmal eng mit den Gewerkschaften und einer zunehmenden Planwirtschaft zusammen. Die Sachen darf man dann tatsächlich auch einfach so benennen, wie sie sind.

    • Thomas S. sagt:

      Wer will denn schlicht nach Leistung bezahlen und wo geschieht das? Wird der Vorstandsvorsitzende, der das zigfache des Arbeiters verdient nach seiner Leistung bezahlt? Leistet er tatsächlich mehr in einem Jahr, als der Angestellte in seinem ganzen Leben? Wird die Krankenschwester in einer Intensivstation nach Leistung bezahlt? Der Arzt? Schaue ich mir Herrn Ackermann, Herrn Winterkorn , um nur einige zu nennen, und die finanziellen Folgen ihres auf kurzfristigen Profit ausgerichteten Tuns, was wäre ihre leistungsbezogene Bezahlung? Müssten sie noch Geld mitbringen?
      Es gibt natürlich zahllose Unternehmer, die ihre Angestellten gerecht bezahlen und sich zu Recht eine angemessen höhere Bezahlung zugestehen. Was ist aber angemessen. Fragt man einen Neoliberalen, sagt er das 1000 fache oder das was er maximal herauspressen konnte. Fragt man einen Sozialisten, erhält man eine andere Dimension.

  9. Die Divergenz der Beurteilungen mag gerade dadurch entstanden sein, dass es sich um eine „derart kleine Sache“ handelte. Mit „klein“ verbinde ich hier nicht „Belanglosigkeit“, sondern die Reduzierung auf „die Spitzen zugespitzter Aussagen“, was dazu führt, dass – übertragen auf ein anderes Bild – ein im Nordatlantik treibender Eisberg wie selbstverständlich ausschließlich als majestätisches Naturschauspiel dargestellt wird, während sämtliche damit verbundenen Implikationen (schnelleres Abschmelzen der Gletscher, sinkender Salzgehalt – verlangsamter Golfstrom, Gefahr für die Schifffahrt, usw.) vollständig ausgeblendet werden.
    Spezifische Kritik habe ich bewusst nicht geübt. Darum ging es mir auch gar nicht. Die Kritik galt der plakativ vereinfachenden, einseitigen Darstellung, die Sie gewählt haben, obwohl Ihnen die Sachverhalte, über die Sie schrieben, sicherlich weitaus besser und facettenreicher bekannt sind, als Sie dies erkennen ließen, wie Ihnen auch wenigstens die guten Argumente, die für eine andere Einstellung sprechen, bekannt sein dürften.
    Überzeugung, das ist jedenfalls meine Auffassung, kann nur gelingen, wenn sich der Protagonist mit den Argumenten beider (aller) Seiten auseinandersetzt und daraus dann die faktische und logische Überlegenheit der eigenen Argumentation nachzuweisen versucht.
    Der Verzicht auf diese Auseinandersetzung bringt nicht Überzeugung, sondern allenfalls mehr oder minder reflektierte Zustimmung bei Gleichgesinnten hervor, also nicht weiter.

    Wenn es schon gleichen Lohn für gleiche Arbeit nicht geben kann, da stimme ich Ihnen sogar zu, sollte man dann nicht versuchen, dem Ziel wenigstens einigermaßen nahe zu kommen, oder sollte man die Erkenntnis stattdessen verwenden, um sich einen Freibrief für die Entlohnung nach dem Grad der Abhängigkeit des Beschäftigten zu gestalten? Also: Die alleinerziehende Mutter ohne wirtschaftlichen Rückhalt so schlecht wie möglich entlohnen, weil sie auf den Job angewiesen ist, und jedem, der sich u.U. auch woanders umsehen oder ein Sabbatical gönnen könnte, mit hohem Gehalt halten?

    Wenn es schon so ist, dass auf dem Rücken der Chinesen ein Teil des westlichen Wohlstands entstanden ist, da stimme ich Ihnen sogar zu, sollte man dann nicht von Seiten der importierenden Unternehmen (der Endverbraucher kauft ja selten direkt im chinesischen Online-Shop ein) dafür Sorgen, dass über höhere Preise, die man gerne zu zahlen bereit ist, auch in China bessere Lebensbedingungen entstehen? Stattdessen geht die Reise doch umgekehrt. Durch Importe und Outsourcing werden Kapazitäten des Binnenmarktes überflüssig. Damit werden Arbeitskräfte überflüssig, damit schwindet Kaufkraft, was wiederum dazu führt, dass die Importe noch billiger werden sollen. Es ist in meinen Augen Hohn, dem hiesigen Endverbraucher die Produktionsbedingungen in Fernost anzulasten. Die Industrien, die es in Deutschland nicht mehr gibt, wurden doch nicht von den Beschäftigten in ferne Erdteile ausgelagert…
    Wenn dieses Thema angesprochen wird, dann ist der Anfang der Geschichte die so genannte Globalisierung, die grenzenlose Freiheit des „scheuen Rehs“, dessen Profitsprünge über alle Grenzen hinweg letztlich überall verbrannte Erde hinterlassen.

    Wenn schon so ist, dass der Geldbedarf des Staates auch die Erhebung von Steuern erforderlich macht, worin ich Ihnen widerspreche, denn Sie halten das ja offenbar für Enteignung, dann sollte man vielleicht zuerst unterscheiden in jenen Bereich der Staatsaufgaben – mit den daraus folgenden Ausgaben – die man für sinnvoll hält und jene anderen, die man für unsinnig hält.
    Sicherlich kommt der Bund der Steuerzahler alle Jahre mit seinem Steuerverschwendungsbericht daher, doch was da aufgezählt wird, ist doch letztlich immer noch nur ein sehr geringer Anteil der Gesamtausgaben. Hat man diese Aufgabe bewältigt, weiß also, worüber man spricht, dann kann man durchaus die Frage stellen, wer die notwendigen Staatsausgaben finanzieren soll. Ein Blick in die Statistiken zeigt, dass Lohnsteuer und Verbrauchssteuern schon heute den Löwenanteil der Staatseinnahmen ausmachen, obwohl den damit belasteten Bevölkerungsschichten weniger als die Hälfte des BIP als Kaufkraft zur Verfügung gestellt wird. Letztlich gibt es auch durchaus ernstzunehmende Stimmen, die Deutschland als „Steuerparadies“ für Vermögende und Reiche bezeichnen. Von den Unterstützungsleistungen von EU-Zwergstaaten für internationale Konzerne noch gar nicht zu sprechen.

    Und zum guten Schluss: Wie wollten denn die Ihrer Meinung nach so unterdrückten Unternehmer ihre Erträge generieren, wenn die Beschäftigten und die von ihnen mitfinanzierten Rentner nicht irgendwann auch, nach vollbrachter Arbeit, ihren Lohn wieder an die Ladenkassen tragen würden?
    Nur vom billigen Einkaufen (incl. Human Ressources) wird man nicht reich. Man muss schon auch jemanden finden, an den man teuer genug verkaufen kann. Gilt übrigens für so genannte Investoren, die nur Anteils- und Wettscheine kaufen und verkaufen, ganz genau so.

    Mit besten Grüßen
    Egon W. Kreutzer

    • Thomas S. sagt:

      Vielen Dank! Ich hätte es nur schlechter formulieren können.

    • Skyjumper sagt:

      @Egon W. Kreutzer

      „……obwohl den damit belasteten Bevölkerungsschichten weniger als die Hälfte des BIP als Kaufkraft zur Verfügung gestellt wird……..“

      Wieviel sollte es denn Ihrer Meinung nach sein? Gem. des Berichtes „Bruttoinlandsprodukt 2015“ des statistischen Bundesamt sind 53,9 % des BIP (gerechnet auf 3.027 Mrd. €) in den privaten Konsum geflossen, weitere 19,5 % in den staatlichen Konsum. Verbleiben noch 18,8 % die für Anlageinvestitionen draufgingen und 7,8 % die als sogenannter Aussenbeitrag lediglich eine Nullnummer sind.
      Noch! weiter an den Anlageinvestitionen zu sparen ist sicher nicht hilfreich. Vielmehr sind die Ausgaben für Infrastrukturmaßnahmen (staatl. Investitionen) bereits jetzt deutlich zu niedrig.

      Verbliebe also einzig eine Verschiebung zwischen staatlichen Konsum und privaten Konsum um Ihren implizierten Vorwurf abzuarbeiten. Da allerdings wäre ich dann durchaus auf einer Wellenlänge mit Ihnen. Dafür müßte jedoch die Steuer-/Abgabenhöhe sinken und nicht etwa steigen. Gerne bei den Verbrauchssteuern, da dies Ottonormalverbraucher bevorzugt und am direktesten wirkt.

      Korrekter wäre es meines (laienhaften) Verständnis nach übrigens wenn man nicht das BIP als Bezugsgröße nehmen würde, sondern das Volkseinkommen, also BIP minus Abschreibungen und einige weitere Rechengrößen. Dann sinkt die Bezugsgröße beträchtlich, nämlich auf 2.265 Mrd.€. Ich möchte den von Ihnen völlig zu Recht angeführten Kausalzusammenhang zwischen inländischen Löhnen/Gehältern (Kaufkraft) einerseits und begrenzten Ertrags- (besser Umsatz–)aussichten der Unternehmer andererseits keinesfalls negieren. Allerdings sollte man sich nicht von den (aus politischen Gründen substanzlos aufgeblähten) BIP zu einer verzerrten Analyse verleiten lassen.

      Was mir bei der geführten Diskussion (und leider nicht nur hier im Blog) wieder einmal grundsätzlich aufgefallen ist, ist das vollständige Fehlen einer differenzierten Betrachtung der bösen Unternehmerseite. Wenn das Stichwort „Unternehmer“ fällt, scheint jedermann immer sofort einen der grossen Konzerne aus DAX und MDAX vor Augen zu haben. Das sind aber nur 80 !! Unternehmen, erweitern wir den Kreis noch um die SDAX-Unternehmen sprechen wir über 130 Unternehmen. Ja, man muss bestimmt nicht lange suchen um in diesen Kreis unsoziale Verhaltensmuster, Steuervermeidungsstrategien, Betrug, Ausbeutung und ähnlich „appetitliches“ Geschäftsgebaren zu finden.
      Aber mal abgesehen davon, dass ein Vorstandsmitglied einer AG in meinen Augen kein Unternehmer, sondern nur ein überbezahlter Angestellter ist, gibt es eben nicht nur diese 130. Per Ende 2015 verteilten sich die 43 Mio. Erwerbstätige in Deutschland auf 38,7 Mio. Arbeitnehmer und 4,3 Mio. Unternehmer. Und es stört mich zunehmend das 4.299.870 Unternehmer nach dem doch sehr eingeschränkten Bild von 130 beurteilt werden.

      Im übrigen ist es eine Mär dass der Staat zu wenig Geld hätte. Er verteilt nur sehr gerne und im zunehmenden Maße um. Die privaten und staatlichen Sozialleistungen (dabei ist wirklich alles erfaßt, inkl. Renten etc.) stiegen von 747 Mrd.€ in 2009, über 782 Mrd.€ in 2012 auf stattliche 849 Mrd.€ in 2014. Neuere Zahlen kenne ich nicht. Aber jeder dieser 849.000.000.000,- Euros muss zuvor jemanden aus der Tasche gezogen werden bevor er als Sozialleistung verteilt werden kann. Ja: Ein Großteil dieser Sozialleistungsansprüche ist verdient (z.B. durch Rentenkassenbeiträge etc.) aber es bleibt eben ein riesiger Umverteilungsberg der dem heute aktiven Erwerbstätigen da abgezogen wird. Tendenz ungebremst steigend. Was kann der Arbeitnehmer dafür, dass die früheren Beiträge des heutigen Rentners zweckentfremdet wurden? Eindeutig nichts. Was kann der Unternehmer dafür? Auch eindeutig nichts.

      Unterm Strich finde ich die Schelte von Bankhaus Rott ala
      “ A: Es liegt ein Problem vor.
      Aus A folgt: Der Staat benötigt mehr Geld.
      B: Das Problem besteht weiterhin.
      Grund für B: Der Staat hat noch nicht genug Geld bekommen.
      C: Das Problem hält sich hartnäckig.
      D: Weiter bei A.“
      durchaus gerechtfertigt. Natürlich ist das plakativ, aber was erwarten Sie von einem Blog-Beitrag?

      Meinen ausdrücklichen Dank allerdings für folgenden Satz:
      „Der Verzicht auf diese Auseinandersetzung bringt nicht Überzeugung, sondern allenfalls mehr oder minder reflektierte Zustimmung bei Gleichgesinnten hervor, also nicht weiter.“
      Den sollte sich jeder, mich selbst eingeschlossen, eigentlich täglich frisch in die Stirn meißeln.

  10. Bonnie sagt:

    Hallo Bankhaus Rott,
    Gewerkschaften vertreten die Intressen der Lohnabhängigen.
    Sie beschreiben die Intressen der Lohn zahlenden.
    Natürlich gibt es da nicht NUR Übereinstimmung.
    Jeder versucht seine Intressen durchzusetzen.
    Das geht nur mit Macht/und /oder Zusammenarbeit
    Die Macht liegt in den Händen der Lohnabhängigen.

    Leider wissen das, die sich auf dem Arbeitsmarkt anbietenden lohnabhängigen heute nicht nicht.
    Ihre Grossväter und Väter wussten das .
    Das erklärt die soziale Marktwirtschaft in der Nachkriegszeit.
    bis in die 70 ger Jahre.
    In den 80gern änderte sich das Bild.
    Die Kriegsteilnehmer,die sich ihrer Macht bewusst geworden waren ,in den gewerkschaftlichen Auseinandersetzungen in den 50 und 60 jahren,gingen in Rente
    Diese Generation hatte einen Krieg erlebt und danach keine Angst vor der „Macht des Geldes.“
    Sie haben zusammen gehalten.

    Solidarität nannten die Menschen das früher.

    Ihre Kinder und Enkel sind sich Ihrer Macht noch nicht bewust.
    Sie sind zu ängstlichen Idioten ,sich selbst überwachenden Avataren geworden.
    Im panoptischen Gewebe der heutigen Welt,laufen sie den neusten Trends und News hinterher.
    verlieren ihr Selbst- bewustsein im Spiegel ihrer Monitore.
    Mit denen sie verzweifelt versuchen von irgendwem gesehen bzw gehört zu werden.
    Dafür optimieren sie sich so weit sebst,bis alles Individuelle ,alle Kanten und Ecken verschwunden sind.
    Mit den verbleibenden Zwergenbewustseinern ist nicht mehr viel anzufangen.
    Da gebe ich ihnen recht bankrotthaus.
    Doch eine „nachhaltige“ Welt schaffen WIR so nicht.
    Wir befriedigen die Gier nach mehr…mehr geld ,durch neue Kriege,neuem Leid für viele.
    Und erzeugen Krieger,Terroristen,Freiheitskämpfer,wie immer wie sie nennen wollen.
    Sie sind am Ende….. Bankrott.
    Sie scheinen es noch nicht einmal zu ahnen.
    oder sollte der Artikel Satire gewesen sein…dann bin ich drauf reingefallen.

    Es gibt nur eine Welt.
    und quantentechnisch sind wir alle miteinander verbunden.
    We are all one..(.lach ruhig,das ändert daran nichts)
    mit freundlichen solidarischen güßen

    *** Admin: Gott, was haben Sie für eine schreckliche Rechtschreibung! Das sieht nach Durchblick aus***

    • Insasse sagt:

      @Bonnie: „Gewerkschaften vertreten die Intressen der Lohnabhängigen.“ – Sind Sie sich da wirklich ganz sicher? Die Gewerkschaften erkämpfen für ihre Mitglieder schon lange keine Reallohnzuwächse mehr. Kämpfen die überhaupt noch oder kungeln die mit dem politischen Establishment? Sie begrüßen und befördern massenhafte Migration und Integration von geringfügig oder gar nicht Qualifizierten, was unbestritten Lohndruck im entsprechenden Beschäftigungssektor erzeugt. Sie haben die Einführung von Zeit- und Leiharbeit mitgemacht. Nur mal drei wesentliche Beispiele. Und das soll im Interesse der sie finanzierenden Mitglieder liegen? Vielleicht überdenken Sie Ihre Sichtweise ja noch einmal.

  11. Bankhaus Rott sagt:

    Hallo Bonnie,

    danke für Ihren Kommentar.

    „Sie beschreiben die Intressen der Lohn zahlenden.“

    Wie kommen Sie darauf? Und wer genau sind DIE Lohn zahlenden und DIE Lohn empfangenden überhaupt?

    Es ist interessant, dass bei einem derartigen Thema gleich viele Menschen davon ausgehen, aber es geht es nicht darum, dass alle möglichst wenig bekommen. Sofort werden die Herren Ackermann und Co zitiert, aber was ist mit dem Mantra von gleichem Lohn für gleiche Arbeit bei der Betrachtung von Zeitarbeitern und Tarifangestellten sagen wir im deutschen Automobilbau? Werden die Tariflöhne in vielen Firmen nicht (leistungsunabhängig) über Zeitarbeit quersubventioniert? Ist das fair? Man könnte die Löhne ja auch mitteln, das wäre doch solidarisch. Aber auch in diesem Falle müssten halt einige verzichten. Aber wer will sich schon um solche Haarspaltereien kümmern, solange es jemanden gibt, der ein paar Millionen verdient. Mit der gleichmäßigen Verteilung von ein paar Vorstandsgehältern kommt man aber nicht weit. Stand 2014 hatte VW 592.586 Mitarbeiter. Wenn Herr Winterkorn sein Gehalt verteilt hätte, blieben für jeden Mitarbeiter im Konzern für das Jahr 2014 rund 27 Euro (brutto). Nett, aber nicht wirklich überwältigend.

    Zum Thema Konsum möchten wir anmerken, dass es nicht den Eindruck macht, als müsse man die Menschen zum Kauf wöchentlich wechselnder Billigklamotten, quartalsweise wechselnder Handys oder zum alltäglichem Kauf von Fast Food zwingen. Ist Steve Jobs daran schuld, wenn erwachsene Menschen sich alle paar Monate in lange Schlangen stellen um teure und nur marginal veränderte Versionen eines Telefons zu kaufen? Frei nach dem Motto „bei Aldi kaufen ist clever aber Aldi ist fies“ erteilt sich mancher der vermeintlich Unterdrückten wohl eher selbst Absolution und ein reines Gewissen.

    So kann auch jeder seine Freizeit nutzen, wie er mag. Der eine schaut Bundesliga, der andere rennt drei Mal um den See, die nächste bastelt am iPhone 39 herum und wieder ein anderer lernt C# am Rechner. Die Einfalt liegt unserer Meinung nach eher in einer Betrachtung aller Menschen als unterdrückte, zum Konsum gezwungene und hilflose Masse. Man kann ja eh nichts machen. Viele finden Konsum offenbar aber tatsächlich „geil“, koste es was es wolle. Dies dem Hersteller von Konsumplunder anzulasten greift dann doch ein bisschen zu kurz.

    Beste Grüße
    Bankhaus Rott

    • Thomas S. sagt:

      Nun trifft das Gesagte innerhalb des VW Konzerns sicher nicht nur auf Herrn Winterkorn zu. Vielleicht könnte VW auf ein paar Leiharbeiter zu Gunsten von Festanstellungen verzichten, wenn ein paar mehr Jahresgehälter des sogenannten TOP-Managements kritisch hinterfragt werden. Ob diese Menschen Ihre Gehälter wert waren bzw. ihrer Leistung entsprach oder einfach nur den Ansprüchen einer selbst ernannten Elite entsprechen, mag sich jeder im Angesicht der aktuellen Krise selbst beantworten.
      Selbes trifft auf diverse Leistungsträger zu, deren vornehmliche Leistung es war, den Profit durch kamikazeartige Risiken zu erhöhen. Dieses wurde nach Kräften solange verschleiert, bis man sich nach einer rauschenden Party rechtzeitig in seine gut gepolsterte Abschiedssenfte gesetzt hat. Was ist eigentlich aus der Eigenkapitalrendite von 25% der Deutschen Bank geworden? Peanuts! Im Grunde steht es ja jeder Firma frei seine Gehaltspolitik selbst zu bestimmen, wenn sie nach unten und oben nicht ekelhaft wird. Umso interessanter wird es, wenn die Verfechter des freien Marktes auf der Party nach Champagner, Deregulierung und weniger Steuern schreien und wenn die Blaskapelle nicht mehr spielt, mit einem Kater am Rockzipfel des Staates/ der Steuerzahler hängen.
      Was ist eigentlich aus den Anteilen des Staates/ der Steuerzahler an der von ehemals gut bezahlten Eliten geführten Commerzbank geworden? Naja letztens stieg sie ja an einem Tag um über 12% …..Halleluja

  12. Bonnie sagt:

    @admin…
    ok,…danke für den tipp mit der rechtschreibung,….
    klappt wohl nicht…
    ich lasse den versuch auslaufen…..
    ps, wusste bis heute gar nicht das rechtschreibung etwas mit durchblick zu tun hat…danke für die info.

    @insasse..
    natürlich hast du recht,…heute vertritt kaum noch ein gewerkschaftler die intressen der lohnabhängigen.(rixinger ist zb. eine ausnahme)
    woran das liegt wäre ein thema für sich.
    ich meinte die gewerkschaften der 50 ziger 60 ziger jahre.
    als wir sie noch so nennen konnten.
    als sie lohnfortzahlung im krankheitsfall…,den arbeitsfreien samstag,ect erstreikten.
    und anders,
    als mit monatelangen flächendekenden streiks
    wird auch heute nichts erreicht werden.

    ausser durch eine neugründung ,
    wird es keine“ gewerkschaftlichen“ vertretungen in deutschland geben.
    was mit den parteien übrigens nicht anders ist.
    die alten parteien und gewerkschaften sind verseucht mit psychpathen an den schalthebeln.

    @bankhaus rott
    alle menschen sind gleich?….nein alle menschen sind verschieden.
    da sind wir uns dann wohl einig?

    das menschen alle essen bekommen,
    deren kinder alle bildung bekommen sollten.
    liegt im allgemein gesellschaftlichen intresse…..können wir uns auch darauf einigen?

    also brauchen wir eine mindest basis was jeder verdienen muss.
    damit seine kinder genug zu essen haben
    und er ihnen eine schulische ausbildung garantieren kann.

    je besser die bildung umso besser für die zukünftige gesammte gesellschaft…
    sehen wir das verschieden?
    dafür das die eltern nichts gelernt haben …können die kinder nichts.
    wir sollten allen kindern, schon aus egoismus, die bestmögliche bildung zukommen lassen.
    oder?
    dafür braucht es einen mindestlohn.
    einen der reicht um auch nach 40 jahren arbeit von der rente leben zu können.
    ursula von der leine sagte dazu ,(als sie noch zuständig war,)

    2500 euro wären lebenslang als lohn nötig,
    um nach lebenslanger arbeit von der rente leben zu können.
    das korreliert mit dam was die zahlen uns verraten

    also 2500 euro mindestlohn,
    um nicht wärend des arbeitslebens und danach auf zuschüsse angewiesen zu sein.

    darüber hinaus sollte es dem arbeitgeber freigestellt sein
    überdurchschnittliche leistung,………..überdurchschnittlich zu bezahlen.
    wie verstehen wir uns hier?
    ich möchte vorstandgehälter nicht aufteilen.
    die exorbitanten gehälter der selbsternannten leistungsträger,
    ob bei blackrock,mercedes,oder realmadrid.sind schlicht nicht vermittelbar.
    90% der menschen werden nie verstehen warum béckham oder fitschen soviel bekommen.
    psychopathische verhaltensweisen wie diese kann niemand verstehen.
    jenseits von 100 000 euro netto gibt es keinen zuginn anlebensfreude.

    hier beginnt die welt der psychpathen und suchtkranken.
    keine gesellschaft braucht diese menschen.sie sind nur eine last ,die alle tragen müssen.schmarotzer in nadelstreifen….auch wenn sie 70 std in der woche arbeiten.
    nach leistung bezahlen …warum nicht
    doch nahles leistet nichts,
    (WOFÜR SIE EINEN HOHEN PESIONSANSPRUCH BEKOMMT)
    und fitschen verbrennt unser geld
    (10 millirden von amerikanischen steuerzahlenern beim letzten mal,
    dieses mal wirden 10 milliarden nicht reichen)
    wer für 1500milliarden wetten am laufen hat ist schlicht weg kriminel und
    kein leistungsträger.
    also bezahlen nach leistung …ja
    doch erst wenn die grundsicherung im rahmen einer nachhaltig organisierten gesellschaft
    gezahlt wurde.(nachhltig ist ein wort das mir nur schwer über die lippen kommt)

    sollte es firmen geben die das nicht zahlen können……(2500 euro )
    sind sie schlicht nicht konkurenzfähig.
    genausowenig wie ein kleinst unternehmer
    welcher nicht genug erwirtschaftet
    um auch kranken versicherun/rentenversicherung für sich selbst zu zahlen.

    wir sollten solche firmen ,die keine 25oo netto mindestlohn zahlen können,
    NICHT durch steuergelder subventionieren.
    das ist ziemlich dumm.
    nun die masse ist nicht dümmer als die elite.
    die us army lies einmal untersuchen warum sie überwiegend dumme offiziere hat.
    heraus kam,
    das am anfang im ersten jahr intelligenz und dummheit in etwa volksdurchschnittlich verteilt waren.
    doch schon nach der ersten bevörderungswelle sah es anders aus.
    die dummen waren bevördert worden,die intelligenten waren raus.
    warum?weil die intelligenten menschen selber denken und fragen stellen ect.
    dumm köpfe fragen nicht ,die liquidieren,menschen oder arbeitsplätze.
    das ist ihnen egal…denn sie verstehen ja nicht was mit ihnen passiert.
    psychopathen und rücksichtslose menschen bevölkern so überall die vorstandsetagen dieser welt.
    konsumenten sind süchtig gemachte menschen.
    wer macht sie süchtig?
    die welche davon leben sinnloses oder minderwertiges herzustellen und zu verkaufen.
    die deutsche medienlandschaft liegt in den händen von wenigen familien.
    3…4…5.. mohn, springer , bauer?..und wenige mehr….
    und das staats tv.?
    bankhaus rott..ich nehme an du schaust nie tv.
    und liest nie tageszeitungen,sonst wüsstest du warum die menschen kosumsüchtig sind.
    die werden nicht so geboren.
    sie werden so erzogen .von denen die die deutungshoheit in der gesellschaft für sich beanspruchen.
    oder hat die mediale einseitigkeit keinen einfluss auf die menschen die dem medienmüll ausgesetzt sind?
    wer nicht gelernt hat zu differenzieren,wer nicht gelernt hat zu lernen,
    ist arm dran.
    aber nicht schuldig.
    überhaupt zeigen uns die erkenntnisse der neurologie das niemand schuld ist.
    der kosument nicht und auch nicht gabriel,merkel nicht und nicht mal schäubele.
    das ändert aber nichts an der verantwortung ,die jeder für sein tun trägt.

    jeder ist seines glückes schied…ist nonsens.

    niemand kann etwas für die welt in die er hineingeboren wird.
    nichts für das soziale umfeld ,welches ihn prägt.
    ganz im gegenteil….er muss damit leben.
    und das obwohl die möglichkeit bestanden hätte ihm bildung zu vermitteln.

    aber nicht gewollt

    in einer undurchlässigen gesellschaft ,wie deutschland ,
    tragen alle die älter als 25 sind dafür mitverantwortung.
    in wessen eltern haus nicht gelesen wird,
    dem wird es schwer fallen die welt zu verstehen.
    und seinen platz zu finden.
    doch ihm dafür die schuld zuweisen…
    die meisten bräuchten hilfe,
    keine überheblichen kommentare ihres nichtverstehens.

    wir allezusammen erzeugen unsere zukunft,die fällt nicht vom himmel.
    wir alle sind für alle mitverantwortlich.

    und ich laste dem hersteller von müll keine besonder schuld auf.
    er ist auch nicht schuld….doch verantwortlich für sein tun.

    die gier nach profit ist da nicht hilfreich.(bei der suche nach verantwortung)
    schuld ist ein konstruckt zur unterdrückung….brauchen wir nicht.
    nicht im strafrecht,und nicht im täglichen leben.
    (wenn das thema interessiert der lese…“warum wir ohne moral die besseren menschen sind..schmidtsalomon)
    mit freundlichen grüssen
    bonnie

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