Gas-Putin, der Heizungsschreck!

16. September 2014 | Kategorie: RottMeyer, Zeitlos

von Frank Meyer

Der Klimawandel hat es doch nicht so eilig wie die Ereignisse auf geopolitischer Ebene. Seit sich Europas Politiker vor den US-amerikanischen Karren spannen lassen, muss man sich jetzt wohl auch Sorgen um seine Gasheizung und vor einer kalten Bude im Winter machen. Zumindest theoretisch…

Der kommende Winter ist wahrscheinlich nicht mehr aufzuhalten, auch nicht durch die EZB und Kampftruppen im Ausland. Noch sind die Gasspeicher hierzulande prall gefüllt. Dennoch besteht die Gefahr, dass die Gasheizungen kalt bleiben könnten. Glauben Sie nicht? Glaube war schon immer ein verführerischer Ratgeber. Viele Leute glauben vieles, auch dass Erdgas aus Erdbeeren gewonnen wird. Diese Spezies neigt zu allerhand ungewöhnlichen Dingen, auch dazu, aus Gründen des Klimaschutzes und der Kostenersparnis, eigens produziertes Gas in der Badewanne mittels Auffangvorrichtung mit alten Weinflaschen abzufüllen und damit die Wohnung zu heizen. Oder wie erklären Sie sich die vielen Meldungen aus den Polizeiberichten über Verpuffungen?

Nein, es bestehe gar kein Anlass zur Sorge, beteuert die Bundesregierung. Das tut sie oft, bevor es brenzlig wird. Beruhigungspillen gehören heute zur standardisierten Verbalakrobatik jeder Politik. Schließlich gibt es ja Mister „Strom und Gas“ aus der EU, Günther Öttinger, der auf seine letzten Tage als Energiekommissar der EU völlig überraschend eine umfassende Studie in Auftrag gibt. Dort sollen die Auswirkungen eines eventuellen Ausfalls russischer Gaslieferungen erkundet werden. Und er fügt an: „Wir müssen die Lage der Versorgungssicherheit erörtern. Es geht um Gas.“ Aha. Ich glaube allerdings nicht, dass er und seine Kollegen jemals in einer kalten Wohnung hausen müssen.

Es gibt weitere gute Nachrichten für noch mehr Optimismus, auf der Grundlage von zu wenig Information: Die deutschen Öl-Notreserven reichen für mindestens 100 Tage, bis mindestens Weihnachten. Danach wird der Winter durch die EU-Kommission kurzerhand als beendet erklärt. Herr Öttinger ist dann schon „Digitalminister“, nicht mehr zuständig. Wir sollten uns dann Sorgen um die Internetversorgung machen. Ob besagter Minister überhaupt schon einen Computer bedienen kann? Oder benutzt er die ihm womöglich als Präsent überreichten i-Pads als Zwiebelbrettchen? Wir wissen es nicht.

Ungeachtet dessen, planen BASF und Gazprom Vermögenswerte im Umfang von Milliarden zu tauschen. BASF–Wintershall bohrt in Sibirien nach Gas und Gazprom bekommt im Gegenzug Unternehmensteile von Wintershall. Der Vertrag wurde am 23. Dezember 2013 unterzeichnet und soll noch in diesem Herbst über die Bühne gehen. Gazprom ist dann in Besitz von rund 20 Prozent der Gasspeicher-Kapazitäten in Deutschland. Unter anderem besitzt der russische Energieriese dann 50% an Wingas, die in Deutschland auf einen Marktanteil von 20% kommt. Der Erdgas-Speicher in Rheden bei Bremen wird dann auch russisch. Grüße an Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank!

Hast Du Miese? Mach ne Krise!

Wenn ich Finanzminister Wolfgang Schäuble richtig verstanden habe, brauchen wir immer mal wieder eine deftige Krise, damit die Politik nach so viel Geschrei endlich mal die richtigen Weichen stellen kann – in Richtungen, die unter Normalzuständen nie dorthin führen würden. Wie sonst wären die Banken an ihr Geld gekommen? Zudem hat die Politik (im Auftrag der Banken?) neue Strukturen und Gesetzen in Europa durchgesetzt? Ohne die „Krise“ wären die vermutlich nie zustande gekommen. Was könnte die nächste Krise sein? Kälte in deutschen Wohnzimmern? (Seite 2)




 

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12 Kommentare auf "Gas-Putin, der Heizungsschreck!"

  1. stonefights sagt:

    Ach Frank,
    wenn deine Bude wider Erwarten länger kalt werden würde, wie der „alte“ und nie erloschene Krieg es m.E. wieder werden wird, dann kommst du zu mir.
    Wir gucken dann in den „Fall-back-Nix-Gas“-Holzofen, reden über das Auf-und Abflackern von Viel und doch Nichts, die sich immer wieder im Rauch auflösen, nachdem das Gute verbrannt wurde und erfreuen uns über die Wärme, die sich trotz aller Widrigkeiten in uns Menschen immer wieder breit machen wird, wenn wir denn nur (rechtzeitig) unser Hirn eingeschaltet haben.
    Am Ende unseres Gespräches wird sich dann auch irgendwann einmal unser Geld im Rauch verflüchtigt haben, und wir sind wieder am Anfang: „Leg mal Holz nach…“ 🙂
    LG, stonefights

  2. Frank Meyer sagt:

    von Gernsheim zu Dir sind es rund 200 km. Die schaffe ich mit dem Rad in 10 Stunden.
    Das hält für einen Tag warm 🙂 Wir können uns auch alte Mitschnitte aus dem Bundestag anschauen. Das wärmt auch. Bloß muss man sich dann alle 40 Minuten eine Insulinspritze setzen, vor allem für die Jahrgänge 2008 bis 2014. 🙂

    • Michael sagt:

      Und lachen ist gesund… soll man nicht vergessen.

    • stonefights sagt:

      Lass uns bitte bei unserer Planung für die kalten Tage politisch korrekt bleiben.
      Eine Spritze weckt bei mir sofort Assoziation hinsichtlich Sucht, Papier und letztendlich sinnloses Baumsterben.
      Ich schlage vor, wenn die Mitschnitte unerträglich werden würden, könnten wir uns mittels neuen 10-ers einen drehen. Wenn wir uns den dann reingezogen haben und fühlen uns immer noch schlecht, war’s bestimmt ne Fälschung, quasi mit falsch verstandener Herstellerbezeichnung.
      Die Mitschnitte blieben damit auf jeden Fall bei uns im zugedröhnten Gedächtnis (als) sinnfrei erhalten, sozusagen als synonyme Alternativlosigkeit für die Nachwelt 🙂

  3. bluestar sagt:

    Bin schon richtig neidisch auf euer Gespräch vor dem wärmenden Holzofen.
    Gibt es dann davon wenigstens eine veröffentlichte Aufnahme ?
    Die Idee mit den Bundestags-Mitschnitten 2008 bis 2014 finde ich toll, mir wird schon bei dem Gedanken daran warm ums Herz. Als krönender Abschluss würde auch noch ganz gut ein Blätterkatalog mit allen EU-Kommissaren passen.

  4. neuheide sagt:

    längst gibt es keinerlei frage darüber ob,das kartenhaus einstürzt.
    auch wenn sich die fettesten ratten notorisch weigern,
    das sich im sturzflug befindliche „loveboat“zu verlassen.
    das die urkrainische bevölkerung,opfer zionistischer wallstreetmenschenverachter geworden ist werden sie merken,wenn der winter kommt.

    das aufhetzen der weltweiten bevölkerungen, gegenüber sogenannten „sozialschmarotzern“…religionen…
    ländern…
    wird von der elitenpropaganda nur mittelfristig aufrecht erhalten werden können.
    die wahrheit,wird sich nicht auf alle ewigkeiten durch den cia/ springer/bertelsmann/staatsfernseh abschaum manipulieren lassen

  5. dona Solidad sagt:

    Hallo Frank,
    hier ist einen Artikel wo angeblich die EU einen Klagen gegen Russland einreichen wil, wegen die Sanktionen natürlich. Willkur pur!

    http://german.ruvr.ru/2014_09_18/Die-EU-Eine-Klage-gegen-Russland-an-die-WTO-Seltsam-3434/

    Könnte was dran sein? Wir werden sehen.

    Gruß
    dona Solidad

  6. bluestar sagt:

    Die Initiative kommt also aus Polen, Kleptomanen mit Russenphobie.
    Schreien schon jetzt nach Entschädigung, heißt Geld aus EU/Deutschland, nachdem sie
    den Konflikt mit kräftig angeheizt haben.
    Früher haben uns die Polen mit Kleinkriminalität geschadet, jetzt geht das doch alles viel besser, größer, risikoärmer und eleganter.
    Herrliche Zeiten mit dieser EU. Die Zunahme der Irrsinns lässt hoffen, dass dieses ganze Sowjetgebilde endlich dort landet wo es hingehört.

  7. samy sagt:

    Moin,

    immerhin erhalten wir Putin-Versteher nun Bestätigung in Sachen Einseitigkeit und/oder Geschmacklosigkeit der Berichterstattung seitens staatstragender Medien. Man darf, kann oder sollte solche Links ruhig an die Bekannten versenden, weil diese Quellen eben diesen stumpfen Vorwurf des linken putinverstehenden VT’lers standhalten.

    http://www.heise.de/tp/artikel/42/42784/1.html

    http://meedia.de/2014/09/09/opferschutz-verletzt-presserat-missbilligt-u-a-spiegel-berichterstattung-zu-mh17/

    … und die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht wachen einige Journalisten in den Massenmedien ja einmal auf.

    VG

  8. dona Solidad sagt:

    Hier sind Hintergrunde zum Thema:

    http://www.youtube.com/watch?v=XVXYq6MSmwA

    Gruß
    dona Solidad

  9. samy sagt:

    Also, wenn wir jetzt den 1 April hätten, dann wüsste ich wo ich das einordnen müsste. Aber so? Kann das ernst gemeint sein oder nimmt ein Journalist seinen Leser einfach mal auf den Arm?

    http://www.welt.de/kultur/medien/article132588734/Putins-langer-Arm-reicht-bis-in-Gremien-der-ARD.html

    VG

  10. bluestar sagt:

    @samy
    Vielen Dank für den Link.
    Der Mann möchte Karriere machen, dafür sind solche Artikel gut.
    Verdrehung der Tatsachen, Hetze, Lüge, Staats-Propaganda ist das Erfolgsmodell.
    Mittlerweile werden alle unabhängig denkenden Menschen in Deutschland diffamiert und beleidigt. Das kennen wir ja bereits aus der Nazizeit, aufkommende Tendenzen eines Sozialfaschismus sind nicht zu übersehen. Staatlich gelenkte Kriegspropaganda gibt es gratis dazu. Nach der öffentlichen Verleumdung von Menschen kommt übrigens die Ausgrenzung und dann Verfolgung. Angesichts der Tatsache, dass seit 9/11
    jeder Querdenker und Wahrheitsforscher als Feind und Terrorist gebrandmarkt werden kann
    ist das alles kein Problem. Und in „Kriegszeiten“ gegen den Satan Putin schon gar nicht.
    Noch vor einem Jahr hätte ich diese Entwicklung für Deutschland unmöglich gehalten und auf meiner wöchentlichen ICE-Fahrt gern die WELT oder FAZ gelesen. Das kann ich meinem Verstand heute nicht mehr antun, wenn der sich nicht beleidigt fühlen will.
    Was mich besorgt ist die rasante Dynamik von ungehemmter Kriegshetze, Staatspropaganda und Planwirtschaft.

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