Für die Freiheit sterben?

10. Mai 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Bill Bonner

Ich habe gelesen, dass 86% aller Franzosen bereit seien, für die „Freiheit zu sterben“ sind. Ich war überrascht. Ich habe immer gedacht, dass der Tod nach seinem eigenen Willen, früher oder später, kommen würde, wenn wir auf seiner Liste stehen würden. Was für ein tragischer Moment das wäre!

Ich könnte meine Hypotheken nicht mehr erhöhen und ich könnte nicht mehr wählen gehen. Plötzlich würde niemand mehr meinen Ansichten zur Entwicklung im Mittleren Osten, zum Krieg gegen den Terror oder der Herkunft der unregelmäßigen Verben zuhören.

Oft habe ich gegen Ungerechtigkeiten Stellung bezogen. Das ist das Problem mit der Demokratie und den Märkten, habe ich betont; nur die Lebenden können ihre Meinung ausdrücken. Die armen Leichen liegen still und leblos.

Ich habe versucht, ihnen eine Stimme zu geben, denn ich war neugierig. Was würden diese Gestrigen von uns denken? Ich bin über den Friedhof gegangen und habe mein Ohr auf den Boden gerichtet. Und ich dachte, dass ich die alten Männer sagen hörte:

Vorsicht vor Papierwährungen. Vorsicht vor Kriegen. Vorsicht vor teuren Aktien. Vorsicht vor Schulden. Vorsicht! Vorsicht! Vorsicht! Aber wer kümmert sich schon darum, was diese armen Leichen sagen?

La, la, la, la… live for today – lebe für heute, sagen die Lebenden.

Aber wenn die Toten als Bürger zweiter Klasse behandelt werden – noch schlechter dran sind die, die noch nicht einmal geboren worden sind. Die noch-nicht-Geborenen“ haben keine Lobby. Keine PR-Agentur versucht, die Nachrichten in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Die armen Ungeborenen! Niemand geht zu einem einsamen Grab an einem windigen Sonntag und sagt ein „Amen“ für sie. Und niemand denkt darüber nach, dass eine Krise der Zukunft noch schlimmer als die derzeitige sein könnte….und dass keine Gelegenheit attraktiver sein könnte, als eine im hier und jetzt.

Wir – und damit meine ich sowohl die Amerikaner als auch die Deutschen – überladen unsere Kinder mit Schulden. Weil wir uns nicht vorstellen können, dass sie ihre eigenen Probleme haben werden…vielleicht sogar noch gefährlichere. (—>Seite 2)

Print Friendly, PDF & Email

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , ,

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.