Fünf harte Jahre Arbeit. Ergebnis: NIX!

8. Oktober 2013 | Kategorie: Gäste

von Volker Schnabel

In den ersten 9 Monaten des laufenden Jahres haben Amerikas „Währungshüter“ mit der Umsetzung ihres „QE III“-Gelddruckprogramms durch den Ankauf von US-Hypotheken- und Staatsschulden bis dato weitere 765 Mrd. USD aus dem Nichts geschaffen…

… wobei die Vielzahl der im Jahresverlauf veröffentlichten positiven US-Konjunkturdaten viele Marktakteure an die Wirksamkeit der unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen glauben ließ.

Folgerichtig stellte FED-Chef Bernanke seit Mai eine Drosselung (engl. Tapering) der Notenbanken-Interventionen in Aussicht, die mit der US-Notenbanksitzung am 18.09. ihre Verkündung erfahren sollte. Doch selbst für dieses, gemessen an der propagierten Recovery-Storie der US-Wirtschaft, nur wenig ambitionierte Unterfangen fehlte den zwölf Zentralplanern um Ben Bernanke dann „überraschenderweise“ der Mut bzw. Wille.

Angesichts dessen drängt sich nun die Frage auf, warum sich die US-Notenbanker nicht mehr trauen (können), die Druckerpressen auch nur etwas langsamer rotieren zu lassen?

Könnte es sein, dass die US-Wirtschaft im 6. Jahr der Notenbank-Planwirtschaft heute sogar weitaus weniger stabil da steht als noch 2007 vor dem Beginn der Krise, und die wirtschaftlichen Jubelstatistiken mit der Realität tatsächlich nur wenig gemein haben?

Könnte es sein, dass die den Märkten von der US-Notenbank aufgezwungene Liquiditätsflutung neue stabilitätsgefährdende Abhängigkeiten hat entstehen lassen, wie die jüngsten Währungsturbulenzen und schmerzhaften Zinsanstiege in den Emerging Markets zeigten, nach dem nur das Wort „Tapering“ gefallen war?

Oder könnte es sein, dass der Zinsanstieg bei den 10-jährigen US-Treasuries binnen nur 4 Monaten um in der Spitze über 85%, den Fed-Chef Bernanke nach eigenem Bekunden „nicht versteht“, den Notenbankern den Angstschweiß auf die Stirn getrieben hat?

5 Jahre harte Arbeit der Fed

Die lapidare Begründung der Fed jedenfalls für ein Festhalten am derzeitigen Gelddrucktempo – „mit Blick auf das Wirtschaftswachstum zu optimistisch gewesen zu sein“ – steigerte dabei sicher nicht etwa die „Glaubwürdigkeit der Fed-Politik“ (J. Bullard, Fed), sondern zeugt vielmehr von einer geldpolitischen Bankrotterklärung und entzaubert die Erholungsstory der US-Wirtschaft als reines, auf „flexibilisierten“ Statistiken beruhendes Wunschdenken! Gerade am viel beachteten US-Arbeitsmarktbericht wird dieses immer wieder offenkundig, weshalb er auch treffender „Münchhausen-Report“ heißen sollte… (Seite 2)

 

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