Gelb-blauer Sommerflirt

5. September 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Nun also doch! Die Deutsche Bank und die Commerzbank haben eine Heirat sondiert. Dabei ging es wohl weniger um Leidenschaft, sondern um Leiden und Not, die das Elend inmitten einer Nullzins-Wüste mit leeren Taschen trifft…

Oder ging es sogar um mehr? Um eine systemrelevante Größe mit der Aussicht auf das Geld der Steuerzahler, wenn die nächste Finanzkrise hereinbricht, an der die EZB nicht ganz unschuldig ist?

An Erfahrungen mangelt es ja nicht. Erinnern wir uns: So hat die Commerzbank erst die Eurohypo gekauft und dann nahm sie aus Mitleid oder im Größenwahn der Allianz ihre marode Dresdner Bank ab. Plötzlich stand die Commerzbank lichterloh in Flammen. Sie war jedoch so groß geworden, dass sie mit Milliarden von Steuergeld gelöscht werden musste.

Die Deutsche Bank kaufte damals die Postbank und Sal. Oppenheim. Und auch sonst ließ man keine Fehler aus.

Sie hatten kein Glück mehr und kam auch noch Pech hinzu. Allein die vielen Rechtsstreitigkeiten jagten Milliarden durch den Schornstein, während auch noch die Einnahmen und Gewinne einbrachen. Nun, ob es weniger müffelt, wenn man zwei Haufen zusammenschiebt? Die Fenster sollte man dann nicht öffnen.

Wenn es wieder brennen sollte, muss die Feuerwehr nur einmal ausrücken. Aber dann richtig. Steuergelder gibt es ja genügend.

Es gibt zu viele Banken, klagt der Chef der Deutschen Bank. Sooo viel Konkurrenz im Kapitalismus, nein das geht gar nicht!

Cryan kritisiert die Regulierung, die ja Folge der gnadenlosen Gier in der Vergangenheit war. Ist es dann nicht zynisch, dass diese Regulierung dazu führt, dass die Banken noch größer werden müssen?

Übrigens… farblich ergäbe das Blau der Deutschen mit dem Gelb der Coba übrigens ein Grün – wohl kaum in der Bilanz, denn die EZB mit ihrer Zinspolitik zerstört die Geschäftsmodelle der Banken. Vielleicht wird aus dem Flirt ja doch eine Heirat aus Not. Unterm Strich ist aber die Badehose schuld, wenn man nicht schwimmen kann.
© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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