Viele Fragen an Herrn Steinbrück…

17. Februar 2009 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Können wir jemals so viele Steuern zahlen, die allein für die Zinsen fällig werden, wenn immer mehr Schulden aufgenommen werden? Ich befürchte, wir können es irgendwann nicht mehr. Deutschland könnte bald sich in der Pflicht sehen, nun auch den Problemstaaten aus der EU zu Hilfe zu kommen, wenn sie ihre Schulden nicht mehr stemmen können. Das bringt unser Finanzminister ins Spiel…

Die bisherigen Schulden stehen angeschrieben, mit zu zahlenden Zinsen. Sind Staaten, die das nicht mehr aufbringen können, nicht einfach pleite? Ist es nicht Zeichen dafür, dass dass die Dinge gehörig schiefgelaufen sind? Warum soll ich das bezahlen? Ich verstehe das nicht und ich möchte es auch nicht mit meinen Steuern begleichen. Meine Steuern zahle ich gerne, dass der Staat in seiner Funktion Bestand hat und funktioniert. Doch er gibt nicht nur Geld für Dinge aus, die unsinnig sind, meine Steuern sollen jetzt (notfalls) an andere Staaten gehen, die mit Geld nicht umgehen können?

German Finance Minister Peer Steinbrueck said euro-region countries may be forced to bail out cash-strapped members of the 16-nation bloc, going further than his counterparts in saying euro states can’t be allowed to fail.
Some countries are slowly getting into difficulties with their payments,” Steinbrueck said late yesterday in a speech in Dusseldorf. “The euro-region treaties don’t foresee any help for insolvent countries, but in reality the other states would have to rescue those running into difficulty.”

Steinbrueck’s comments underscore mounting investor concerns as European nations pile on debt to bail out banks and counter the deepest recession since World War II. The EU governing treaty says member states aren’t liable for other members’ obligations.

While declining to identify countries facing problems, the German finance chief said Ireland, which has a widening budget deficit, is in a “very difficult situation.” The comment came in response to a question from the audience. Ireland’s debt- rating outlook was cut by Moody’s Investors Service Jan. 30. (Quelle:Bloomberg)

Die Euro-Verträge sehen diese Abgaben an andere Länder nicht vor. Ich habe keine Wahl treffen können, ob ich diese Euro-Verträge will oder nicht. Warum soll ich Schlendriane unterstützten? Warum sollen meine Steuerbeträge und die meiner Nachbarn nach Irland fließen, weil eine Ratingagentur die Bonität abstuft und die Schulden zu refinanzieren immer teurer werden und die Iren jetzt schon überfordert zu sein scheinen? Nein. Das möchte ich nicht. Ich bin nicht für diese Probleme zuständig, auch wenn wir alle mit der gleichen Währung bezahlen, die ich irgendwann einfach im Portemonnaie hatte. Man hat mich nicht gefragt. Hätte ich gewusst, welche Folgen das hat, hätte ich den Euro abgelehnt. Aber man hat mich nicht gefragt. Ich möchte es nicht.

Es ängstigt mich, dass man das Wort bankrott die Runde macht. Zähle ich eins und eins zusammen, sind wir selbst auch fast bankrott bei 1,6 Billionen Euro Schulden für Bund, Länder und Gemeinden.

Ich zahle für die Zinsen für die Ausgaben meiner Vorfahren.
Ich zahle für die Verstaatlichung der Commerzbank.
Ich zahle für das Konjunkturpaket 1
Ich zahle für das Konjunkturpaket 2
Ich zahle die Einsätze der Bundeswehr im Ausland.
Ich zahle für die Stützungen der Landesbanken.
Ich zahle für die Fehlleistungen der IKB.
Ich zahle für die Kredite an die Hypo Real Estate.
Ich zahle Zinsen auf die Zinsen.
Ich zahle Sie, Herr Steinbrück, dass Sie Schaden von mir abwenden.
Ich zahle Gebühren für Dinge, zu denen mich das Gesetz verpflichtet.
Ich zahle zu meiner Steuer einen Solidaritätszuschlag.
Ich zahle mit meinen Steuern die EU-Beamten.

Ich garantiere mit allen zusammen unsere Spareinlagen.
Ich garantiere mit meiner Steuer die Funktionsfähigkeit der Banken.
Ich garantiere mit meiner Steuer die Garantien für die Hypo Real Estate.
Ich garantiere mit meinen Steuern die Funktionsfähigkeit des Staates.
Ich garantiere mit meinen Steuern eventuelle Ausgaben des Staates, deren Sinnhaftigkeit sich vielleicht als Irrtum herausstellen wird.

Zahle ich bald für die Rettung der ins Schlingern geratenen Staaten?
Zahle ich bald für notleidende Banken und die Boni für deren Mitarbeiter?
Zahle ich bald für die Rettung der österreichischen Banken?
Zahle ich bald die Zeche für das wirtschaftliche Aufschäumen Irlands?
Zahle ich bald für die Rettung von Frau Scheffler?
Zahle ich bald für die Rettung von Opel?
Zahle ich bald die Rechnung für alle gegebenen Garantien?

Herr Steinbrück, ich fühle mich überfordert. Rufen Sie mich an.
Schicken Sie mir einen Brief oder eine Mail… an frank.meyer@n-tv.de

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