Geld für Umme!

17. Dezember 2008 | Kategorie: Kommentare

Nein, liebe Leser, nicht für Sie! Für Sie gibt es leider nichts für Umme. (kostenlos). Wo denken Sie denn hin? Da müssen Sie schon eine Bank sein. Sind Sie nicht? Pech gehabt!

Da sitzt man gemütlich mit Freunden bei einem Geburtstag, und pünktlich um 20.15 Uhr kommt schon das Christkind. Die Laune schießt durch die Decke und der Goldpreis gleich mit. Die monetäre Bescherung gab es dieses Jahr schon acht Tage vor dem heiligen Fest – die Leitzinssenkung der Amerikaner auf Null Prozent. Hossa! Wenn die Sachwerte jetzt in Mode kommen, der DAX im Schlepptau des Dow Jones abzischt, es würde mich nicht wundern. Doch Sorgen mache ich mir um den US-Dollar… Der sieht ziemlich zerzaust aus. Man versucht die Wirtschaft zu retten und opfert die Währung.

Das Wort Währunghüter bekommt eine ganz neue Bedeutung, bzw. landet mit dem gestrigen Tag in der Müllpresse der US-Notenbankgeschichte. Tatsächlich zerstört die amerikanische Notenbank die Währung. Die Kollegen weltweit eilen hinterher. Schnell geht Hongkong auf 0,5% runter und die Norweger gar um 1,75%. Der Abwertungswettlauf ist längst eröffnet und in vollem Gange, auch in Europa.

Wie sagte neulich ein Börsianer auf dem Parkett? „Ohne Blase keine Blasenwirtschaft. Und mittendrin stehen wir.“ Dass diese Blase wie alle bisherigen „Bubbles“ in der Welt irgendwann ihre Nadel finden würde, hatten viele auf der Rechnung. Aber bitteschön doch nicht heute! Und so tut man Dinge, die man noch nie getan hat – und schafft Unmengen neues Geld und gibt es für Umme an die Banken. Und was machen diese?

Tatsächlich kommt das Geld beim Verbraucher gar nicht an. Die Zinsen für Hausbauer, Kreditkartensünder und Autofinanzierungen bewegen sich nicht vom Fleck. Fast sieben Prozent zahlt ein Amerikaner für eine 48-monatige Autofinanzierung, zehn Prozent für Kreditkartenschulden und immerhin fast sechs Prozent für die Finanzierung eines Häuschens, steht auf der Finanzseite von Yahoo…! So macht Shoppen wirklich Spaß!

Unsere tägliche Medizin gib und heute, und nimmt die Zinsen auf Null und lass die Geister auf dem Werkzeugkasten, Großer Ben, so in etwa beginnt frühmorgens das Flehen der Wall Street in Richtung FED. Und sie war bislang wirklich nicht kleinlich. Sie hat einen Cocktail gemixt, der sich schon in naher Zukunft als giftiger Fehler herausstellen wird.

Bernanke & Co. fahren im Falle der Fälle weitere Druckschläuche heran, um die Kreditblase am Leben zu halten, unkonventionelle Maßnahmen inbegriffen. Darunter versteht man das Aufkaufen von langlaufenden Staatsanleihen, weil die keiner haben will, das Einverleiben von Anleihen der giftigen Sorte gegen besseres Geld und wer weiß, was die Notenbanker noch alles in ihren Kanonen verstecken, bereit zum Abfeuern gegen die Deflation. Vielleicht senkt man ja die Zinsen auf minus 5 Prozent? Dann bekommt man sogar noch Geld, wenn man einen Kredit aufnimmt. Glauben Sie nicht? Ich auch nicht. Aber ich kann mir diese Idee lebhaft vorstellen. Man hebt die Welt monetär aus den Angeln, da man sich seit Greenspan für die Zaubermeister hält.

In der Zwischenzeit wird auf den Dollar geschossen. Er mutiert bald zu einem Zombie, in dem sich das Ausland verschulden kann, so wie in der anderen künstlichen Weichwährung, dem japanischen Yen. Kredite für Spekulanten kosten dann kaum noch etwas. Wenn die Summe dann zurückzuzahlen ist, legt man einfach die dann wertloseren grünen Scheine auf den Tisch. Das japanische Vorbild. Und auch damals wurden die Pferde an die Tränke gezerrt, die eigentlich mal Ruhe haben wollten und brauchten, um sich zu sammeln, zu besinnen und zu verdauen. Doch sie sollen saufen und fressen. Ob sie das wirklich wollen? Und wenn sie es tun? Dann landet das Geld in der Realwirtschaft, mit der klitzekleinen Nebenwirkung einer ganz besonders großen Teuerung.

Seit dem 16. Dezember heißt es „Feuer frei für die nächste Blase.“ Wir wissen noch nicht, wo sie auftauchen und wie sie platzen wird, wir wissen aber wohl, dass auch diese Blase ihre Nadel findet und platzt. Und dann gibt es eine riesige Sauerei.

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