Gebt Geld aus! Egal wessen!

13. August 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Die ganze €uro-Retterei geht einem ganz schön auf die Nerven, selbst mitten im Sommer. Nicht wahr? Es besteht die Gefahr, von einem der vielen Rettungsringe und -schirme erschlagen – oder taub zu werden – von den schrillen Worten mit guten Absichten. Reichensteuer, Schwarzgelder, Kapitalverkehrs- kontrollen… Die meisten sind ja ohnehin schon länger taub. Was geht schief? Alles…

Haben sie Kinder? Legen Sie ihnen den Beruf des „Euroretters“ ans Herz. Oder schulen Sie um! Gut bezahlt, ist dieser Job krisensicher. Am Ende wachsen ohnehin die Nullen in den Zahlen und der Prozentsatz der Nullen in den Zentralen der Rettungsstellen. Gute Pensionen gibt es auch noch – nur in welcher Währung, ist offen. Aber beeilen Sie sich, solange es noch etwas zu retten gibt…

Für den Euro tun wir alles – vor allem für diejenigen, die davon am meisten profitieren. Selbst wenn die bunten Zettel mit den Brücken ins Nichts auf der Rückseite genau dorthin unterwegs sein werden, lohnt es sich, ihnen einen Schubs und die nötigen Tritte zu geben. Der Spaltpilz Europas wird gehegt und gepflegt wie Blumentöpfe mit bösartigem Pilzbefall. Wir wissen ja: Scheitert der Euro – scheitert Europa. Und dann gibt es Krieg, Polsprünge, Besuche von Marsmännchen oder Ähnliches. Glücklicherweise sind wir ja jetzt auf dem Mars. Vielleicht hat er auch noch Platz unterm Rettungsschirm.

Ohne Schulden läuft nichts

Sparen ist doof. Gebt Geld aus! Egal wessen. Es gibt Reiche! Nehmt ihnen weg. Und wenn das Geld nicht reicht, schafft einfach Neues. Oder beides. 92 Prozent der Leute müssen sich davor nicht fürchten, haben sie doch weniger als 250.000 Euro auf der hohen Kante – zu lesen in einer Studie des DIW, dessen neuer Chef jetzt auch noch eine Erweiterung der Eurozone fordert. Der Mars böte sich auch hier dringend an.

Wir müssen wachsen, uns glücklicher und reicher fühlen – wie in den USA. Ich glaube US-Finanzminister Geithner kennt sich damit aus. Wahrscheinlich hat er das seinem Kollegen Schäuble auf Sylt erzählt und ihn ausgerechnet im Norden eingenordet. Die Zeitungen haben viel Unsinn darüber geschrieben, wussten sie es doch auch nicht so genau.

Vielleicht hat Geithner aber auch nur gesagt, dass Griechenland in der Eurozone bleiben müsse, so dass Russland später nicht das Sagen in Griechenland bekommt. Es gibt viele Rohstoffe dort. Und strategische Positionen. Das wäre zu bedenken. Wo Öl sprudelt, sind Amerikaner nicht weit. Wo Besitz zu verteilen ist, auch nicht.

Flucht

Das Geld kommt in Bewegung. Die Reichensteuer hat den Kopf mitten aus dem Sommerloch gestreckt und bekommt ihn nicht wieder gesenkt. Ausgerechnet jetzt. Gab es das nicht schon mal? Reiche sind general-verdächtig. „Auf sie mit Gebrüll!“, lese ich aus den Kommentaren. Da der Target2-Saldo der Bundesbank glücklicherweise um eine Milliarde auf nur noch 727 Milliarden Euro gesunken ist, könnte man davon auch ausgehen, dass Gelder jetzt auch Deutschland verlassen? In der Tat. Da tut sich was…

Die Rentenhändler von der Börse wissen um die Geldströme und erzählen davon schon länger. Derzeit flüchtet viel (versteuertes) Geld aus dem Euro in die Fremdwährungen… Dollar, Yen, Norwegische Krone. Selbst der Zloty findet rege Nachfrage, sagen sie. Man weiß ja nie, was aus dem Euro wird. Der australische Dollar steht hierbei ganz oben auf der Fluchtliste. Wer die Anleihen hat, gibt sie nicht wieder her. Dementsprechend ausgedörrt ist der Markt. Die Entwicklung des AUD zum EUR spricht Bände. (Quelle: Godmode-Trader)


 Doch es ist auch nur Papier.

Und dann gibt es ja auch noch die Steuerflucht. Was für ein herrliches Sommerloch-Thema! Ausgerechnet jetzt. Wie herrlich das doch in den letzten Jahrzehnten funktionierte. Kein Geheimnis war, dass Banken dabei immer schon gerne behilflich gewesen sind. Den Autor dieser Zeilen, weniger leidend unter der Sorge derer, die auch heute Nacht wieder unruhig schlafen, verwundert vor allem der Zeitpunkt, an dem alles besser bzw. gerechter werden soll. Für ein paar Milliarden zerstört Nordrhein-Westfalen gerade die „guten Beziehungen“ zur Schweiz. Milliarden, die schnell wieder weg sein werden und dann bei denen landen, die bei der Umleitung der Fluchtgelder behilflich waren, während die Politik wegschaute. Seltsam. Laut einer Studie liegen 32 Billionen US-Dollar in den Steueroasen. Dort ist das Geld wirklich sicher, aber nicht mehr in der Schweiz.

Hierzulande wird aber die Umverteilung eine künftig größere Rolle spielen. Umverteilung als Lösung? Jein…

“Wenn sich die Vermögenden in schwierigen Zeiten durch höhere Steuerzahlungen solidarisch zeigen würden, fände ich das gut. Es ist aber eine sehr kurzfristige Antwort auf eine viel tiefere, viel langfristigere, viel systembedingtere Problematik” (Baronin Ariane de Rothschild)

Ich orientiere mich gerne an den USA. Herr Geithner verbrennt dort eine Billion nach der nächsten, ohne dass etwas Schlimmes passiert. Das meiste davon landet in den Taschen seiner Freunde, den Banken. Wer am dichtesten am Geldtopf steht, bekommt das Meiste ab. Was fehlt, wird erfunden – aus dem Nichts. Im letzten Monat fehlten 100 Milliarden US-Dollar, im gesamten Fiskaljahr gar mehr als eine Billion. Na und? Wen kümmert`s? (Quelle: Statista)


So freue ich mich auf den Herbst, wenn die nächste Schuldengrenze überschritten wird, und aufgeregte Experten hilflos in die Kameras blicken, wenn sie wieder mal gefragt werden, ob Amerika bald pleite ist. Großes Kino! Und dann wird die Schuldengrenze plötzlich angehoben, die Börse freut sich und die Experten zeigen sich erleichtert.

Ich investiere in Schubkarren. Vermutlich werden die irgendwann knapp. US-Amerikaner sollten sich dabei etwas mehr beeilen als wir hierzulande.

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25 Kommentare auf "Gebt Geld aus! Egal wessen!"

  1. EDE sagt:

    Hi Frank, die Angabe 2012 beim AUD stimmt nicht ganz…

  2. Futur sagt:

    Es wäre sehr schön, wenn mal abseits der theoretischen Diskussionen,
    auch mal über praktikable Lösungen nachgedacht würde. Nehmen wir mal
    das Geldsystem. Selbst Baronin de ROTHSCHILD! erwähnt korrekt, dass die
    Probleme systemimmanent sind. Alle „Alternativen-Geldsysteme“ haben den
    entscheidenden Nachteil: Es kommt zu massiven Enteignungen, d.h.
    gewaltigen (gewalttätigen?) Auseinandersetzungen. Die Veränderungen sollten besser schrittweise von einer
    Gruppe ausgehen, die auch ein Interesse an der Stabilität und Sicherung
    ihrer Macht hat. Diese Gruppe sollte bereit sein, die „Kosten“ eines
    „Functional Reset“ des Geldsystems zu tragen.

    1. Verbot von Spekulationen auf Nahrungsmittel und Rohstoffe

    2. Kein HFT

    3. Maximale Transparenz und Regulierung des Derivatehandels, der
    Leerverkäufe, etc..

    „Functional Reset“ des Geldsystems
    (Alle Besitztümer bleiben beim „Functional Reset“ unangetastet. Nur die
    zu erwartenden Kapitalerträge werden auf 1 Millionen € pro Kreditgeber
    gedeckelt. So ändert sich für 97 Prozent aller Marktteilnehmer nichts,
    und sie können direkt und übergangslos von dem verbesserten Geldsystem
    profitieren).

    4. Giralgeld darf nur von den Zentralbanken generiert werden, ist nicht
    zinstragend und wird umgehend dem Staatshaushalt zur Verfügung gestellt.

    5. Kein Fractional-Banking – Banken bekommen das Geld zinsfrei von den
    Zentralbanken. (Fractional-Banking führt zu einer unkontrollierbaren
    Geldmenge und damit direkt in die Inflation. Diese ist in einem verbesserten,
    zweckmäßigen Geldsystem nicht erwünscht. Außerdem verleitet das Fractional-Banking zu einem
    unkontrollierbaren Interbanken-Geschäft – Geschäfte ja, dann aber
    transparent und zweckmäßig. Weiterhin begünstigt das Prinzip des
    Fractional-Banking eine unzweckmäßige, weil relativ risikolose Kreditvergabe, deren
    Scheitern die Allgemeinheit zu tragen hat. Für die Expansion der Wirtschaft können die Banken zinsfrei Geld von
    den Zentralbanken generieren).

    6. Zinsen ja – zur Sicherung des Fremdkapitalmarkts, aber kein Zinseszins.

    7. Die Geldmenge wird an das BIP gekoppelt, welches bevorzugt
    energieeffiziente, umweltfreundliche und zukunftsweisende Produkte ausweist.

    Konstruktive Kritik ist erwünscht!

    • markku sagt:

      „6. Zinsen ja – zur Sicherung des Fremdkapitalmarkts, aber kein Zinseszins“

      Im ersten Jahr leihen Sie mir 100 Euro und ich zahle ihnen 105 zurück (Zins). Für’s 2. Jahr haben Sie 105 Euro, die Sie wieder verleihen können.

      Preisfrage: wenn Sie die 105 Euro verleihen, und dafür Zinsen kassieren, hat man dann keinen Zinseszins-Effekt bzgl. der initialen Geldmenge i.H.v. 100??

      => Es gibt kein Zins=ja und Zinseszins=nein!

    • FDominicus sagt:

      zu 1. Ein Bauer möchte seien Weizenernte zu 25 €/ t absichern. Wer wird es machen? Wer „darf“ es machen?

      zu 2. Was interessiert Sie ob einer schnell oder „langsam“ handelt?

      zu 3. Also wenn Joe Sixpack demnächst eine Anleihe zeichnet oder ein Option schreibt wird was gemach? Gleich eine Meldung an die Behörden?

      zu 4. Vergessen Sie es, wer eine Zentralbank behalten will, kann nichts Gutes im Schilde führen.

      zu 5. Abgelehnt. Warum sollen die Banken zinsfreie Kredit bekommen können? Warum sollten Banken irgendwie bevorzugt werden?

      zu 6. Die Unterscheidung wird ja „interessant“ auch hier wieder soll wohl gelten. Bei jeder Anleihe werden gleich mal die Behörden „eingeschaltet“

      zu 7. Hätten Sie es nicht noch ein bisschen willkürlicher? Wer entscheidet was energieeffizeient, umweltfreundlich oder zukunftsweisend ist? Wird interessant heute zu wissen was morgen die Leute nachfragen werden.

      Ich habe mich bemüht nicht zu sarkastisch zu antworten. Aber bei derartigen „Vorschlägen“ fällt mir das zu schwer. Von vorne bis hinten ist Ihr System ein Albtraum. Zentralistisch, bürokratisch, ungerecht.

  3. Futur sagt:

    Sie kennen also ein besseres, unbürokratisches, gerechteres Geldsystem? Dann informieren Sie mich bitte!
    Das vorgestellte Geldsystem ist dadurch gekennzeichnet, dass es schrittweise umgesetzt werden kann und eine alles entscheidende Gruppe miteinbezieht : http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/1107/1107.5728v2.pdf

    Oder glauben Sie, dass diese Gruppe so einfach ihre Macht abgibt? Da sie aber an der Macht interessiert ist,
    dürfte denen das Geld nicht so wichtig sein.

    Das Trennbankensystem sollte auch eingeführt werden.

    Warum sollte es schwierig sein, zukunftsweisende Produkte zu definieren: Alles, was weniger
    nicht nachwachsende Rohstoffe verbraucht, wäre meine Definition.

    Grüße
    Futur

    • FDominicus sagt:

      „Sie kennen also ein besseres, unbürokratisches, gerechteres Geldsystem? Dann informieren Sie mich bitte!“

      Ihr Wunsch ist mir Befehl:
      – Geld als Wert (ich persönlich bevorzuge Gold, aber versteife mich nicht darauf. Bedingung: „Geld“ kann nicht aus dem Nichts aus dem Hut „gezaubert“ werden.

      – für Banken gilt 100 % Mindestreserve. Oder anders herum: Auch eine Bank kann nur verleihen was Sie hat und/oder was Ihnen von Ihren Kunden zur Verfügung gestellt wird

      – Abschaffung aller Zentralbanken

      – Abschaffung des IWF

      Kurz ein Marktgeld statt ein Staatsgeld.

      Dazu gibt es eine Reihe von Literatur:
      – Geld, Gold, Gottspieler von Baader
      – The case for Gold von Ron Paul
      – prinzipiell alle Ökonomen aus der „österreichischen“ Schule sind „dafür“

      Unser Geldsystem ist Unrecht, weil es den ersten Geldhaltern ermöglicht sich auf Kosten andere ohne Gegenleistung zu bereichern. Ich nennen es einfach mal Ausbeutung. Alle Währungen von heute sind Inflationsgeld. Was immer den Sparern schadet. Es ist nicht einzusehen warum das „gerecht“ sein sollte.

      • Futur sagt:

        @FDomenicus

        Vielen Dank für Ihren konstruktiven Beitrag!
        Wir sind uns doch grundsätzlich einig, dass das bisherige Geldsystem ungerecht, ausbeuterisch und katastrophal ist.

        Das neue Geldsystem sollte flexibel, d.h. je nach Kreditbedarf anpassungsfähig sein. Da glaube ich, ist eine feste
        Bindung, z.B. an ein begrenzt verfügbares Edelmetall, nicht zweckmäßig.

        Sie stören sich sehr an der Macht der Zentralbanken, diese müssen selbstverständlich auch kontrolliert werden, z.B. vom Finanzminister.
        Wenn der Staat selber unbegrenzt Geld schöpfen könnte, wäre es sicher auch nicht marktkonform. Warum kein System des „Checks and balances“, gerade in diesem sensiblen Bereich.

        Wenn die Banken, bei der Finanzierung von Krediten, immer nur auf das begrenzt verfügbare Eigenkapital zurückgreifen können, kommt es wohl sehr schnell zur Kreditklemme. Hier könnte die Zentralbank einspringen.

        Ich habe keine Meinung zum IWF. Warum ist er schädlich?

        @markku

        Sie haben Recht. Es soll nur eine zu große Akkumulation der Kapitalerträge vermieden werden, ohne den Kapitalmarkt zu zerstören. Also, die Quadratur des Kreises.
        Dann müsste eine Kapitalertragssteuer, die höher als die Einkommenssteuer ist, eingeführt werden.

        • FDominicus sagt:

          „Sie stören sich sehr an der Macht der Zentralbanken, diese müssen selbstverständlich auch kontrolliert werden, z.B. vom Finanzminister.“

          Das hat nie geklappt, klappt nicht und wird niemals klappen. Nein wenn die Politik die Zentralbanken kontrollieren darf/kann/soll, dann ist das Ende absehbar. Schauen Sie sich doch die Aktionen unsere Schuldenministers an, sehen Sie da etwas was den Sparer schützt?

          Ich nicht, sondern es geht darum wie kann man irgendwo noch ein neues Kreditfass aufmachen.

          Nein hat der Staat Möglichkeiten das Geld zu manipulieren wird er es tun. Auch dafür liefert die Geschichte mehr als reichlich Beispiele. Man schaue sich an wie der jeweilige Gold oder Silbergehalt abgenommen hat. Nein, Staaten kann man nur „kontrollieren“ wenn man Ihnen die Kontrolle über das Geld entzieht.

          Ich habe es mal so formuliert:
          “Die Politiker benutzen unser Geld um Probleme zu lösen, die wir nicht hätten, wenn die Politiker nicht unser Geld hätten. “

          Ich schrieb ja, ich versteife mich nicht auf Gold, aber der Staat darf KEINEN Einfluss auf das Geld haben dürfen. (sine qua non)

          Sie gehen davon aus, daß der Finanzminister das Wohl der Bevölkerung im Auge haben könnte. Das ist eine Illusion. Es geht für Politiker darum irgend etwas zu machen um sich damit ein „Denkmal“ zu setzen. Darin unterscheiden sich die Politiker von heute kein bisschen von den Potentaten des Absolutismus. Beispiele:

          – Berliner Flughafen
          – ENBW
          – Hamburger Philharmonie
          – Subventionen
          – Gesetze

          Wenn Sie auch das nicht überzeugt, dann werfen Sie einen Blick in „This time is different“ oder in die Literatur der WWK I von Rothbard. Es geht immer um „Gestaltung“ (so wird es halt von den Politikern genannt) der „öffentlichen Ordnung“.

          Es wird immer so getan, als ob irgend jemand wissen könnte, was die Menschen „wollen“ das ist völlig unmöglich. Solange wir uns von diese Anspruch nicht los sagen, wird immer wieder das Argument, der „besseren“ Kontrolle hochkommen. Sie können die Zukunft nicht kontrollieren. Jeder Kontrolle zerschellt an der Ungewissheit der Zukunft.

          • Futur sagt:

            Sie sprechen ein fundamentales Problem an: Das Problem der Machtkontrolle. Leider erfüllen die dafür geschaffenen Organe, einschließlich der Presse, nicht ihre Pflicht. Ich hoffe eher auf das Internet und kämpfe gegen die Einschränkungen. Der Markt alleine wird wohl kaum eine soziale, lebenswerte Gesellschaft aufbauen können. Denn ein Unternehmen ist kein Sozialamt!

            Ihr negatives Politikerbid in Ehren, aber wer kümmert sich denn um die ganze Infrastruktur, Bildung, sozialen Dienste. Die Manager der Unternehmen? Das ist doch nicht deren Job.
            Wenn Sie einzelne nicht gelungene Projekte ansprechen, stehen denen doch tausend gelungene gegenüber.

            Wobei ich absolut fiinde, dass Deutschland die Anti-Korruption-Konvention der UN ratifizieren sollte:
            http://www.rp-online.de/politik/deutschland/offener-streit-in-der-cdu-ueber-korruptionsgesetze-1.2945358

            Da sind wir doch bestimmt einer Meinung! Die unterlassene Ratifizierung dieses Abkommens ist für Deutschland peinlich und ein großer Skandal!

            Der Einfluss der Politiker auf das Geldsystem sollte kontrolliert sein. Kontrolle heißt Transparenz!
            Die Zukunft kann sehr wohl gesteuert werden, allerdings nicht mit der Induktiven Methode der Wirtschaftswissenschaft, sondern nur mit der deduktiven Methode der Wissenschaftstheorie.
            Diese wird, meines Wissens, von den derzeit führenden Politikern angewandt.

            Viele Grüße
            Futur

          • FDominicus sagt:

            Ich weiß, es wird Sie nicht überzeugen. Ihr Vertrauen in die Politik teile ich nicht. Der Markt ist in so fern gerecht, da es eben NICHT auf Mehrheitsentscheidungen ankommt. Egal wieviele auf dem Markt sind und Ihnen etwas „anbieten“ wollen, Sie als Kunde sagen ja oder nein. Kein Anbieter kann Sie zwingen von Ihm etwas zu nehmen

            In der Demokratie geht es anders, da kann eine Mehrheit entscheiden was eine Minderheit für Sie zu zahlen hat. Sehen Sie das nicht als eine ziemliche Ungerechtigkeit?

            Nun die Politiker kümmern sich mit Sicherheit nicht um die aufgeführten Punkte sondern das wird von Bürokraten erledigt. Ich persönlich kann nicht erkennen warum die Bildung in Staatshand etwas „Gutes“ sein kann. Wenn ich mir die Geschichten von meinen Kindern anhöre wenn Sei von der Schule kommen, muß ich feststellen die Schule arbeitet indoktrinierend. Speziell im Bereich Umwelt Markt etc. Bitte sehen Sie es mir nach aber Lehrer sind nicht gerade Marktwirtschaftler.

            Die öffentliche Infrastuktur befindet sich m.E. in einem weitaus schlechten Zustand als (fast) jeder Infrastruktur in der Hand von Privaten.

            Die „sozialen Dienste“ sind ein Albtraum. Ich weiß nicht, wie Sie versichert sind aber die GKV ist von vorne bis hinten eine große Katstrophe. Es gibt dort keinerlei Markt mehr sondern nur noch festgeschriebende Preise und Deckel für alles Mögliche. Warum werden denn die GKVler schlechter bedient, weil es den Ärzten verboten ist kostendeckend zu arbeiten. Wenn für einen Hausbesuch 19 € berechnet werden dürfen, Ihr Anfahrtsweg aber was-weiß-ich-wie lang ist. Warum sollten Sie dann noch auf dem Land als Arzt arbeiten wollen.

            Die Arzneimittelhersteller haben auch wenig Konkurrenz das Sie vom Staatsmonopol vor eben der Konkurrenz geschützt werden. Und die Hersteller können mehr oder minder alleine Preise festlegen und ALLE haben sich danach zu richten.

            Sie können sicherlich nicht behaupten unser Gesundheitssystem besteche durch „Effizienz“. Ich persönlich finde es eines der schlimmsten Auswüchse der Bürokratie. Das alles schert aber unser Politiker nicht denn die sind nicht über die GKV versichert…

            Ein Schelm der Böses dabei denkt?

            Nun zur Korruption. Warum ist das nötig wenn es doch keine Verbände gäbe, die man „bestechen“ müsste? Offenbar braucht es das doch weil Verbände untereinander etwas „ausküngeln“. Nun ja solange wir von Verbänden beherrscht werden (und das werden wir ganz unzweifelhaft) wäre es schon gut zu haben. NUR: Wir haben auch die glasklare no-bail-out Klausel im Gesetz. Was nützt es uns?

            Wir haben das kristallklare Gesetz, daß die Zentralbank nicht die Staaten oder öffentlichen Körperschaften finanzieren darf? Das ist ein Gesetz !!

            Was machte/macht die Zentralbank? Anleihen von Staaten aufkaufen, was unzweifelhaft (außer bei Juristen) wohl eine Staatsfinanzierung darstellt.

            Was sind die Konsequenzen?

            Was glauben Sie würde sich für die Deutschen ändern? Korruption ist doch hier schon eine Straftat. Welcher Politiker wurde wann wegen Korruption belangt?

            Finden Sie nicht,das Ganze könnte etwas symbolisch sein?

            Es heißt nicht, ich fände es nicht angebracht nur ob mit oder ohne Unterschrift, ich erwarte deswegen keine Änderungen. Wenn es also keine Auswirkung hat.

            „Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu machen, dann ist es notwendig, kein Gesetz zu machen.“
            Charles de Montesquieu (1689-1755)

            Ketzerisch kann ich auch einfach mal so herum fragen. Wie werden Gesetze eigentlich überprüft? Wie beurteilt man den „Erfolg“ eines Gesetzes?

            Oder noch ketzerischer, Gibt es in den Unterzeichner Ländern dieses Korruptionskonvention mehr oder weniger Korruption. Also wenn wir einer der wenigen Länder sind die nicht unterschrieben habe, womöglich Griechenland aber doch, dann ist die Frage durchaus erlaubt. Was soll’s?

      • FDominicus sagt:

        „Ich habe keine Meinung zum IWF. Warum ist er schädlich?“

        Nun ich schrie ja ich bin für die Abschaffung aller Zentralbanken. Der IWF ist die „Zentralbank“ der Zentralbanken aller Länder und damit die mit Abstand schlimmste Zentralbank. Dazu noch ein Gläubiger, von allerhöchster Klasse, egal wieviele Gesetze noch dagegen stünden.

  4. Avantgarde sagt:

    „..Vielleicht hat Geithner aber auch nur gesagt, dass Griechenland in der Eurozone bleiben müsse, so dass Russland später nicht das Sagen in Griechenland bekommt. Es gibt viele Rohstoffe dort. Und strategische Positionen. Das wäre zu bedenken. Wo Öl sprudelt, sind Amerikaner nicht weit…“

    http://www.nobleenergyinc.com/operations/international/eastern-mediterranean-128.html
    Und da gibt es sicherlich noch mehr…

    Tja – da wären die 380Mrd doch eine Lächerlichkeit.

    Aber nein – lieber aus ideologischen Gründen ein Exempel an GR statuieren.
    Damit die Amis, Briten oder Russen auch ganz sicher an die potentiellen Fleischtöpfe kommen.

    Vielleicht sollten die Söders in D das Ding auf dem Hals auch mal benutzen!

    • Avantgarde sagt:

      Na ja – man könnte indirekt schon.

      Aber es wäre nicht wünschenswert – denn jetzt ist es zu spät – sind eh fast nur noch die Steuerzahler drin.
      Statt sich in aller Öffentlichkeit anzufeinden, hätten sie damals dem Papandreau erst mal das Gesicht wahren lassen sollen und keine Totsparprogrammen anlaufen lassen.
      A-b-e-r ihm hinter verschlossenen Türen mal die Hammelbeine langziehen und mit aller Macht darauf drängen sollen, daß GR endlich mal eine ordentliche Steuerverwaltung einsetzt.
      Ein paar Sparprogramme mussten zwar schon sein – aber eben nicht so,daß das Land womöglich noch in einen Bürgerkrieg steuert.

      Dieser ganze Zirkus bis zum heutigen Tage nutzt doch nur den USA.
      Und Europa ist denen brav auf den Leim gegangen.

      Europa hat unglaublich viel Potential.
      Es hat Kultur, die kritische Bevölkerungsmasse, Bildung, einige Rohstoffe und vor allem das (noch) bessere Wirtschaftsmodell.
      Die gehaltenen Währungsreserven in Euro nehmen zu – die in Dollar ab.
      Egal ob China, die Araber oder Russland – Europa dürfte die bessern Karten als die inzischen vielfach verhassten USA haben.

      Und nun lassen sich die Europäer vorführen wie die Kinderschüler.

      Freilich war die zu frühe Einführung des Euro ein wirklich übler Schnitzer und die Demokratiedefizite sehe ich auch sehr kritisch.
      Aber jetzt alles für Generationen wegwerfen??

      Sollte Europa unter gehen dann auch hier einige schon noch bemerken was sie sich langfristig da eingehandelt haben.
      Ganz nebenbei übrigens auch den Dollar – denn dann gibt es wirklich nur noch eine Währung.

      • stephan sagt:

        @Avantgarde:

        „Europa hat unglaublich viel Potential.“

        Allein dass Europa jetzt in dieser existenzellen Krise steckt, widerspricht dieser Aussage. Es gibt ein paar wenige Länder, allen voran D., die viel Potenzial haben (ob „unglaublich“ viel, lasse ich mal dahingestellt). Das Potenzial der Südländer inkl. Frankreich besteht darin, weit über ihre Verhältnisse zu leben und die Rechnung dann – soweit möglich – auf andere Länder abzuwälzen.

        „Und nun lassen sich die Europäer vorführen wie die Kinderschüler.“

        Genau! Diese Aussage bestätigt das aktuelle Potenzial von Europa.

        „Sollte Europa unter gehen dann auch hier einige schon noch bemerken was sie sich langfristig da eingehandelt haben.“

        Wir werden noch viel mehr merken, was wir uns eingehandelt haben, wenn Europa (gemeint ist natürlich die EU) nicht untergeht. Dann wirds erst richtig lustig, à la EUdSSR!

        Tschuldigung, ich kann Deine EUphorie in Sachen EU/Euro wirklich nicht nachvollziehen! Die von Dir vorgebrachten Argumente sind oft nur emotional pro EU/Euro und contra USA/Dollar ausgerichtet, siehe hier:

        „Egal ob China, die Araber oder Russland – Europa dürfte die bessern Karten als die inzischen vielfach verhassten USA haben.“

        Die von Dir aufgeführten Fakten sprechen allerdings eher dagegen.

        Für die Investorenwelt sind Emotionen im Übrigen völlig wurscht. Geld kennt keinen Hass und keine Liebe. Es gibt nur das Bestreben kein Geld zu vierlieren und es nach Möglichkeit zu vermehren. Entscheidend für die Anleger ist damit, wer am Ende zum Erhalt seines (Währungs-) Systems erfolgreicher manipulieren und damit solche „Wettbewerbe“ (= Wirtschaftskriege) gewinnen kann. Und nach Deiner eigenen Erkenntnis sind das nicht die Europäer:

        „Und nun lassen sich die Europäer vorführen wie die Kinderschüler.“

  5. Hans Zahm sagt:

    30-40 Jahre stabile, teilweise sinkende Preise für Grundnahrungsmittel, haben zu Hunger und Elend geführt… wie kann man nur darauf kommen das ein „weiter so“ das Richtige ist?

  6. Futur sagt:

    @ Hans Zahm

    Die „Rettung der Banken“ kostete laut einer Pressemitteilung vom 6. Juni 2012 des EU-Kommissars Michel Barnier allein zwischen 2008-2010 ca. 4.500 Mrd. Euro (ca. 40% der Wirtschaftsleistung). (http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE85503M20120606)

    Dies entspricht ca. 9.000,- Euro für jeden der 500 Millionen EU-Bürger oder dem verfügbaren Jahreseinkommen eines Haushaltes in Deutschland von 21.000,- Euro (OECD, Society at a Glance, 2011). Bei einem angenommenen Zinssatz von etwas mehr als 4% zahlen die Staaten ca. 200 Mrd. Euro Zinsen, pro Jahr – für die Schulden, die sie aufnahmen, um die Banken zu retten: wie bizarr!

  7. Futur sagt:

    @ FDomenicus

    Sie haben es doch schon selbst gesagt, das Geldsystem ist ungerecht, katastrophal, ja asozial. Die Märkte werden durch das Geld bestimmt. Die Märkte können schon von der Definition ( Wettbewerb) nicht für soziale Verhältnisse sorgen. Es ist auch nicht deren Aufgabe.
    Bürokratien müssen auch reguliert werden, ein Beamtenstaat ist kaum die Lösung.

    Wir haben doch in einem Bereich, die Finanzmärkte, den von Ihnen gewünschten Zustand der Deregulierung. Eine kleine Minderheit entscheidet, die große Mehrheit muss dafür zahlen. Nicht nur sie, sondern alle zukünftigen Generationen. Das ist eine Unverschämtheit!

    Es ist unlogisch zu behaupten, dass Gesetze nicht eingeführt werden müssen, da andere Gesetze mal gebrochen worden sind. Wir haben in Deutschland eine Justiz. Doch ohne die entsprechenden Gesetze ist sie nur eine dumpfe Klinge.

    Wie können Sie die Missstände in der Politik beklagen, ohne gleiichzeitig die fehlenden Voraussetzungen für eine korrektes Händeln der Politiker zu kritisieren?
    http://www.ftd.de/politik/deutschland/:anti-korruptions-regeln-wirtschaft-blamiert-schwarz-gelb/70074294.html

    Ich bin mit dem Bildungs- und Gesundheitssystem einigermaßen zufrieden, aber es stimmt, jeder macht seine eigenen Erfahrungen. Es ist eine Katstrophe, wenn im Bildungssektor gespart werden muss. Denn dann leidet die zukünftige Generation doppelt, alles wegen der ungezügelten Finanzmärkte!

    Viele Grüße
    Futur

    • FDominicus sagt:

      „Wir haben doch in einem Bereich, die Finanzmärkte, den von Ihnen gewünschten Zustand der Deregulierung.“

      Nein das haben wir nicht, gerade der Bankenbereich strotz nur so vor Regularien nur das einfachste Regulative die Pleite von Banken wurde ausgeschaltet. Staaten protegieren Banken und erlauben Ihnen weiter im Geschäft zu bleiben AUCH WENN die Banken Ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen.

      „Sie haben es doch schon selbst gesagt, das Geldsystem ist ungerecht, katastrophal, ja asozial. Die Märkte werden durch das Geld bestimmt. “

      Für Geld gibt es keinen Markt. Das Geldsystem ist eine reine Augenwischerei weil dem Geld eben gar nicht an Wert unterliegt. Daher kann die EZB auch mal „eben“ 2 x 500 Milliarden Tender aus dem Hut zaubern. Das geht mit einem Geld nicht, das geht nur mit dem heutigen Papier. Und das Papier ist in der Hand von Monopolisten. Somit gibt es (wenn es die Zentralbank) so will, keinen Geldmarkt. Die Zentralbank gibt und nimmt wie es IHR gefällt.

      „Die Märkte können schon von der Definition ( Wettbewerb) nicht für soziale Verhältnisse sorgen. “

      Ihre Vorstellung von Markt hat mit Markt wie ich Ihn verstehe nichts zu tun. Ja auf dem Markt gibt es Wettbwerb zwischen den Anbietern aber nur und ausschließlich Kooperation zwischen dem Anbieter und dem Kunden. Kein Anbieter kann ohne staatliches Gewalt einen Kunden sein Produkt aufzwingen, und kein Anbieter braucht einem Kunden etwas zu verkaufen, es sein denn der Staat bestimmt es so.

      Nehmen Sie ganz einfach mich und sich. Nehmen wir mal an, wir träfen uns auf einem Markt, ich als Anbieter von Tomaten Sie als Kunde. Wie können wir im Wettbewerb stehen? Ich habe Tomaten, Sie nicht. Ich will Ihnen gerne meine Tomaten verkaufen, sie gerne kaufen (wenn denn der Preis stimmt) Sie als Kunde haben die Wahl kaufen Sie beim Dominicus oder lieber beim Herrn Müller. Kann ich Sie zwingen meine Tomaten zu kaufen? Nein. Können Sie mich zwingen Ihnen Tomaten zu verkaufen? Nein.

      Markt kann niemals funktionieren ohne Kooperation. Es ist völlig unmöglich. Daher ist der Markt gerecht und er würde auch im sozialen Bereich funktionieren, wenn Staaten Ihn denn ließen. Das passiert aber ganz und gar nicht. Neben dem Geld ist auch der Markt für „Gesundheit“ völlig in der Hand von Bürokraten. Es gibt auch keinen Wettbewerb zwischen Ärzten, die Preise sind „festgeschrieben“ und die einzigen die noch sehen was dort wirklich an Geldmengen fließt sind nur PKV Versicherte. Sie schreiben der Markt kann das nicht bieten nun woher wollen Sie das wissen wenn es doch keinen Markt gibt?

      • Futur sagt:

        Sie waren wohl noch nie auf einem Markt gewesen, denn dann wüssten Sie, dass nicht nur ich Ihnen Tomaten
        anbiete, sondern noch so einige andere. Leider sind meine Tomaten die teuersten, weil ich meine Mitarbeiter sehr gut bezahle, deshalb kaufen nur wenige bei mir. Dumm, nicht wahr. Um nicht pleite zu gehen, entlasse ich mal einige Mitarbeiter und stelle dafür ein paar Billigere ein. Dann kann ich meine Tomaten viel preiswerter anbieten. Aber ich bin noch nicht der günstigste. Jetzt hat mich der Ehrgeiz gepackt. Ich verlege die in D teure Tomatenproduktion nach Rumänien, bekomme noch ein paar EU-Fördergelder, und steigere die Produktion, damit auch der letzte Deutsche Konkurrent pleite geht. In meiner Stadt lasse ich mich dann als der Tomatenkönig feiern, die Ehrenbürgerschaft ist mir sicher! (Habe der Partei ein paar Tausend€ gespendet, kann ich eh von der Steuer absetzen).
        So in etwa funktioniert unsere „Marktwirtschaft“ Neoliberaler Ausrichtung.

        „..Nur Kooperation zwischen Anbieter und Kunden“… schön wäre es! Jeder Marktteilnehmer ist doch durch das absurde Geldsystem gezwungen, dem Kunden möglichst viel abzunehmen, um seine Kredite abzubezahlen. Außerdem ist er immer gezwungen, zu wachsen und seine Position gegen andere zu verteidigen, neuerdings auch global. Weil alle gezwungen sind in diesem Schuldgeldsystem mitzumachen, bestimmt auch das Geld die Märkte!
        Wobei Geld an sich zweckmäßig ist, das System aber nicht.

        Wie sollte denn der Wettbewerb der Ärzte aussehen? Sie können doch die „Leistungen“ nicht vergleichen, da jeder eine andere Klientel versorgen muss. Jeder Arzt kann im Internet bewertet werden. Im Übrigen, Deutschland wird weltweit um sein Gesundheitsystem beneidet.

        Oh, Wunder, es gibt sie noch! Die Mitbürger, die ihren Beruf als sinnvolle Dienstleistung am Menschen sehen und nicht nur möglichst viel bedrucktes Papier einsammeln wollen!

        • FDominicus sagt:

          Es wäre nett, wenn Sie zumindest läsen was ich schreibe.
          „Ich will Ihnen gerne meine Tomaten verkaufen, sie gerne kaufen (wenn denn der Preis stimmt) Sie als Kunde haben die Wahl kaufen Sie beim Dominicus oder lieber beim Herrn Müller. “

          Sie machen daraus:
          „Sie waren wohl noch nie auf einem Markt gewesen, denn dann wüssten Sie, dass nicht nur ich Ihnen Tomaten
          anbiete, sondern noch so einige andere. “

          Was soll ich dann noch dazu schreiben. Erst mal war ich der Anbieter und Sie der Kunde. Es steht Ihnen frei bei mir oder bei jemandem anderes zu kaufen.

          Was machen Sie weiter:
          „anbiete, sondern noch so einige andere. Leider sind meine Tomaten die teuersten, weil ich meine Mitarbeiter sehr gut bezahle, deshalb kaufen nur wenige bei mir. “

          Na und heißt das ich kann/darf bei Ihnen nicht einkaufen. Wenn ich der Kunde bin entscheide ich von wem ich was kaufe. Sind Sie der Kunde kaufen Sie bei wem Sie wollen.

          Also schlich um haben Sie um die eigentlichen Punkte einfach herumgeschrieben. Ich schrieb:

          „Markt kann niemals funktionieren ohne Kooperation. Es ist völlig unmöglich.“

          Aber nein ich bekomme nur zu hören warum es einen Markt bei Ärzten nicht geben kann. Und noch schlimmer:
          „Oh, Wunder, es gibt sie noch! Die Mitbürger, die ihren Beruf als sinnvolle Dienstleistung am Menschen sehen und nicht nur möglichst viel bedrucktes Papier einsammeln wollen!“

          Was nur heißt, das sind die Guten und es ist auch völlig unmöglich, das ich Tomatenverkäufer Friedrich meinen Beruf gerne machen. Den ich möchte ja nur „bedrucktes“ papier. Und auch da gehen Sie einfach nicht darauf ein, daß ich eben keine bedrucktes Papier haben will sondern Geld.

          Sie haben in der Tat kein Argument gegen meine gefunden sondern schwadronieren über Ihre moralische Überlegenheit. Kein Argument warum Ärzteleistungen nicht durch Markt bereit gestellt werden könnten. Weil Ärzte müssen ja „gleich“ behandelt werden, aber wenn Tomatenverkäufer ungleich behandelt werden ist das gleich „ungerecht“, denn Sie als moralisch einwandfrei handelnder Tomatenverkäufer werden „natürlich“ benachteiligt. Das sich die moralisch besser handelnden sich das üblicherweise auch höher honorieren lassen, hat wohl auch nur was mit „sinnvoller Tätigkeit“ für den Menschen zu tun.

          Ich wußte es eine Diskussion ist mit Ihnen nicht möglich. Da Sie ja auf einer höheren moralischen Stufe stehen, brauchen Sie nicht mehr argumentieren.

        • freidenker007 sagt:

          @Futur:
          Sie schreiben:
          „… Jetzt hat mich der Ehrgeiz gepackt. Ich verlege die in D teure Tomatenproduktion nach Rumänien, bekomme noch ein paar EU-Fördergelder, und steigere die Produktion, damit auch der letzte Deutsche Konkurrent pleite geht. In meiner Stadt lasse ich mich dann als der Tomatenkönig feiern, die Ehrenbürgerschaft ist mir sicher! (Habe der Partei ein paar Tausend€ gespendet, kann ich eh von der Steuer absetzen).
          So in etwa funktioniert unsere “Marktwirtschaft” Neoliberaler Ausrichtung.“

          Ja, so funktioniert unser Staatswirtschaftssystem, das aber nichts und gar nichts mit freier Marktwirtschaft zu tun hat, so wie Dominicus es beschreibt. So, wie Sie es beschreiben, funktioniert es, weil der Staat, also die Politik und das Beamtentum in den Markt eingreift, durch Subventionen und Lobbypolitik. So haben wir ein System, dass den Anschein eines freien Marktes nach aussen hat, aber durch und durch staatlich geplant ist. Also eine Staatswirtschaft. Und ein solches System funktioniert nicht auf Dauer, ist ungerecht und schafft Armut. Der Staat verhindert durch seine Regulation und Einmischung ein wirklich freies Agieren der Marktteilnehmer. Übrigens können auch Monopole nur durch Intervention von staatlichen Stellen entstehen und sich auf Dauer halten.

          Also ist die logische Konsequenz: Nehmt dem Staat – also den Politikern und Beamten die Macht, sich überall einmischen zu können!
          Und das funktioniert am Besten, wenn man ihnen das Geld nimmt. Und das kann man ihnen nachhaltig nur nehmen, wenn der Staat sein Geldmonopol verliert.

  8. heidi zimmermann sagt:

    Danke Herr Meyer,

    Ihre Kommentare ermöglichen mir immer wieder eine Unterbrechung
    (mit schallendem Gelächter) in meinem Geheule. 😉

    Herzlichst – und bitte machen Sie so weiter.
    HZ.

  9. Futur sagt:

    Welcher freier Markt? Wo gibt gibt es den, bitte?

    http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/1107/1107.5728v2.pdf

    Was die Theorie des Neoliberalismus betrifft, so gefällt mir der Beitrag von „John Doe“ ganz gut.
    Selbst einer der höchsten Repräsentanten der Ökonomie, Thomas Mayer, Deutsche Bank,
    beschreibt das Scheitern der Theorie an der Wirklichkeit:
    http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=stifterverband%20thomas%20mayer&source=web&cd=4&ved=0CFUQtwIwAw&url=http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DxLwepqQp6wE&ei=vForUKLxM6ap0QWD74CoCg&usg=AFQjCNGBdJGabkhv30rckI8FqEUyfwN7Bg

    Erstaunlicherweise zitiert Thomas Mayer den Wissenschaftstheoretiker Karl Popper korrekt. Da Ich mich schon seit Jahrzehnten mit der Forschungslogik von Popper beschäftige, kann ich das wohl sagen.

    Dann darf ich Ihnen auch noch verraten, dass es aufgrund der instabilen, dynamischen Wirklichkeit, keine endgültigen Paradigmen geben kann. Man kann allerdings mithilfe der deduktiven, formalen Logik zweckmäßige
    Theorien erstellen. Dies erfolgt z.B. durch die Evidenzbasierte Medizin mit den sogenannten Doppelblindstudien
    bei komplexen Erkrankungen (Umsetzung der deduktiven Methode). Wirkungen der Therapiemaßnahmen beziehen sich eben nicht auf stabile Strukturen (Erkrankung selber, menschlicher Körper), sondern auf ein hochkomplexes, instabiles Zusammenwirken aller Faktoren.

    Viele Grüße
    Futur

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