Geld und Anti-Geld

26. März 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Oh Wunder! Erstmals seit fünf Monaten fällt die US-Börse um mehr als ein Prozent. Die Vorschusslorbeeren für den neuen US-Präsidenten werden weniger. Nein, er kann nicht noch schneller als Obama übers Wasser laufen. Mit fast leerer Staatskasse und einer Schuldenobergrenze will er die Wunder bezahlen…

Zudem ist die Notenbank gegen Trump und verteuert das Geld. Bei einer US-Verschuldung von 65 Billionen US-Dollar bewirken die drei FED-Zinserhöhungen für Staat, Firmen und Joe Sixpack zusätzliche Zinskosten von einer halben Billion US-Dollar im Jahr. Passiert demnächst das Unmögliche und die Börsen fallen dann täglich um mehr als ein Prozent? Zumindest würde der Unsinn verstummen, dass teure Aktien alternativlos seinen. Sollen sie erst mal billiger werden, was derzeit niemand erwartet. Müssen es denn Aktien sein? Vielleicht…

Aktien, aber auch Sachwerte wie Gold ist Anti-Geld und anders als herkömmlichen Geld. 14 Prozent der Deutschen besitzen Aktien, sonst sind sie beliebt wie Heuschnupfen. Anti-Geld kommt in Mode, wenn das übliche Geld Wert verliert. Wenn es irgendwann keine Kaufkraft mehr hat, hört es auch auf, Geld zu sein. Doch die Deutschen sparen konservativ mit Festgeld, Tagesgeld und erfüllen früher oft aufgeschwatzte Lebens – und Rentenversicherungen. Die Hälfte belässt Geld auf dem Girokonto oder besitzt ein Sparbuch, während ein Drittel Geld Matratzen und Sparstrümpfen anvertraut.

Ist etwas gegen Aktien einzuwenden? Nicht doch! Die Geschichte zeigt, große Unternehmen haben die Zeit überdauert. Aktien sind auch eine Art von Anti-Geld, wenn man die richtigen hat. Das Dumme ist nur, dass man als Aktionär dem Management ausgeliefert ist. Manche der überbezahlten Verlustbringer verwechseln den vermeintlich „eigenen Laden“ mit einem Selbstbedienungsladen.

Aktien sind so etwas wie ein lebendiges Anti-Geld, was auch versterben kann. Gold ist wenigstens schon tot und macht gar nichts. Das hat es nämlich gar nicht nötig. Mit dem Anti-Geld muss man steigende und auch fallende Preise aushalten. Wer kann und will das schon, denn Antigeld ist nicht sicher im Preis, aber stabiler im Wert.

Gold als Anti-Geld wird kaum erwähnt. Das wird sich ändern, wenn es unruhiger wird. Solange Geld eine Kaufkraft hat, sollte man diese in etwas Dauerhaftes tauschen. Wie überall liegt im Einkauf der mögliche Gewinn. Aber Geduld! Lassen Sie sich aus dem Gesparten nicht jetzt und volle Kanne in Aktien jagen und warten Sie auf tiefere Kurse. An der Tankstelle funktioniert das doch auch!
© Frank Meyer – Kolumne aus den Lübecker Nachrichten (Langfassung)

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2 Kommentare auf "Geld und Anti-Geld"

  1. FDominicus sagt:

    „Aktien sind auch eine Art von Anti-Geld, wenn man die richtigen hat. “
    Leider ist es schwierig immer die „Richtigen“ zu finden. Was habe ich da nicht schon alles mitgemacht. Erinnert sich noch jemand an DEC? Auf der anderen Seite, ein paar Sachen in NZ laufen seit 4 Jahren mehr als zufriedenstellend, teilweise unverschämt gut. Ist das der Ausgleich – muß man mal abwarten.

    „Das Dumme ist nur, dass man als Aktionär dem Management ausgeliefert ist.“
    Ja, aber das ist nun mal nicht zu ändern. Viele Familengehaltene Betrieb werden ja an der Börse gar nicht gehandelt. Auf der anderen Seite, es gibt auch gutes Management…

  2. DonSarkasmo sagt:

    Von mir hoch verehrter Frank Meyer,
    Ich würde Gold nicht als Antigeld bezeichnen. Ich würde es Echtgeld nennen. Aktien auch Echtgeld ? Ein eindeutiges Jein. Man muß halt immer gerade die richtigen haben. Ich habe mich vor vielen Jahren auf Gold konzentriert, da stand die Unze bei 220 Euro. Warum habe ich heute keine Aktien ? Ganz einfach. Ich möchte Lebensqualität. Ich will gut essen, gut schlafen und meine Potenz erhalten. Was ich nicht möchte, im angstschweißgeschwängerten 24/7- Hamsterradsystem mit Herzrasen vor dem Bildschirm sitzen um im fröhlichen Auf und Ab im Nanosekundentakt der Großcomputer demnächst möglicherweise einen Supercrash zu erleben. Natürlich nur für den Otto-Normal-Zocker. 100000 Verlust stören keinen Soros oder sonstigen Multimilliardär. Mich aber schon. Ich habe es 3 Jahre lang probiert. Sehr stressig. Warum sollte ich im Vollstreß aus einem großen Vermögen ein kleines machen ? Gold war immer ein sanftes Ruhekissen, schon bei den ägyptischen Pharaonen. Sein Wert steigt, dann fällt er, dann steigt er, dann … geradezu hypnotisch einschläfernd. Es steigt immer ein bißchen höher, als es fällt. Weshalb ? Weil sich alle Welt bemüht, das Finanzsystem mit 200 Sachen an die Wand zu fahren. Ganz offensichtlich, aber selbstverständlich von Politik und Hochfinanz bis aufs Blut geleugnet. Lassen wir uns also überraschen ….. in aller Ruhe ……

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