Geld zur freien Ver(sch)wendung

1. Februar 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Nach neuen Umfragen zufolge ist unser Finanzminister sogar noch weit beliebter als Aktien. Die meisten Deutschen haben ohnehin keine Aktien – und auch nicht vor, das zu ändern…

Noch geht es ohne Aktien, außer die vielen Billionen an herkömmlichen Spargeldern kommen irgendwann in Bewegung. Erste Zeichen gibt es schon, wenn man sich an der Börse umschaut. Dabei sind es vorwiegend ausländische Adressen, sie sich dort tummeln. Die Mehrheit der DAX-Aktien befindet sich seit einigen Jahren in ausländischer Hand.

Inzwischen liegt die Sparneigung hierzulande so tief wie nie – und und der Wille, Geld auszugeben so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr, melden die GfK-Konsumforscher. Gehen die Deutschen schon ans Eingemachte? Betrachtet man ihre monatlichen Konsumentenumfragen und vergleicht diese mit den realen Umsätzen im Einzelhandel… passt das nicht zusammen, wie das „Querschüsse“ in regelmäßiger Form dokumentiert. Was nicht bedeuten muss, die Umfrage-Experten bekommen eines Tages doch einmal Recht.

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Vielleicht sollte man wirklich sein Geld ausgeben, bevor es sich Inflation und Staat holen? Im letzten Jahr wurden offiziell 1,7 Prozent mehr für den Konsum ausgegeben, aber vier Prozent mehr für Steuern. (!) Während die Einzelhandelsumsätze im letzten Jahr 459 Milliarden Euro betrugen, beliefen sich die Steuerzahlungen auf 593 Milliarden Euro. Das Steueraufkommen boomt also stärker als der Konsum. Oder auch: Die Steuerquelle sprudelt stärker als die Wut darüber.

newsthrowingmoneyMan stelle sich vor, die Kohle könnte man selbst aus dem Fenster werfen, statt den Spaß anderen zu überlassen. DAS würde den Konsum beleben. Zudem wäre dann sicherlich noch etwas mehr Geld zum Sparen übrig und für eigene Investitionen.

So aber investiert die Bundesregierung erfolgreich das Geld in die Zukunft, wie wir gerade in Griechenland sehen können. Schade, dass die Steuer inzwischen direkt vom Konto abgebucht wird. Sonst könnte man auf die Überweisungsträger schreiben „Zur freien Verschwendung“.

Am einfachsten wäre es jedoch, man liefert sein gesamtes Einkommen ab und „Vater Staat“ teilt einem Taschengeld zu. Wetten, dass dann das Geld auch nicht reichen wird? Trotzdem wissen wir ja, ein Staat geht nicht wirklich pleite, seine Bürger schon.

©Frank Meyer, Kolumme in den Lübecker Nachrichten (Langfassung)


 

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8 Kommentare auf "Geld zur freien Ver(sch)wendung"

  1. stonefights sagt:

    Wow. Ich wusste ja, dass mittlerweile nur noch Online-Bewerbungen angenommen wurden. Aber dass Draghi sich bereits damals mit einem Video positioniert hatte, war mir bisher entgangen. 🙂
    lg, stonefights

    P.S. Die automatische Rechtschreibprüfung ist bereits so perfekt, dass sie selbst das Wort „Draghi“ rot (=falsch) unterstreicht 😉

  2. blub sagt:

    Steuern per se sind ja nicht schlecht, wenn sie nicht schlecht verteilt werden. Warum bekommen die Babyboomer trotz Altersteilzeit tolle Renten waehrend Familien fuer die Kripperunterbringung ihres Sproesslings >400 EUR/Monat ausgeben muessen? Und warum werden Banken gerettet und warum fuehrt man nicht (wieder) eine staatliche Berufsunfaehigkeitsrente ein? (Bzw. warum wurde die ueberhaupt abgeschafft.. ?)

    • FDominicus sagt:

      „Steuern per se sind ja nicht schlecht, wenn sie nicht schlecht verteilt werden.“

      Kleine Änderung
      „Raub per se ist ja nicht schlecht, wenn der Raub gut verteilt wird.“

      Auch interessant, daß es ein Menschenrecht auf staatliche Kinderbetreuung gibt. Oder das man für dies Abschiebung der Kinder in „professionelle“ Obhut auch noch bezahlen muß. Ach ja wer würde sonst bezahlen. Ach auch man selber aber diesemal „gerecht“ alle über den Raub des Staates, ich sehe den Vorteil…..

      • Argonautiker sagt:

        Vorzüglich Ihre kleine Änderung!
        😉

        Es wäre sogar noch erweiterbar, tut dann aber natürlich auch noch weher.

        Erst kam der Raub, dann die Inanspruchnahme des Geraubten als Besitz, dann die Verknüpfung des Besitzes mit Geld, und nun die Übernahme der Seelen durch das Geld.

        Schönen Gruß

      • blub sagt:

        Wenn es kein Recht auf staatliche Kinderbetreuung gibt, dann sollte es auch kein Recht auf staatliche Rente geben. Ich finde allerdings, dass die staatliche Rente eine sehr gute Erfindung ist und moechte sie nicht missen, nur funktionieren die Renten ohne Nachkommen eben nicht.
        Und, dass Steuern Raub sind, ist, dieser Auffassung bin ich nicht. Was ist denn bitteschoen die Alternative? Jeder gegen jeden? Oder alternativ ein Koenig/eine Koenigin, der/die alles besitzt und sich dann um Infrastruktur und Arme kuemmert? Oder soll das alles durch Spenden finanziert werden? Ich bleibe dabei: Steuern sind schon in Ordnung, nur sollten sie vernuenftig (Infrastruktur, Bildung..) und solidarisch eingesetzt werden. Aktuell werden allerdings damit Banken gerettet und Aktienkurse gepusht.

        • Carsten sagt:

          Hinsichtlich Renten und Kinderbetreuung (so fern frei wählbar) stimme ich Ihnen zu. Nur zeigt die Geschichte auch, dass ein Staat(soberhaupt) nie mit den Steuern auskommt.

          Steuern „funktionieren“ nur auf kommunaler Ebene, wo sich Regierung und Bürger noch persönlich kennen und die Bürger eher an der Macht teilhaben können.

        • Argonautiker sagt:

          @blub
          Ich verstehe Ihren Unmut schon, weil final wird natürlich derzeit der kleine arbeitende Mann über den Tisch gezogen, allerdings ist Rente nicht via Steuern, sondern via Versicherungen finanziert, was schon ein Unterschied ist, auch wenn diese Pflicht ist.

          Aber je mehr man natürlich vom Staat fordert, desto mehr Eingriff auf des Eigenleben bekommt er dann auch, und muß seinen Apparat via Steuern ebenfalls erweitern. Ist das wirklich gewollt? Haben wir nicht schon mehr Staat als genug? Zumal es offensichtlich ist, daß die gemachten Versprechen eben gar nicht eingehalten werden können und was ganz anderes passiert.

          ZwangsSteuern sind natürlich Raub, denn es ginge auch freiwillig. Natürlich denkt man jetzt, daß auf freiwilligen Basis niemand etwas zahlen würde, eben weil wir alle so geschröpft werden, aber nur auf freiwilliger Basis erhält man auch eine freie Welt. Ich meine, ich darf auch niemandem etwas wegnehmen, auch wenn ich damit dann, nach Art des Robin Hood, beabsichtige damit etwas Gutes zu tun. (wobei Robin Hood sich natürlich schon einen gehörigen Teil vom Sozialkuchen abschneidet)

          Für den Staat sollten schon die gleichen Gesetze gelten, wie für den Menschen, weil sich sonst dort die Gesetzesübertreter ansammeln, was wir ja auch derzeit haben, und was immer offenkundiger wird, wie Korrupt dort doch alles ist. Man darf das durchaus auch mal so sehen, Vielleicht tut der Staat zwar auch Gutes, aber er hat sich selbst auch zu einem kaum finanzierbaren Ungeheuer entwickelt, in dem es nur so von nichtsnutzigen, unkündbaren, gutbezahlten Bürokraten wimmelt, die faul und träge das wegnehmen, was Ihren Kindern fehlt.

          Schon mal auf einem Amt gewesen? Man behandelt Sie dort meist wie einen Bittsteller und nicht wie den, der dies alles mitbezahlt, also als Teil des Souveräns.

          Das derzeit Banken gerettet werden, ist sicherlich auch ein großer Schmarren, aber was denken sie, was passieren würde, wenn diese nicht gerettet werden? Die Sozialsysteme würden vollkommen zusammenbrechen, und zwar zu recht, weil sie Erstens am gleichen Zinsbasierten System hängen, (denn nur durch die Illusion, das Geld, Geld erzeugen kann, sind diese Systeme finanzierbar), und zweitens, weil die Welt einfach nicht per sé sozial ist. Recht und Anspruch auf Sozialleitungen ist eine hübsche Illusion, aber eben nur eine Illusion, die derzeit zusammenbricht, und von denen Die, welche die Sozialleistungen verteilend betrieben haben, fürstlich gelebt haben, und zwar auf Kosten der wirklich Erschaffenden.

          Es wäre aber natürlich schon schön und menschlich, wenn man einander in Nächstenliebe begegnet, und einander hilft, aber eben nicht aus Pflicht, sondern aus Freiwilligkeit. Krass gesagt, ist es heutzutage aber so, (wenn auch nicht alle), daß viele der Sozialhilfe Empfänger, quasi in das Wohnzimmer der Leistungsträger kommen, sagen, Geld her, dann in die nächste Ecke scheißen, und dann mit dem Geld wieder gehen, so als wäre es das normalste auf der Welt.

          Das hat aber nichts mehr mit einem gesunden Verhältnis von Hilfebedürftigen und Helfenden zu tun.

          Schönen Gruß

    • walter sagt:

      Ganz einfach: U-Boote für Israel, Geld für die Geldverleiher, sprich Drucker in Zins und Zinseszinsform. Und jetzt für die Kulturbereicherer. Da bleibt nicht mehr viel für den Deutschen übrig

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