Gewinne her!

4. Juni 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Bankhaus Rott – Die Berichtssaison ist so gut wie überstanden, und der Begriff durchwachsen beschreibt den Geschäftsverlauf der meisten Unternehmen gut. In Europa hat es vielen Unternehmen komplett die Gewinn- und Verlustrechnung verhagelt. Auch in Deutschland kam es bei stagnierenden Umsätzen in der Breite zu einem zweistelligen Ergebnisrückgang…

Die allgegenwärtige Mischung aus politischer Unfähigkeit und wirtschaftlicher Abschwächung führt zu den erwarteten Resultaten. An den seltsamen Umtrieben der Finanzberichterstattung ändert das nichts, werden doch in gewohnter Manier mal Erwartungen, dann Hoffnungen oder auch Ängste bemüht. Mehr oder weniger unterhaltsame Entertainer tänzeln in mehr oder weniger gut sitzenden Anzügen durch die Medienlandschaft und erzählen vor allem von übertroffenen Erwartungen, niedrigen Zinsen, dem Anlagenotstand und – am skurrilsten – von einer Rotation von der einen in die andere Assetklasse.

Wie letztere funktionieren soll, wo doch jedes Asset jederzeit einen Besitzer haben muss, bleibt ebenso ungeklärt wie die Frage, in welchen Supermärkten Erwartungen als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Aber schon in der Vergangenheit haben fallende Erträge der Fantasie bekanntlich selten Steine in den Weg gelegt.

Interessanter als der Seelenzustand der Medienvertreter ist wohl die Betrachtung der Ertragssituation der Firmen. Während in Frankreich die Gewinne pro Aktie im Vergleich zum Vorjahresquartal im Mittel um 20% sanken, fielen sie in Deutschland um beachtliche 11%.

In beiden Ländern ist, wie in anderen europäischen Staaten auch, ein massiver Margendruck zu beobachten. Vor dem Hintergrund der extrem niedrigen Fremdkapitalkosten sollte man angesichts der Zahlenwerke zahlreicher Unternehmen keine positiven Tendenzen beim operativen Zustand der Unternehmenslandschaft vermuten.

Die nun gemeldeten schwachen Zahlen werden hoffentlich niemanden überraschen, denn die Kunde von der Rezession in Europa sollte mittlerweile überall angekommen sein (siehe Mythos Erholung).

Insgesamt gingen die Gewinne aller im CDAX gelisteten Unternehmen im Vergleich zum Vorjahresquartal um €3,5 Milliarden zurück. Wie sich die Entwicklungen auf die Größenklassen der Unternehmen verteilen zeigt die folgenden Grafiken.

 b

In die Kategorie Ergebnisverbesserung fallen auch diejenigen Titel, die ihre Verluste pro Aktie verringert haben… (Seite 2)

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.