Frisches aus der Gehrtnerei: Nachschlag

7. September 2011 | Kategorie: Auf die Ohren, Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer

Im Schweinsgalopp in die Depression“ hieß der letzte Artikel von Ronald Gehrt, zu dem es einige Fragen gab. Jetzt gibt es einen Nachschlag – zum Beispiel zu Inflation, Deflation, Verschuldung  und Gold…Voilà ! Hier ist er…

aufgenommen am Mittwoch um 19 Uhr…

 

Homepage von Ronald Gehrt. Hier gibts auch ein Schnupper-Abo

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12 Kommentare auf "Frisches aus der Gehrtnerei: Nachschlag"

  1. bigpuster sagt:

    Vielen Dank für dieses Interview!
    Viele meiner Fragen wurden an- und besprochen. Ich muss mir das glaube ich noch zwei- bis dreimal anhören, um das alles zu verarbeiten.

  2. rolandus sagt:

    Herzlichen Dank an den blogwart und meinen Namensvetter…

    Die Bank gewinnt (fast) immer; ansonsten eben nur die oberen Chargen derselben wenn wir etwa mal die Staubkörner der Lehmann betrachten.-)

    Schön Gruß ins Ried und nach „Ettenheim“(?)
    rolandus

  3. Stuelpner sagt:

    Danke an Euch Beide für die prompte „Betreuung“.
    Für mich als Laien ist Inflation eben der Preis der realistischen Lebenshaltungskosten (also ohne jährlichen Wohnwagenkauf und Windeln brauch ich höchstens in ein paar Jahren selber wieder).
    Das mit dem Geld bei den Aktien ist nun auch klar, aber Börse ist mit ihren ganzen stetig wachsenden „Produktangebot“ langsam undurchschaubar.
    Rezession bei gleichbleibenden Preisen und nicht unbedingt stattfindender Deflation, na wir nageln das hier mal ans Brett.
    Hab auf der Suche nach der Goldwarnung mal bischen gesucht und ausgerechnet auf den Goldseiten frühere Artikel gefunden:
    http://www.goldseiten.de/content/kolumnen/autoren.php?uid=130
    Hab mal so ein paar Artikel Gold betreffend überflogen und mußte feststellen, kurzfristig lag der Herr Gehrt eigentlich garnicht so falsch. Auch die akt. Warnung vor Immos ist doch sehr ehrlich und wahr.
    Bloß was macht man, wenn das vorhandene Vermögen doch sehr überschaubar ist? Statt Haus einen Schuppen kaufen, Aktienpapier mit dem man nur schlechte Erfahrungen hat oder doch lieber Staatsanleihen von einem Staat der jeden Tag den Rest seiner Glaubwürdigkeit verliert (Staat auch so was –> Staatszugehörigkeit deutsch) der Keller schon überquillt an haltbaren bezahlbaren Lebensmitteln. Dann wenigsten 30 Silberlinge vielleicht findet man mal einem der mir was gutes dafür tut.

    Um bei dem Ding mit den Hörnern, dem Kuhfuß und den drei goldenen Haaren zu bleiben. Ein dudu an Frank der die Antichristin anrief, wir wollen hier doch nicht in so eine satanisten Ecke gedrängt werden. Denk an den Zauberlehrling und die „Geister“ die er rief. 😉 (na gut die waren am Anfang wenigsten nützlich)

  4. BuckligerHans sagt:

    Meiner Meinung nach wird direkt an der Börse nur umverteilt und eben kein Geld vernichtet. Hier meine Erklärung:

    Ich besitze 100 Euro und eine andere Person eine Aktie. Jetzt kaufe ich für 100 Euro diese Aktie.
    Nun hat also die andere Person 100 Euro und ich die Aktie.
    Nun kommt ein Börsencrash, ich muss dringend meine Aktie wieder zu Geld machen, nur leider ist jetzt die andere Person nur bereit mir 70 Euro zu geben.
    Nun habe ich 70 Euro und die andere Person wieder die Aktie PLUS 30 Euro!
    Also eine reine Umverteilung (und rechtlich völlig in Ordnung…)

    Dieses Geld kann nur vernichtet werden wenn einer von beiden mit dem Geld außerhalb der Börse einen Kredit zurückzahlt und damit Geld und Schuld verschwindet. Direkt an der Börse wird kein Geld vernichtet, siehe oben.

    Aber ich habe etwas weiteres entdeckt (Bundesbankstatistik):

    http://dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=231628

    Die Bilanzsummen der deutschen Großbanken haben sich im Dezember 2010 auf einen Schlag um fast 60 % erhöht (!!!)

    Das ist ja eine Bilanzbombe vom allerfeinsten. Herr Meyer wussten Sie davon? Und was bedeutet das?

    Schauen Sie sich mal diese Statistik der Bundesbank an. Das haut einen doch aus den Latschen!

    http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_zeitreihen.php?first=1&open=banken&func=row&tr=OU0824&showGraph=1

    • Fnord23 sagt:

      Sehe ich auch so mit der Umverteilung an der Börse. Genau wie bei allen anderen A.-klassen auch. Und darum geht es ja wohl. Die große Masse soll Ihr binäres Geld ( eingefrorene Arbeitszeit=Lebenszeit) immer und immer wieder an das System verlieren. Wo kämen wir da hin, wenn alle Gewinn machen. Das geht ja schon mathematisch nicht. Die großen Vermögen wollen Rendite, und die bekommen sie auch von der großen Masse Punkt

      Es gibt natürlich einige, die durchaus Zwischengewinne einfahren. Abgerechnet wird zum Schluss!

      Der Argumentation von Herrn Gehrt kann ich an dieser Stelle nicht folgen. Aktienkäufe sind ganz normale Geschäfte mit den grundlegend gleichen Gesetzmäßigkeiten. Da wird ganz real Gewinn oder Verlust gemacht. Mit ganz realen Gewinnern und Verlierern.

      Sonst aber ein sehr informatives Interview.

      Danke aus Sachsen

    • Hans Moog sagt:

      Zwei Personen haben Anfangs beide 100€ und es existiert genau eine Aktie mit einem Anfangswert von 0€. Die Personen kaufen sich ihre Aktie im Laufe der Zeit immer wieder gegenseitig ab und bieten jeweils einen etwas höheren Preis.

      Das Resultat des Ganzen:

      Person A besitzt am Ende eine Aktie im Wert von 100 € und Person B besitzt die gesamten 200 €. Da Person A die Aktie im Normalfall immer für den derzeitigen Wert von 100 € eintauschen könnte, und dementsprechend etwas dafür kaufen könnte, ist der Wert sehr real und kann als echter Vermögenswert angesehen werden. Die Summe der Vermögenswerte ist also nun 300 € während die aufsummierten Werte am Anfang nur 200€ betrugen.

      Wenn jetzt ein Aktiencrash einsetzt und Person B nicht mehr wie üblich 100€ oder sogar mehr für diese Aktie bietet, wird der zusätzlich geschaffene „Vermögenswert“ wieder vernichtet, und die Aktie fällt evt. sogar auf den Initialwert von 0€ zurück.

      Insofern hast du recht, aber auch unrecht. Aktiencrashs vernichten kein „Geld“, wohl aber Vermögenswerte, da von den zwischenzeitlich vorhandenen 300€ am Ende wieder nur die 200€ übrig bleiben, die vorher auch schon da waren.

      • Fnord23 sagt:

        Hallo Hans Moog,

        Richtig, es werden fiktive Vermögenswerte geschaffen und vernichtet.

        Real findet eine Umverteilung von unten nach oben statt. So wie es in diesem System halt sein muß.
        Es ist ja auch „deren“ Geld. DIE bringen das Schmiermittel ins System und DIE entscheiden, wer wieviel davon behält.

        VG aus Sachsen

    • huneke sagt:

      Das mit dem Umverteilen würde nur klappen, wenn bei jeder Kursstellung alle vorhandenen Aktien umgeschlagen würden. Es ist tatsaechlich eine Geldvernichtung.
      Wenn bei minimalem Handel die Kurse fallen wird enorm Geld vernichtet, da kaum jemand das entsprechende Geld erhält.
      Das gleiche Problem haben Immobilien. Es geht doch immer um den Buchwert. Dieser wird immer fiktiv als vorhandenes Vermögen angenommen.
      Genau so ist es mit Antiquitäten. Ein Ludwig XIV Schreibtisch mag ja auf 10000 Euro geschätzt werden. Wenn mein Grossvater ihn für 100 Mark gekauft hat, hat niemand anderes die 10000 bekommen, sondern es wurden nur andere Tische zu diesem Preis verkauft und daher wird der Wert bei 10000 angesetzt.
      Für den Bäcker ist es aber nur ein alter Tisch den Er nicht braucht und daher nur 5 Kilo Brot wert. Und?

      Dasselbe habe ich dann mit Aktien. Ich gehe davon aus, dass es zu einer Deflation von Substanzlosen Werten (Anleihen, Zertifikaten usw.) kommt und zu einer Inflation von Sachwerten, da immer noch zu viel Kapital ein Ziel suchen wird.
      Lieber Frank Meyer, lieben Gruss vom R. Schachschneider 🙂

      M. Huneke

  5. conan sagt:

    Hi Ronald und Frank,

    danke für eure Fragen/Antworten 😉

    Wie immer ein sehr interessantes Gespräch!

    Ich denke bei der Diskussion ob Geld „vernichted“ wird oder nicht kommt es einfach auf die Sichtweise an.

    Was vernichted wird sind Buchwerte/Buchgewinne. An den umlaufenden Geldmengen ändert sich natürlich goar nix. So gesehen wird natürlich kein Geld vernichted. Denn ich tausche Fiat-Währung gegen Wertpapier. Wenn der Kurs fällt und ich dann wieder Verkaufe (also zurück-tausche) hat sich an der umlaufenden Geldmenge nix verändert. DAS GELD hat in diesem Fall ein Anderer (Nähmlich der der das Wertpapier zum offensichtlich richtigen Zeitpunkt gegen Fiat-Geld an mich verkauft hat).

    Ich denke hier hilft auch einfach der Blick ins eigene Depot. Sollte das mal bei x% plus stehen, darf ich das IMHO nicht als mein GELD betrachten. Zu GELD wird’s erst wenn ich wieder in Fiat-Währung tausche (Zählt das jetzt als Geld!?!?). Na OK — auch das ist wieder eine Frage der Sichtweise 😉

    Gruß

    Conan

  6. Hans im Glueck sagt:

    Naja ich kann dem nicht ganz zustimmen besonders was das Thema EM betrifft!! 🙁

  7. holger sagt:

    Moinsen

    Es wird überhaupt nix vernichtet.

    Erstmal gibt ein Unternehmen Papier aus. Und bekommt dafür Geld. Fangen wir einfach mit einem Paket von 100.000 Euronen an. Die Stunde Null für das Paket.

    100.000 AG ./. 100.000 Paket = Zero

    Nun fällt das Paket auf 80.000 warum auch immer. Würde jetzt die AG diese Aktien erwerben wollen? Nein! Also muss wer anderes her. Findet sich auch einer, wie immer. Bekommt nun die AG das Geld? Nein. Das bekommt ein anderer, das Paket ist auf in die unendlichen Weiten. Aber die Summe des Geldes erhöht sich in diesem Moment in dieser Zelle um 80.000 Euronen.

    (100.000 €AG + 80.000 €) ./. 80.000 !neuer Wert Paket = 100.000

    Somit sind in dieser Markt- Zelle nicht nur meine 100.000 drin, sondern auch noch die 80.000 von wem anders. Auch das Paket bleibt in dieser Zelle, da die AG den Standort dort hat. So, nun wie es so sei, fällt das Paket auf 60.000 Euronen. Die AG kauft se nicht, ich ebenfalls nicht, und der Halter findet den berühmten Dummen. Was passiert?

    (100.000 €AG + 80.000 € + 60.000 €) ./. 60.000 neuer Wert Paket = 180.000

    In dieser Zelle schwirren nun 240.000 Euronen rum. Obwohl der Wert der Aktie gesunken ist. Jetzt passiert aber in der Zelle folgendes… Wenn kein Außenstehender mehr das Paket erwerben möchte, stagnieren die Euronen in dieser Zelle. Und erst dann wirds brenzlig. Denn wir haben ja in diesem Beispiel noch nicht mal den Renn-Dieter-Renn drinne. So lange in diese Zelle Geld von Außerhalb einfließt, wird nix vernichtet. Genau das Gegenteil ist der Fall. Das Geld was zur Verfügung steht wird immer mehr. Und leidet unter Anlagenotstand.

    War das einfach genug?

    Wie immer LG aus der Geschlossenen

  8. Takuto sagt:

    Interessante Diskussion, an der man sieht, dass Volkswirtschaft viel mit Existenzphilosphie zu tun hat. Wichtig ist, dass man von Grund auf die Dinge klar definiert und logisch durchdenkt. Es wurde ja schon oben vom Buckligen Hans klar bewiesen, dass bei Aktienkäufen niemals Änderungen der Geldmenge stattfinden, egal ob die Kurse fallen oder steigen.

    Die Frage ist also lediglich, wie man die Bewertung der Aktien sehen soll. Wenn Kurse fallen, werden die Aktien in Geld weniger bewertet und stellen damit weniger Vermögen dar, das beliehen werden kann usw. Aber aufgepasst: Das Geld ist ja gar nichts wert außer seinem Brennwert, und der ist nicht gerade berauschend. Also ist bereits das Geld nur eine fiktive Größe, eine Wahnidee, könnte man sagen, genauso wie die Bewertungen der Aktien ständig enorm übertrieben werden.

    Wirklich entscheidend sind lediglich die Änderungen der Bewertungen zwischen den tatsächlichen Vermögen. Also wieviel Gold kostet eine Aktie, wieviel Aktien ein Quadratmeter Boden. Da gibt es auch Verschiebungen, aber niemand würde je sagen, dass Mrd. Unzen Goldes vernichtet wurden nur weil bspw. die Bodenpreise fallen.

    Die ganze Verwirrung kommt nur deswegen ins Spiel, weil dieses fiat-Geld eingeführt wurde und die Leute an dessen reale Existenz und Werthaftigkeit glauben. Und das sogar hier, auf dieser Aufklärungswebseite. Dieses Nichtverstehen gibt den Bankstern erst so richtig die Möglichkeit, die Bevölkerung auszunehmen.

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