Garantierte Verluste

8. April 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Man muss schon ganz schön bekloppt sein, wenn man mit einer Investition einen garantierten Verlust erfährt im ach so sicheren Hafen der Staatsanleihen. Die Schweizer haben es jetzt geschafft, das erste Mal eine Staatsanleihe mit einer negativen Rendite zu verkaufen. Am Ende ist ein Verlust garantiert. Da jodelt sogar das Matterhorn…

Das gab es noch nie! Negative Renditen für eine 10-jährige Staatsanleihe. Bald ist das normal. Die Investoren schienen sich um diese Verlustbringer zu schlagen – also dem Schweizer Staat Geld zu leihen, und auch noch etwas draufzuzahlen. Herrliche neue Welt!

Schaut man sich das unter Renditengesichtspunkten an, ist Gold jetzt unsicherer als eine Staatsanleihe der Schweiz. Auf diese Idee muss man erst einmal kommen. Dort wird der Zinssozialismus groß geschrieben. Und bald auch hierzulande. Jeder, der das vor einigen Jahren vorhersagte, den hätte man mit auf den Rücken gebundenen Händen ins Hospital gebracht… Hoffnungsloser Fall.

Heute wissen wir aber, nichts ist unmööööööglich… Zentralbank!

Vielleicht ist es besser, etwas weniger zu verlieren, als wenn man viel verliert? Könnte das der Grund sein? Und die Schweiz scheint sehr solvent zu sein, dank der SNB. Dass die Rendite gleich zu Beginn der Laufzeit negativ ist, gehört zu einem Novum. Das gab es noch nie.

Wenn diese Investoren richtige Geldscheine hätte ausliefern lassen, sie hätten am Ende der Laufzeit (derzeit noch) garantiert den gleichen Betrag. So allerdings wird es 2025 real weniger sein. Vielleicht ist die Luft so dünn in der Schweizer Bergwelt? Wohl weniger. Der Geldsozialismus treibt abartige Blüten und die Regulierungsbehörden schreiben vor, von welcher der Investor naschen darf bzw. naschen muss. (Sreenshot: Pigbonds)

rendite schweiz

Man könnte auch behaupten, der Schweizer Staat lässt sich von Döspaddeln dafür bezahlen, dass er Schulden macht. Dem ist auch so. Willkommen im #Neuland der Negaviv-Renditen. Vielleicht ist das auch nur der Anfang. Diejenigen, die diese garantierten Verlustbringer gekauft haben, agieren bestimmt nicht mit dem eigenen Geld sondern mit dem von irgendwelchen anderen Leuten, die davon keine Ahnung haben, wenn es Altersvorsorge heißt.

Das Virus könnte sich bald auch über die Grenze nach Deutschland durchschlagen wie die Kongo-Mücke. Die Renditen für 10-jährige deutsche Staatsanleihen liegen derzeit bei gigantisch/läppischen 0,16 Prozent. (Unzutreffendes bitte streichen!)

Vielleicht gibt es ja keine Renditen mehr auf die Papiere, aber womöglich deutliche Kursgewinne? Das mag auch sein.

Man muss sich nur vorstellen, dass die Renditen im 10-jährigen Bereich auf -2 Prozent absinken. Dann hat derjenige, der heute diese Papiere gekauft hat zwar keinen Renditengewinn, aber einen Kursgewinn. -0,055 Prozent Rendite klingt nach einer Kleinigkeit. In der Welt der Negativzinsen könnte ein solches Papier sogar ein Schnäppchen sein – eines, das zuschnappt, aber noch größere Idioten diese Papiere zu weit höheren Kursen demjenigen abkaufen, der diese Papiere heute gezeichnet hat. Sie stehen, so hört man, auch noch Schlange. Schöne neue Welt!

Ursprünglich war der Zins der Preis für Geld. Geld hat heute offenbar keinen Preis mehr. Das heutige Geld ist sozusagen sicherer als das Gold, das auch keine Zinsen bringt. Zumindest ist das Bargeld in der Schweiz ab heute sicherer geworden als Staatsanleihen. Und das heißt schon was!


 

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6 Kommentare auf "Garantierte Verluste"

  1. meinereiner sagt:

    Natürlich werden die Renditen auf deutsche Staatsanleihen negativ, dafür sorgt schon die EZB, die ihr „QE“ nach einem festen Schlüssel durchführen muss.
    Was man alles für Verrenkungen macht nur um den Arbeitnehmern nicht das Stück vom Kuchen geben zu müssen das ihnen zusteht… würde man das endlich tun hätte man kein Deflationsgespenst an der Wand.

    • markus sagt:

      @meinereiner, 9. April 2015 um 06:22 :

      „Was man alles für Verrenkungen macht nur um den Arbeitnehmern nicht das Stück vom Kuchen geben zu müssen das ihnen zusteht…“

      Besser kann man es gar nicht sagen… Aber anscheinend möchten manche ihre grossen Kuchenstücke nicht teilen.

  2. bluestar sagt:

    “ Jeder, der das vor einigen Jahren vorhersagte, den hätte man mit auf den Rücken gebundenen Händen ins Hospital gebracht… Hoffnungsloser Fall.“
    Schön den aktuellen Wahnsinn beschrieben, der aber mittlerweile als Normalität verkauft und von den Massen geglaubt wird. Aber es kommt noch mehr Irrsinn.
    Jeder, der mir vor 25 Jahren vorhergesagt hätte dass
    – Deutschland flächendeckend von US-Geheimdiensten ausspioniert und dies von den
    deutschen Politikkaspern geduldet wird
    – Eine Regierung die sich deutsch nennt, Deutschland selbstzerstörerisch bedingungslos US-Interessen unterwirft und dies noch dem eigenen Volk verkauft
    -Deutschland Geld für die Infrastruktur fehlt aber Milliardenschecks an eine korrupte
    CIA-Regierung in Kiew zur Kriegsfinanzierung ausstellt
    -Mittlerweile alle Massenmedien auf Staatskurs und Dauerpropaganda gleichgeschaltet sind
    -In Deutschland primitivste Kriegspropaganda betrieben wird gegen ein Volk, was im 2.WK 27 Millionen Tote und über 1000 total zerstörte Städte zu beklagen hatte
    – Planwirtschaft, Zinssozialismus, Demokratieabbau, Zentralismus und penetrante Hofberichterstattung sich in Deutschland ausbreiten wie eine Seuche
    -Sich die Parteien im Bundestag mittlerweile weniger unterscheiden als die Blockparteien
    in der DDR
    -Die politischen Vertreter dieser Abartigkeiten auch noch gewählt wurden

    tja, diesen Vorhersager hätte ich dem Lager unbelehrbarer SED-Funktionäre mit Betonkopf
    zugeordnet.

    • DantesPeak sagt:

      @ bluestar.

      Sie sprechen mir aus der Seele. Besser hätte ich diesen Wahnsinn auch nicht umschreiben können. Was ist eigentlich die Steigerung von Wahnsinn ?

      Wahnsinn -> EU-Wahnsinn -> EZB-Wahnsinn ?. Keine Ahnung, eventuell vielleicht nur „Geldsystem“.

      Wenn dieses System implodiert, wird es einen Schlag tun das uns Hören und Sehen vergeht.

      • Hugo sagt:

        Glauben Sie denn ernsthaft an diesen großen Zusammenbruch? Und die EZB, FED, BoJ gucken dann tatenlos zu und lassen das zum Schaden ihrer Eigentümer/Lobby geschehen?

        Ich glaube an die Kreativität der Notenbanken und der Finanzwelt sich dann auch wieder neu zu erfinden.

        Eines ist auf alle Fälle sicher: Die Soros, Quandts & Co dieser Welt haben ihre Schäfchen dann bereits in Sicherheit gebracht und/oder verdienen auch prächtig am Zusammenbruch.

        • DantesPeak sagt:

          Hallo Herr Hugo,

          nein glauben tue ich daran nicht. Ich weis es. Sie glauben also an die Kreativität der Notenbanken und der Finanzwelt. Nun gut, es ist noch gar nicht so lange her, was weis ich, 700 – 800 Jahre da haben die Menschen ganz fest daran geglaubt, das sich die Sonne um die Erde dreht. Ich behaupte jetzt einmal ganz frech das dies ein Irrglaube war. Oder gibt es da jetzt schon wieder neuere Erkenntnisse ?

          Nein, Herr Hugo. wir haben ein disfunktionales Geldsystem. Und was sich hier abspielt und ereignet ist ein mathematischer Prozess. Der Endzustand dieses Prozesses ist der komplette Zusammenbruch.

          Hierüber bin ich weder begeistert, noch bereitet es mir Freude. Aber !!, die Augen zu machen und mir einreden, das wird schon irgendwie werden, hierzu bin ich nicht der Type.

          Einen schönen Tag noch.

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