Schutz vor dem Kollaps der Währungen

27. April 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Manfred Gburek – Als der Spekulant und Buchautor André Kostolany nach dem Crash vom Oktober 1987 gefragt wurde, wie viel Geld er dabei verloren hätte, antwortete er: „Nichts, ich habe ja nicht verkauft.“ Daran musste ich in den vergangenen Wochen mehrfach denken, nachdem der Goldpreis abgestürzt war und sich anschließend erholt hatte…

Wer nun einwendet, 1987 seien Aktien betroffen gewesen, zuletzt dagegen Gold, und das könne man doch nicht so einfach vergleichen, dem halte ich entgegen: In beiden Fällen haben die Gesetzmäßigkeiten der Börse funktioniert. Sie scheren sich nicht darum, womit gerade spekuliert wird. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, ganz egal, ob es mit rechten Dingen zugeht oder nicht, ob nur spekuliert oder auch manipuliert wird.

Wie wir heute wissen, war während der heißen Phase der Goldpreisschwankungen Mitte April viel Manipulation im Spiel. Ich hoffe, Sie haben sich dadurch nicht allzu nervös machen lassen. Halten Sie es stattdessen einfach mit einem anderen Spekulanten, Marc Faber. Der antwortete, nachdem der Goldpreis am 15. April vorübergehend in den freien Fall übergegangen war, im Fernsehsender Bloomberg TV auf die Frage, wie tief der Preis noch fallen könne: „Auf 1300 Dollar.“ Er schob allerdings nach:

„Bei so starken Preisschwankungen sollte man stets einen ausreichenden Betrag an Cash haben, weil es immer wieder Kaufgelegenheiten geben wird. Und wenn man Cash hat, kann man zu niedrigen Preisen einsteigen. In einem solchen Umfeld ist auch Geduld sehr wichtig.“

Cash in Form von Geld auf dem Konto einschließlich Geduld, wie vereinbart sich das mit Emotionen, die zwangsläufig ins Spiel kommen, sobald etwas derart Außergewöhnliches geschieht wie der Absturz des Goldpreises im April? Es vereinbart sich gar nicht, und das ist leicht zu begründen: Emotionen wie die an der Börse vorherrschenden, in erster Linie Angst und Gier, sind irrational. Dagegen handelt es sich bei der Steuerung von Geld, Gold und Wertpapieren um eine rationale Tätigkeit. Und auch wenn der Geduld von so mancher Seite irrationale Elemente angedichtet werden, geht sie letzten Endes doch immer rational vom Verstand aus.

Wenn Sie als Anleger Ihre Emotionen im Zaum halten wollen, beginnen Sie damit am besten, indem Sie immer einen bestimmten, auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmten Anteil in Cash als Reserve vorhalten. Das lässt Sie zwar nie zu hundert Prozent an interessanten Preis- oder Kursentwicklungen teilhaben, bringt aber mindestens die drei folgenden Vorteile mit sich:

Erstens sind Sie bei plötzlichem Geldbedarf nicht gezwungen, einen Teil Ihrer Wertpapiere, Edelmetalle oder sonstigen Vermögensgegenstände zu verkaufen, zweitens können Sie Gelegenheiten wahrnehmen, die Ihnen die Börse nahezu täglich bietet, oder alternativ bestehende Positionen bei temporären Abwärtsbewegungen aufstocken, und drittens – siehe oben – kann eine Geldreserve auf dem Konto extrem beruhigend wirken.

Für weitere Beruhigung sorgt das Verteilen des Geldeinsatzes über mehrere sogenannte Asset-Klassen, im Wesentlichen Edelmetalle, Aktien, Immobilien, Tagesgeld und Anleihen, Letztere allerdings nicht gerade jetzt – womit wir beim Timing und damit auch bei der hohen Kunst der optimalen Kombination von Asset Allocation (Verteilung über verschiedene Anlagen) und zeitgerechter Geldanlage wären. Wer sie beherrscht, gehört zu den ganz wenigen, die es verstehen, Geld nachhaltig aus Geld zu machen – eine verschwindend kleine Minderheit… (Seite 2)

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Ein Kommentar auf "Schutz vor dem Kollaps der Währungen"

  1. crunchy sagt:

    Alles richtig. Das perfekte Timing beim Aktienkauf hat auch sehr viel mit Zufall zu tun. Was aber, wenn die Dividendenrenditen schon jetzt attraktiv und mittelfristig sicher sind? Dann schlägt man zu und sitzt einen weiteren Durchhänger einfach aus.

    Im Degussa Marktreport finden sich Werte mit Renditen über 4%.
    Worauf warten?

    http://news.degussa-goldhandel.de/newsletter/607D1Y65T3.pdf

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