Geld zur freien Verschwendung!

23. April 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Sind Sie auch wieder so in Feierlaune wie das Finanzministerium? Dort sprudelt die Steuerquelle, hieß es am Morgen. Die Steuerkasse in Berlin wird immer praller, jubelt die Presse. Oder nimmt sich der „Staat“ einfach immer mehr (heraus)…?

Wer ist eigentlich der Staat? Gerüchten zufolge ist es ein Wegelagerer, der sich Gesetze schreibt und in überwältigend großer Mehrheit verabschiedet, um den Leuten auf demokratischer Grundlage immer tiefer in die Tasche zu greifen bzw. auf den Keks zu gehen.

Die Presseberichterstattung über diese Erfolge kommen inzwischen auch beim Bürger an – noch nicht als Public Viewing, aber das kann ja noch kommen, wenn aus diesen Feierlichkeiten ein Event gemacht wird wie bei den frischen Zahlen aus dem März.

Da die fast einzige deutsche Nachrichtenagentur dpa als seriös gilt, schreibt jedes Medium deren Jubel gerne ab. Das klingt dann so: Bund, Länder und Gemeinden freuen sich über einen Geldregen, schreibt die dpa. Alsbald durchströmt die Steuerzahler ein wohlig warmes Gefühl der Zuversicht, obwohl das, was ihm weggenommen wird, kaum wieder bei ihnen ankommt. Das ist so ähnlich, als ob man eine Ohrfeige bekommt und in Jubel ausbricht oder einem das Laptop vom Tisch fällt und man endlich ein neues kaufen darf.

Im März stieg das Steueraufkommen (Raub) um 4,7 Prozent. Die Einnahmen (Wegnahmen) vom Lohn erhöhten sich sogar um erfreuliche 6,8 Prozent. Da kommt man sich vor wie auf einer Verkaufsparty im Möbelhaus, wo man ja freiwillig teilnehmen kann – im Gegensatz zur Party der Erfolge in Sachen Steuerabgaben. Verständlich, dass T-Online, der dpa-Kopierer für Schnellinformation und unbegrenzten Jubel, gleich mal die Kommentarfunktion zu diesem Text schließt. Nicht dass jemand im verbalen Champagner ertrinken könnte.

Liebe Leserin, lieber Leser, wir haben die Kommentarfunktion zu diesem Thema bewusst nicht geöffnet oder bereits wieder geschlossen. Warum wir das tun, erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion. Weitere Hinweise finden Sie in unserer Netiquette. Wir danken für Ihr Verständnis. (Quelle: T-Online)

Doch ich habe da mal eine Frage…. Die Nominallöhne sind 2014 um 2,7 Prozent gestiegen. Abzüglich der Inflation bleibt ein Reallohn-Plus von 2,2 Prozent übrig, sollte die Zahlen diesbezüglich stimmen. Es bleibt mehr übrig, obwohl die Steuerlast stärker steigt als der Bruttolohn? Das ist Zauberei oder real existierende Marktwirtschaft ohne Markt oder Mathematik unter der Verwechslung von nominal und real oder so ähnlich…

Die Bruttolöhne sind im letzten Jahr offiziell um 3,8 Prozent gestiegen. Gleichzeitig feierte der Fiskus ein Plus von 4,8 Prozent in seiner Kasse. (208,7 Mrd. Euro). Die Einkommensteuer stieg um 5,1 Prozent. Was für eine Feier! Kalte Progression? Verschwörungstheorie!

Zum Glück haben die Länder rechtzeitig die Grunderwerbssteuern erhöht, bevor der große Boom am Immobilienmarkt durch die niedrigen Zinsen einsetzte. Diese Steuerart erfreut die Geldeintreiber mit einem Plus im März von 12,8 Prozent.

Ach ja, der Solidaritätszuschlag (kommt von „Schlag“ wie „schlagen“) konnte im letzten Jahr um 4,6% auf 15 Milliarden Euro zulegen. Konnte… als ob er Marathon läuft und sich dabei ständig übertrifft. Ich übersetze: Vater Staat griff sich hierbei 4,6 Prozent mehr ab, weil Lohn – und Einkommenssteuern ebenfalls stiegen.

Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden steigen seit geraumer Zeit prozentual viel schneller als die Bruttolöhne. Je mehr jemand strampelt, desto mehr verschwindet in der Steuerkasse. Von dort wird es dann umverteilt, verschwendet, fehlinvestiert oder verschenkt an diejenigen, die am dichtesten am Steuertopf sitzen. Nicht zu vergessen auch an die inzwischen 1.000 Lobbyisten, die einen Hausausweis des Bundestages mit sich tragen.

Das Beste wäre natürlich, jedes Einkommen komplett an den Fiskus überweisen und „Vater Staat“ in seiner Güte teilt es den Leuten einfach zu, zumindest das, was übrig bleibt. Das wäre doch gerecht. Nicht wahr? Kann ja noch kommen.



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Ein Kommentar auf "Geld zur freien Verschwendung!"

  1. meinereiner sagt:

    –> Das Beste wäre natürlich, jedes Einkommen komplett an den Fiskus überweisen und “Vater Staat” in seiner Güte teilt es den Leuten einfach zu, zumindest das, was übrig bleibt. Das wäre doch gerecht. Nicht wahr? Kann ja noch kommen. <–

    Komisch, warum muss ich jetzt an den "Gesundheitsfonds" denken…?

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