Gipfelsturm: Ein Hoch ist ein Hoch ist ein Hoch

23. Oktober 2013 | Kategorie: Gäste

vom Smart Investor

Bezwingt der DAX den 9.000er? Ein Hoch ist ein Hoch ist ein Hoch… So lautete die Überschrift vom 6.3.2013. Damals ging es um den Dow Jones Industrial Index, der mit 14.253,77 Punkten, der just am Tag zuvor ein Allzeithoch markiert hatte…

Wie viele Argumente sich auch immer gegen steigende Kurse finden lassen, wie schlimm die Lage auch immer scheinen oder sein mag, ein solches Allzeithoch ist eine starke Botschaft – eine Botschaft die man im wohlverstandenen Eigeninteresse nicht ignorieren sollte.

Der Dow Jones schloss gestern übrigens bei 15.467,66 Punkten und damit rund 8,5% höher als an jenem 5.3.2013. Dazwischen liegt ein gutes halbes Jahr. Eigentlich keine schlechte Kursentwicklung, wenn man bedenkt, dass zwischen beide Daten nicht nur die Sommerflaute fiel, sondern auch der US-Haushaltsstreit, Kriegsängste um Syrien, Geheimdienstaffären und die kritischen Börsenmonate September und Oktober.

Natürlich ist die weltweite Geldschwemme, die insbesondere aus den Notenbanken der USA und Japans fließt, eine der wesentlichen Ursachen für steigende Kurse. Das Allzeithoch darf also nicht als Ursache der Bewegung missverstanden werden. Es ist lediglich ein Indikator für die Ursachen und – so lange diese intakt bleiben – auch für die weitere Richtung des Marktes. Lediglich falls ein solches Allzeithoch unmittelbar durch eine Gegenbewegung negiert wird, dreht sich dessen Aussage als Fehlsignal um. Es würde dann auf fallende Kurse hindeuten, weil zuvor in Richtung des herrschenden Aufwärtstrends übertrieben wurde und die Kursrealität den hohen Erwartungen nicht entsprechen konnte.

Gipfelaktionen

Es erscheint interessant, sich die Motive der Handelnden an solchen Gipfeln einmal klar zu machen. Ohne nun dem einzelnen Akteur in den Kopf sehen zu können, ist es sicher verlockend eine Aktie am Allzeithoch zu verkaufen. Sie weist dann einen Gewinn aus und schließlich ist „an Gewinnmitnahmen noch keiner gestorben.“

Gestorben vielleicht nicht, aber reich wird man durch frühzeitige – und das heißt voreilige – Gewinnmitnahmen eben auch nicht. Die große Verlockung einer Gewinnmitnahme besteht im Sichern des bereits Erworbenen. Der Erfolg wird dann sozusagen auf dem Kontoauszug aktenkundig und kann durch wieder rückläufige Kurse nicht mehr genommen werden. Die Gewinnmitnahme dient also der Selbstbestätigung und fühlt sich gut an. Der Markt aber vergütet derartige Wohlfühlaktionen des Anleger-Egos in der Regel eher nicht. Im Gegenteil: Wer etwas anscheinend völlig Unvernünftiges tut und richtig teuer – sogar so teuer wie nie – kauft, hat dagegen oft das bessere Ende für sich. Es ist diese Überwindung, die am Markt häufig belohnt wird.


Zu den Aktien

Gestern war es beim DAX wieder einmal so weit: Im Performance(!)-Index wurde mit 8.987,63 Punkten ein neues historisches Verlaufshoch markiert. Auf den Unterschied zum Kursindex haben wir zuletzt in SIW 41/2013 hingewiesen.

Noch etwas gilt es zu bedenken. Dieses Allzeithoch geht nicht mit einem klassischen Ausbruch über ein etabliertes Widerstandsniveau einher. Das geschah bereits am Dienstag der Vorwoche. Seitdem wird praktisch jeden zweiten Tag ein Allzeithoch erreicht, was dann natürlich nicht mehr den großen Neuigkeitswert hat. Aber:

Wir sind mit dem gestern erreichten Niveau bis auf wenige Punkte an die nächste glatte 1.000er-Marke herangerückt (9.000 Punkte). Die letzte derartige Marke wurde mit 8.000 Punkten im März 2000 – also vor mehr als 13 Jahren! – geknackt. Es wäre also durchaus an der Zeit, nun erstmalig den 9.000er zu bezwingen. Auch dies wäre kein Ausbruch im klassischen Sinne, denn in dieser Region gibt es noch keine Kurse, die als Widerstand dienen könnten. Dennoch ist die Standarderwartung eines nachhaltigen Überwindens solch einer „magischen“ Marke damit vergleichbar – weiter steigende Kurse, vorausgesetzt es handelt sich nicht um ein Fehlsignal (s.o.).

2013-10-23_DAX

Bislang zeigt sich der Gipfelsturm konstruktiv (vgl. Abb.). Die beiden Aufwärtsschübe (blaue Kanäle) sind deutlich steiler und wirken impulshafter als die rot markierte Korrekturbewegung. Die Umsatzentwicklung der letzten Tage unterstreicht diesen Befund. Die entscheidenden Aufwärtstage waren von einer deutlich anziehenden Umsatztätigkeit begleitet (vgl. grüne Markierungen). Das Marktumfeld bleibt also klar positiv. In einem solchen Umfeld gibt es zahlreiche Chancen, auch und gerade in der zweiten und dritten Reihe der börsennotierten Unternehmen. Grund genug, uns in der kommenden Printausgabe des Smart Investor 11/2013 intensiv mit den interessantesten Nebenwerten zu beschäftigen. Das Heft erscheint zum Wochenende.

Fazit

Der DAX ist weiter auf Kurs „Allzeithochs“ und hat die „magische“ Marke von 9.000 Punkten fest im Visier. Ein positives Umfeld für Aktienanlagen. Freuen Sie sich auf Smart Investor 11/2013, in dem wir uns insbesondere mit Nebenwerten auseinandersetzen. Das Heft erscheint pünktlich zum Wochenende.

Ralf Flierl, Ralph Malisch – Homepage vom Smart Investor

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4 Kommentare auf "Gipfelsturm: Ein Hoch ist ein Hoch ist ein Hoch"

  1. wolfswurt sagt:

    Die Börsen gehen hoch egal ob:

    Die Zinsen fallen oder steigen
    Die Gewinne steigen oder einbrechen
    Das BIP nach unten korrigiert wird
    Der Goldpreis steigt oder fällt
    Die Anleihekurse fallen oder steigen
    Die Kriegsgefahr droht oder nicht
    Die Sonne scheint oder es regnet

    Den Glauben an freie Märkte sollte man tunlichst in der Kirche ausleben…

  2. stephan sagt:

    Ups, die Herren von Smart Investor sind nun, nach langem Liefern von Gründen, warum der Markt hätte fallen müssen (im Grunde haben die Herren ja auch Recht gehabt), im Angesicht der nahezu ohne Unterbrechung steigenden Kurse, vom Bären- ins Bullenlager gewechselt. Wenn jetzt Herr Gehrt mit Blick auf die labile Anlegerpsyche auch noch grünes Licht für weiter steigende Kurse gibt, gehen bei mir langsam die Warnlampen an. 😉

  3. bluestar sagt:

    Hoffentlich wechseln noch mehr ins Bullenlager ( was ich bei Ronald Gehrt allerdings nicht glaube) und saugen sich mit Aktien auf diesem Niveau richtig voll.
    Vielleicht erleben wir ja in Kürze noch den DAX bei 10.000 Punkten und dafür einen Goldpreis unter 1000.-Dollar ?
    Immer rein in die Aktien und auch kräftig Nebenwerte kaufen. Um so rasanter und lustiger wird die Talfahrt werden.

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