Georg Schramm: Herrschaftswissen

22. März 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer


Verleihung Deutscher Kleinkunstpreis 2012 – Ehrenpreis




Quelle: 3sat, youtube

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8 Kommentare auf "Georg Schramm: Herrschaftswissen"

  1. stonefights sagt:

    Ich habe mir wg./für Schramm diese Sendung (grösstenteils) angetan, musste kein einzigstes mal lachen.
    Warum ?
    Nicht, weil ich das nicht kann, oder weil ich im wahrsten Sinne des Wortes meinen MM-Saal im Keller habe.
    Sondern, weil Schramms und vieler anderer (Bekannter) Inhalte mittlerweile zu einer masochistisch prosaischen Aufklärer-Kompanie des gebildeteren Proletariats gehört, die Ihresgleichen sucht. Der Unterhaltungswert ist dem Informationswert vollends gewichen.
    Ich begreife nicht mehr, warum soviele Zuhörer/Zuschauer über die Inhalte lachen, in denen sie als wahrheitsgetreu und wahrhaftig Idioten parallelisiert dargestellt werden, ohne es zu begreifen.
    Sch…, ich hätte doch die blaue Pille schlucken sollen, dann könnte ich auch über sowas lachen 🙁

    Falls es jemand missverstehen möchte, dies ist keine Kritik an den Künstlern, sondern am Publikum

    lg, stonefights

    • Frank Meyer sagt:

      Mir ging es genauso. Da gibt es nichts zu lachen. Das ist keine Unterhaltung. Ich dachte beim Ansehen, etwas stimmt mit mir nicht.

    • askanier sagt:

      Ja, Erkenntnis kann manchmal traumatisierend sein. Es ist zu spät für die blaue Pille.

      VG askanier

    • cicero sagt:

      Wenn Volker Pispers oder Georg Schramm sprechen, gibt es selten etwas zu lachen. Sie beschreiben eigentlich die unfassbaren Zustände in unserer Gesellschaft und halten dem Publikum einen Spiegel vors Gesicht. Wenn die Menschen dann anfangen zu lachen, empfinde ich mittlerweile irgendetwas wie Fremdscham.

    • Fnord23 sagt:

      Hallo stonefights,

      ich kanns schon wieder. Also Lachen.

      Ich versteh die Menschen aber auch. Mich erinnert das an die DDR. Da war ich so ab 1987 oft im Kabarett. Damals wurden auch die politischen Verhältnisse, die unerträglichen Lügen, die schizophrenen Zustände, die degenerierte Herrscherkaste angeprangert. Etwas versteckter, doppeldeutiger als heute.

      Für uns war das eben ein Ventil. Dazu war es auch gedacht und darum durfte man das auch bringen. Natürlich konnte die Stasi dadurch auch die politische Einstellung gewisser Leute erkennen.

      Aber das Lachen der Ohnmächtigen im Angesicht der Zustände erkenne ich wieder. Ohnmächtig stehen viele der Situation gegenüber.

      Ich denke aber, dass Menschen, die sich Pispers und Co an tun, schon noch was merken.

      Viel schlimmer sind die Ideos, die in einer Talkshow sitzen und dem Politiker Beifall geben, wenn er sagt, dass man doch auch mal die privaten Gläubiger beteiligen müßte.
      Wenn ich so was höre, dann renne ich sofort aus dem Studio, kündige meine private Rente und hole die Kohle von der Bank. Aber die klatschen Beifall und freuen sich noch darüber, dass endlich mal einer Klartext redet.

      VG aus dem Erzgebirge

  2. ontherock sagt:

    Die Macht, Kraft der Worte…
    die könnte auch mal Lachen machen,
    in der Regel jedoch eher nicht,
    Denken wäre eine Alternative:

    Wort – du bist Gedankenelement,
    kannst Illusion sein, die verbrennt.
    Bist unbegreiflich,
    wenn man dich begriffen nennt.

    Wort – du trägst sovielerlei Symbol,
    bist in Ideen Weltenpol.
    Kannst überladen sein
    und auch bisweilen hohl.

    Wort – du bist so leise und so sacht,
    dabei hast du die größte Macht,
    die diesen Erdenball umschließt
    und ihn regiert.

    Wort – du wirst geflüstert und zitiert,
    du bist der Leitstrahl, der uns führt.
    Hast Krieg und Frieden schon diktiert.

    Wort – du hast so vielerlei Gestalt
    und bist so unerreichbar alt,
    kannst glühendheiß sein
    und so kalt.

    Wort – du wirst mißbraucht und kommandiert,
    hast Diktatoren dirigiert
    und ganze Völker schon verführt.

    Wort – bist du auch manchmal rigoros
    und triffst uns wie ein Degenstoß,
    denn deine Wirkung ist nicht nur im Guten groß.

    Wort – du bist so zärtlich und so warm,
    dein Klang nimmt uns in seinen Arm.
    Du bist die Brücke,
    die die Menschen näherbringt.

    Wort – du wirst melodisch, wenn man singt,
    bist ein Signal, das in uns dringt.
    Du bist die Symphony, die nie verklingt.
    by Udo Jürgens

    Mit Ton noch deutlicher.

    caw

  3. mfabian sagt:

    Erinnert an ein Zitat von Alan Greenspan:

    „Wenn Sie mich verstanden haben, habe ich mich nicht unverständlich genug ausgedrückt.“

  4. Silberstreif sagt:

    Genau so, Cicero! Noch besser gefällt mir Schramm in seiner Rolle als Rentner August, Ehrenbeirat im SPD-Ortsverein. Hier, als kriegsversehrter Dombrowksi rennt er mit seinem Bildungsideal immer wieder gegen den alltäglichen Kapitalismus an. Natürlich finde ich auch, dass DER EINE SATZ, auf dem es ihm ankommt, hier zu breit getreten ist, aber trotzdem gut.
    Herr Meyer, Sie geben ähnlich gute Sätze zum Besten (dazu mit einer scheinbaren Leichtigkeit). Großes Kompliment! Einige haben sich mir besonders gut eingeprägt: VERLIERE NIEMALS DEINE POSITION. oder: DIE AUFGABE DES BULLEN IST ES SO VIELE REITER, WIE NUR IRGEND MÖGLICH ABZUSCHMEISSEN!

    Weiter so, Georg Schramm!
    Weiter so Frank Meyer

    Dankbar

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