Geld – Politik – Zukunft

29. April 2015 | Kategorie: RottMeyer

vom Smart Investor

Im aktuellen Smart Investor 5/2015 findet sich ein großes Interview mit Hanno Beck und Aloys Prinz. Die beiden Volkswirtschaftsprofessoren wurden für ihr Buch „Die große Geldschmelze“ mit dem Finanzbuchpreis 2015 ausgezeichnet.

Zu Recht, denn schon der Untertitel ihres Werkes weist auf einen wesentlichen Aspekt der seit Jahren schwelenden Krise: „Wie Politik und Notenbanken unser Geld ruinieren“. Die beiden Autoren haben präzise herausgearbeitet, wie diese beiden handlungsbestimmenden Kräfte „erheblich dazu beigetragen“ haben, „dass aus der Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008 eine Krise der Eurozone wurde“. Auch Smart Investor warnt bereits seit vielen Jahren vor der Verschlimmbesserung einer an sich verfahrenen Situation, durch untaugliche „keynesianistische Patentrezepte“ – im Wesentlichen also durch maßloses Gelddrucken.

Letztlich gehen die Fragen aber noch viel tiefer, bis an die Wurzeln einer nachhaltigen Geldordnung. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigten sich die Autoren allerdings pessimistisch, dass ein „entpolitisiertes Geldsystem“ überhaupt möglich ist. Sobald es ihr nützlich erscheint, wird sich die kurzfristig orientierte Politik immer gegenüber der langfristigen Geldwertstabilität durchsetzen – spannendes Interview, spannendes Buch!

Die große Geldschmelze: Wie Politik und Notenbanken unser Geld ruinieren

Armstrong auf „Deutschland-Tournee“

Spannend ging es gestern auch weiter: In Stuttgart trafen wir Martin Armstrong, der anlässlich des Filmstarts von „The Forecaster“ derzeit durchs Land tourt. Der Film beschäftigt sich ausführlich mit seinem Leben, seinen spektakulären Prognosen, aber auch mit dem atemberaubenden Kriminalfall „Martin Armstrong“, der den Mann für zwölf Jahre hinter Gitter brachte – ganz großes Kino.

Im aktuellen Smart Investor 5/2015 finden Sie ein ausführliches Interview, Armstrongs beängstigende Prognose für das laufende Jahr und natürlich eine Filmbesprechung. Martin „The Forecaster“ Armstrong ziert daher konsequenter Weise auch das Titelblatt der aktuellen Ausgabe.

Gestern also stand uns Armstrong erneut eine Stunde Rede und Antwort. In Ausgabe 6/2015 wird daher ein „Follow Up“ zum letzten Interview erscheinen, das sich schwerpunktmäßig mit der weiteren Entwicklung an den Märkten beschäftigen wird. Wir können Ihnen da schon heute einiges an Zündstoff versprechen. Da wir Armstrong aufgrund seines breiten historischen Wissens und seiner unverblümten Art schätzen, werden wir künftig über „Armstrongs Perspektive“ regelmäßig im Heft berichten.

Editorial aus dem Smart Investor

Smart-Investor-5-2015-Cover-200x200Die Geschichte des Amerikaners Martin Armstrong (der Mann auf dem Cover) ist so unglaublich und zugleich spannend, dass der am 7. Mai startende Dokumentarfilm über ihn fast als Krimi durchgehen könnte. In den 80er und 90er Jahren wurde der Zyklenforscher unter Börsianern zur Legende, nachdem er mehrere markante Kursbewegungen – z.B. den 1987er Crash und auch die anschließende schnelle Erholung – Jahre im Voraus vorhergesagt hatte. Armstrong macht aber nicht nur Marktprognosen, er bettet sie auch in ein fundamentales Gesamtkonzept ein. Damit ist er nicht selten bei den Mächtigen an der Wall Street und in Washington angeeckt. Vermutlich ist das der Grund, warum er nahezu zwölf Jahre hinter schwedischen Gardinen verbrachte – davon alleine sieben (!) Jahre in Beugehaft. Nun aber ist er zurück und macht Prognosen wie eh und je.

Armstrong leitet z.B. aus seinen historischen Analysen ab, dass das Auftürmen von Schulden ohne die wirkliche Absicht, sie auch zurückzuzahlen, noch immer in den Bankrott führte. Naja, ganz ehrlich, diese prinzipielle Erkenntnis hätte auch von meiner Großmutter stammen können. Warum aber kapieren das dann unsere Politiker hüben wie drüben nicht, die nichts anderes als aufschulden können?

Das Besondere an Armstrong ist, dass er zu dieser generellen Aussage über die Staatsschuldenkrise auch noch deren Zeitpunkt nennt. Und dieser Zeitpunkt, zu dem das große Finale unseres Finanzsystems eingeläutet werden könnte, ist seiner Ansicht nach nur noch wenige Monate entfernt.

Wer ihn im Rahmen seiner „Deutschlandtournee“ noch live erleben will, für den haben wir im Folgenden die Tour-Daten zusammengestellt:

Berlin, 29.4., 20:00 Uhr, Filmtheater am Friedrichshain
Tübingen, 8.5., 16:00 Uhr und 18:00 Uhr, Kino Museum „Solutions-Conference“
Frankfurt, 9.5., 20:30 Uhr, Kino Harmonie
München, 11.5., 20:00 Uhr, Rio, Saal 1, im Rahmen des Dok.fest
Hannover, 13.5., 20:30, Kino am Raschplatz



Zu den Märkten

Statt einer fortgesetzten Jagt auf neue Rekorde schien der DAX bereits in den letzten Wochen eher am vorläufigen Ende seiner Kräfte angekommen zu sein. Zwar ist der langfristige Aufwärtstrend nach wie vor intakt (blaue Linie), der deutlich steilere Aufwärtstrend (grüne Linie), der den Index seit Anfang des Jahres von Allzeithoch zu Allzeithoch getragen hatte, ist jedoch fürs Erste beendet.

Spätestens mit dem erneuten Scheitern an der Marke von 12.050 Punkten in den letzten Tagen hat sich nun zudem charttechnisch eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation ausgebildet (im Chart in rot eingezeichnet). Mit dem heutigen „Mini-Crash“ geht der Markt bereits heute in den Tauchgang, das erste Ziel einer Korrektur könnte durchaus bei 11.000-11.200 Punkten liegen.

2015-04-29_DAX

Neben dem angeschlagenen Chartbild bekommt der DAX zuletzt auch Gegenwind von der Währungsseite. Während seit Jahresbeginn die signifikante Schwäche des Euro dem Index Flügel verlieh, stabilisierte sich die Gemeinschaftswährung in den letzten Wochen zunehmend. Mit aktuell knapp über 1,10 USD je Euro notiert die Währung sogar auf einem vierwöchigen Hoch.

Wie an den grünen senkrechten Linien im Chart zu erkennen ist, zeigte der DAX in den vergangenen Monaten stets eine sehr gegenläufige Entwicklung zum Euro. Mittel- und Langfristig halten wir die neuerliche Euro-Stärke jedoch noch lange nicht für eine Trendumkehr, denn die Vorzeichen deuten eher das Gegenteil an: Nach wie vor besteht eine enorme Verschuldung in Dollar, die Zinsdifferenz zwischen Euroraum und den USA begünstigt noch immer die US-Währung. Dreht der Euro wieder nach unten ab, könnten daher mittelfristig auch die Aktienmärkte wieder Schwung aufnehmen. Kurzfristig dagegen scheint der Markt auch aufgrund des zuletzt schon fast beängstigenden Optimismus der Marktteilnehmer deutlich überkauft gewesen zu sein.

Smart_Investor

So bliesen in den vergangenen Wochen auch diverse Börsenmagazine in dieselbe Kerbe: Laut dem Focus konnte der DAX zuletzt überhaupt nicht mehr fallen, Börse Online ging sogar von einem Anstieg bis auf 20.000 Punkte aus. Doch der Markt ist selten eine Einbahnstraße und schon gar nicht dann, wenn alle daran glauben. Für die nächsten Wochen sollten Anleger also vorsichtig agieren. Erst wenn der Euro sich erneut in Richtung Parität bewegt, sollte erneut die benötigte Unterstützung für die Börsen vorhanden sein.

Fazit

Die Politik hat ihre Hände fest auf unserem Geldsystem, denn wer die Macht über das Geld besitzt, besitzt letztendlich die Macht über die Menschen selbst. Über Macht und Einfluss bedeutender Finanzinstitutionen handelt auch der Film „The Forecaster“, der sich ausführlich mit dem Leben des US-Börsengurus Martin Armstrong befasst. Zusätzlich zum Interview mit Armstrong in unserer aktuellen Ausgabe werden wir im nächsten Smart Investor ein Update zu einigen seiner Einschätzungen geben und in den nächsten Monaten regelmäßig über seine Prognosen berichten. Mit dem heutigen Tag hat die allgemeine Sorglosigkeit bezüglich deutscher Aktien einen Dämpfer erlebt. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird vor allem das EUR/USD-Verhältnis sein (vergleiche Chart).

© Ralf Flierl, Ralph Malisch, Christoph Karl – Homepage vom Smart Investor


 

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2 Kommentare auf "Geld – Politik – Zukunft"

  1. samy sagt:

    N‘ Abend,

    anbei eine kompaktere Zusamenfassung der Kinos+Tournee in Deutschland.

    http://forecaster-movie.com/en/the-forecaster/

    Hoffentlich nicht nur eine Sau die durchs Dorf gejagt wird.

    Immerhin ist seine Vorhersage für die Krise recht zeitnah, somit bald prüfbar (ab dem 1.10.2015 mit Zenit um den 17.10,2015 soweit ich weiss).

    Beste Grüße.

  2. samy sagt:

    Derzeit ist Armstrong in den Massenmedien angekommen. Focus, ARD oder die Welt. Nur scheinen die schlecht recherchiert zu haben. Armstrong sei nie verurteilt und habe einen 3 Billionen-Dollar-Fund (lt. ARD) geleitet.

    Fakt ist das sich Armstrong schuldig bekannte. Hier das Gerichtsprotokoll aus der engl. Wiki:
    http://en.wikipedia.org/wiki/File:Armstrong_guilty_plea.pdf
    Unabhängig davon saß er wohl vorher 7 Jahre in Beugehaft, womit das Bekenntnis für mich nichts taugt. Das hat was von Galileo Galilei.
    Weiterhin wurde er lt. NY-Times dann später verurteilt („sentenced“) und es wird von einem „$3 billion Ponzi scheme“ gesprochen. Quelle:
    http://www.nytimes.com/2007/04/28/business/28financier.html?_r=0
    Weil die Amis regelmäßig die Billionen für die Milliarde nutzen, handelt es sich bei der ARD wohl um einen klassischen Übersetzungsfehler.

    Das macht Armstrong nicht weniger interessant. Und der Oktober wird es zeigen.

    VG

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