Gedankenbilder heilen Körper und Seele

3. Oktober 2011 | Kategorie: Aufgelesen

von Hans-Jörg Müllenmeister

Verordnen Sie sich selbst positive Gedankenbilder; sie wirken wie ein Placebo-Effekt (lat.: „ich werde gefallen“). Sein Gegenspieler ist der Nocebo-Effekt (lat.: „ich werde schaden“). Es ist unglaublich, was Sie allein durch die Kraft Ihrer Vorstellung alles bewirken und bewegen können nicht nur in Grenzsituationen…

Nuggets“ gegen Darminfekt

Als wir von Kathmandu startend zu einer Himalaja-Expedition aufbrachen, ahnte niemand von uns, welche Kette von Ereignissen am Gelingen unserer Tour rütteln sollte. Nur eine Begebenheit möchte ich erwähnen, weil hier die Kraft der bildhaften Vorstellung eine entscheidende Rolle spielte. Gerade richteten wir unser Zeltlager für die Nacht her, als sich Expeditionsleiter Mike sorgenvoll an mich wandte. Einem unserer Bergkameraden, einem jungen Inder, ging es grottenschlecht. Sein Fieber sei inzwischen auf über 40°C gestiegen, berichtete Mike. Offensichtlich hatte der Arme eine ausgewachsene Darminfektion. Außer Aspirin konnten wir ihm leider nichts Geeignetes verabreichen. Die Sache sah bedrohlich aus. Mußten wir unsere Bergtour abbrechen?

Am nahen Ufer eines gurgelnden Gletscherbachs hockte ich auf einem glattgeschliffenen Stein und zermarterte mir das Hirn, wie wir dem Inder helfen konnten. Fasziniert beobachtete ich, wie das Wasser flink über das Bachbett hüpfte und, tausendfältig reflektierend, winzige Partikel wie Diamantkristalle im Wasser aufflammten. Als Edelsteinkundler hatte ich diese bereits neugierig in Augenschein genommen. Es waren winzige Glimmerplättchen und feine Pyritkörnchen, die Goldnuggets vortäuschten. Eingebettet lagen sie im grauen Uferschlamm, glitzernd wie funkelnde Sterne. An einigen Stellen hatte sich durch die mahlende Gewalt der Elemente das Flussgeschiebe des Gletschers regelrecht pulverisiert. Lauter Mineralien, angesammelt als Dreck; unzählige Partikel, insgesamt mit einer riesigen Oberfläche, so schoss es mir durch den Kopf. Mit einem Löffel schöpfte ich eine Portion ab.

Ich musste den Fiebernden dazu bringen, dass er die Dreckemulsion mit Tee schluckte. Die Idee, dem Magen-Darmtrakt damit eine große Oberfläche anzubieten, damit sich womöglich die kranken Keime darauf zum Abtransport ansiedeln konnten, liess mich nicht los. Und die Mineraliensuppe würde sicherlich den erlittenen Mineralienverlust durch das starke Schwitzen ausgleichen damals, vor 30 Jahren gab es noch keine großflächig wirkende AMINAS-Vitalkost. Behutsam redete ich dem Fiebernden ständig ein, dass gerade sein Darm nach der glitzernden Brühe verlange. Die funkelnden „Diamanten“ würden die Keime aufspüren und alles Krankmachende zusammentragen. „Du wirst spüren, wie Dich Deine Krankheit langsam verlässt und in den schwarzen Tee schlüpft. Stell es Dir richtig vor, denn so geschieht es auch“. Mit diesen Worten begleitete ich meine rustikale Therapie.

Mein erster Gedanke bei Tagesanbruch galt dem fiebernden Inder, der bis spät in die Nacht auf mein Anraten enorm viel Teewasser in sich hinein geschüttet hatte, und das mit verblüffendem Erfolg. Sein Fieber hatte deutlich nachgelassen. Er lachte wieder und lud mich sogar auf eine Safari nach Indien ein. Sein Vater sei dort Leiter einer Elefantensafari. Ob nun der Mineralientrunk oder meine monotone Wortbegleitung in Bildern die schnelle Heilung brachten, weiß ich nicht. Vielleicht trug beides zum guten Gelingen unserer Expedition bei.

Gedankenbilder zum Schlaf

Die bildliche Vorstellungskraft ist ein mächtiges Werkzeug unserer Psyche zum Guten wie zum Bösen. Dieses Instrument zu nutzen und vor allem in Grenzsituationen einzusetzen, erfordert Übung und Selbstvertrauen. Sicherlich haben Sie selbst in dieser Richtung schon Erfahrungen gesammelt, bewusst oder unbewusst. Wie auch immer, Sie sollten behutsam damit umgehen, und Ihre starken Bilder sollten unbedingt konstruktiv sein. Selbst harmlose Alltagsprobleme können Sie mit Ihrer Vorstellungskraft lösen. Angenommen, Sie schlafen schlecht ein, müssen aber zu einer bestimmten Zeit erwachen, dann sagen Sie beruhigend und wiederholt zu sich „Ich schlafe immer tiefer und tiefer… und Punkt acht werde ich wach“. Dabei stellen Sie sich eine große Uhr vor, deren Zeiger genau auf acht Uhr steht. Glauben Sie mir, es klappt; lassen Sie sich von Ihrem eigenen Körper wecken, und nicht vom schrillen Wecker. (Seite 2)

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