GEAB-84: Weltweit öffnet sich ein Graben zwischen Schuldnern und Gläubigern

18. April 2014 | Kategorie: RottMeyer

und die USA wollen Europa mit in den Abgrund reißen.

Die aktuelle Konfrontation zwischen Russland und dem Westen über das Schicksal der Ukraine erinnert sehr stark an den Kalten Krieg; jedenfalls gefällt es den Medien, diesen Vergleich heranzuziehen…

Aber im Gegensatz zu dem, was sie schreiben, ist es nicht Russland, das wieder einen Eisernen Vorhang herabsenken möchte, sondern sehr wohl die USA – ein Eiserner Vorhang, der die bisher dominierenden Staaten von den Schwellenländern trennen würde, ein Schutzschild gegen die neue Weltordnung, eine Möglichkeit für die Schuldner, sich ihren Gläubigern zu entziehen; das ganze in der illusorischen Hoffnung, sich den American way of life und die Dominanz der USA zumindest im westlichen Lager noch aufrecht erhalten zu können, wenn sie sie weltweit auch aufgeben müssen. Mit anderen Worten, die USA wollen mit möglichst vielen Leidensgenossen untergehen, um sich der Illusion hingeben zu können, der geeinte Westen haben immer noch die Zukunft auf seiner Seite. Geteiltes Leid ist eben halbes Leid.

Nur noch darum geht es den USA: Möglichst das westliche Lager zusammen und an ihrer Seite zu halten, damit sie ein möglichst großes Einflussgebiet und damit auch Absatzmärkte behalten. Die öffentlichen Meinungen werden entsprechend manipuliert und die amerikahörigen Regierungen Europas leisten keinen Widerstand. Die TTIP sichert das Ganze anschließend handelsrechtlich ab. Auf diese Art wollen die USA Europa von den BRICS abschotten, obwohl dort Europas Zukunft liegt: Die BRICS, ihre Märkte, ihre besten Zukunftsaussichten, ihre Verbindungen zu den Entwicklungsländern usw. All diese Themen werden wir in dieser Ausgabe des GEAB analysieren, wie auch die Angst vor der Deflation, die geschürt wird, um die Europäer dazu zu bringen, dem amerikanischen Weg zu folgen.Angesichts der Risiken und der Niederträchtigkeit der von den USA angewandten Methoden wäre es kein Verrat Europas gegen die USA, die Leinen zu ihnen nun zu kappen (1), sondern vielmehr ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die neue Weltordnung, wie wir schon in vorhergehenden Ausgaben des GEAB analysiert haben. Leider sind die wenigen verbleibenden vernünftigen europäischen Politiker vollkommen gelähmt, und das einzige, was ihnen gegenwärtig noch gelingt, ist, die Entwicklung noch etwas hinauszuzögern (2), was sicherlich nützlich, aber nicht ausreichend ist.

Inhalt der gesamten Veröffentlichung:
1. DIE MASKEN NIEDER
2. SCHNELL – EIN TTIP !
3. EIN WIRTSCHAFTLICHER WAHNSINN
4. DIE ZWEITE US-WAFFE : DEFLATIONSPANIKMACHE
5. SCHULDNER GEGEN GLÄUBIGER ALS NEUE GLOBALE TRENNUNGSLINIE

In den Zeiten des Internets und der « leaks », die es ermöglicht, wird es für Geheimdienste und Staaten, die im Trüben agieren, immer schwieriger, ihre Machenschaften geheim zu halten. Als ob die Enthüllungen von Snowden und Wikileaks nicht genügten, wurde nun auch noch bekannt, dass die USA in Kuba ein soziales Netzwerk betreiben, mit dessen Hilfe das kubanische Regime destabilisiert werden soll (3). Oder man kann auf YouTube (4) dieses dankenswerterweise „geleakte“ Video bewundern, auf dem zu sehen ist, wie die Amerikaner den Staatsstreich in der Ukraine befördern. Und auch an Erdogans Schwierigkeiten in der Türkei sind sie alles andere als unbeteiligt; über die Türkei (5) werden wir in der folgenden Ausgabe des GEAB einen längeren Beitrag bringen (6). Heute sind die Masken gefallen; was sich dahinter verbarg, konnte jeder, der es wissen wollte, eigentlich schon seit Jahren wissen. Trotzdem ist es gut, dass es nun für alle offen liegt, die sich nicht die Augen verschließen wollen.

Aber die USA begnügen sich nicht mehr damit, sich in die inneren Angelegenheiten von Entwicklungsländern und Bananenrepubliken einzumischen. Auch in Europa sorgen sie dafür, dass unterwürfige Regierungen sich amerikanischen Interessen unterordnen. Die USA verkaufen ihnen, dass das, was gut für die USA ist, auch gut für Europa wäre. Das stimmte schon 1953 nicht für General Motors und die USA.

Die USA konnten schon lange auf die Unterstützung von Cameron, Rajoy, Barroso, Ashton usw. zählen. Heute haben sich auch Polen und Donald Tusk an ihre Seite gestellt, der doch zu Beginn seiner Amtszeit mehr Europäer als Transatlantiker sein wollte (7). Und auch auf Italien können sie dank des Staatsstreich von Renzi (8) zählen, während in Frankreich Hollande gerade einen Premierminister ernannt hat, dem nicht gerade nachgesagt wird, amerikakritisch zu sein. Hollande versuchte zu Beginn seiner Präsidentschaft noch eine unabhängige Politik wie in Mali und auch bei anderen Themen zu vertreten; inzwischen ist er bereit, für die Amerikaner den Wasserträger zu spielen. Welche Mittel haben die Amerikaner angewandt, um ihn dahin zu bekommen? Deutschland versucht sich noch ein wenig in Widerstand, aber wie lange kann ihm dies noch gelingen? (9) Dazu schreiben wir mehr im Teleskop.

Europa hat sich vor den amerikanischen Wagen spannen lassen und arbeitet gegen seine eigenen politischen, geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen, wie wir noch im Einzelnen darlegen werden. Während die BRICS genau das Gegenteil tun und alles daran setzen, sich von dem nunmehr gefährlichen und schädlichen Einfluss der USA zu lösen, wandelt sich Europa zum geopolitischen Harlekin.

Politisch wird Europa von den USA übernommen, was mangels politischer Führung auch leicht fällt. Handelsrechtlich und juristisch wird diese Unterwerfung Europas mit der Unterzeichnung der TTIP besiegelt… (Seite 2)


 

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