Gedanken und Fakten zu dem Thema Wirtschafts- und Finanzkrieg

26. Dezember 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Folker Hellmeyer) Es gibt immer wieder Themen, über die im Mainstream des Finanzsektors nicht offen gesprochen wird. Verantwortlich ist auf übergeordneter Basis ein Verhalten, das mit „politischer Korrektheit“ treffend umschrieben ist. Fakt ist, dass „politische Korrektheit“ sachlich inkorrekt ist, da es sich um eine „politisch“ eingeschränkte Korrektheit handelt…

Wir halten es hier mit der Korrektheit, ohne „wenn“ und ohne „aber“. Der Hintergrund für politisch willfähriges Verhalten ist neben dem klassischen „Lemmingverhalten“ maßgeblich das Karrierestreben der „Führungseliten“ innerhalb des Finanzsektors. Man will sich der Chancen einer Topbezahlung in der Finanzaristokratie durch angemessene Kritikfähigkeit nicht berauben. Auf diese Art und Weise degradieren sich „vermeintliche Eliten“ zu Paladinen der obwaltenden Führung, da sie intellektuelle Filterfunktionen verneinen. So sind Fehlentwicklungen nach dem Muster „Neuer Markt“ oder „MBS“ erst möglich.

Der Finanzsektor hat sich in den letzten 20 Jahren massiv verändert. Aus einem internationalen Polypolmit allen seinen Vorteilen (Definition des perfekten Marktes) hat sich eine determinierende Finanzaristokratie, ein Oligopol, gebildet, das die attraktivsten „Futtertröge“ für Karrieristen bietet, weil das Geschäftsmodell einer Bank in Richtung Investmentbank, Hedge Fund, Brokerund Versicherung geöffnet wurde und über Deregulierung der Märkte und Instrumente Hebeleffekte eröffnet wurden, die historisch einmalig sind. Damit wurde die eigentliche Funktion der Großbank jedoch marginalisiert. Viele Großbanken degenerierten bis 2007/2008 zu Plagiaten von Hedgefunds.

Als Beispiel für die strukturelle Veränderung der Großbanken darf die Deutsche Bank dienen. Waren in der Bilanzsumme 1990 noch mehr als 55% direktes Kreditgeschäft, bewegt sich dieser Wert heute unterhalb der Marke von 20%. Investmentbanker als Spezialisten, vom Charakter her Broker, erfüllen in Vorstandsetagen die Aufgaben von Bankern (Generalisten). Die (auch antizyklischen) volkswirtschaftlichen Funktionen, die Banken zu erfüllen haben, werden missachtet. Das kurzfristige Eigeninteresse dominiert das strukturelle Interesse. Hier liegen Kernursachen der seit 2007 schwelenden Krise, die vollständig unadressiert blieben.

Die Finanzaristokratie bewegte sich und bewegt sich insbesondere in den USA in auffälliger Nähe zu Politik und Aufsicht. Die Entzahnung der Regulierung im Rahmen des „Frank/Dodd Acts“ oder milde Pönalen für massive Vergehen, die in keinem sinnvollen Verhältnis zu den Schäden stehen, die die betreffenden Banken durch das Fehlverhalten anrichteten oder den Nutzen, den die betreffenden Banken durch das Fehlverhalten erzielten, sind implizite Belege für diese These. Das gilt unter anderem für den Libor Skandal oder auch für den Fall der „Drogengeldwaschmaschine“ der HSBC.

Mehr noch wird das Fehlverhalten nahezu durchgängig durch Vergleiche abgearbeitet, die kein Eingeständnis eines Fehlverhaltens der Banken inkludieren. Damit können die Betroffenen auf Basis des Vergleichs nicht klagen. Die „Täter-Bank“ wird zivilrechtlich vor den Folgen ihres Fehlverhaltens geschützt.

Der Staat, dessen Kontrollinstanzen versagten, erhält die Strafzahlung. Hier profitieren zwei Seiten, die beide für die Latenz der Fehlentwicklungen über die letzten 20 Jahre verantwortlich zeichnen. Die tatsächlichen Opfer dieser „Politik“ gehen zunächst einmal leer aus. Ist das Merkmal eines fairen Rechtsstaats?

Es wird deutlich, wie nahe die Finanzaristokratie insbesondere in den USA an der Politik hängt oder in der Politik verzahnt ist. So wie die Politik (leider auch der Eurozone) ausgehend von der Achse NY/London seit dem Fall des Kommunismus 1990 sukzessive den Wünschen der heranwachsenden Finanzaristokratie in Fragen des „ Global Monopoly“ und der Deregulierung entsprach, ist es nicht auszuschließen, dass sich aus dieser Konstellation auch eine Bringschuld des Finanzsektors in den Zentren NY und London für die Politikinteressen der USA und nachgeordnet des UK ergibt.

Wenden wir uns dem Thema Wirtschafts- und Finanzkrieg zu. Krieg ist die ultimative Form der politischen Auseinandersetzung um Macht. Geld ist das Transaktionsmittel der Macht. Heute können keine konventionellen Kriege nach Muster der beiden Weltkriege geführt werden. Neben einem ungewissen Ausgang ist das Potential der Kollateralschäden nicht absehbar… (Seite 2)

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20 Kommentare auf "Gedanken und Fakten zu dem Thema Wirtschafts- und Finanzkrieg"

  1. Reiner Vogels sagt:

    Wenn man nur den kurzen Auszug aus dem Text Hellmeyers liest, der auf Rottmeyer wiedergegeben wir, könnte man den Eindruck gewinnen, dass Herr Hellmeyer, obwohl er ein führender Funktionär des politisch-finanziellen Komplexes ist, über seinen Schatten springt, die Sprach- und Denkverbote der politischen Korrektheit überwindet und zu einer kritisch-realistischen Einschätzung der Situation findet.

    Wenn man jedoch den gesamten Text liest, erkennt man sofort, dass er nach wie vor ein treuer Diener des Systems ist und dass er – politisch korrekt bis auf die Knochen als treuer Paladin den angeblich „alternativlosen“, in Wirklichkeit jedoch zerstörerischen Euro-Rettungskurs des politisch-finanziellen Komplexes unterstützt:

    1. Falsche Ursachendarstellung

    Das fängt damit an, dass er die Schuld an der Finanzkrises in völliger Verzeichnung der Realität in einem Angriff der angelsächsischen Finanzaristrokratie auf den vermeintlich völlig gesungen und guten Euro erblickt. Nichts könnte falscher sein und die Wahrheit so sehr ins Gegenteil verkehren: Die bösen Hedgefonds und angelsächsischen Ratingangeturen sind keineswegs schuld an der Fehlkonstruktion des Euro. Der Euro an sich mit seinen künstlich nach unten manipulierten Zinsen etwa ist die Hauptursache für die Immobilienkrisen in Irland und Spanien und damit für den Zusammenbruch der dortigen Banken,die Wallstreet-Banker nicht. Ähnliches gilt für die wirtschaftlichen Ungleichgewichte und Spannungen innerhalb des Euroraums.

    2. Falsches Lob für die EZB

    Hellmeyer lobt über den grünen Klee die Entscheidung der EZB, den Euro um jeden Preis zu verteidigen. Er unterschlägt dabei, dass diese Entscheidung nichts anderes bedeutet als grenzenlose Geldschöpfung, dramtischer Anstieg der Staatsverschuldugung und damit verbunden schleichende Geldentwertung. Er verschweigt, dass diese Politik nichts anderes ist als kaltschnäuziger geldpolitischer Diebstahl an allen Besitzern von Euroguthaben, von den Sparern bis zu den Rentnern. Diese EZB-Politik ist zutiefst unmoralisch, denn sie verstößt gegen das Gebot: „Du sollst nicht stehlen.“

    3. Schönrednerei der sog. „Reformländer“

    Hellmeyer stellt die Lage der sog. Reformländer in rosaroten Farben dar. Er stellt vor allem ab auf die Senkung der Lohnstückkosten. Er verschweigt, dass in Griechenland und Spanien die Jugendarbeitslosigkeit auf über 50% gestiegen ist, dass viele geistig bewegliche und leistungsfähige junge Leute diese Länder verlassen und dass so die entscheidende Basis für einen Wiederaufbau, die nämlich in nichts anderem als in intelligenten und leistungsbereiten jungen Menschen bestehen kann, aufgezehrt wird. Nur durch Lohndrückerei wird eine wirtschaftliche Genesung in den „Reformländern“ nicht gelingen können. Zudem geht Hellmeyer mit keinem Wort auf das krisengeschüttelte Frankreich ein, das unter seiner sozialistischen Führung konsequent auf den Abgrund zusteuert.

    4. Totale Verkennung der Macht des Dollars und der USA

    Hellmyer verkennt, dass es entscheidende Faktoren gibt, die dem Dollar im Kampf gegen den Euro am Ende den Sieg bescheren werden: Der eine Faktor ist die weltweite militärische Überlegenheit der USA, die dazu führt, dass die Vasallenstaaten des amerikanischen Imperiums – vor allem die reichen Ölstaaten des Nahen Ostens – den Dollar „alternativlos“ stützen werden. Der andere Faktor ist die Tendenz der EU-Bürokratie zu sozialistischer Planwirtschaft und zu reglementierenden Eingriffen in die Wirtschaft – Stichwort „Primat der Politik“ – die die europäische Wirtschaft dazu verurteilt, am Ende zu den Verlierern zu gehören.

    5. Missachtung der energiepolitischen Revolution

    Hellmeyer nimmt überhaupt nicht zur Kenntnis, dass die selbstmörderische Energiepolitik Deutschlands zur Zerstörung der wirtschaftlichen Kraft führt und zur Deindustrialisierung und dass auf der anderen Seite die Shalegasrevolution in den USA schon heute einen breitangelegten Reindustrialisierungsschub eingeleitet hat, der am Ende die militärische Überlegenheit der Weltmacht USA auch noch wirtschaftlich untermauern wird.

    Am Ende gilt: Der Euro wird verlieren, der Dollar wird siegen.

    • Gandalf sagt:

      @Reiner Vogels
      Sehr gute Analyse zu Hellmeyer, – den ich ebenfalls aus genannten Gründen als „Propgandisten“ betrachte, dem man nicht trauen kann.

      Auf der anderen Seite haben die USA (und mit ihnen die Engländer) ’selbstverständlich‘ ein Interesse daran, das (wirtschaftliche) „Heft des Handelns“ nicht aus der Hand zu geben. Nur so lässt sich das Pyramindenspiel immer noch eine Runde weiter drehen.

      http://www.politico.com/news/stories/0409/21053.html

      Grüße

    • wolfswurt sagt:

      So wie Hellmeyer über die europäische Situation in seiner Analyse daneben liegt, liegen Sie in Ihrer Annahme das der Dollar siegen wird daneben.

      1. Dollar und Euro sind ein Produkt einer kreditgeldgeschöpften Zettelwirtschaft, welche sich über die Expotentialfunktion in Luft auflösen wird.

      2. Die USA sind ein Konstrukt europäischer Einwanderer mit wesentlich größerem Anteil nicht-europäischer Massen als in Europa.
      Diese Tatsache alleine reicht schon aus um den Niedergang zu begründen, welcher sich bei allen Zivilisationen einstellte nachdem sich die leistungsfähigen Gründergenerationen durch Zuwanderung nicht-Leistungsfähiger auflösten.

      3. Ein großer Militärapparat hat noch nie in der historischen Betrachtung den Untergang einer Zivilisation aufhalten können, sondern im Gegenteil er beschleunigt diesen noch.

  2. katzbuckel sagt:

    Danke für die Entfernung meines Kommentars.

    Löschen Sie doch auch Kästner:

    „Die Entwicklung der Menschheit:
    Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt, behaart und mit böser Visage. Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt und die Welt asphaltiert und aufgestockt, bis zur dreißigsten Etage. Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn, in zentralgeheizten Räumen. Da sitzt sie nun am Telefon. Und es herrscht noch genau derselbe Ton wie seinerzeit auf den Bäumen. Sie hören weit. Sie sehen fern. Sie sind mit dem Weltall in Fühlung. Sie putzen die Zähne.Sie atmen modern. Die Erde ist ein gebildeter Stern mit sehr viel Wasserspülung. Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr. Sie jagen und züchten Mikroben. Sie versehen die Natur mit allem Komfort. Sie fliegen steil in den Himmel empor und bleiben zwei Wochen oben. Was ihre Verdauung übrig läßt, das verarbeiten sie zu Watte. Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest. Sie stellen durch Stiluntersuchungen fest, daß Cäsar Plattfüße hatte. So haben sie mit dem Kopf und dem Mund den Fortschritt der Menschheit geschaffen. Doch davon mal abgesehen und bei Lichte betrachtet sind sie im Grund noch immer die alten Affen. „

  3. pedrobergerac sagt:

    Was im Mainstream des Finanzsektors völlig ausgeblendet ist, sind Steuern und die Geldschöpfung: Hierzu eine Anfrage an den Steuerzahlerbund. Bin schon gespannt auf die ‚Antwort.

    Frage an den Bund der Steuerzahler

    Bei der genauen Betrachtung Ihrer Website ist mir Folgendes aufgefallen.
    Sie beschäftigen sich mit allen Steuerbelangen die man sich nur vorstellen kann.
    Eigentlich fehlt nur ein einziger Betrachtungspunkt:

    Warum müssen wir eigentlich Steuern zahlen?

    Mit dieser Frage will ich Ihr Augenmerk auf die Geldschöpfung lenken, welche in allen Belangen des Finanzwesens, vor allem beim Studium der Wirtschafts(wissenschaften) völlig ausgeblendet wird.

    Will man uns damit verheimlichen, dass die Geldschöpfung durch Privatbanken der eigentliche Grund für die Steuern ist?
    Würde nämlich der Staat, alles Geld dass er braucht, um Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten, Straßen, Brücken etc. zu errichten und zu unterhalten, würde nämlich der Staat dieses Geld selber aus der Luft schöpfen (Fiat Money) wie es die Privatbanken machen, dann bräuchte er doch keine Kredite aufnehmen, keine Zinsen zu zahlen, wäre nicht verschuldet und wir bräuchten deswegen keine Steuern zu zahlen?

    Wir könnten all unsere Arbeitsleistung, unsere Fähigkeiten, unsere Fertigkeiten, all unser Wissen und unsere Kraft in die Bewältigung der Probleme zu stecken, die wir durch das derzeitige Schuldzinsgeldsystem erst bekommen haben. Wir könnten wirkliche Bildung finanzieren, alle Mütter oder Väter könnten zu Hause bei Ihren Kindern bleiben. Wir könnten eine wirklich lebenswerte Welt erschaffen.

    Warum machen wir das nicht einfach? Warum lassen wir es zu, dass die Banken auf unsere Kosten leben und somit unsere Gesellschaft langsam in den Untergang treibt, wie man aktuell an Griechenland erkennen kann?
    WARUM WIRD UNS DIE TATSACHE ÜBER DIE GELDSCHÖPFUNG VORENTHALTEN?
    WARUM WERDEN WIR VON ALLEN SO DREIST BELOGEN UND BETROGEN?
    Haben Sie sich das schon einmal gefragt?
    Warum ist dies kein Thema für den Bund der Steuerzahler?
    Wem dient der Bund der Steuerzahler? Dem Systemerhalt des Schuldzinsgeldes?

    Bevor ich nun diese Anfragen schließe möchte ich Ihr Augenmerk noch auf den Plan B der Wissensmanufaktur richten. Dieser Plan B zeigt auf, dass die Bankenrettungen beileibe nicht alternativlos sind, wie uns unsere Bundeskanzlerin immer weismachen will.

    Sie haben sich den Dienst an den Steuerzahlern auf Ihre Fahnen geschrieben? Machen Sie was draus. Ab 2013 rollt eine neue Steuerlawine auf die Bürger dieses Landes los. Und scheuen Sie sich nicht, die Banker und Politiker als das zu bezeichnen, was sie in Wirklichkeit (ohne Gesetze) sind. Verbrecher und Ausbeuter, die auf unsere Kosten wie die Made im Speck leben.

  4. Futur sagt:

    @ pedrobergerac

    Das Ist eine wirklich gute Anfrage. Allerdings glaube ich, dass die Verurteilung der Politiker ungerecht ist, da diese in diesem System kaum über Handlungsspielräume verfügen. Welche Alternativen bevorzugen Sie denn?
    Die Piraten, die Linken, Herrn Popp? Erst muss das System geändert werden, gute Politiker gibt es schon!

    Vielen Dank, Herr Hellmeyer, für Ihren tiefgründigen Beitrag.

    Ich schreibe mir ja schon seit einiger Zeit die Finger fusselig, dass es sich bei der Euro-Krise in Wahrheit um einen Wirtschaftskrieg handelt. Bei einem Krieg muss man strategisch denken und planen. Es geht um Macht, Positionen und Koalitionen. Die Mächtigen in der EU, z.B.Barroso und Juncker sind als Alt-68er kaum Büttel der Anglo-amerikanischen Finanzoligarchie.

    Was ist Geld, das mithilfe der EZB ohne Limit geschöpft werden kann, anderes, als ein probates Mittel, um die Gesellschaften zu steuern. Wenn es also zu dem unabwendbaren Zusammenbruch des Systems kommt, gilt es insbesondere für Deutschland, eine möglichst starke und unabhängige Ausgangspostion zu erreichen.

    Deutschland kann nunmal nur innerhalb der EU souverän sein. Es sprechen natürlich noch viele andere Gründe
    für die EU, denn die einzelnen Nationalstaaten verlieren eher an Einfluss. Die EU könnte letztendlich eine komfortable Position zwischen den USA und den BRICS- Staaten einnehmen.

    Denn der entscheidende Wirtschaftskrieg findet nicht zwischen den USA und Europa statt, sondern zwischen den USA und China!

    • samy sagt:

      Das Thema der Europäische Krise wird solange von den Angelsachsen hochgekocht, wie sie damit von den eigenen Schulden ablenken können. Wenn weitere große Ratingagenturen beginnen die USA downzugraden, wird genau das immer schwerer.

      Grundsätzlich hat weder die USA und schon gar nicht das UK ein Interesse daran, dass verwandte euröpäische Kulturen und NATO-Verbündete in das Chaos absinken, während neue Großmächte wie China geboren werden und sich Mutter Russland erholt. Im Gegenteil, ein starkes und geeintes Bollwerk Europa vor den westlichen Türen Eurasiens hätte seinen Reiz. Und Russland würde ich persönlich dazu zählen wollen.

      Zum Thema Euro, hier beschleicht mich das Gefühl, dass das gute nachbarschaftliche Nebeneinander zerstört wird, das sich nach dem Schrecken aus dem WK II sehr wohl bereits eingestellt hatte.

      Eine Friedenswährung? Diversen verschiedenen Kulturen und Wirtschaften eine einzige Währung zu verpassen ist ein gewaltiges Experiment.

      VG

    • 4fairconomy sagt:

      Wirtschafts- oder Währungskrieg, dies ist vielleicht die Frage. Der Euro wurde immer mehr zur Konkurrenz für den Dollar als Weltwährung. Staaten begannen, in Euro abzurechnen, Euro als Reservewährung zu bevorzugen usw. Die konzertierten Abwertungen europäischer Institutionen waren nicht nur unbegründet. Aber sie hatten auch die Wirkung, dass der Dollar als Weltwährung wieder attraktiver wurde und sich Investoren wieder vermehrt den USA zuwendeten.

      Europa als Freund und Bündnispartner der USA ja, aber bei der Konkurrenz des Dollars als Weltwährung hört wohl der Spass auf.

      • Futur sagt:

        @ samy

        Ich habe lange überlegt, ob ich Russland als Gegenspieler dazu schreiben sollte. Tatsächlich ist der eigentliche Anlass, den Währungskrieg gegen die EU zu beginnen, mit China verbunden. Diese haben nämlich den Dollar als Leitwärung angegriffen, und wollten mit Euro bezahlt werden. Der Grund dafür, ist in der von der Fed zu Zeiten des Immobilienbooms unendlich ausgeweiteten Geldmenge zu finden.

        Nun ja, die ganze (Banken-) Welt hat sich täuschen lassen. Die Chinesen wussten aber, dass hinter der enormen Dollar-Menge ein industrielles Desaster versteckt war, und setzten auf den Euro. Dies war vor Ground Zero, den Rest mag man sich denken.

        Russland war und ist zu schwach, um ein echter Gegenspieler zu sein. Weder von seiner Manpower noch von der Ideologie her. Von daher bin ich mir sicher, dass langfristig China die Führungsrolle bei den BRICS- Staaten übernehmen wird. China stellt, eben aufgrund von System und Humankapital, die eigentliche Gegenmacht zur Anglo-amerikanischen Finanzoligarchie dar.

        Die Crux ist aber, dass alle voneinander abhängig sind!
        Stürzt also die USA, dann sind die anderen Staaten auch bedroht. Kehrt bei allen der Verstand ein, dann wäre wohl auch unser Wohlstand gefährdet. Denn dann würden auch alle anderen Staaten mehr vom Kuchen haben wollen.

        Der immanente Widerspruch im kapitalistischen System, Wachstumszwang in einer endlichen Welt, sollte in eine
        nachhaltige Lösung überführt werden. Dies ist die Aufgabe der Zukunft!

        @ 4faireconomy

        Ob Wirtschafts-, Finanz- oder Währungskrieg ist eine Definitionsfrage und kommt je nach Sachlage zum tragen.
        Zwischen den USA und China ist es ein Krieg der Systeme.
        Zwischen der alten Finanzelite in den USA und der neuen Politikerkaste in China!

        Ich bin froh in Europa zu leben!

        Viele Grüße

        • samy sagt:

          Hi,

          die drei Eskalationsstufen sollten Währungskrieg-Handelskrieg-militärischer Krieg sein. Seien wir einmal pessimistisch, gehen wir davon aus, dass alle Phasen durchlaufen werden, so als Szenario.

          Wir befinden uns in Phase 1, in der noch die jenigen verzweifelt einen Ausweg suchen, die uns in das Desaster geführt haben. Politiker, die Wirtschaftselite und auch wir, die desinteressierten und nicht weniger bestechlichen Wähler.

          Dann würde in Phase 2 zunehmend das Militär flankieren müssen, um Handelswege, Häfen und den Rohstoffzugang zu sichern. die Wirtschaftsberater verlören an Einfluss.

          In Phase 3 müssen diese zwangsläufig die Macht übernehmen. Auch in Form eines Präsidenten, der aus dem Militär kommt, ich denke nicht an einen Militärputsch oder so. Churchill, de Gaulle oder Eisenhower, alles EX-Militärs, die in der Krise führen mussten. Stalin liess sich in den Rang eines Generals heben. Hitler wurde von Keittel als Gröfaz geadelt.

          (Griechenland steht z.B. doch kurz davor, vom Militär übernommen zu werden. Auch der komplette Arabische Frühling ist nicht in trockenen Tüchern. Im Ernstfall muss das Militär die politischen Streithähne in Schach halten, ich denke vor allem an Ägypten).

          Zurüch zu den USA. Die Macht wandert von kurzfristig denkenden Taktikern und Machterhaltern (Wallstreet+Politik) in die Hände langfristig denkender Strategen, den Militärs.

          Ihr größter Albtraum ist die Kombination des russischen Rohstoffreichtums und der Militärtechnik mit der chinesischen Manpower. Kissinger hat hierzu in der Vergangenheit interessante Interviews gegeben. Diese Länder leben relativ friedlich zusammen. 1960 gab es die letzten kleinen Scharmützel. Mal sehen was die beiden machen, sollte der Iran angegriffen werden.

          Lange Rede kurzer Sinn, wenn der Währungskrieg aus US-Sicht floppt, werden die Militärs erstarken und die Politik an den geostrategischen Wert Europas erinnern. Sie werden keinen Grund haben Europa mit Währungskriegen zu nerven. Das wäre dann auch sinnlos geworden.

          Russland derart oft vor den Kopf geschlagen zu haben, könnte sich noch in den nächsten Jahren als riesiger Fehler erweisen.

          VG

        • 4fairconomy sagt:

          @ Futur
          Danke für diesen Beitrag, gerne gelesen! Viele geopolitische Aspekte sehe ich sehr ähnlich. Sie haben mir weitere Hinweise und Denkansätze geliefert.

          Sehe dies genau so, dass in der strategischen Allianz China-Russland China eindeutig die Hauptrolle spielt. Erwähnenswert ist vielleicht, dass beide Staaten begonnen haben, ihren Zwischenhandel nicht mehr in Dollar abzuwickeln, was den USA zusätzlich ein Dorn im Auge ist.

          Goldman-Sachs hat Griechenland geholfen, sich mit falschen Zahlen in die EU zu mogeln. Man könnte sich fragen, ob dies nicht der Einführung eines „Trojaners“ entspricht, um später den Euro angreifen bzw. schwächen zu können. Das sind allerdings Unterstellungen und Spekulationen. Sicher ist, dass mehr weltgeschichtliche Ereignisse von langer Hand geplant wurden als gedacht.

          z.B. bin ich in diesem Jahr auf glaubwürdige Hinweise und Quellen gestossen, wonach der Sozialismus in Russland von anglo-amerikanischen Kreisen bewusst so geplant und herbeigeführt wurde, um kapitalismuskritische Bewegungen im 20. Jh. zu schwächen. Demnach war das Ziel, den Kapitalismus zu stärken – als Gegenpol zum ökonomisch und gesellschaftlich unvorteilhaft erscheinenden Sozialismus. Der Dualismus von Kapitalismus im Westen gegen den Sozialismus („Kommunismus“) im Osten wäre demnach kein geschichtlicher Zufall gewesen. Auf diesem Hintergrund erscheinen alle Angriffe auf kapitalismuskritische, reformerische Ansäzte mit dem Totschlagargument Sozialismus/Kommunismus funktioniere nicht, in einem anderen Licht.

          Mir war eigentlich schon seit den 80er Jahren bewusst, dass der Kommunismus ein grosser Gehilfe des Kapitalismus war, um ihn vor reformerischen Ansätzen zu schützen. Wie erstaunt war ich, als ich dieses Jahr auf Hinweise stiess, wonach anglo-amerikanische Kreise diese Weltlage bewusst herbeigeführt hätten, um „ihr“ System besser verteidigen zu können – so nach dem Motto, Angriff ist die beste Verteidigung. Doch dafür braucht es einen Feind.

          Dazu passt die Feststellung, dass die USA es kaum viel mehr als 10 Jahre aushielten ohne einen klar definierten Feind. Sie erfanden einen neuen, den (islamitischen) Terrorismus. Dies diente zugleich dem Interesse nach dem (in Dollar gehandelten!) Öl in den entsprechenden Regionen der militärischen Einflussnahme.

          „Der immanente Widerspruch im kapitalistischen System, Wachstumszwang in einer endlichen Welt, sollte in eine nachhaltige Lösung überführt werden.“

          Im Kapitalismus, also in einem System, in dem es Voraussetzung ist, in hohem Masse Geld verdienen zu können durch Besitz, ist eine nachhaltige Lösung nicht möglich. Eine solche ist nur möglich, wenn die Wirtschaft in einen Zustand überführt werden kann, in dem fast keine leistungslosen, besitzabhängigen Einkommen mehr fliessen. Das ist dann aber keine kapitalistische Wirtschaft mehr. Dies bedeutet nicht die Abschaffung der Marktwirtschaft, denn dieses Prinzip des Warenaustausches ist unabhängig von einer kapitalistischen Wirtschaft. Letztere beruht hauptsächlich auf folgende Rahmenbedingungen: garantierte 0% für Besitzer von Tauschmittel, Boden (u.a. natürliche Ressourcen) als Geldanlage und ein Patentrecht, welches hohe Kapitalerträge schützt. Alle diese Rahmenbedingungen ermöglichen es, aus Besitz Vermögenserträge zu generieren, welche durch keinen Wettbewerb gefährdet werden können. Die genannten Rahmenbedingungen ermöglichen durchaus ein als erpresserisch zu nennendes System.

          Als Folge davon muss der zu verteilende Kuchen exponentiell wachsen – entsprechend des Wachstums der Vermögen durch Kapitalerträge. Sonst wird der Anteil am Kuchen für diejenigen, welche ohne Besitz und nur durch ihre eigene Leistung an Kaufkraft kommen müssen, immer kleiner. Das führt aber rasch zu Absatzkrisen, da die Empfänger der Kapitalerträge nicht daran interessiert sind, alles das zu konsumieren, was sich die Nicht-Kapitalertragsempfänger nicht leisten können aber produzieren müssen, um die Kapitalerträge zu finanzieren.

          Also funktioniert das System nicht ohne Wachstum. Denn dies ermöglicht, dass sich Unternehmen für Investitionen immer mehr verschulden können und somit in einer ersten Phase mehr konsumieren als produzieren. Mit dem Vermögenswachstum ohne Konsuminteresse muss auf der anderen Seite der Markt immer mehr auf Pump geräumt werden. Dies ist nur nachhaltig, wenn dies für Investitionen geschieht, was aber zu noch mehr Güter und Kreditbedarf führt, um den Markt zu räumen usw. Es ist ein Schneeballsystem im Dienst des leistungslosen Vermögenswachstums, dem sich alles unterzuordnen hat, da ohne nicht (genügend) investiert wird. Es gibt nur Wachstum oder Krise als Alternativen. Ein Mittelweg ist nicht möglich.

          Die Vermögens- und Schuldenwachstumsspirale, funktioniert nur solange die Wirtschaft wächst. Sobald die Märkte gesättigt sind, kann das System nicht mehr funktionieren. Zuerst kann mit Staatskonsum auf Pump und dann mit der Notenpresse nachgeholfen werden. Das ist nicht nachhaltig. Eine nachhaltige Lösung ist nur möglich, wenn das Geldverdienen mit Geld als Voraussetzung (nicht als Folge!) des Wirtschaftens mit zunehmender Sättigung abnimmt. Und das ist das allmähliche Ende des Kapitalismus.

          • zweifel sagt:

            @4fairconomy:

            „Mir war eigentlich schon seit den 80er Jahren bewusst, dass der Kommunismus ein grosser Gehilfe des Kapitalismus war, um ihn vor reformerischen Ansätzen zu schützen. Wie erstaunt war ich, als ich dieses Jahr auf Hinweise stiess, wonach anglo-amerikanische Kreise diese Weltlage bewusst herbeigeführt hätten, um “ihr” System besser verteidigen zu können – so nach dem Motto, Angriff ist die beste Verteidigung.“

            Ja, der Kommunismus war nicht nur willkommen, sondern dürfte bewusst gefördert worden sein (übrigens ebenso der Nationalsozialismus). Dass die Hochfinanz mit den kommunistischen Führern beste Geschäfte machen konnte, dürfte ohnehin unumstritten sein – als Beispiel fällt mir da auf Anhieb Rockefeller und Chruschtschow ein… Für die Menschen hatte das den „Vorteil“, dass zumindest vordergründig das jeweils eigene System bis zu einem gewissen Grad „vernünftig“ funktionieren musste um möglicher Kritik besser begegnen zu können.

            Interesant finde ich in diesem Zusammenhang ältere, antikommunistische sowie gleichzeitig systemkritische und eher nationalistische Bücher/Texte aus dem amerikanischen Raum. Dort wird nämlich die eigene Führung öfter als prokommunistisch dargestellt, wobei dann die „Aggression“ (beispielsweise Gründung des FED) eher in Europa bzw. insbesondere auch England und teilweise Deutschland entspringt. Also importierter Kommunismus zum Schaden des amerikanischen Volkes und Nutzen des Großkapitals, ähnlich wie heute der „Raubtierkapitalismus“ aus dem anglo-amerikanischen Raum in Europa kritisiert wird. Oder war’s der Kapitalsozialismus ala EUdSSR ?

            Letztlich sind diese Begriffe alle Schall und Rauch. In ihrem Schutz („teile und herrsche“) lässt es sich auf beiden Seiten hervorragend verdienen, wenn man in der richtigen Position ist.

            Ich gebe Ihnen bei dem meisten was Sie (nicht nur oben) schreiben, vollkommen recht. Auch bei den leistungslosen Einkommen. Es gibt nur auf Dauer kein exponentielles (reales) Vermögenswachstum. Aber für wen ist das denn „schlecht“ ? Doch eher für die *Gläubiger*, da sie nicht mehr bedient werden *können*. Und Schuldknechtschaft haben wir zumindest in der früheren Form nicht mehr. „Kapitalismus ist das Recht, pleite zu gehen“ (ich glabe, das habe ich mal bei Oliver Janich gelesen). Unser Problem ist doch, dass wir erst ein System geschaffen haben, in dem einzelne Spieler „systemrelevant“ werden konnten, oder in dem dies zumindest behauptet wird. Und die allfällige Pleite künstlich auf eigentlich unbeteiligte abgewälzt wird. Militärisch industrieller Komplex ? Heute wohl eher/auch Staats- und Bankenkonglomerat. In jedem Fall ein zuviel an Macht. Daher bin ich auch nicht (mehr) vom Freigeldsystem überzeugt. Hört sich theoretisch sehr schlüssig an, aber ich denke, das entscheidene wäre zu verhindern, dass zu viel Macht in zu wenig Hände gelangt, da damit *immer* Missbrauch getrieben wird. Leider bewegen wir uns gerade mit Riesenschritten in die entgegengesetzte Richtung.

            Eine Lösung habe ich aber auch nicht. Zumindest ein Aufbrechen der unheiligen Allianz zwischen Staaten und privaten Banken, keinerlei Staatsverschuldung (Vollgeld? Freigeld? Vielleicht mehrere Systeme gleichzeitig?) könnten ein guter Anfang sein…

  5. samy sagt:

    Guten Morgen und Fragen in die Runde zum Thema Fiscal cliff + debt ceiling.

    Wie hoch sind derzeit die Einsparungen, die bei den Kompromissvorschlägen diskutiert werden? Obama wird etwas geben müssen, wenn er die Steuern erhöhen will. Also was ist die realistische Alternative zu den 600 Millionen $, die bei einer rechtzeitigen Einigung folgen würden? 100, 200, 300? Wo ist der Unterschied?

    Könnten die Streithähne versuchen, dass eine Thema gegen das andere auszuspielen? Also z.B eine besonders kräftige Erhöhung des neuen Debt ceiling gegen einen Verzicht auf Steuererhöhung? Dann ginge das noch bis zu 2 Monate so weiter.

    VG

  6. Jochen sagt:

    Ich will mich gar nicht im Detail zu einigen fast erbärmlich anmutenden Kommentaren äußern, die sich gegen die analytisch einwandfreie Sichtweise von Hr. Hellmeyer richten.

    Die alleinige Sicht auf das Thema Dollar-Euro ist meines Erachtens zu kurzsichtig, da sich inzwischen ein dritter Währungsraum zu etablieren beginnt. Der Yuan wird in immer mehr bilateralen Abkommen als Handelswährung eingesetzt und macht den Dollar zwangsweise unwichtiger.
    Welche konkreten Auswirkungen das in nächster Zeit hat, bleibt abzuwarten. Ich glaube aber nicht, dass wir noch Ewigkeiten warten müssen, bis markante Dinge passieren.

    Losgelöst von der Sichtweise Hellmeyers und zur möglichen ‚Beruhigung‘ einiger Leser (ist nicht böse gemeint) empfehle ich die eingehende Beschäftigung der Analysen (basierend auf eigenem Research) von einer der erfolgreichsten und ältesten deutschen bankenunabhängigen Vermögensverwaltung: PSM in München:

    Ein Zitat: Irgendwann wird die Welt den Amerikanern den Dollar nicht mehr abnehmen. Die Menschen haben keine Vorstellung davon was es bedeutet, wenn der Dollar als Leitwährung abgesetzt wird.

    Egal was kommt und wie es weiter geht wünsche ich allen Lesern und dem Blockwart alles Gute für 2013.

    • Futur sagt:

      @ samy

      Hi,

      ja, sehr wahrscheinlich wird das Militär eine größere Rolle spielen. Zumindest wenn die Krise, zum unabwendbaren Crash driftet. Russland wird sich stärker an China binden und umgekehrt, warum auch nicht. Haben wir Europäer uns eigentlich gegenüber Russland und China zu beklagen? Unsere moralischen Appelle sind jedenfalls an Scheinheiligkeit kaum noch zu überbieten.

      @ Jochen

      Bei allen Alternativen Geldsystemen fehlt mir der Blick auf die BRICS-Staaten. Diese werden mit Sicherheit ein Wörtchen mitreden wollen. Ob sich allerdings der Yuan als Leitwährung durchsetzt, wage ich zu bezweifeln.

      Viele Grüße

      • Skyjumper sagt:

        Was hat den US-Dollar zur Weltleitwährung gemacht?
        Die Hinterlegung mit Gold nach dem Bretton Wood Abkommen!
        Wer kauft aktuell ständig weiter Gold nach?
        China ……. wie wir alle andauernd lesen können!

        Was hat den US-Dollar in seiner Position gehalten nachdem das Bretton Wood Abkommen aufgekündigt wurde?
        Öl, bzw. das Schutzversprechen durch das US-Militär!
        Welches Land schwingt sich seit Jahren militärisch immer weiter hoch?
        China!

        Nein, sicher ist es keinesfalls, dass der Yuan den US-Dollar ablöst. Ich bin aber ziemlich sicher, dass die Chinesen zu gegebener Zeit einen entsprechenden Versuch starten werden. Und wie wäre es mit einem temporären 3-Gespann? US-Dollar – Euro – Yuan? Selbst das würde den US-Dollar in seiner Funktion massiv beeinträchtigen und kann sehr schnell dazu führen, dass der Dollar quasi unter seinem eigenen Gewicht erstickt.

        • Futur sagt:

          @skyjumper

          Ohne einen Chinesen zu kennen, würde ich behaupten, dass die Position der chinesischen Politik schwierig ist.
          Zumal sie die Hauptgläubiger der USA/ FED sind. Diese Abhängigkeit, wahrscheinlich nicht unbeabsichtigt verursacht, verstärkt sich immer mehr – gleichzeitig nötigt die us-amerikanische Militärpolitik zur Gegenwehr.

          Wie sich China aus diesem Dilemma befreien wird, ohne große Verluste, das wird schon interessant.

          Grundsätzlich gilt aber für Europa: Der Feind meines Feindes ist mein Freund!
          Wenn die Gegenwehr der Weltgemeinschaft, so wie kürzlich auch gegen Israel, zu groß wird, dann kann auch die HegemonialmachtUSA ihre Interessen nicht uneingeschränkt durchsetzen.

          Viele Grüße

  7. Jochen sagt:

    @skyjumper

    ‚Selbst das würde den Dollar in seiner Funktion massiv beeinträchtigen……..

    Unter anderem genau dieses Szenario hat der hier gerne von einigen Lesern belächelte GEAB u.a. vor längerer Zeit aufgezeigt.

    Die Denkfabrik erwartet exakt aus dem Grund in 2013 eine Hyperinflation
    in den USA, da nach ihrer Sichtweise unvorstellbare Dollarmengen
    in die USA zurückfliessen werden. Ich kann nicht beurteilen, ob das realistisch ist, aber in diese Richtung dürfte es laufen.

    • Skyjumper sagt:

      Auch ich belächle die GEAB-Berichte gern und ausgiebig. Das hindert mich aber keinesfalls daran sie zu lesen. Die Analysen sind meistens sauber durchgeführt und man kann da viel mitnehmen.

      Das Problem von GEAB ist allerdings, dass Sie einen aus meiner Sicht ziemlich engstirnigen Vergleich USA vs. EU durchführen, treffend zum Ergebnis gelangen dass die EU besser dasteht, und daraus den vollkommen irrsinnigen Schluss ziehen das es in der EU alles zum Besten bestellt sei. Das erinnert stark an 2 Fallschirmspringer mit defekten Fallschirmen und der eine freut sich darüber, dass der andere schneller stürzt. Sie werden jedoch beide unten ankommen.

      Ein frohes 2013 wünsch ich

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