GEAB: USA 2012/2016 : Ein zahlungsunfähiges und unregierbares Land

18. Dezember 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Pressemitteilung des GEAB vom 17. Dezember 2011 (GEAB N°60) –

Wie in den vorhergehenden Ausgaben des GEAB angekündigt, stellen wir in dieser 60. Ausgabe des GEAB unsere Vorhersagen über die Entwicklungen in den USA für die Jahre 2012 bis 2016 vor. Dieses Land, Epizentrum der umfassenden weltweiten Krise und tragender Pfeiler der Nachkriegsweltordnung, wird in den kommenden Jahren eine besonders tragische Epoche durchleben müssen. Es ist heute schon zahlungsunfähig und wird bald unregierbar sein. Das wird für die Amerikaner und all die, die von den USA abhängen, wirtschaftlich, finanziell, geopolitisch, währungspolitisch und sozial schlimme Folgen zeitigen.

Heute schon ist von der „Hypermacht“ des Jahres 2006, als wir in den ersten Ausgaben des GEAB den bevorstehenden Ausbruch der umfassenden weltweiten Krise und das Ende der Vormachtstellung der USA vorhersagten, nicht mehr viel übrig. Aber die Entwicklungen der kommenden Jahre, die wir vorhersagen, sind noch viel umfangreicher und werden dieses Land, seine politischen Institutionen und seine gesellschaftliche Struktur vollkommen umkrempeln und sein wirtschaftliches und finanzielles Gewicht auf einen Bruchteil seines einstigen Gewichts reduzieren.

Gleichzeitig, wie jedes Jahr im Dezember, bewerten wir unsere Vorhersagen für das vergangene Jahr. Diese Übung, die wenige Think tanks, Experten und Medien (1) praktizieren ist für uns und unsere Leser (2) ein Mittel zu überprüfen, ob unsere Arten weiterhin einen Mehrwert erbringen und ob sie eine realistische Einschätzung der kommenden Entwicklungen ermöglichen. Dieses Jahr konnten wir unser Ergebnis zum Vorjahr mit einer Trefferquote von 82% leicht verbessern.

Auch enthält diese Ausgabe wieder Empfehlungen zu Währungen, Gold, den Aktienmärkten, bewertet die Folgen der Isolierung Großbritanniens in der EU (3) auf Gilts, Pfund und die britischen Staatsschulden und zuletzt stellen wir einige Überlegungen zu notwendigen Reformen der US-Verfassung vor (4).

In dieser Pressemitteilung stellen wir einen Auszug aus unseren Vorhersagen zu den Entwicklungen in den USA in den Jahren 2012 bis 2016 vor.

Aber bevor wir uns den USA widmen, wollen wir unsere Einschätzung über den aktuellen Entwicklungsstand der europäischen Integration darlegen (5).

Statt Euroland bricht Großbritannien auseinander
Wie wir vorhergesehen hatten, brachte der Europäische Gipfel in Brüssel vom 7. und 8. Dezember 2011 bedeutende Ergebnisse:

– Die Integration Eurolands mittels einer verstärkten und schnelleren Angleichung der Haushalts- und Finanzpolitik und dem Beginn einer gemeinsamen Steuerpolitik (6) schreitet voran. Die Regierungen der Eurozone, unter dem bestimmenden Einfluss Deutschlands, haben ihren Willen bekräftigt, diesen Weg beschreiten zu wollen. Damit widerlegten sie die Unkenrufe aus Großbritannien und den USA sowie der Euroskeptiker aller Länder, die ein Ausscheren Deutschlands aus dem Euro vorhersagten. Gleichzeitig erteilten sie der Idee eine Abfuhr, dass Euroland der Politik der Fed und der Bank of England nacheiferen und die Geldpresse anwerfen solle (Quantitative Lockerung), solange nicht sichergestellt ist, dass eine weitere Verschuldungspolitik der Länder und damit eine unbegrenzte Ausweitung der Geldmenge durch strengere Haushaltsregeln verhindert wird (7). Das offensichtliche Scheitern der Politik der quantitativen Lockerung sowohl in den USA wie auch Großbritannien (8) zeigt, wie richtig dieses Entscheidung ist. Das Junktim zwischen Haushaltsdisziplin und Geldschöpfungskompetenz für die Eurozone wird Ende 2012 ermöglichen, Eurobonds einzuführen (9).

Hingegen handelt es sich bei der « Zusage », dass der Schuldenschnitt um 50% auch bei den im Besitz von privaten Gläubigern befindlichen griechischen Staatsanleihen ein absoluter Einzelfall bleiben werde, um ein « Versprechen, das nur die bindet, die daran glauben“ (10). Initiator dieser Zusage ist übrigens der französische Präsident Nicolas Sarkozy, von dem seine Landsleute nach inzwischen beinahe fünf Jahren an der Macht inzwischen zu Genüge wissen, dass seine Positionen nicht von Dauer sind und immer nur taktischen Überlegungen entspringen (11). (Seite 2)

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5 Kommentare auf "GEAB: USA 2012/2016 : Ein zahlungsunfähiges und unregierbares Land"

  1. FDominicus sagt:

    Irgendwie interessant. Gestern äußerte ich mich hier:http://mises.org/Community/blogs/fdominicus/archive/2011/12/18/i-39-m-im-de-pressed.aspx

    Eigentlich passend finde ich die vier Punkte“
    1) Wir können nicht sparen, also brauchen wir mehr Kredit
    2) Wir haben echt versucht zu sparen
    3) Wir haben wie immer Mist gebaut
    4) Es tut und nicht leid, Sie zahlen

    ….

  2. Dagobert sagt:

    Leute, egal ob:
    GEAB-Rottmeyer-RonaldGehrt-HRR-DasGelbeForum-WE-Mross-RaimundBrichta-Querschüsse-FAZ-NZZ-Hellmayer-MrDax-Zeitenwende-PCM-Merkozy-Zulauf-AlfonsCortes-und-alle-Verschwörungstheoretiker-Verschwörungsleugner-Ackermann-und-last-but-not-least-Wirtschafts-Nobelpreisträger:

    Unser monetäres Geldschöpfungssystem – Fiat Money – wird letztendlich durch ein „Monster“ beherrscht!

    –> Solange am ZINSESZINSSYSTEM festgehalten wird, wachsen mit mathematischer Präzision die immer fiktiveren GUTHABEN und auf der Gegenseite die SCHULDEN!

    –>Weil aber die REALWIRTSCHAFT – in unserer endlichen Welt(!) – in immer geringerem Masse fähig ist diese exponentiell(!) wachsenden „Zwillinge“ Schulden/ Guthaben zu bedienen müssen die Verrechnungseinheiten nun einfach „gedruckt“ werden – oder wir bekommen unser deflationäres Game Over, und zwar „bereits morgen früh“….

    „It’s simple math, stupid!!!“

    Paul C. Martin hat vor 30 Jahren folgendes geschrieben:

    „Alle Staaten werden für alle Staaten, alle Notenbanken für alle Notenbanken haften, einschliesslich Währungsfonds und Weltbank und vielen anderen internationalen Institutionen. Und alle Staaten werden für alle Banken geradestehen, aber auch alle Notenbanken für alle Staaten und alle Staaten für alle Notenbanken. Alle, alle, alle werden für alle, alle, alle da sein. Und alle wissen, dass keinem von allen etwas passieren darf, weil dann allen etwas zustösst.“

    Da genau diese eingetretene Situation jetzt anscheinend erkannt wurde herrscht zur Zeit – zumindest bei denen, die die Spielregeln machen und brechen dürfen – folg. Konsens:

    1)Die Lage ist zwar hoffnungslos – ABER nicht mehr ernst!
    Die „Technologie namens Druckerpresse“ steht jetzt bereit!
    Die Zentralbanken/PPT sind instruiert! – Falls es nochmal brenzlig werden sollte – die „Statements zur Beruhigung der Märkte“ sind längst verfasst.

    2)Edelmetalle dürfen – logisch(!) – nicht mehr steigen.

    3)Aktien dürfen nicht mehr massiv fallen.

    4)Bonds sind Chefsache.

    5)Im künftigen modernen Finanzfaschismus ist es absolut systemrelevant, Gewinn und Risiko zu entkoppeln: Guthaben haben sich zu vermehren – für Ausfälle bürgt…na Ihr wisst schon…

    Frohe Festtage und Alles Gute fürs Neue Jahr!!!
    Dagobert

  3. FDominicus sagt:

    Lieber Dagobert, das Zinseszins System ist solange nicht das Problem bis man anfängt Schulden mit Schulden zu bezahlen. Es sind die Menge der Schulden die das Problem sind und jeder nascht allzugerne von der „verbotenen“ Frucht Kredit. Es ist ein Problem wie bei Alkoholikern erst braucht man kleine Dosen und dann immer Größere. Das ist das Problem, eine grundsätzlich andere Einstellung zu Kredit ist zu wünschen. Aber wir haben hier Abhängige die andere für Ihre Abhängigkeit zahlen lassen können. In einem System wo nur das verliehen werden dürfte und könnte was „gespart“ wurde, spielt der Zinseszins keine solche fatale Rolle wie in unserem derzeitigen System.

    Auch in einem solchen System gilt aber der Zinseszins nur würden auch dort eben einige Investitionen nicht gelingen. Das stutzt den Zinseszins Effekt immer wieder zusammen. Unser System schaukelt es noch auf. Pleiten dürfen nicht sein, also wird mehr Kredit benötigt den man eben „nur“ noch mit neuen Schulden „bezahlt“ und das bedeutet über Kurz oder Lang eben das Ende.

    Alle entwickelten Staaten haben immer gemeint, diese Sacht beträfe sie nicht. Nun das ist falsch.

    • Dagobert sagt:

      Hallo FDominicus,

      …Alle entwickelten Staaten haben immer gemeint, diese Sache beträfe sie nicht… – und jetzt klopft mein „Monster“ an die Türe!!!

      Kommen wir also zur „Eine Million Dollar Frage“: Was nun?

      Gruss
      Dagobert

      P.S.:…im Märchen hat Ben allen seinen guten Freunden eine Bazooka geschenkt…knock-knock

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