Gender-Gaga: Für den kritischen AnlegX

5. März 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Smart Investor

Gestern besuchten wir eine Veranstaltung des Hayek-Clubs München, auf der die Autorin Birgit Kelle ihr Buch „Gender Gaga“ vorstellte. Der Andrang war groß, denn Frau Kelle schlug sich mit ihren Thesen zu Genderpolitik und „Genderforschung“ schon tags zuvor in der Talkshow „Plasberg“ recht wacker.

Wahlweise wird die Autorin von interessierten Kreisen als „homophob“, ziemlich „gestrig“ oder als „gefährliche Person“ verunglimpft. „Gefährliche Personen“ gegen die aus den vollen Rohren des Mainstreams gefeuert wird, machen uns natürlich neugierig. Zusammen mit dem zahlreich erschienenen Publikum lernten wir eine redegewandte und humorvolle Frau kennen, die den „Genderwahnsinn“ dieser Tage mit Charme, Witz und einer unbestechlichen Logik in sich zusammenfallen ließ.

GenderGaga: Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will.

Vergleichbares gelang auch schon vor Jahren einem norwegischen Soziologen und Komiker (!), der die „Genderforschung“ demaskierte, indem er ihre führenden Vertreter ausführlich zu Wort kommen ließ. Die dort vertretenen, oft auch noch widersprüchlichen Meinungen – mehr war es ohnehin nicht – kontrastierte er mit dem Kenntnisstand echter Wissenschaften. Das Ergebnis fiel für die „Genderforscher“ derart blamabel aus, dass die Steuermittel für deren Spielwiese postwendend gestrichen wurden.

Norwegen galt bis dahin als „most equal country“ – also als Vorzeigeland von „Genderforschung“ und „Gender Mainstreaming“. Kein Wunder also, dass Birgit Kelle vom Gender-Klüngel zur „gefährlichen Person“ erklärt wurde. Dann natürlich belegten zahlreiche „wissenschaftliche“ Studien, der wie Pilze aus dem Boden schießenden „Lehrstühle für Genderforschung“ wie wichtig und richtig deren Arbeit – und damit auch ihr steuerzahlerfinanziertes Auskommen – sei.

Zauberwort Falsifizierung

Genau das aber ist eines der sichersten Indizien dafür, dass hier keine ernstzunehmende Wissenschaft betrieben wird. Eine solche bemüht sich nämlich gerade nicht um Bestätigung, sondern nach Kräften um die Falsifizierung liebgewonnener Thesen, weil nur so echter Erkenntnisfortschritt gelingen kann.

Den Geschlechter-Alchimisten geht es dagegen erkennbar um etwas anderes: Auf zweifelhafter wissenschaftlicher Grundlage wollen sie die Gesellschaft umgestalten – im Sinne ihrer höchstpersönlichen Wert- und Geschmacksurteile, die sie wahlweise für allgemeinverbindlich und/oder gesellschaftlich relevant erklären. Wären sie das tatsächlich, müsste beim Souverän ein entsprechendes Mehrheitsinteresse an der Lösung der postulierten „Probleme“ erkennbar sein. Ist es aber nicht und entsprechend wurden die Programme von oben oktroyiert. Das gelang lange Zeit deshalb so geräuschlos, weil die meisten Dinge so lächerlich klangen, dass sie schlicht nicht ernstgenommen wurden.

Inzwischen sind die Strukturen etabliert und der Unsinn fließt massenhaft in Form von Sprach-, Gesetzes- und Gesellschaftsklempnerei nach unten. Natürlich verteidigen diese neuen Strukturen ihre frisch gewonnenen Pfründe und suchen sich geradezu krampfhaft neue, beschäftigungssichernde Betätigungsfelder – Gender-Bürokratie bei der Arbeit. Das ist zwar irgendwie furchtbar hipp und zeitgeistig. Modern oder originell ist die oberlehrerhafte Attitüde mit der eine sich selbst zur Wissenschaft verklärende Ideologie „Neue Menschen“ formen will, seit dem Marxismus aber nicht mehr. Smart Investor jedenfalls bleibt „Das Magazin für den kritischen Anleger“, auch wenn wir nach dem Willen der „Gender Gagas“ für „kritische AnlegX“ schreiben sollten.

Grundübel des Interventionismus

Auch unser Wirtschaftssystem krankt ja seit vielen Jahren sichtbar an ideologisch motivierten Eingriffen – hier vor allem in den freien Austausch von Waren und Dienstleistungen. Wie sich die Haltung gleicht – der Staat glaubt besser zu wissen, was für die Betroffenen gut ist als diese selbst. Und er glaubt auch deren Angelegenheiten besser regeln zu können… (Seite 2)



 

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