Gebührengrüße aus Bankistan

9. April 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Sparen lohnt sich  nicht mehr und alles andere kostet Geld. Geht es nach den Banken, ist künftig nur noch „Guten Tag!“ und das Wegatmen seriöser Bankluft am Schalter kostenlos. Sogar Geldabheben bei der eigenen Bank soll künftig kosten. Hallo?

Da verborgt man sein Geld und bekommt es nur noch gegen Gebühr zurück. Geht`s noch? Das beleidigt doch jedes Gerechtigkeitsgefühl! Eigentlich müssten Banken den Kunden „Gebühren“ als Zins zahlen. Doch wovon? In Zeiten der Null – und Strafzinspolitik der EZB holt sich die Branche fehlende Einnahmen auch für tiefschwarzen Finanzlöcher als Gebühr vom Kunden. Leistungsorientierte Vorstände müssen ja auch von irgend etwas leben.

Wie ärgerlich! Dabei schlägt man den Sack und meint den Esel, denn Beschwerden sind an die EZB zu richten. Aber selbst die Bundesbank kommt damit nicht weit. Angeblich und offiziell will man die Wirtschaft ankurbeln. Und am Ende werden die Leute wohl stärker digital bezahlen, weil es so bequem ist – was das Bargeld verdrängt, bis es auch weg kann – natürlich wegen Kriminalität und Terrorabwehr. Als ob es davon in den letzten Jahren weniger gab.

Ist das Bargeld dann erst verschwunden, ist man der EZB, den Banken und der Überwachung ganz ausgeliefert. Neulich hat sich EZB-Chef Mario pro Bargeld ausgesprochen. Nun, ich traue ihm ja nur so weit, wie dicke Sauen hopsen können.

Was kann man tun? Klagen? Na dann viel Spaß! Die Bank wechseln? Dazu ist der Leidensdruck noch zu gering. Holt man das Geld nach Hause, wird es von Inflation gefressen. Geld sparen lässt sich, wenn man seine Kredite zurückzahlt und damit auch noch die Banken ärgert, denn für Dispozinsen verlangen sie derzeit im Schnitt 9,25 Prozent. Das macht künftig höhere Gebühren vorübergehend etwas erträglicher. Bei dieser verrückten Geldpolitik ist es ohnehin nicht die Frage, ob es irgendwann knallt, sondern nur, wie laut es das wird.
©  Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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