Gegenläufige Trends bei Schulden und Wirtschaftswachstum

1. März 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Bill Bonner) 100 Milliarden Dollar weniger….und noch 40 Billionen Dollar übrig! Nageln Sie mich da nicht fest. Aber auch in Europa gibt es wieder Abkommen, welche die Wahrheit verschleiern sollen: Statt ehrlich zu sagen, dass man Pleite ist – wie es Griechenland seit 1827 immer und immer wieder getan hat – werden die Griechen „gerettet“…

Sayeth Lucas Papademos, der Technokrat, der Griechenland führt, sagte: „Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass heute ein historischer Tag für die griechische Volkswirtschaft ist.“ Er hat Recht. Es ist keine Übertreibung. Es ist eine Lüge!

Was ist historisch an dieser 15. Rettung?

Sobald die Griechen aus dem Wasser gefischt werden, dann werden sie rasiert und sie erhalten einen „haircut“. Sie sollen die Zahl der Beamten rasieren, die Staatsausgaben und mehr Vorteile.

Bereits jetzt hat jeder Fünfte keinen Job…und 2 von 5 Arbeitslosen sind junge Leute. Alleine im November verloren 126.000 Griechen ihren Arbeitsplatz – das würde auf die USA hochgerechnet einer Zahl von 3,5 Mio. Menschen entsprechen, die in einem Monat ihren Job verlieren.

Aber die Griechen sind nicht die Einzigen, die leiden. Deren Gläubiger müssen auch unter dem Verzicht auf ihre Forderungen leiden. Es soll da um 100 Mrd. Dollar gehen. Für mich klingt das wie eine Staatspleite.

Und was ist wichtig an Griechenlands 6. Staatspleite? Das erste Mal fand so eine 1827 statt. Seitdem haben die Griechen daraus eine Angewohnheit gemacht.

Aus meiner Sicht wichtig ist, dass in Europa Schulden abgebaut werden…Schulden verschwinden…zumindest ein bisschen, an der Peripherie Europas, durch diesen Schuldenschnitt. Das Problem ist: Es gibt noch erheblich mehr Schulden. Und da die Schuldenlast allgemein immer noch steigt, löst sich das Problem nicht. Dank derselben Politiker, welche den jüngsten Griechen-Deal eingefädelt haben.

Und hier werden die Zahlen etwas unzuverlässig. Nein, sie sind völlig unzuverlässig. Aber zumindest geben Sie einen Eindruck von der Größe des Problems.

Wenn man Schulden hat in Höhe von 100% seines Einkommens, dann kann man damit wahrscheinlich klarkommen. Wenn die Zinsen bei 5% liegen, dann muss man dafür den zwanzigsten Teil seines Einkommens aufbringen. Aber wenn die Schuldenlast auf 200% des Einkommens steigt, dann beginnt die Last der Vergangenheit auf der Zukunft zu lasten. Man muss die Ausgaben und das Investieren kürzen, weil so viel des Einkommens genutzt werden muss, um für Dinge zu zahlen, welche bereits produziert und konsumiert worden sind. Das Wachstum verlangsamt sich. Die Wirtschaft ächzt.

Bei 5% Zinsen muss man dann 10% seines Einkommens nur für die Zinsen aufbringen. Bei 10% Zinsen hat man wirkliche Probleme…denn dann wären 20% des Einkommens weg, bevor man es überhaupt erhält.


Quelle: Kapitalschutz Akte
Gegenläufige Trends bei Schulden und Wirtschaftswachstum (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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5 Kommentare auf "Gegenläufige Trends bei Schulden und Wirtschaftswachstum"

  1. Fnord23 sagt:

    Hallo, bevor ich mich zur Ruhe bet(t)e:

    Das ganze Europa könnte natürlich schon funktionieren, wenn man das so aufzieht wie auf nationaler Ebene. Im Prinzip ist D eine Transferunion–Länderfinanzausgleich.

    Von dort, wo mehr wertgeschöpft wird, z.B. Bayern oder BW, wird Geld nach Meckpom transferiert, weil von da ja auch Nachfrage entsteht. Ohne Nachfrage auch in Bayern keine Wertschöpfung. Der Süden hat Exportüberschüsse, und der Norden Importüberschüsse. Das Ganze funktioniert doch nur, weil der Länderfinanzausgleich zurück gegebenes Nachfrage wirksames Geld ist. Wenn das Kredite wären, dann müßten wir aller paar Jahre in Meckpom einen Schuldenschnitt machen.

    Im Falle von Europa ist D gleich Bayern und G gleich Meckpom.

    Das Ganze wird nun auf die EURO Staaten übertragen werden. So sieht es aus.

    Ob das funktioniert? Das setzt natürlich gleiche Rechts-, Steuer-und Sozialsysteme vorraus. Transfer und Fiskalunion….

    Vernünftig wäre das schon auf dem Weg in eine planetare Gesellschaft. Aber nicht alles was vernünftig ist, lässt sich auch umsetzen. Weil es natürlich auch ein paar gute Argumente dagegen gibt.

    Machen das die Menschen nicht mit, dann wird man das auch so durchziehen.

    „Völker seid Ihr nicht willig, so brauchen wir Gewalt“

    VG aus Sachsen

    PS: Man ist mit den Vereingten Staaten von Europa ganz schön weit. War letzte Woche bei tschech. Freuden. Bei der „Einreise“ nach D fiel mir auf, dass man SCHWARZ/ROT/GOLD entfernt ist. Blaues Schild mit Sternenkranz/Schriftzug:BRD. Ein zweites Schild mit dem sächsischen Wappen. Fertsch

    • stonefights sagt:

      „…Vernünftig wäre das schon auf dem Weg in eine planetare Gesellschaft…“

      Willst du wirklich in einer „gesunden“ Gesellschaft existieren,
      in der ich meinen Doktor „ergaunere“, und dich dann nach ein paar Monaten des Abtauchens im und über dem Teich wieder „behandle und führe“ ?
      Willst du wirklich in einer „glaubwürdigen“ Gesellschaft existieren, in der ich meinen persönlichen monitären Vorteil durch dich „ergaunere“, und du dann noch für meine „Ehre zahlst“ ?
      Willst du wirklich in einer „verantwortungsvollen“ Gesellschaft existieren,
      in der ich meine persönlichen „Spielchen“ treibe, während ich dein „Geld auf den Tresen“ lege ?
      Willst du wirklich in einer „verständnisvollen“ Gesellschaft existieren, in der ich dir als dein Nachbar ein „Haken-Kreuz“ auf deine „Hauswand male“ ?

      Ich sag dir was, ja, ich möchte in einer wirklich gesunden, glaubwürdigen, verantwortungsvollen und verständnisvollen planetaren Gesellschaft leben, ich trage meinen Teil dazu bei, viele nicht.

      Und nochwas dazu, wer Augen hat zum Sehen und Ohren hat, zum Hören, hier ist die Weisheit gefragt:
      „Mk 13,28 Von dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und Blätter treibt, so erkennt ihr, daß der Sommer nahe ist. “

      LG; stonefights

  2. Fnord23 sagt:

    Hallo stonefights,
    vielleicht bin ich ja noch etwas müde, aber: Hääää?

    Versuch mir noch mal anders zu erklären, was du meinst. Ich bin sonst zu Interpretationen gezwungen. Und da kann ich total falsch liegen.

    VG aus Sachsen

    • stonefights sagt:

      Sorry Fnord23,
      ich war einfach heute morgen schlecht drauf.
      Mich kotzt einfach momentan die Entwicklung an, dass sich die Politiker-Klasse abnabelt von ihrem, Schwur, Auftrag, Volk, einfach alles.
      Unser von und zu Ex-Verteidungsminister Gutenberg wird wieder zurück kommen in die Politik, warte nur noch ein wenig. (das war der 1. o.g. Teil)
      Unser Ex-Präsi Wulff bekommt sein Ehren-Sold mit 200.000 p.a. für die Abzahlung seiner Hütte für Nix-Tun. (das war der 2.o.g. Teil)
      Unser Noch-Finanz Schäuble spielt Sudoku, während er weitere 130 Milliarden von meinem Anteil verbrennt.
      Und unsere doch so fried-lebenden Griechen schmieren Hakenkreuze in ihren Zeitungen an den Ärmel von unserer Grande Dame, oder malen ihr einen Oberlippen-Bart…

      Ich wollte und will einfach nur klar machen, dass mich eine solche „Gesellschaft“ ankotzt, zudem ich bis jetzt für diese scheiss Steuern wieder im Hamsterrad war, ohne Sudoku. Glücklicherweise gibts ja auch das Gebot „du sollst nicht töten“.

      LG; stonefights
      VG aus Bayern, das musste jetzt auch sein 🙂

  3. Fnord23 sagt:

    Ah, verstehe. Ging mir auch so. Musste auch mal für ein paar Wochen aussteigen. Wirste ganz schnell depri von.

    Die Welt ist so wie sie ist und wir Menschen sind nun mal keine Engel.
    Ich bin mir nicht sicher, wie ich mich verhalten würde, wenn ich mit da oben rum turnen würde.

    Wobei ich es gar nicht bis nach oben schaffen würde. Du hast da nur zwei Möglichkeiten. Entweder du wirst assimiliert und machst mit. Oder versuchst ehrlich zu bleiben und wirst spätestens im Landtag von deinen eigenen Leuten aus gebremmst. Da braucht es nicht mal die anderen Fraktionen. Ich kenn da einen, der ist ein alter Kämpfer und schafft das nur mit Faustan.

    Alles in allem bin ich aber guter Dinge. Es werden halt ein paar holbrige Jahre werden auf dem Weg in die neue Zeit.

    Kopf hoch!

    VG aus dem Erzgebirge

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