Geopolitische Spannungen nehmen zu

30. September 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Folker Hellmeyer

…das bedingt erhöhte Risikoaversion an Finanzmärkten und potentiell in der Realwirtschaft. Das zwingt uns, Stellung zu nehmen.

Es kristallisiert sich immer stärker eine Auseinandersetzung zwischen den USA und Russland ab. Syrien ist neben der Ukraine der Hotspot dieser Spannungen. Sofern dieses Thema der Syrienkrise sachlich beordnet werden soll, gilt es, grundsätzliche Fragen zu stellen. Es gilt zu klären, wer diesen Konflikt vom Zaun gebrochen hat!

Werden die richtigen Fragen gestellt? Wir machen einen Versuch:

Wer finanziert und bewaffnet die Terroristen, die manche Rebellen nennen?

Gibt es dort überhaupt gute Rebellen? Die Verbalakrobatik der Medien wirft Fragen auf.

Hat sich der „Westen“ bei guten Rebellen schon einmal geirrt (z.B. Taliban)?

Wenn man den Konflikt mit dem Leid der Menschen beenden will, wie kann man die Finanzierung und Bewaffnung dieser Kräfte durch vermeintliche Freunde tolerieren oder gar unterstützen?

Wie sind die Waffen aus Libyen nach Syrien gekommen?

Wessen Interessen entsprang dieser Waffen- und Truppentransfer?

Wer bewegt sich völkerrechtskonform in Syrien, wer nicht?

Wer ist aktiv in der „Regime-Change“ Politik, wer nicht?

Was hat die „Regime-Change“ Politik bisher erreicht?

Ich gebe hier keine Antworten. Wer diese Fragen beantwortet, findet unter Umständen eine Basis für eine nachhaltige Lösung des Syrienkonflikts.

Damit wäre den Syrern, der Region und der Welt gedient. Das Thema deutsche Bank bewegt die Welt und die Märkte.

Die durch die vollständig unangemessene Strafforderung der USA (relativer Vergleich zu den bisher verfügten Maßnahmen in identischen Fällen) gegen Deutsche Bank entfachte Bewertungskrise der DB an der Börse hat zunehmende Stresssymptome an den Märkten zur Folge. JP Morgan meldete sich heute zu Wort und sieht 5,4 Mrd. USD als realistische Größe an.

In der Auseinandersetzung zwischen USA und Kontinentaleuropa sind immer mehr Facetten einer Form des Wirtschaftskriegs zu erkennen. Wer den ersten Stein warf, weiß man in Paris ganz genau. BNP erinnert sich sicherlich auch.

Die EZB trat gestern den aufkommenden Ängsten einer Bankenkrise entgegen. Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger betonte, dass die Banken heute im Schnitt sehr viel besser kapitalisiert seien als vor der Krise. Die Aufsicht hätte gleichfalls sehr viel getan. Der Markt würde auch nicht zwischen Instituten differenzieren.

Da hat sie absolut Recht!

Mehr noch muss die Frage gestellt werden, ob man es wirklich seitens der Entscheider der Welt zulässt, eine neue Bankenkrise zu forcieren. Es würde alle Stabilisierungsmaßnahmen ab der Lehman Pleite in ihrer Wirkung neutralisieren. Wir reden über die Wirkung von 600 Zinssenkungen und Billioneninterventionen.

Die Lernkurve nach Lehman war, dass man den Geist besser nicht aus der Flasche rauslässt. Ist die Lernkurve verblasst? Ausschließen kann man nichts oder ist die Krise gewollt, um von anderen Themen (US-Stagflation als Beispiel) abzulenken und einen „Schwarzen Peter“ für das kommende Ungemach zu produzieren. Wer in der Wirtschaftshistorie bewandert ist, kennt diese Muster …
© Auszug aus dem Forex-Report der Bremer Landesbank

 

4 Kommentare auf "Geopolitische Spannungen nehmen zu"

  1. bluestar sagt:

    Ja, das sind genau die richtigen Fragen zu Syrien. Die System-Medien werden diese aber niemals stellen, Aufklärung ist nun einmal nicht deren Aufgabe. Schließlich ist Dummheit der Massen der wichtigster Rohstoff dieses Systems und dieser wertvolle Rohstoff wird jeden Tag mit viel Mühe, Ablenkung, Lügen, Verschleierung und Feindpropaganda gehegt und gepflegt.
    Bisher mit Erfolg, die Mehrheit merkt nicht einmal die mediale Kriegsvorbereitung und dass die Einschläge immer näher kommen. Diese Woche hatte ich eine kleine Runde mit Akademikern und Führungskräften, alle Fans von Hillary dem Friedensengel und Gläubige der westlichen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Schon eine kritische Frage wird nicht verstanden und mit Verschwörungstheorie abgeschmettert. Die Fragesteller bleiben unter sich, die Analphabeten auch, weil sie den Mangel nicht erfassen wollen und können. Gier frisst Hirn, Karriere auch.

  2. Avantgarde sagt:

    Die Sache ist wie so oft sehr viel komplizierter als uns über unsere betreuten Medien beigebracht wird.
    Wie böse sind die „Bösen“ und wie gut sind die „Guten“? Man weiß es nicht so genau.
    Die Grenzen verwischen zwischen den Konfliktparteien.

    https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/videos/10154022081580838/

  3. Midas sagt:

    Ich wäre auch gerne ein „Entscheider der Welt“. Dann könnte ich mir durch Kreditvergabe Milliarden oder sogar Billionen Euro und Dollar in meine privaten Taschen leiten. Mit dem per Kredit geschaffenen Geld würde ich die Sachwerte und vor allem die Mainstreammedien dieser Welt kaufen. Meine kreditgebende „Deutsche Bank“ würde ich in die Zahlungsunfähigkeit schicken und vom deutschen Steuerzahler retten lassen. Ach ja, zur Ablenkung der Massen und weil es ja sowieso zu viele Menschen gibt, könnte ich für den Beginn des Dritten Weltkriegs in der Ukraine oder in Syrien Giftgasanschläge organisieren und die Schuld dem bösen Assad und Putin in die Schuhe schieben. Da ich die Deutungshoheit besitzen und den Mainstream beherrschte, würden die Massen mir glauben und gehorchen wie abgerichtete Hunde.

  4. Lickneeson sagt:

    Gute Fragen, keine Antworten. Vielleicht wäre es hilfreich nicht ausgerechnet die USA/ Russland als „Vermittler“ auftreten zu lassen. Beide haben viel zu starke Eigeninteressen und behindern damit von vornherein jede Lösung. Auch scheint das gegenseitige Misstrauen unüberwindbar.
    Die Schuldzuweisungen seitens der USA gegen Russland sind teilweise peinlich und zu durchsichtig, gleichzeitig gibt sich Russland stur und gibt nichtssagende Kommentare ab. Ein Neuanfang ist zwingend und rasch notwendig. Um Menschenleben geht es in Kriegen & Konflikten sowieso nie, immer um Macht, Einfluss oder Gesichtswahrung. Leider.Aus europäischer Sicht wird es langsam Zeit, auch und gerade gegen die USA eine eigene politische Agenda zu entwickeln. Das blinde Abnicken führt nicht in eine eigenständige EU.

    Für die Menschen in Syrien kann es kaum noch schlimmer kommen. Wieder einmal zeigt sich, das nur ein Umsturz von innen einen sinnvollen Regimewechsel ermöglicht. Wir dürfen auf die weitere Entwicklung gespannt sein, sollte Donald Trump Präsident werden.

    MfG

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